Fahrrad Bremsbeläge: Arten, Materialien und Unterschiede

Bremsbeläge am Fahrrad sind die Teile der Bremsen, die am stärksten strapaziert werden. Darum ist der Verschleiß der Fahrrad-Bremsbeläge höher als der anderer Fahrradteile. Trotz geringer Größe sind die Beläge am Fahrrad erheblich für die Sicherheit verantwortlich. Um sich jederzeit auf die Bremsleistung der Bremsbeläge ihres Fahrrads verlassen zu können, setzen viele Biker auf bekannte Marken wie CONTEC, SHIMANO und SRAM.

Da es sich bei Bremsbelägen um Verschleißteile handelt, sollten diese unbedingt regelmäßig geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Andernfalls ist die einwandfreie Funktion der Bremse nicht gewährleistet und die Bremsscheibe oder die Felge können beschädigt werden.

Bremsbeläge sind essenzielle Komponenten des Fahrrads, die maßgeblich für die Sicherheit und Effizienz beim Bremsen verantwortlich sind. Sie erzeugen durch Reibung an der Felge oder Bremsscheibe die notwendige Verzögerung, um das Fahrrad zum Stillstand zu bringen. Die Fahrradbremse ist das wichtigste Sicherheitsbauteil am Fahrrad.

Damit die Bremse zuverlässig funktioniert und das Fahrrad bei normalen Bremsvorgängen aber auch bei Gefahrenbremsungen zum Stillstand bringt, sollten die Bremsbeläge und die Bremsen Hand in Hand arbeiten. Im Bremsbelag Test schauen wir uns Fahrrad Bremsbeläge genauer an und stellen Unterschiede heraus, die auch 2025 wichtig sind.

Grundsätzlich unterscheiden wir in diesem Beitrag zwischen zwei der verschiedenen Arten von Fahrradbremsen: Felgenbremsen (V-Brakes, Seitenzugbremsen, Cantilever-Bremsen) und Scheibenbremsen. Beide Bremsarten haben Bremsbeläge, die von außen sichtbar sind und bei denen man den Verschleiß optisch erblicken kann. Die klassische Felgenbremse ist dabei oftmals die einfachere Variante, wenn es um den Austausch von Bremsbelägen geht. Scheibenbremsen sollte man, sofern man sich selbst als Laie sieht, in einer Fachwerkstatt wechseln lassen. Der Austausch von Bremsschuhen bei V-Brakes ist oftmals auf für Laien umsetzbar.

Werden die Bremsschuhe oder Bremsbeläge erneuert, so sind immer beide Seiten auszutauschen. Selbst wenn der Verschleiß einseitig stärker sein mag, sollten beide Bremsbeläge aus dem selben Material bestehen und den selben Härtegrad aufweisen. An dieser Stelle der Hinweis, ist ein Bremsbelag merklich stärker abgenutzt, ist die Bremse evtl. nicht korrekt eingestellt oder Defekt. Es sollte, sofern der Mangel nicht selbst erkannt und behoben werden kann, ein Fachmann konsultiert werden.

Es kann bei den Bremsbelägen ebenfalls eine „linke“ und eine „rechte“ Seite geben. Wird dies auf dem Belag angegeben, ist darauf zu achten, dass dies bei der Montage und dem Wechsel beachtet wird. Die meisten Bremsschuhe weisen eine leichte Krümmung auf und signalisieren damit ein „Oben“ und „Unten“, diese Krümmung wird bei der Montage an die Rundung der Felge angelegt. Passen die Rundungen zusammen, sind die Bremsbeläge korrekt positioniert.

Ähnlich wie es bei Fahrradreifen der Fall ist, können Bremsbeläge auch einen unterschiedlichen Härtegrad aufweisen. Alleine durch Temperaturunterschiede können die Materialien im Winter wesentlich härter sein als im Sommer. Die Bremswirkung wird bei der Felgenbremse durch Reibung ausgelöst. Je nach Reibungswiderstand hält das Rad schneller oder nicht so schnell an. Verringert sich die Reibung, dauert ein Bremsvorgang bei sonst gleichen Bedingungen, länger.

Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Bremsschuhe exakt auf der Felge sitzen und mit der gesamten Fläche die Felge berühren.

Arten von Bremsbelägen

Bei Felgenbremsen, wie V-Brakes oder Cantilever-Bremsen, werden die Bremsbeläge direkt gegen die Felge gedrückt. Diese Beläge bestehen meist aus Gummi und sind in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Weiche Gummimischungen bieten eine hohe Bremskraft, nutzen sich jedoch schneller ab, während härtere Mischungen langlebiger sind, aber weniger Bremsleistung bieten können.

Bei Scheibenbremsen gibt es zwei Arten Beläge: organische und metallische. Resin ist eine andere Bezeichnung für organische und Sinter für metallische Bremsbeläge.

Metallische vs. organische Scheibenbremsbeläge

Organische Varianten werden auch als Resin-Beläge bezeichnet. Mit ihnen kann die Bremskraft der Scheibenbremse sehr gut dosiert werden und die Geräuschentwicklung bei den Bremsvorgängen ist sehr gering. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Modell, daher kann man nicht genau definieren, welche Inhaltsstoffe sich im Belag befinden. Als Bindemittel werden jedenfalls Kunstharze eingesetzt.

Für die Produktion von metallischen Bremsbacken werden verschiedene metallhaltige Granulate oder Pulver vermischt, erhitzt und zusammengepresst. Dieses Verfahren heißt sintern. Deshalb werden Beläge dieser Bauart als Sinter-Bremsbeläge bezeichnet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders langlebig sind und auch bei starker Belastung und hoher Wärmeentwicklung eine gute Bremsperformance zeigen. Zudem wird die Bremskraft auch bei Nässe nicht beeinflusst.

Abschließend kann man nicht pauschal sagen, welches Material besser ist. Es hängt vom Fahrstil, dem Einsatzbereich und den Vorlieben des Bikers ab.

Verschiedene Materialien Fahrrad Bremsbelägen (Scheibenbremse)

Bei den Scheibenbremsen kommen, wie auch bei einem Auto, die Bremsscheibe selbst und dazugehörige Bremsbeläge zum Einsatz. Hierbei gibt es Unterschiede beim Material und damit auch bei der Bremswirkung und der Eigenschaft.

Organische Bremsbeläge

Organische Bremsbeläge zum Beispiel aus Carbon, Glas oder anderen Fasern haben die positive Eigenschaft, dass die Wärme, die beim Bremsen entsteht, nicht so stark abgegeben wird und der Kolben nicht so warm wird. Die Bremsleistung kann oftmals besser dosiert werden. Der Nachteil ist hingegen, dass diese Bremsbeläge schneller verschleißen.

Sintermetall Bremsbeläge

Sintermetall Bremsbeläge bestehen aus einem Granulat, dass aus verschiedenen Materialen bestehen kann. Es wird dabei gepresst und erhitzt und wird zu einem Bremsbelag gepresst. Die Vorteile sind eine höhere Hitzeresistent und ein geringerer Verschleiß als bei organischen Bremsbelägen. Der Nachteil ist gleichzeitig jedoch auch eine höhere Hitzeentwicklung und die metallischen Beläge neigen zum Bremsen-Quietschen.

Semimetall Bremsbeläge

Eine Mischung aus beiden Varianten ist der Semimetall Bremsbelag. Hier werden Metallelemente mit organischen Anteilen gemischt. Es wird ein geringerer Verschleiß bei einer höherer Hitzebeständigkeit erwartet.

Trägerplatten für Scheibenbremsen

Bei den Trägerplatten können Materialien wie Stahl, Aluminium und Titan zum Einsatz kommen. Teilweise können die Bremsbeläge Kühlrippen aufweisen. Dies ist jedoch im normalen Alltagsfahren kaum notwendig und eher etwas für alle, die sportlich und bei Wettkämpfen unterwegs sind. Die Trägerplatte ist der Halter für den Bremsbelag selbst. Gebremst wird jedoch nur mit dem Belag. Hier wird auch der Verschleiß der Bremse abgelesen.

Wer oft und regelmäßig auch Abfahrten von Bergen durchführt und dabei die Bremse immer ein wenig schleifen lässt, der sollte auf verschleißärmere Sintermetall-Bremsbeläge zurückgreifen.

Hinweis: Einige Bremsscheiben sind nur für den Einsatz von Sintermetall oder organischen Belägen konzipiert. Hier sollte man sich an die Herstellerangabe des Bremsscheibenherstellers halten. Eine Weiche Scheibe kann durch harte Sinterbeläge sehr schnell abnutzen, warm werden und ggf. die Bremswirkung nicht korrekt ausüben.

Die unterschiedlichen Hersteller der Bremsen haben teilweise andere Bauarten der Trägerplatte. Somit passt nicht jeder Belag auf jede Bremse bzw. Beim Kauf sollte in der Produktbeschreibung darauf geachtet werden, dass der Bremsbelag zur entsprechenden Scheibenbremse des vorhandenen Herstellers passt. Es ist daher die Bezeichnung der Bremse abzulesen, diese ist entweder auf dem Bremssattel bzw. der Bremse zu finden oder im Datenblatt des Fahrrads / E-Bikes.

Hersteller geben eigene Namen für die Unterschiede zwischen Organischen- und Sinterbelägen an:

Hersteller Bezeichnung Material
Shimano Resin Organisch
Shimano Metall Sinter
Magura Endurance Sinter
Magura Performance Sinter
Trickstuff Kein Unterschied Nur organische
Swiss Stop Kein Unterschied Organische Mischungen

Worauf ist bei Bremsbelägen für Felgenbremsen zu achten?

Es gibt unterschiedliche Bauarten der Felgenbremsen. Am weitesten verbreitet ist die V-Brake mit zwei längeren Hebelarmen. Bei Rennrädern kommen in der Regel Seitenzugbremsen zum Einsatz. Deshalb sollte man beim Kauf selbstverständlich berücksichtigen, dass der Belag auch zur Bremsanlage passt. Ein weiterer wichtiger Indikator ist das Material der Felge. Denn für Carbonfelgen werden spezielle Bremsschuhe benötigt. Sofern nichts anderes in der Produktbeschreibung steht, handelt es sich um klassische Bremsbeläge für Metallfelgen.

Wer Carbonfelgen besitzt, sollte deshalb darauf achten, dass explizit ausgewiesen wird, dass die Beläge dafür geeignet sind. Bei der Montage des Bremsbelags müssen Sie aufpassen, dass er parallel zur Felge ausgerichtet ist und mit der gesamten Breite direkt auf die Felge trifft. Andernfalls erhöht sich der Verschleiß erheblich.

Was sind Cartridge-Beläge?

Um bei einer V-Brake den Bremsbelag zu wechseln, muss dieser komplett abgeschraubt und der neue angebracht werden. Anschließend ist es notwendig, den Ersatzbelag ideal auszurichten. Die Cartridge-Bremsschuhe vereinfachen diesen Prozess ungemein, denn der Gummi kann direkt aus der Fassung gezogen werden. Für den Austausch müssen Sie deshalb lediglich eine Metallklammer entfernen, den verschlissenen Belag herausziehen, den neuen einstecken und wieder mit der Klammer sichern. Eine Schraube braucht nicht geöffnet zu werden und die Nachjustierung entfällt ebenfalls.

Bremsschuhe für die Felgenbremse

Auch Das Material für die Bremsschuhe für die Felgenbremse, V-Brake oder U-Brake kann unterschiedlich hart sein. Auch hier kommt auf die eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen an, dazu spielt jedoch das Material der Felge ebenfalls eine Rolle. Nicht jeder Bremsschuh ist für Stahl und Aluminiumfelgen geeignet. Hier gilt es die Beschreibung zu lesen.

Bremsschuhe mit unterschiedlichen Materialien sollen verschiedene Eigenschaften miteinander kombinieren. So können die Klötze aus weichem und hartem Material bestehen. Maserungen oder Schlitze können dafür sorgen, dass Feuchtigkeit beim Anpressen der Klötze an die Felge, verdrängt werden kann und der Bremsschuh nicht auf einem Wasserbett gleitet.

Abnutzung der Bremsschuhe

Der Verschleiß ist bei Felgenbremsen oft besser zu sehen als bei Scheibenbremsen. Da das Prinzip von Bremsen denkbar einfach ist, bleibt es nicht aus, dass die Bremsbeläge abnutzen. Durch mechanische Kraft wird ein Material an das andere Gedrückt. Durch die entstehende Reibung wird ein Abbremsen verursacht. Je dreckiger die Felge und der Bremsbelag ist, umso mehr Material wird dabei von der Felge und von dem Bremsbelag gerieben.

Der Bremsbelag sollte daher auch immer weicher als das Material der Felge sein, dies ist wiederum der Grund, wieso nicht alle Bremsschuhe gleichermaßen für jede Felge geeignet ist. Verschmutze Felgen und Bremsen sollten regelmäßig gereinigt und von Dreck und Öl befreit werden.

Was bedeutet Fading?

Bei den Bremsvorgängen entsteht durch die Reibung zwischen Brems-Belag und -Scheibe Wärme, die beide Bauteile erhitzt. Durch die steigende Hitze werden die Reibungskräfte und somit auch die Bremsleistung verringert. Dieser Effekt, der als Fading bezeichnet wird, tritt jedoch nur auf, wenn die Bremsen durch lange Abfahrten stark belastet werden. Im Alltag ist dieser Effekt kaum messbar.

Um die Wärmeentwicklung zu verringern, kann man auf Bremsbeläge zurückgreifen, die den Fahrtwind zur Kühlung verwenden. Zudem sind Bremsscheiben erhältlich, die aus einem Verbund von Metallen bestehen und dadurch die Hitze besser ableiten. Die Scheibengröße spielt ebenfalls eine große Rolle. Im Vergleich erhitzen sich kleine Rotoren schneller.

Kann man verölte Bremsbeläge reinigen?

In Scheibenbremsbelägen sind sehr feinen Poren, in die Öle und Fette eindringen können. Kommt der Belag damit in Berührung, saugt er diese Stoffe wie ein Schwamm auf. Diese Verunreinigungen können die Bremskraft erheblich senken und bei den Bremsvorgängen können laute, quietschende Geräusche entstehen.

Bedauerlicherweise ist es nicht möglich, den Belag zu reinigen und von diesen Stoffen zu befreien, da sich die Flüssigkeiten aufgrund der Sogwirkung im gesamten Material verteilen. Sollten die Bremsbacken mit Ketten- oder Hydrauliköl in Berührung gekommen sein, sind sie deshalb als defekt zu betrachten und ein Austausch ist die einzige Lösung. Vorher sollte man den Bremssattel jedoch reinigen, um zu vermeiden, dass die neuen Beläge ebenfalls kontaminiert werden.

Zur Prävention sollte man mit Schmiermitteln, die mit einer Sprühdose aufgetragen werden, sehr vorsichtig agieren. Es ist überdies ratsam, vor dem Entlüften der Bremsanlage die Bremsbacken auszubauen. Bei Felgenbremsen ist es ausreichend, die Felge und den Belag nach der Berührung mit Öl gründlich zu reinigen.

Fahrrad Bremsbeläge 2025

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Stand: 27. August 2025 4:08

Neue Bremsen einbremsen

Wer seine Bremsbeläge gewechselt hat, egal ob für Scheibenbremsen oder die Bremsschuhe für die V-Brake bzw. Felgenbremse, der sollte die neuen Bremsen einbremsen. Das hat den Hintergrund, dass die Beläge und Bremsschuhe nicht immer einwandfrei plan und glatt sind. Auch kann die Felge oder die Bremsscheibe durch die die alten Beläge minimale Veränderungen aufweisen.

Beim Einbremsen werden erste Unebenheiten von den neuen Bremsbelägen „abgebremst“ und an die Bremsscheibe bzw. die Felge angepasst. So wird sichergestellt, dass die Bremse um Ernstfall ihre volle Bremsleistung entfalten kann. Im Idealfall sucht man sich dazu eine leicht abschüssige Stelle, an der man gezielt und kontrolliert langsam auf dem Rad rollt und die Bremse betätigt.

Fahrradbremsen für E-Bikes

Grundsätzlich gibt es für E-Bikes keine besonderen oder speziellen Bremsbeläge. Da mit einem E-Bike oftmals schneller und weiter gefahren wird, kann der Verschleiß etwas höher sein im Vergleich zum normalen Fahrrad in Abhängigkeit der Zeit. Auch bei E-Bikes gelten alle Hinweise und Tipps gleichermaßen.

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