Eigentlich könnte es ganz einfach sein: Für ein Mountainbike nimmst du ein kleineres 26-Zoll-Rad wegen der höheren Stabilität, für ein Rennrad, Trekking- oder City-Bike ein größeres 28-Zoll-Rad wegen der höheren Laufruhe. In den letzten Jahren ist die Reifen- und Laufradlandschaft allerdings ein ganzes Stück umfangreicher geworden. Wir gehen für dich auf Reifen der Größe 28 Zoll, 26 Zoll, 27,5 Zoll und 29 Zoll ein, weil sie bei den meisten Bikes verbaut werden. Die Größenangaben beziehen sich auf den lichten Innendurchmesser des Reifens, was nur in etwa dem Außendurchmesser der Felge entspricht, da der Reifen einige Millimeter tief in der Felge sitzt.
Die verschiedenen Reifengrößen im Überblick
26 Zoll, 27,5 Zoll, 28 Zoll und 29 Zoll: Was bringen unterschiedliche Reifen- und Laufradgrößen eigentlich und warum kommen neue hinzu? Wir klären auf.
- 28 Zoll: Für die Straße gemacht.
- 26 Zoll: Der Klassiker am Mountainbike.
- 27,5 Zoll: Mehr Fahrspaß und lange Federwege.
- 29 Zoll: Mehr Luft und höhere Geschwindigkeiten.
26 Zoll: Der Klassiker am Mountainbike
26-Zoll-Räder haben ein etwas angestaubtes Image, kamen in den 1970ern doch die meisten Dreigangräder damit daher. Mit dem Aufkommen der Mountainbikes hat sich das geändert, steht die Reifengröße seitdem doch für agiles Radeln abseits der asphaltierten Straße. Die Größe mit einem Reifeninnendurchmesser von 559 mm hat sich bei MTBs zuerst durchgesetzt, da ein kompaktes Laufrad einfach stabiler ist und der Reifen mit einer Breite von 57 bis 60 mm gut greift.
Weitere Reifengrößen im Vergleich
Auf der Straße können Reifen und Laufräder mit einer Größe von 28 Zoll punkten. Der Reifeninnendurchmesser von 622 mm sorgt für Laufruhe und Tempo. Breite und Profil sind vom Verwendungszweck abhängig. Während du für dein Rennrad eine geringe Breite zwischen 23 und 32 mm wählst, kannst du dich beim Trekking- oder City-Bike zwischen 32 und 47 mm entscheiden. Wenn du mit deinem Trekkingrad gerne auch auf Schotter- und Feldwegen unterwegs bist, solltest du auf ein etwas griffigeres Profil achten. Ansonsten sind Trekkingradreifen für den Alltag gemacht: gutes Rollverhalten, ordentlicher Geradeauslauf und eingebauter Pannenschutz im Inneren.
Neue Materialien und optimierte Felgenquerschnitte haben den Weg für den 27,5-Zoll-Reifen geebnet. Sowohl bei Hardtails als auch bei Fullys erlaubt diese Reifengröße mit einem Innendurchmesser von 584 mm sportliches Fahren und hält genügend Platz für große Federwege bereit. Die Breite: zwischen 57 und 61 mm. 27,5-Zoller passen zudem zu kleineren Rahmengrößen und damit auch zu kleineren Fahrer/innen.
Ein 29-Zoll-Reifen hat den gleichen Innendurchmesser wie ein 28-Zoll-Reifen: 622 mm. Er ist aber mit 57-61 mm ein ganzes Stück breiter und zudem auch höher als ein normaler 28-Zoll-Reifen. Für dein Mountainbike bedeutet dies, dass du im Gelände agiler zu Werke gehen kannst und auf den Trails höhere Geschwindigkeiten erreichst. Auch für größere Fahrer/innen passen die großen Reifen und Laufräder.
Reifenbezeichnung verstehen
Die traditionellen Zollangaben zu den Reifengrößen können leicht verunsichern, da sie - siehe 29 Zoll - nicht immer exakt eingesetzt werden. Übersichtlicher sind die ISO-Angaben, die identisch zu denen der ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) sind. Die vordere Zahl gibt die Breite des Reifens an, die hintere Zahl den Reifeninnendurchmesser: 23-622 wäre zum Beispiel ein 23 mm schmaler Rennradreifen mit 622 mm Innendurchmesser.
Die Bedeutung der ETRTO-Angabe
Die Angabe, die du wohl bei den meisten Fahrradreifen findest, ist die Einteilung der Fahrradreifen-Größen nach der europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization). Diese Größenbezeichnung (z.B. 55-406) ist besonders eindeutig und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zur Felgengröße, da sie sowohl die Breite des Fahrradreifens (55 mm) als auch den Innendurchmesser (406 mm) berücksichtigt. Aus diesem Grund ist die ETRTO-Angabe auch eine europaweit gültige Normung für die Angabe von Reifengrößen - auch für Fahrradreifen.
So liest du die Reifenbezeichnung: Die vordere Zahl gibt die Breite des Reifens an, die hintere Zahl den Reifeninnendurchmesser: 23-622 wäre zum Beispiel ein 23 mm schmaler Rennradreifen mit 622 mm Innendurchmesser.
Weitere Größenbezeichnungen
Es gibt verschiedene Größenangaben für Fahrradreifen, die sich je nach Sprachraum und Größenbezeichnung unterscheiden. Meist handelt es sich um eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die sich auf den Raddurchmesser und die Reifenbreite beziehen.
Folgende Größenbezeichnungen für Fahrradreifen sind gebräuchlich:
- Zoll
- ETRTO
- Französisch
- Englisch
In der Regel solltest du auf deinem Fahrradreifen die ETRTO Größenbezeichnung (z. B. 37-622) finden. Es kommt aber auch vor, dass der Reifen alle vier Größenbezeichnungen trägt.
Ein Beispiel: Ein Reifen mit der Bezeichnung 27,5", 35-584, 27.5 x 1.35, 650B auf der Seitenwand hat folgende Abmessungen:
- Außendurchmesser: 27,5 Zoll bzw. 650 mm
- Innendurchmesser: 584 mm
- Breite: 1.35 Zoll bzw. 35 mm
- Reifenhöhe: B = 33 mm
Die englische Größenbezeichnung
Die englische Größenbezeichnung erfolgt ebenfalls in Zoll. Es gibt zwei verschiedene Varianten:
- Angaben als Bruch (z. B. 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite)
- Angaben in Dezimalzahlen (z. B. 28 x 1.40 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite in Zoll)
Angaben in Zoll sind relativ unpräzise. So werden beispielsweise Mountainbike-Reifen mit einem Durchmesser von 559 mm, Triathlon-Modelle mit 571 mm und Hollandräder mit 590 mm alle als 26 Zoll bezeichnet. 28-Zoll-Reifen können sowohl 622 als auch 635 mm Durchmesser haben, während 27-Zoll-Reifen auf 630 mm kommen.
Um den Überblick über die Fahrradreifen-Größen zu behalten, ist es daher ratsam, sich an der ETRTO zu orientieren und für die Umrechnung der verschiedenen Fahrradreifenbezeichnungen eine Tabelle mit den unterschiedlichen Größenangaben zur Hand zu nehmen.
Die französische Größenbezeichnung
Eine weitere gängige Größenbezeichnung für Fahrradreifen ist die französische Größenbezeichnung. Ein Beispiel ist 700 x 38C, wobei die dreistellige Zahl (700) den ungefähren Außendurchmesser des Reifens und die zweistellige Zahl (38) die Reifenbreite angibt. Der Buchstabe gibt die Höhe des Reifens an. Es gibt die Höhen A (30 mm), B (33 mm) und C (39 mm). Die französische Größenbezeichnung gibt es jedoch nicht für alle Reifengrößen und wird zum Beispiel nicht für Mountainbike-Größen verwendet.
Die richtige Reifenbreite wählen
Sie haben ein neues Laufrad (also Hinterrad und/oder Vorderrad) bzw. eine Felge für Ihr Fahrrad und fragen sich nun, welche Reifenbreite die richtige für Ihr Bike ist. Die passende Reifenbreite ist pauschal nicht so einfach zu benennen. Je nach Fahrradart gibt es auch unterschiedliche Reifenbreiten. Speziell beim Rennrad oder beim Cyclocross werden Sie den größten Einfluss der Reifenbreite bemerken. Bereits Abweichungen von mehr als 5 mm machen eine Menge aus.
Die Reifenbreite ist ein entscheidender Faktor für das Fahrverhalten und den Komfort. Schmale Reifen bieten weniger Rollwiderstand und sind ideal für glatte Straßen und hohe Geschwindigkeiten. Breitere Reifen hingegen bieten mehr Stabilität und Grip, besonders auf unebenem Gelände und bei Nässe. Die Wahl der richtigen Reifenbreite hängt von deinem Fahrradtyp und deinem Fahrstil ab.
Wenn du dich fragst, welche Breite du für einen 28 Zoll Fahrradreifen wählen solltest, hängt die Antwort von deinem Einsatzbereich ab. Für City- und Trekkingräder sind Breiten von 28 mm bis 42 mm gängig. Breitere Reifen bieten mehr Komfort und Pannensicherheit, während schmalere Reifen besser für Geschwindigkeit und Effizienz sind.
Reifenbreite beim Rennrad
Im Rennrad-Bereich werden schmale Rennradreifen mit einer Breite von 23 mm als optimal bezeichnet. Breite Reifen, z.B. von Schwalbe, Continental oder Maxxis, mit 25 oder 28 mm Breite können entspannt mit weniger Luftdruck als die schmaleren mit 23 mm gefahren werden, da sich die Fläche ausdehnt und der Fahrradreifen breiter auf dem Untergrund aufliegt. Gerade beim Fahren macht es sich positiv bemerkbar, da sowohl Fahrkomfort als auch Pannenschutz erhöht sind; kleine Unebenheiten auf dem Boden werden quasi verschluckt. Vorrangig bei Cyclocross und Gravelbikes sticht dieser Vorteil stark hervor.
Als Nachteil ist hierbei jedoch zu sehen, dass die Fahrradreifen ein höheres Gewicht mitbringen, der Luftwiderstand durch eine breitere Stirnfläche erhöht wird und das Lenkerverhalten eher träge ist. Wenn Sie auf breitere Reifen für Ihr Fahrrad umsteigen möchten, achten Sie darauf, ob die 25 oder 28 mm Reifen auch wirklich in den Rahmen passen. Je nach Rennradmodell kann es sein, dass der Abstand zwischen der Gabel oder den Bremsen schmaler gebaut ist.
Reifenbreite beim Cyclocross und Gravelbike
Fahrradreifen mit 28 mm Breite sind für Gravelbike und Cyclocross Tourenfahrten durchaus zu empfehlen. Bei einem Cyclocrosser kann dank der Rahmenkonstruktion sogar ein Fahrradreifen von bis zu 35 mm gefahren werden.
Die perfekte Reifenvariante beim Rennrad wäre, das vordere Laufrad mit 23 mm zu behalten und nur das hintere Laufrad auf 25 mm umzurüsten. So erhalten Sie die Vorteile beider Reifenbreiten in eins. Dank des vorderen 23 mm Fahrradreifen erhalten Sie weiterhin ein agiles Lenkerverhalten.
Reifenbreite beim Mountainbike
Als Mountainbiker ist Ihnen bewusst, dass bei Ihrem Bike die Bodenhaftung als auch Traktion im Vordergrund stehen. Daher haben MTB-Reifen entsprechend ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird hier eher nicht so stark im Fokus gehalten. Bei einem Cross Country und Marathon Mountainbike empfehlen wir 51 bis 54 mm (entspricht 2,1 bis 2,25 Zoll). Bei einem All Mountainbike geht die Empfehlung zu 54 bis 61 mm.
Reifenbreite beim City- und Trekkingbike
Für Cityfahrräder und Trekkingbikes gibt es von Schwalbe, Continental und Maxxis passende Trekking-Fahrradreifen. Es handelt sich dabei um schmalere Reifen als beim MTB, aber auch breiter als bei einem Rennrad. Hier muss ein Kompromiss von Pannenschutz und Rollwiderstand her. Es wird ein mäßiges Profil für guten Grip auf Schotter- und Waldwegen benötigt, gleichzeitig aber auch nicht zu viel davon, damit einem hohen Rollwiderstand auf Asphalt vorgebeugt wird.
Die Reifenbreite für City- und Trekkingbikes ist abhängig vom Anforderungsbereich. Als Referenz gelten in diesen Sparten 37 bis 52 mm.
Reifenbreite beim E-Bike
Die optimale Reifenbreite bei einem E-Bike ist abhängig von der Variante dessen. Im Prinzip können Sie sich an oben genannten Fahrradtypen orientieren. E-Mountainbikes belaufen sich im Bereich von 51 bis 54 mm Reifenbreite und haben ein Stollenprofil.
Luftdruck im Reifen
Wenn der Fahrradreifen von Schwalbe, Continental und Maxxis mit zu viel Luft befüllt ist, kann dieser bei leichten Unebenheiten auf der Straße schnell platzen, da er ständig unter Spannung steht. Noch dazu verliert der Reifen an Bodenhaftung, liegt nicht mehr breit genug auf - somit leidet dann auch der Fahrkomfort noch darunter.
Wenn Sie jedoch einen Fahrradreifen ständig mit zu wenig Luft fahren, erzeugt der Reifen vom Fahrrad übermäßig Reibung und die Fahrgeschwindigkeit verringert sich noch dazu. Wenn Sie auf dem Fahrradreifen keine genauen Infos dazu finden, folgen Sie unseren nachfolgend aufgeführten Richtwerten.
- Ein Rennrad mit Drahtreifen kann optimal mit 7 bis 9 bar gefahren werden. Als kleine Faustformel gilt hier: Nehmen Sie Ihr Körpergewicht um eine Kommastelle nach links und nutzen dies als guten Richtwert. Also: 80 kg Körpergewicht des Radlers - entspricht 8 bar.
- Beim MTB mit Draht- bzw. Faltreifen ist ein Luftdruck von 2 bis 4 bar sinnvoll. Beim Mountainbiken tendiert man eher zu etwas niedrigem Reifendruck, da Bodenhaftung, Stabilität und Fahrkomfort in diesem Bereich im Mittelpunkt stehen.
- Geben Sie beim Citybike und beim Trekkingrad mindestens 4 bar Luftdruck. Lieber etwas zu viel Luft im Fahrradreifen, als zu wenig. Der Rollwiderstand wird dabei geringer.
Anleitung: Fahrradreifen Größe messen
Es kann sein, dass die Angaben auf dem alten Fahrradreifen schlecht lesbar sind. Dann kannst du den Reifen auch ganz einfach ausmessen, denn zu Bestimmung der Fahrradreifen-Größe brauchst du nur die Breite zu messen und die richtige Größe in einer Fahrradreifen-Größen Tabelle abzulesen. Diese Tabelle kann dir auch bei der Umrechnung der Fahrradreifen-Größe helfen, wenn du zum Beispiel auf deinem alten Reifen eine Bezeichnung findest, die hier nicht so üblich ist.
Folge diesen Schritten, um die Größe deiner Fahrradreifen zu bestimmen:
- Falls die Größenangabe auf dem Reifen nicht lesbar oder keine Kennzeichnung vorhanden ist, kannst du die Breite des Reifens selbst messen. Hierzu brauchst du ein Lineal oder Maßband.
- Miss die Breite des Reifens an der breitesten Stelle von einer Seitenwand zur anderen. Notiere dir das Ergebnis in Millimetern.
- Miss dann den Innendurchmesser des Reifens. Er entspricht ungefähr dem Durchmesser der Felge.
- Nun kannst du die richtige Reifengröße in der Fahrradreifen-Größentabelle ablesen.
Am einfachsten lässt sich die Größe eines Fahrradreifens anhand der Reifenkennzeichnung bestimmen. Auf der Seitenwand des Reifens steht in der Regel eine Größenangabe in der Form "XX-YYY" oder "XX x YYY", wobei XX für die Breite des Reifens in Millimetern und YYY für den Durchmesser des Reifens in Millimetern steht. Diese Angaben sind jedoch nicht immer einheitlich und können zu Verwirrung führen.
Der Grund ist einfach: Fahrradreifen ist nicht gleich Fahrradreifen - das erkennst du spätestens, wenn du einen neuen kaufen musst. Je nach Fahrradtyp gibt es unterschiedliche Fahrradreifen-Größen. Kinderfahrräder brauchen zum Beispiel kleinere Reifen, Trekkingräder und Citybikes dagegen größere.
Die Lebensdauer von Fahrradreifen
Der Reifen ist ein Bestandteil des Fahrrads, der sich relativ schnell abnutzt. Die genaue Lebensdauer hängt jedoch von verschiedenen Faktoren wie Fahr- und Bremsverhalten, Reifendruck und Gummimischung ab und kann daher nicht pauschal angegeben werden. So schwächeln manche Fahrradreifen bereits nach 5.000 Kilometern, während andere mehr als 12.000 Kilometer auf dem Tacho haben.
Fahrradreifen Größentabelle
Die folgende Liste gibt einen Überblick über die verschiedenen Größenbezeichnungen, die sowohl auf den gängisten Reifengrößen zu finden sind.
| Felgengröße in Zoll | ETRTO-Größe | EN-Größe | FR-Größe |
|---|---|---|---|
| 20 | 40-406 | 20x1,5 | - |
| 20 | 50-406 | 20x2,0 | - |
| 24 | 40-507 | 24x1,5 | - |
| 24 | 50-507 | 24x2,0 | - |
| 26 | 44-559 | 26x1,75 | - |
| 26 | 50-559 | 26x1,95 | - |
| 28 | 54-622 | 29x2.1 | - |
| 28 | 20-622 | 28x3/4 | 700x20C |
| 28 | 28-622 | 28x1 5/8x1 1/8 | 700x28c |
| 28 | 32-622 | 28x1 1/4x1 3/4 | 700x32c |
| 28 | 37-622 | 28x1 5/8x1 3/8 | 700x37c |
| 28 | 40-622 | 28x1,5 | 700x40c |
| 28 | 42-622 | 28x1,6 | 700x42c |
| 28 | 47-622 | 28x1,75 | 700x47c |
Die passende Reifen-Felgenkombination finden
Zu der Maulweite einer Felge passen verschiedene Reifenbreiten. Wie du in dieser Tabelle siehst, gibt die ETRTO selbst einen verhältnisweise kleinen Spielraum für mögliche Felgen- und Reifenkombinationen an.
Viele Reifen- und Felgenhersteller geben allerdings eine größere Spanne an möglichen Kombinationen an. Daher solltest du stets die Angaben des Felgen- bzw.Reifenherstellers beachten, wenn du überprüfen willst, ob Felge und Reifen zueinander passen.
FAQ
Welche Fahrradreifen-Größe brauche ich?
Die Größe deines Fahrradreifens kannst du ganz einfach an der Reifenflanke ablesen oder in den Herstellerangaben nachschauen. Alternativ kannst du auch den Raddurchmesser und die Reifenbreite messen. Diese Größenangaben musst du dann nur noch mit Hilfe einer Fahrradreifen-Größentabelle umrechnen und erhältst die Fahrradreifen-Größe in der passenden Maßeinheit.
Wann sollte ich den Fahrradreifen wechseln?
Es ist ratsam, den Fahrradreifen zu wechseln, wenn die Profiltiefe des Reifens abgefahren ist und der Reifen nicht mehr ausreichend Grip auf der Fahrbahn bietet. Dies ist vor allem bei Nässe oder Glätte wichtig, da ein abgefahrener Reifen das Unfallrisiko erhöhen kann. Auch ein beschädigter oder sehr alter Reifen sollte unbedingt ausgetauscht werden. Risse oder Verformungen können sonst schnell zum Platzen des Reifens führen. Ein regelmäßiger Check ist daher für die Sicherheit beim Fahrradfahren unerlässlich.
Wo steht auf dem Fahrradreifen die Zoll Größe?
Die Größenangabe des Fahrradreifens befindet sich auf der Seitenwand des Reifens.
Ist der legendäre Laufrad-Standard 26 Zoll wirklich tot?
Eine Frage, die sich auf den ersten Blick nicht eindeutig beantworten lässt. Wenn man sich die aktuellen Bikes und die gängigen Angebote der Fahrradhersteller und Shops ansieht, dann könnte man jedenfalls versucht sein, das zu glauben. Dort wird nämlich seit einigen Jahren vor allem auf die aktuellen Laufradgrößen-Standards 27,5 Zoll (584) und 29 Zoll (622) gesetzt. Dieser Trend zieht sich durch nahezu alle Kategorien von Fahrrädern.
Beschäftigen wir uns aber zuerst mit der Ausgangsfrage. Dazu müssen wir uns einmal anschauen, was 26 Zoll eigentlich bedeutet. Nun, die Angabe bezieht sich auf die Laufradgröße. Der äußere Felgendurchmesser beträgt bei 26 Zoll in der gängigen Variante 559 Millimeter. Das war über Jahrzehnte der weltweit am weitesten verbreitete Mountainbike-Standard und die meisten Neu-Fahrräder auf dem Markt waren bis weit in die 2000er mit 26-Zoll-Laufrädern ausgestattet.
Neue 26er Fahrräder wird man ohnehin kaum noch finden. Es sei denn, man baut sich selbst eines auf, denn neue Rahmen bekommt man dafür nach wie vor. Jemand, der darüber nachdenkt, sich ein Fahrrad neu aufzubauen, dem würde ich allerdings tatsächlich empfehlen, sich für 27,5 oder 29 Zoll zu entscheiden. Das Problem ist die Auswahl an Teilen, hauptsächlich in Bezug auf Felgen, Reifen, komplette Laufräder und Gabeln. Diese werden zwar noch immer in der 26er Größe produziert und verkauft, doch die Auswahl hat sich in den letzten Jahren deutlich reduziert.
Auch wenn ich hier nicht mit validen Zahlen aufwarten kann, würde ich behaupten, dass die meisten Fahrräder, die auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind, immer noch 26er sind. Den Standard kann und sollte man deshalb aus meiner Sicht nicht als tot betrachten; im Gegenteil.
Wer etwas Zeit, Liebe und vielleicht ein paar Neuteile in sein 26-Zoll-Fahrrad steckt, erhält unter Umständen einen echt sportlichen Flitzer. Die alten Dinger können immer noch verdammt viel Spaß machen und man kann damit durchaus ziemlich schnell unterwegs sein. Gerade die alten Mountainbikes der 80er und 90er Jahre haben oft noch so viel Straße in sich, dass sie einer neuen Maschine, zumindest auf diesem Terrain, in nichts nachstehen.
Das Zauberwort lautet in erster Linie Abrollkomfort. Es ist unbestritten und der Physik geschuldet, dass ein größeres Laufrad durch den flacheren Abrollwinkel einfach besser über Hindernisse hinwegrollt. Deshalb hat, besonders im Bereich Mountainbike, der 29-Zoll-Standard (Twentyniner) mit dem inzwischen größten Absatzmarkt die Nase vorn.
Das Tretlager lässt sich im Verhältnis zu den Radachsen tiefer setzen (man spricht hier vom Bottom-Bracket-Drop) und oftmals verleihen einem diese Fahrräder deshalb das Gefühl, nicht auf dem Rad, sondern zwischen den Rädern, sozusagen im Fahrrad zu sitzen. Das wiederum führt in Kombination mit der richtigen Geometrie zu einer komfortableren Haltung und einem stabileren Fahrgefühl, das mehr Sicherheit vermittelt.
Bei Kettenschaltungen ist das Schaltwerk etwas weniger für Einschläge anfällig, da es weiter vom Boden weg kommt.
Ein weiterer Vorteil der neuen Laufradgrößen: Sie lassen die Montage wesentlich breiterer Reifen zu, wenn man beim 26-Zoll-Standard die Fatbikes außer Acht lässt.
Kleine Laufräder hingegen sind leichter, wendiger in der Kurve und bieten eine höhere Steifigkeit. Zudem beschleunigen sie besser, da weniger Masse in Bewegung gesetzt werden muss. Kompromisslose Racer setzen beim Mountainbike deshalb mittlerweile auf 27,5 Zoll, da diese Größe als guter Kompromiss zwischen beiden Welten gehandelt wird.
Beim sogenannten Upcycling ergeben sich mit den aktuellen Laufradgrößen und Reifenvariationen ganz neue Möglichkeiten. Das bedeutet, ich kann mein altes 26er Bike durchaus mit einem modernen 27,5-Zoll-Laufradsatz ausstatten, wenn ich dabei einen schmaleren Reifen verwende. Ein 26×2,20 Reifen hat beispielsweise einen größeren Umfang, als ein 27,5×1,50 Reifen. Einen hübschen Crosser oder ein Gravelbike mit Retrocharme kann man sich damit allemal aufbauen.
Natürlich gilt es, die herstellerspezifischen Toleranzen des jeweiligen Rahmens zu beachten. Deshalb sollte man vorher messen, sonst ist die Enttäuschung groß, wenn der frisch ausgepackte Laufradsatz nicht passt. Besondere Vorsicht ist bei solchen Umbauten bei der Verwendung von Federgabeln geboten. Federn diese zu stark ein, läuft man Gefahr, dass der Reifen am Unterrohr schleift. Bei aller Leidenschaft sollte natürlich immer die Sicherheit an erster Stelle stehen.
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