Bremsen für E-Bikes: Ein umfassender Ratgeber

Das E-Bike hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Fortbewegungsmittel entwickelt. Es bietet die Vorteile eines normalen Fahrrads, gepaart mit der Unterstützung eines Elektromotors. Doch beim Fahren mit einem E-Bike gibt es einige Faktoren zu beachten, insbesondere beim Bremsen.

Die Bremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Zudem steigen bei E-Bikes die Systemgewichte durch bis zu 25 Kilogramm schwere Räder, die Fahrgewohnheiten ändern sich. Das macht eine gesonderte Betrachtung der E-MTB-Bremsen und der Bremssysteme nötig. E-Bikes sind schnell und sind schwer. Entsprechend standfest muss eine E-Bike Bremse sein.

Anforderungen an E-Bike Bremsen

Eine Bremse für das E-Bike muss den Belastungen gewachsen sein, die das höhere Gewicht des E-Bikes und die höhere Geschwindigkeit erfordern. Dabei muss sie gut zu dosieren sein und zuverlässig funktionieren. Mechanische Felgenbremsen stoßen hier an ihre Grenzen - diese Bauart findet man selbst an Fahrrädern ohne Motor immer seltener, zumindest ab einer gewissen Preisklasse.

Nimmt man ein durchschnittliches E-Bike Fully mit 22 bis 23 Kilogramm, einen Tourenrucksack inklusive Trinkblase mit etwa 4 Kilogramm sowie einen 90 Kilogramm schweren Fahrer, liegt das Systemgewicht bei knapp 117 Kilogramm. Deshalb setzen wir bei unserem Test 130 Kilogramm als Minimum an. TRP liegt genau an dieser Grenze, Magura gibt seine Bremsen bis 185 Kilogramm frei. BFO, Shimano und Trickstuff nennen nach oben keine Gewichtsbeschränkung.

Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, empfehlen wir generell den Einsatz von großen 203mm Bremsscheiben am Vorder- und 180mm Discs am Hinterrad. Das Gute dabei: Die Bremse kann so mit nur einem Finger betätigt werden. Wer noch mehr Power braucht: Trickstuff bietet eine 223mm Bremsscheibe, Now8 sogar ein 254mm großes Modell an.

Verschiedene Bremstypen für E-Bikes

Ein E-Bike mit hydraulischer Bremse ist in allen Kategorien die empfehlenswerteste Lösung, da sie, gut eingestellt und gewartet - einen exakten Druckpunkt hat, wenig Handkraft erfordert und hohe Bremskraft bietet. In den meisten Fällen ist ein E-Bike mit einer hydraulischen Scheibenbremse ausgestattet, wie etwa das Rose Black Lava, ein E-Bike mit Scheibenbremsen von Shimano. Alternativ rüsten Hersteller manche Modelle mit einer hydraulischen Felgenbremse aus. Deren größter Nachteil ist der mit ihr einhergehende Verschleiß der Felge, der irgendwann deren Austausch erfordert. Ein Beispiel ist das Tauber-Rad Tour, ein E-Bike mit hydraulischer Bremse in Form einer Magura HS11 Felgenbremse.

Mechanische Felgenbremsen

Die mechanische Felgenbremse bremst, wie der Name schon verrät, auf der Felge. Das erfolgt über zwei Bremsklötze, welche auf die Felgenflanke gepresst werden. Intensität und Dauer des Bremsvorganges werden über die Bremszüge kontrolliert. Diese werden über Bremshebel am Lenker gesteuert. Sie ist technisch einfach gestrickt und mit ein wenig Know-How leicht einzustellen.

Mechanische Felgenbremsen gibt es in sehr günstigen, aber auch extrem hochwertigen Ausführungen. Bei guten Felgenbremsen braucht man nicht viel Kraftaufwand, um die maximale Bremsleistung zu erreichen. Dafür genügen dann auch zwei Finger pro Bremshebel. Das verkürzt den Bremsweg erheblich und steigert das eigene Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr.

Sind Bremsklötze oder andere Verschleißteile an der Felgenbremse nicht mehr leistungsfähig, können diese mit ein paar einfachen Griffen ersetzt werden. Aber es gibt auch Aspekte, die nicht unbedingt für eine Felgenbremse sprechen. Bei Nässe ist die Bremsleistung schwächer, da der Wasserfilm auf der Felge die Reibung und damit die Bremskraft entschärft. Des Weiteren wird das Material der Felge beim Bremsvorgang belastet. Somit ist die Felge ein übliches Verschleißteil.

Felgenbremsen gibt es auch als hydraulische Variante. Weit verbreitet, vor allem bei E-Bikes, ist hier die Magura HS11. Dieses Bremssystem ist aufgrund der Hydraulik leistungsstärker und besser dosierbar. Das ist gerade im Leistungssport oder bei höheren Lasten von Vorteil. Im Straßenverkehr sind solch starke Bremsen natürlich Gold wert.

Mechanische und hydraulische Scheibenbremsen

Mechanische und hydraulische Scheibenbremsen sind technisch gleich aufgebaut. Die mechanische Scheibenbremse arbeitet mit einem reinen Bremszug, während die hydraulische Variante Ölleitungen montiert hat. Bei beiden Varianten findet der Bremsvorgang an einer zusätzlichen Bremsscheibe statt. Das hat den Vorteil, dass die Felge nicht belastet wird. Ebenfalls ist das Bremsen geschützter als bei der Felgenbremse, da sich die Bremsbeläge im Inneren des Bremssattels befinden. Dadurch wird das Bremsverhalten durch Witterung oder Schmutz wenig beeinträchtigt.

Die Hitzeentwicklung ist gegenüber einer Felgenbremse deutlich geringer, weshalb das "Verglasen" der Bremsbeläge bei einer Scheibenbremse nicht auftritt. Insgesamt ist die Bremsleistung einer guten mechanischen Scheibenbremse besser als die einer vergleichbaren Felgenbremse.

Hier kommt eine ganze Reihe an Vorteilen auf Sie zu. Die Felge wird nicht belastet, die maximale Bremsleistung ist mit wenig Kraftaufwand verbunden und die Dosierbarkeit extrem gut. Bremsbeläge der hydraulischen Scheibenbremse sind aufgrund der Materialbeschaffenheit langlebiger als Bremsklötze der Felgenbremse.

Vorteil hier: Die Bremsbelege nutzen sich gleichmäßig ab, da sie beim Bremsen mit der gesamten Oberfläche auf die Bremsscheibe gepresst werden. Bei modernen Fahrrädern und E-Bikes sind hydraulische Scheibenbremsen bereits heute weit verbreitet. Sie sind insgesamt im Gewicht etwas schwerer und technisch anspruchsvoller.

Rücktrittbremse

Die Rücktrittbremse grenzt sich von den anderen Bremsen ab, da sie mit Pedalkraft betätigt wird. Sie ist nur bei modernen Fahrrädern mit Nabenschaltungen zu finden. Aus Gewöhnungsgründen wird der Rücktritt immer noch nachgefragt und ist für Kinder in frühen Jahren sinnvoll. Es wird in der Hinterradnabe gebremst.

Tipps zum richtigen Bremsen mit dem E-Bike

Das richtige Bremsen mit dem E-Bike ist nicht schwer. Mit ein paar Tipps kommst du aus jeder Geschwindigkeit sicher zum Stillstand. Tipps allein helfen aber nicht, du solltest das Bremsen bewusst üben, damit du in der Schrecksekunde der Notbremsung richtig reagierst. Eine kontrollierte Verzögerung ist auch eine Frage des Terrains, indem du dich befindest. Wir geben dir hier Tipps für das Bremsen auf befestigten und unbefestigten Wegen. Dabei richtet sich die Anleitung an City- und Trekking-Biker.

Ergonomische Einstellung der Bremshebel

Dem ersten Einsatz der Bremse bei voller Fahrt sollte die richtige Einstellung ihrer Bedienhebel am Lenker vorausgehen. Denn es ist klar, dass jede Hand anders ist und die Höhe, Breite und der Druckpunkt individuell eingestellt werden müssen.

Bremse einbremsen

Vor der ersten Inbetriebnahme Ihrer Scheibenbremse oder nach dem Wechsel der Bremsbeläge sollten aus einer hohen Geschwindigkeit von ca. 25 km/h bis zu 30 mäßige Bremsbetätigungen, jeweils vorne und hinten, durchgeführt werden. Durch diesen Vorgang erwärmt sich die Bremse stark, wodurch das Material ausgast. Dadurch härtet der weiche Belag aus, wird temperaturbeständiger und kann im perfekten Zusammenspiel mit der Bremsscheibe seine optimale Bremswirkung entfalten.

Überhitzung vermeiden

Wenn Sie ausschließlich mit dem Vorder- oder Hinterrad bremsen, wird nur eine Kraft übertragen. Ist diese einseitige Kraft zu groß, kommt es zur Überhitzung. Um dies zu vermeiden, müssen Vorder- und Hinterradbremse in einem sinnvollen Zusammenspiel eingesetzt werden.

Intervall bremsen, nicht schleifen lassen

Wie bei jedem anderen Fahrzeug erzeugen Scheibenbremsen am Fahrrad Wärme, während sie kinetische Energie ableiten. Aufgrund der guten Dosierbarkeit verleiten Scheibenbremsen schnell dazu, sie bei Bergabfahrten schleifen zu lassen. Zahlreiche Tests haben längst bewiesen, dass selbst die robustesten Bremsbeläge diese falsche Behandlung nicht lange vertragen. Es kann zu Verglasungen und Verformungen kommen, die die Bremssicherheit deutlich verringern.

Bremsen regelmäßig säubern und prüfen

Entscheidend für die optimale Verzögerung einer Scheibenbremse ist die Kontaktfläche zwischen Bremsbelag und Scheibe. Ist diese durch Streusalz, Belagabrieb oder Staub verunreinigt, verringert sich die Reibung und damit die Bremsleistung. Bei Verschmutzung durch z.B. Fettfinger oder Schmierstoffe kann es sogar richtig gefährlich werden, da die Bremsleistung massiv reduziert wird.

Deshalb sollten Scheiben und Beläge regelmäßig mit speziellen Bremsenreinigern gesäubert werden, die schon nach wenigen Minuten rückstandsfrei verdunsten. Auch eingestelltes lästiges Quietschen kann durch immer wiederkehrende Reinigungsintervalle verschwinden.

Es ist wichtig, die Bremsen an Ihrem E-Bike richtig einzustellen und regelmäßig zu warten, um eine optimale Bremsleistung zu gewährleisten. Das Einbremsen der Bremse hilft dabei, eine maximale Bremskraft zu erreichen und die Lebensdauer der Bremsbeläge zu verlängern. Es ist auch wichtig, Überhitzung zu vermeiden, indem sowohl die Vorder- als auch die Hinterradbremse verwendet werden. Regelmäßige Wartung und Reinigung der Bremsen tragen ebenfalls zur Erhaltung einer optimalen Bremsleistung bei. Mit diesen Tipps können Sie sicher und effektiv mit Ihrem E-Bike bremsen.

E-Bike Bremsen quietschen: Ursachen und Lösungen

Ob Sie Ihr E-Bike über den Winter eingelagert haben oder bei Regen, Schnee und Glätte unterwegs waren - auf einen Frühjahrs-Check sollte niemand verzichten. Wenn die E Bike Bremse quietscht, zehrt das an den Nerven, im schlimmsten Fall kann es auch Anzeichen eines Defekts sein.

Aufzählungen möglicher Ursachen findet man in Foren, auf einschlägigen Internetseiten, auf der Onlinepräsenz vieler Bike Shops und auf YouTube, wo nicht nur Bremsenhersteller mit Service-Videos vertreten sind. Manchmal quietschen E Bike Bremsen lediglich während des Bremsvorgangs, manchmal ist ein regelmäßiges kurzes Quietschen zu hören, das sich mit jeder Umdrehung des Laufrads wiederholt.

Handelt es sich um hydraulische Felgenbremsen am E-Bike, deutet das regelmäßige Geräusch auf einen Seitenschlag der Felge hin, das Laufrad hat also eine leichte „Acht“, die es zu beheben gilt. Im Zweifelsfall sollte man das dem Fachmann überlassen.

Quietscht die Felgenbremse beim Bremsvorgang, lässt sich das Problem in den meisten Fällen durch minimales Schrägstellen der Bremse und damit der Bremsbeläge abstellen. Die Bremsbeläge sollten beim Betätigen der Bremse zunächst an ihrem vorderen Ende mit der Felge in Kontakt kommen, das hintere dabei noch etwa einen Millimeter von der Felge entfernt sein. Es hilft, bei der Justage am hinteren Ende ein dünnes Stück Pappe zwischen Felge und Belag zu klemmen, es gibt aber auch extra dafür vorgesehene Montagehilfen.

Falls die E Bike Bremsen quietschen, und es sich um Scheibenbremsen handelt, deutet ein regelmäßiges kurzes Geräusch entweder auf eine verbogene Bremsscheibe oder auf einen ungenau montierten Sattel hin. Eine nur leicht verbogene Bremsscheibe kann man unter Umständen mit den Händen oder mit Spezialwerkzeug wieder geradebiegen. Man muss dabei unbedingt darauf achten, die Scheibe nicht zu verschmutzen. Aber auch das Einstellen des Bremssattels ist kein Hexenwerk.

Quietschen die Bremsen beim Bremsvorgang selbst, kommen mehrere Ursachen in Frage. Ist es ein neues E-Bike, an dem die Scheibenbremsen quietschen, sind sie noch nicht eingebremst. E-Bike Bremsen müssen nämlich eingefahren werden - das gilt auch für neue Beläge nach einem Wechsel. Dazu muss man auf einer Gefällestrecke etwa 20 mal stärker bremsen - man bemerkt, wie die Bremsen bissiger und auch leiser werden. Alternativ kann man gerade E Bike Bremsen einfahren, indem man in der Ebene einige Sekunden an der Bremse zieht und dabei weiter in die Pedale tritt.

Bei Nässe oder nach dem Putzen des Fahrrads quietschen viele E-Bike-Bremsen, das gibt sich von selbst, sobald es wieder trocken wird. Außerdem kann die E Bike Bremse quietschen, wenn Schmutz oder Öl auf die Scheibe und/oder die Beläge gelangt ist, und wenn die Beläge verglast sind.

Die Bremsscheibe und verschmutzte Beläge kann man mit speziellen Bremsenreinigern säubern, verglaste Beläge und mit Öl verschmutzte Bremsbeläge müssen ausgetauscht werden.

E-Bike Bremsen einstellen: So geht's

Ein regelmäßiges, sich wiederholendes Tickern oder Quietschen der E-Bike-Bremse, das nicht von einer verbogenen Bremsscheibe herrührt, deutet auf einen nicht exakt montierten Bremssattel hin. Will man die E-Bike Bremsen einstellen, indem man den Bremssattel exakt platziert, muss sich das Rad frei drehen können. Ein Montageständer ist hier extrem hilfreich.

Der Bremssattel am E-Bike mit hydraulischer Bremse ist am Rahmen und an der Gabel gleichermaßen mit zwei Schrauben befestigt. Die sind jeweils durch ein Langloch am Bremssattel geführt, so dass sich dieser hin- und herschieben lässt, sobald man diese Schrauben lockert.

  1. Falls die E Bike Bremse schleift oder tickernde Geräusche macht, löst man in einem ersten Schritt die beiden Schrauben, so dass sich der Bremssattel leicht hin- und herbewegen lässt.
  2. Dann dreht man das Laufrad mit der Hand an und zieht den Bremshebel, wodurch sich der Sattel an der Scheibe ausrichtet.
  3. Falls das noch nicht der Fall ist, kommen die Augen ins Spiel. Idealerweise vor einem hellen Hintergrund sieht man mit bloßem Auge, ob der Spalt zwischen Scheibe und Bremsbelägen auf beiden Seiten gleich groß ist.
  4. Jetzt löst man eine Schraube ganz leicht, die andere etwas weiter und richtet den Bremssattel von Hand passend aus. Das erfordert Geduld und ist etwas mühsamer, von daher empfehlen wir immer mit der ersten Methode zu starten.

Manche Scheibenbremsen bieten die Option, den Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe einzustellen. Die Einstellung erfolgt am Bremshebel, per Drehrad, Rändelschraube oder - mit Werkzeug - einer Schraube.

Bremsbeläge wechseln beim E-Bike

Bremsbeläge verschleißen, das gilt auch für Bremsbeläge am E-Bike. Aber wie lange halten Bremsbeläge am E-Bike? Das hängt vom Systemgewicht ab, also dem Gewicht von Fahrer, Fahrrad und Gepäck, vom Fahrstil und von der Art des Bremsbelags. Es gibt organische Bremsbeläge und gesinterte Bremsbeläge.

Bei organischen Bremsbelägen sind unterschiedliche Kohlenstoffverbindungen per Kunstharz zu einem Belag gepresst. Ein organischer Bremsbelag ist weicher, quietscht weniger, verträgt aber Hitze schlechter und verschleißt schneller. Gesinterte Bremsbeläge bestehen dagegen aus feinen Metall- und Keramikteilen. Gesinterte Beläge sind härter und resistenter gegen Hitze, neigen aber eher zum Quietschen.

Für die meisten E-Bike Bremsen gibt es neben den originalen Bremsbelägen ihrer Hersteller auch Bremsbeläge von Drittanbietern. Es schadet nicht über Alternativen nachzudenken, und man findet online oder immer wieder auch in Fachmagazinen einen E-Bike Bremsbeläge Test, um sich über Preise und Qualität zu informieren.

Um die E-Bike Bremsbeläge zu wechseln, muss man zunächst die Laufräder ausbauen. Die Bremsbeläge werden von einem Bolzen oder einer Schraube in ihrer Lage gehalten. Diese werden in der Regel von einem Clip oder Splint gesichert, den man im ersten Schritt entfernt. Nachdem auch die Schraube oder der Bolzen entfernt wurden, kann man die Bremsbeläge zusammen mit der Spreizklammer entfernen.

Danach reinigt man die Kolben mit einem weichen Lappen und drückt sie zurück, bis sie plan mit dem Gehäuse des Bremssattels liegen. Dieses Zurückdrücken ist nötig, weil bei hydraulischen Scheibenbremsen am E-Bike die Beläge automatisch nachgestellt werden, wenn die Beläge nach und nach verschleißen. Die neuen Beläge sind dicker als die abgefahrenen alten, ohne das Zurückstellen der Kolben ist die Montage der neuen schlecht möglich und die Bremsscheibe findet keinen Platz dazwischen.

Jetzt die neuen Bremsbeläge zusammen mit der Spritzklammer einsetzen und die Sicherung, ob Bolzen oder Schraube wieder einsetzen und auch diese mit Splint oder Clip sichern.

Hydrauliköl wechseln und Bremsen entlüften

Hydraulische E-Bike Bremsen arbeiten entweder mit Bremsflüssigkeit (DOT) oder mit Hydrauliköl. Beide Medien müssen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, Sram etwa empfiehlt für DOT einen jährlichen Wechsel, für Hydrauliköl einen Zweijahres-Turnus. Nach dem Wechsel müssen die E-Bike Bremsen entlüftet werden, das Entlüften kann aber auch dazwischen nötig sein.

Typisches Anzeichen: Der Bremshebel lässt sich durchziehen und die Bremse greift sehr spät oder schlimmstenfalls gar nicht, die E-Bike Bremse baut erst nach mehrmaligem Ziehen Druck auf. Luft im System ist einer der häufigsten Gründe, warum eine E-Bike Bremse nicht funktioniert. Eine gut funktionierende Bremse aber ist unabdingbar, deswegen darf man den Ölwechsel oder das Entlüften der E-Bike Bremse nur mit handwerklichem Geschick selbst durchführen. Im Zweifel immer zum Händler gehen.

Wer selbst entlüften will benötigt ein zur Bremse passendes Entlüftungsset. Wie man die E-Bike-Bremsen entlüftet, unterscheidet sich von Fall zu Fall, Anleitungen dazu findet man auf YouTube oder der Internet-Präsenz der jeweiligen Hersteller. Im Prinzip werden am Bremssattel und am Bremsgriff Spritzen angeschlossen. Mit der oberen drückt man Öl durch das System in die untere, bis alle Luftblasen entwichen sind.

E-Bike Bremsen wechseln: Wann und warum?

Bei entsprechender Pflege sind E-Bike-Bremsen sehr langlebig. Wer seine E-Bike Bremse wechselt tut das oft, weil er ein höherwertiges Modell fahren will, das ein besseres Bremsgefühl, höhere Standfestigkeit oder mehr Bremskraft bietet.

In Fachmagazinen, bei der Stiftung Warentest oder online findet man regelmäßig einen E Bike Scheibenbremsen Test, der aktuelle Modelle vorstellt und bewertet. So kann man bei Bedarf vergleichen und eine neue E-Bike Bremse auswählen.

Wenn man den Umbau selbst vornimmt, entstehen beim E-Bike Bremsen wechseln lediglich die Kosten für die neue Bremse und für das Entlüftungsset. Das benötigt man zwingend, da in der Regel die Leitungen der neuen Bremse gekürzt und diese danach entlüftet werden müssen.

Bei vielen modernen E-Bikes ist zudem die hintere Bremsleitung durch den Rahmen geführt, so dass die Leitung vom Bremsgriff getrennt werden muss, um die durch den Rahmen zu ziehen, selbst wenn sie nicht zu lang ist. Auch dann ist das Entlüften nötig.

Auch hier gilt: im Zweifel den Händler beauftragen, wodurch sich die Kosten für den Wechsel der E-Bike Bremse um die Arbeitszeit erhöhen. Online haben wir zum Beispiel einen Pauschalpreis von knapp über 80 Euro für den Austausch einer Bremse mit außen verlegten Leitungen und knapp unter 100 Euro bei innen verlegten Leitungen recherchiert.

Sicher bremsen mit dem E-Bike

Eines muss man auch mit einer neuen Bremse auf jeden Fall: mit dem E-Bike richtig bremsen. Mit Gefühl also und mit beiden Bremsen gleichzeitig, wobei der größere Teil der Bremskraft auf das Vorderrad wirken sollte.

Es gibt übrigens hydraulische Scheibenbremsen für das E-Bike mit ABS.

Geplante Gesetzesänderung zur Mindestbremsverzögerung

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr plant eine Novellierung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), die unter anderem eine Verschärfung der Anforderungen an Fahrradbremsen vorsieht. Die im August 2024 bekannt gewordene neue Regelung soll eine Mindestbremsverzögerung von 5 m/s² für alle neu in Deutschland in den Verkehr gebrachten Fahrräder festlegen.

Die Initiative für die Gesetzesänderung folgt der Absicht, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Der vom Bundesministerium vorgeschlagene Wert von 5 m/s² soll gewährleisten, dass Fahrräder schneller zum Stehen kommen können.

Der Zentralverband der deutschen Fahrradindustrie (ZIV) hat jedoch Bedenken gegenüber den neuen Vorgaben geäußert. Die Industrie verweist darauf, dass die derzeitigen Normen bereits Mindestbremsverzögerungen von 3,4 m/s² bzw. maximale Bremswege von 7 m bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h für City- und Trekkingräder festlegen.

Die Fahrradindustrie warnt davor, dass eine höhere Bremsverzögerung zu einer unerwartet starken Bremsreaktion führen kann, besonders bei Fahrenden, die nicht an solche Bremskräfte gewöhnt sind.

Trotz der Bedenken gegenüber der geplanten Gesetzesänderung arbeitet der ZIV mit seinen Mitgliedsunternehmen kontinuierlich daran, die Bremsentechnologie weiterzuentwickeln. Innovative Systeme wie das Antiblockiersystem (ABS) und die Verbundbremse (CBS bzw. IBS), die eine automatische Verteilung der Bremskraft auf Vorder- und Hinterräder ermöglichen, sind Beispiele für solche Bemühungen.

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