Wenn die Bremsen wieder quietschen, rubbeln oder festsitzen, kann eine Bremsenreinigung helfen, das wohl wichtigste Sicherheitselement des Autos wieder in Ordnung zu bringen. Eine regelmäßige Bremsenreinigung zählt also zur Fahrzeugpflege dazu, um auch dieses sehr wichtige Bauteil des Autos möglichst lange funktionstüchtig zu halten und so für mehr Sicherheit zu sorgen.
Was ist ein Bremsenreiniger?
Bremsenreiniger sind Spezialreiniger, die metallische Oberflächen schnell und relativ einfach entfetten und von hartnäckigen Rückständen befreien. Der Name verrät ihr Haupteinsatzgebiet: Bremsen. Durch den hohen Druck in der Sprühflasche - der Grund, warum es sie nur als Spray gibt - gelangen sie recht mühelos auch in Ritzen und Ecken, ohne die Bremse zwingend (komplett) auseinanderbauen zu müssen. Daher eignen sie sich neben Scheibenbremsen auch für die Reinigung von Trommelbremsen.
Da oft schnell ablüftende Lösungsmittel enthalten sind, ist ein langes Trocknen der gereinigten Bauteile oft nicht nötig, zumindest, solange für die Nachreinigung kein Wasser verwendet wurde. Doch auch andere Bauteile aus Metall können mit den Reinigern gesäubert werden, darunter der Motorblock oder das Getriebe sowie Werkzeuge. Im Gegensatz zu Kaltreinigern sind Bremsenreiniger aber oft aggressiver.
Die Reiniger an sich sind aus verschiedenen chemischen Stoffen zusammengesetzt. Hauptbestandteil ist oft Kohlenwasserstoff, dazu kommen sogenannte Trägersubstanzen, wie fettlösende Stoffe (lipophile Flüssigkeiten) oder Lösungsmittel, darunter etwa Ethanol oder Aceton. Insbesondere letzteres kann empfindlichere Werkstoffe wie Kunststoff und Gummi leicht angreifen und beschädigen, da es die Weichmacher aus den Materialien löst. Einige Reiniger setzen mittlerweile auch ausschließlich auf biologisch abbaubare Tenside und sollen so weder Materialien angreifen, noch giftig für Mensch und Umwelt sein.
Empfehlungen für Bremsenreiniger
Spezielle Sprays bieten optimale Eigenschaften, um die Bremsanlage sauber zu halten: Bremsenreiniger entfernen selbst hartnäckigen Bremsstaub und Öl schnell und rückstandsfrei. Hier sind einige empfohlene Produkte:
- WD-40 Specialist Bremsen- & Teilereiniger: Bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und kann für Bremssysteme, Kupplungen, Getriebebauteile sowie Bau- und Maschinenteile genutzt werden.
- Holts Bremsen- und Teilereiniger: Enthält etwas mehr Reinigungsmittel pro Dose und kann neben Bremsen auch Kupplungs- und Getriebeteile sowie Werkzeuge von Ölen, Fetten und Schmutz befreien.
- Liqui Moly Schnellreiniger: Kann auch auf der Verzögerungsanlage des Autos verwendet werden, sowie auf sonstigen Motor- und Getriebeteilen.
- Presto Power Bremsenreiniger: Besonders günstig und greift laut Hersteller O-Ringe und Bremsschläuche nicht an.
- Nigrin Bremsen- und Teile-Reiniger: Entfernt Öl, Fett, Teer, Hydraulik-Flüssigkeit und andere hartnäckige Verschmutzungen und löst selbst verharzte Rückstände von Bremsen und anderen Teilen am Fahrzeug.
- Würth Bremsenreiniger: Verspricht eine gute Materialverträglichkeit mit Lacken, Kunststoffen und Gummi - sollte zuvor jedoch an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
- Bio-Chem Bremsenreiniger: Soll effektiv Öl, Fett, Ruß und Bremsstaub entfernen, dabei aber sehr materialschonend sein.
Folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die genannten Bremsenreiniger:
| Produkt | Inhalt | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|
| WD-40 Specialist Bremsen- & Teilereiniger | Variabel | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Holts Bremsen- und Teilereiniger | 600 ml | Entfernt Öle, Fette und Schmutz |
| Liqui Moly Schnellreiniger | Variabel | Für Motor- und Getriebeteile geeignet |
| Presto Power Bremsenreiniger | 500 ml | Greift O-Ringe und Bremsschläuche nicht an |
| Nigrin Bremsen- und Teile-Reiniger | Variabel | Entfernt hartnäckige Verschmutzungen |
| Würth Bremsenreiniger | Variabel | Gute Materialverträglichkeit |
| Bio-Chem Bremsenreiniger | Variabel | Umweltschonend |
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Bremsenreinigung
Die Anwendung eines Bremsenreinigers stellt in der Regel keine große Herausforderung dar, solange vorsichtig gearbeitet wird und den Herstelleranweisungen Folge geleistet wird.
- Kalter Untergrund: Die Bremse muss kalt sein, bevor das Spray benutzt werden darf. Ansonsten kann es zu Verpuffungen und Flammenbildung kommen.
- Rad abnehmen: Anschließend muss das Rad abgenommen werden, um an die Bremse heranzukommen. Dazu muss der Pkw entweder mit einem Wagenheber oder einer Hebebühne aufgebockt werden.
- Sprühen: Ein Bremsenreiniger-Spray wird großzügig aufgesprüht (einige Hersteller empfehlen so lange, bis der sichtbare Schmutz vollständig abgewaschen wurde).
- Einwirken lassen: Nach der Anwendung müssen die meisten Reiniger nach Herstellerangaben einwirken, mit einem sauberen Baumwoll-, Mikrofaser- oder Papiertuch werden anschließend Rückstände entfernt.
Ungeübten Schrauber:innen sollten die Bremse für die Reinigung nicht auseinanderbauen. Die Gefahr, dieses sehr sicherheitsrelevante Teil dabei zu beschädigen oder falsch zu montieren ist zu hoch. Zudem können sich die Bremsleitungen lösen und so Luft ins Bremssystem gelangen. Ist das passiert, muss der Wagen zur Entlüftung der Bremsschläuche in eine Kfz-Werkstatt - das kostet Geld und Zeit. Für ungeübte Personen genügt also die grobe Reinigung der Oberflächen.
Wo darf ein Bremsenreiniger benutzt werden?
Auch wenn der Name suggeriert, man könne mit den Sprays nur die Bremsanlage reinigen, spreizt sich die tatsächliche Anwendungsvielfalt deutlich breiter. Die entfettenden und reinigenden Eigenschaften machen die Mittel zu einem Allzweckreiniger rund um Auto und Werkstatt. Denn nahezu alle Metalloberflächen, ob von Werkzeugen, Motor- und Getriebekomponenten (inklusive Kupplungsscheiben) oder auch Blechen vor der Lackierung, lassen sich mit Bremsenreiniger schnell säubern.
Somit eignen Bremsenreiniger sich auch für die pflege von Motorrad- und Fahrradbremsen. Jedoch muss hier stärker darauf geachtet werden, dass die Reinigungsflüssigkeit nicht mit Anbauteilen oder den Reifen in Berührung kommt.
Wo darf ein Bremsenreiniger nicht benutzt werden?
Obwohl Bremsenreiniger ein Allzweckmittel sind, dürfen sie nicht auf allen Oberflächen angewandt werden. Tabu sind etwa Kunststoffoberflächen oder Gummi. Hier können stärkere Reiniger zu Schäden führen. Auch Glasscheiben sollten besser nicht behandelt werden, insbesondere wenn Scheibenfolie aufgetragen ist. Mittel, die organisches Material entfernen, könnten hier die Beschichtungen der Fenster lösen. Besonders aggressive Reiniger sollten zudem nicht auf lackierten Oberflächen benutzt werden.
Sind Bremsenreiniger umweltschädlich/gefährlich?
Bei korrekter Anwendung geht von Bremsenreinigern nur wenig Gefahr aus. Jedoch sollten bei der Benutzung einige Punkte beachtet werden. Zunächst sollte bei der Benutzung der Sprays Schutzkleidung wie Handschuhe oder Atemschutzmasken getragen werden. Hautkontakt sollte bestmöglich vermieden werden, anderenfalls kann der Kontakt mit dem Reiniger zu Hautreizungen oder Vergiftungen führen. Das Einatmen kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen und ist daher ebenfalls bestmöglich zu verhindern. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Oberfläche der Bremse kalt ist.
Die in vielen Spraydosen enthaltenen Aerosole sind hochentzündlich, weshalb die Benutzung auf einer heißen Oberfläche oder in der Nähe anderer Zündquellen zu vermeiden ist. Auch für die Umwelt ist Bremsenreiniger nicht gerade unbedenklich. Die Lösemittel in den Mitteln sind hochgradig umweltgefährlich, da sie auch organisches Material angreifen können. Daher sollten Reste nicht auf unversiegelten Flächen abgespült werden.
Zusätzliche Tipps zur Bremsenreinigung am Motorrad
- Bremssattel und Bremsscheiben NICHT mit Öl oder Ölspray reinigen, sondern speziellen Bremsenreiniger verwenden!
- Bremsenreiniger ist aggressiv und gesundheitsschädlich: Bei Benutzung darauf achten, dass die Werkstatträume gut gelüftet werden.
- Nicht rauchen! Nicht auf die Haut oder in die Augen sprühen! Einatmen der Dämpfe vermeiden!
- Bei Einsatz von Bremsenreiniger alle Teile im Umkreis der einzusprühenden Bremssättel mit Lappen großflächig abdecken.
- Bremsenreiniger sparsam und gezielt einsetzen, Sprühkopf direkt auf die zu reinigende Stelle richten und nur kurz betätigen.
- Teile nach Einsprühen mit Bremsenreiniger sofort durchputzen. Dazu nicht fusselnde Lappen und eine kleine Bürste verwenden.
- Bremssattel nicht mit harter Pressluft ausblasen! Wenn überhaupt: Druckluft beim Bremssattel nur sehr sparsam und ganz gezielt einsetzen Bremsstaub ist gesundheitsschädlich!
Es ist wichtig, das Bremssystem des Motorrads regelmäßig zu warten, damit eine sichere Fahrt gewährleistet ist. Außerdem hilft es, eventuelle Mängel schnell zu finden und zu beheben und die Lebensdauer des Motorrads so zu verlängern. Für das Reinigen der Motorradbremsscheiben eignet sich etwas WD-40 SPECIALIST Motorrad Bremsenreiniger.
Hinweis: Wenn die Bremse bereits vor der Reinigung Verschleißerscheinungen wie Risse, Rillen und Riefen in den Scheiben oder starkem Rost zeigt, hilft nur die Fahrt zur Werkstatt. Auch wenn nach der Reinigung dieselben oder neue Probleme auftreten, ist fachkundiges Werkstattpersonal aufzusuchen.
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