Bremskolbenrücksteller Motorrad: Alles, was Sie Wissen Müssen

Die Bremsanlage ist ein entscheidendes Element für die Sicherheit im Straßenverkehr, unabhängig davon, ob es sich um ein Auto, ein Motorrad oder ein Fahrrad handelt. Daher ist es besonders wichtig, diese regelmäßig zu überprüfen, damit Sie problemlos und geschützt von Ihrem Fahrzeug Gebrauch machen können.

Wer an seinem Motorrad selbst schrauben möchte, braucht logischerweise Werkzeug, egal ob es um Wartung, Reparatur oder eine Umbauaktion geht. Nicht wenige Motorradfahrer werden schon über eine mehr oder weniger gute Grundausstattung verfügen. Aber bei so einer eher zufälligen Ansammlung fehlen oft speziell für das jeweilige Motorradmodell passende Werkzeuge und vor allem pfiffige Spezialwerkzeuge, die das Schrauben sehr erleichtern können.

Grundlagen zum Werkzeug

In diesem Schraubertipp geht es um die elementarsten Grundlagen. Jeder hat mal ganz klein und einfach angefangen. Zum Beispiel mit seiner ersten Werkzeugkollektion.

Preise und Qualität

Das Wichtigste bei der Werkzeugauswahl ist die Qualität; denn in der Praxis zeigt sich schnell, dass billig kaufen meist zweimal kaufen heißt. Arbeiten mit schlechtem Werkzeug führt zu vermurksten Schrauben, Schäden an Mensch und Maschine und nachhaltigem Frust. Billigangebote von Baumärkten und Discountern sind in Bezug auf Maßhaltigkeit und Lebensdauer der angebotenen Waren nicht selten eine Katastrophe (Ausnahmen: Magnetschalen, Kabelbinder etc.). Seine Arbeitsgeräte kauft man daher sinnvollerweise besser im gut sortierten Werkzeughandel oder bei Motorradzubehör-Spezialisten wie Louis oder Polo, die vor allem im Zuge von Rabattaktionen oftmals günstige Angebote haben. Man sollte auch keineswegs alles sofort und im Komplett-Set kaufen (die typischen 500-Teile-Werkzeugkoffer enthalten oft viel Unnützes), sondern nur, was man wirklich braucht, und das ist am Anfang gar nicht so viel. Da gutes Werkzeug im Prinzip eine Anschaffung fürs (Schrauber-)Leben ist, relativiert sich dann auch der Preis.

Im mittleren Preissegment findet sich schon viel Brauchbares, Profis und Sehr-viel-Schrauber sollten dagegen gleich zu den Qualitätsherstellern wie zum Beispiel Hazet greifen.

Unverzichtbar - das Bordwerkzeug

Klein, leicht und funktional sollte es sein; denn der Stauraum bei einem Motorrad ist begrenzt. Deshalb ist gutes Bordwerkzeug oft auch so konstruiert, dass einzelne, zusammensetzbare Teile sich ergänzen. Im Prinzip soll das Bordwerkzeug helfen, kleinere Reparaturen unterwegs zu erledigen. Außerdem enthält es häufig besondere Spezialwerkzeuge für die jeweilige Maschine, zum Beispiel einen Zündkerzenschlüssel mit Gelenk (verheißt Fingerakrobatik beim Wechsel) oder den unverzichtbaren Hakenschlüssel zur Einstellung der Federbasis am Federbein. Die Japaner bieten meist nur eine Billigversion, die qualitativ recht bescheiden ist. Wirklich brauchbar ist meist nur der Zündkerzenschlüssel.

Da aber mittlerweile fast alle Hersteller beim Bordwerkzeug sparen, bleibt für die meisten nur ein gezielter Zukauf. Die Schlüsselweiten 8, 10, 12 und Stecknüsse 14 und 17 sowie für die Achsmuttern (meist 22/24er-Nuss) plus Knebel, eine kleine Ratsche mit Bits, ein paar Innensechskant-/Torxschlüssel, eine vernünftige Zange, Draht, Kabelbinder und Isolierband sowie eine passende Tasche reichen für die häufigsten Basteleien aus.

Zwar besitzen die meisten Motorräder nur ein relativ kleines Werkzeugfach, oft befindet sich aber mehr Stauraum als gedacht unter der Sitzbank. Hilfreich und praktisch für den Transport sind manchmal auch wasserdichte Werkzeugboxen wie von Racefoxx, die auch temporär montiert werden können. Abzuraten ist von Lederwerkzeugrollen, die vor allem bei Choppern gerne an der Gabel montiert werden - Bordwerkzeug mag nun mal keinen Wassereinbruch.

Für mich unverzichtbar: Werkzeug für den Radausbau und die Fahrwerkseinstellung, zur Korrektur der Kettenspannung sowie zur Demontage von Tank und Seitendeckeln. Sofern der Platz ausreicht, außerdem ein Starthilfekabel und eventuell eine Ventilverlängerung.

Ausstattung für daheim

Im Laufe einer Schrauberkarriere wächst der Werkzeugbestand in der Regel kontinuierlich mit. Allerdings steigen mit zunehmender Erfahrung auch die Ansprüche, und dann wird es häufig deutlich teurer. Mit der Zeit lernt man, was man wirklich braucht, und kann das durch die Reparatur gesparte Geld zum Erwerb von sinnvollem Werkzeug einsetzen. Auch gezieltes Suchen im Internet nach gebrauchtem Qualitätswerkzeug kann sich lohnen.

Ebenso wichtig wie das eigentliche Werkzeug sind bei Maschinen ohne Hauptständer vernünftige Montageständer, die für einen sicheren Stand sorgen. Und für alle: Handbücher/Reparaturanleitungen, Handschuhe und Kabelbinder zum Befestigen abgebauter Teile. Empfehlenswert sind ferner eine gute Unterlage (verhindert Verschmutzung und das Wegrollen von Kleinteilen) sowie eine Werkbank mit Schraubstock.

Drehmomentschlüssel

Da die Schrauben bzw. die Gewinde heutzutage meist aus Leichtmetalllegierungen bestehen, sind sie oft nicht mehr zugfest. Werden sie also stärker als angegeben angezogen, können sie abreißen. Die entsprechenden Anzugswerte findet man in der Reparaturanleitung, und man sollte sie möglichst genau einhalten. Gerade für den Anfänger sind Drehmomentschlüssel deshalb unverzichtbar.

Achtung: Drehmomentschlüssel sollte man nur zum Anziehen und nie zum Lösen benutzen, da sonst die innere Mechanik Schaden nehmen kann. Nach Benutzung muss der Schlüssel unbedingt entlastet werden, indem man die Einstellschraube wieder entspannt.

Spezialisten

Kolbenrücksteller/-zange, Magnet-Kerzennuss, Spannungsprüfer, Kettenlaser. Gerne verwende ich z. B. den pfiffigen Stromkreisprüfer, den Zündspannungsprüfer ebenso wie den Bremskolbenrücksteller der Louis-Eigenmarke Rothewald. Ferner eine Bremskolbenzange von Wilbär und einen Ketten-Laser von Polo. Sehr praktisch ist bei tiefen Kerzenschächten auch eine magnetische Zündkerzen-Nuss.

Bremsbeläge am Motorrad wechseln

Ein Wechsel der Bremsklötze am Motorrad ist aufwendiger und komplizierter als die reine Kontrolle der Belagstärke. Der Schraubertipp zeigt, was es alles zu beachten gibt.

Das Wichtigste zuerst

Bremsklötze immer paar- und radweise wechseln! Ein Satz Bremsklötze besteht in der Regel aus zwei Stück pro Scheibe. Nur in wenigen Fällen sind kleine Einzelbeläge verbaut, also pro Bremskolben ein Bremsklotz - das können bis zu sechs Stück pro Bremssattel sein. Niemals unterschiedlich dicke oder unterschiedlich alte Bremsklötze sowie von verschiedenen Herstellern in einem Bremssattel verwenden!

Wenn auf den Rückseiten der alten Bremsklötze gelochte Scheiben oder Bleche aus Stahl oder Teflon montiert waren, müssen diese in sauberem Zustand an den neuen Bremsklötzen in gleicher Position wieder angebracht werden. Sie halten einen Teil der beim Bremsen entstehenden Hitze von den Bremskolben und damit auch von der Bremsflüssigkeit fern.

Tipps zur Reinigung

Bremssattel und Bremsscheiben NICHT mit Öl oder Ölspray reinigen, sondern speziellen Bremsenreiniger verwenden! Bremsenreiniger ist aggressiv und gesundheitsschädlich: Bei Benutzung darauf achten, dass die Werkstatträume gut gelüftet werden. Nicht rauchen! Nicht auf die Haut oder in die Augen sprühen! Einatmen der Dämpfe vermeiden!

Bei Einsatz von Bremsenreiniger alle Teile im Umkreis der einzusprühenden Bremssättel mit Lappen großflächig abdecken. Bremsenreiniger sparsam und gezielt einsetzen, Sprühkopf direkt auf die zu reinigende Stelle richten und nur kurz betätigen. Teile nach Einsprühen mit Bremsenreiniger sofort durchputzen. Dazu nicht fusselnde Lappen und eine kleine Bürste verwenden.

Bremsklötze ausbauen

Motorrad sicher aufbocken. Achtung: Bremshebel bei abgebautem Bremssattel und/oder ausgebauten Klötzen nicht betätigen! Sonst fahren die Bremskolben ungehindert aus und müssen mühsam wieder in den Bremssattel gedrückt werden. Sie können sogar ganz aus ihren Bohrungen herausrutschen.

Tipp: Wenn die alten Bremsklötze aus dem Bremssattel herausgenommen sind und die Bremskolben noch in ihrer herausgefahrenen Position stehen, den Bremssattel sorgfältig reinigen. Erst danach die Kolben in ihre Bohrungen drücken, um Platz zu schaffen für die neuen Bremsklötze.

Die Bremsklötze werden durch einen "Haltestift" in korrekter Position im Bremssattel gehalten. Dieser Haltestift ist gesteckt oder geschraubt und hat immer eine Sicherung gegen selbständiges Rausdrehen oder Herausfallen. Diese muss vor dem Ausbau des Haltestifts entfernt werden.

Bremsklötze einbauen

Achtung: Keine scharfkantigen Gegenstände wie Schraubendreher in die Bremssättel einführen, die Kolbengleitflächen können dadurch zerkratzt werden! Um Platz für die neuen (dicken) Beläge zu schaffen, die alten Bremsklötze wieder in den Schacht schieben, mit Handkraft dagegendrücken und damit die Bremskolben zurück in ihre Bohrungen drücken. Das Ganze muss mit Handkraft gehen, keine Zange oder Ähnliches zu Hilfe nehmen!

Beim Zurückdrücken steigt der Flüssigkeitsstand im Bremsflüssigkeitsbehälter: Deswegen Pegelstand im Auge behalten! Steigt er bis zur Oberkante, mit einer kleinen Spritze etwas Flüssigkeit absaugen. Achtung: Bremsflüssigkeit ist aggressiv und gesundheitsschädlich. Deshalb von Haut und Körper, aber auch von Lack und Kunststoff fernhalten! Mit Handschuhen arbeiten. Danebengegangene Tropfen mit reichlich Wasser wegspülen.

Bremsklötze in den Bremssattel einschieben. Manchmal gleiten die Bremsklötze auf einer oder beiden Seiten in einer Nut oder Führung. Unbedingt darauf achten, dass die Bremsklötze korrekt in diese Führung eingesetzt werden.

Durch Pumpen am Bremshebel Druck im System aufbauen, bis die neuen Bremsbeläge an der Scheibe anliegen. Bremsflüssigkeitsstand kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen (Spezifikation im Betriebshandbuch nachlesen). Erst bei deutlich fühlbarem Druckpunkt ist die Bremse betriebsbereit!

Bremsbeläge einfahren

Neuen Bremsbelägen darf man keinesfalls schon bei der ersten Bremsung ihre maximale Leistung abfordern, sondern sie müssen sorgsam und mit Gefühl eingefahren werden. Die Einfahrzeit sollte 100 bis 150 Kilometer betragen.

Die Richtigen Motorrad Bremsbeläge

Die Sicherheit auf zwei Rädern hängt maßgeblich von der Bremsanlage ab. Motorrad Bremsbeläge sind dabei ein entscheidendes Element, das oft unterschätzt wird. Egal ob für den sportlichen Einsatz oder für lange Touren, die richtige Wahl kann den Unterschied ausmachen.

Was Sind Motorrad Bremsbeläge?

Motorrad Bremsbeläge sind essentielle Komponenten der Bremsanlage. Sie sorgen dafür, dass das Motorrad sicher und effizient zum Stillstand kommt. Bremsbeläge bestehen in der Regel aus einer Verbundstruktur, die aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt ist, darunter organische, semi-metallische und keramische Komponenten.

  • Organische Bremsbeläge: Diese sind aus natürlichen Materialien wie Gummi, Harz und Kevlar gefertigt. Sie bieten eine gute Bremsleistung bei niedrigen Temperaturen, sind jedoch weniger haltbar bei intensiver Nutzung.
  • Semi-metallische Bremsbeläge: Diese Bremsbeläge kombinieren Metallpartikel mit organischen Materialien. Sie bieten eine konstante Bremsleistung unter verschiedenen Bedingungen und zeichnen sich durch eine gute Wärmeableitung aus.
  • Keramische Bremsbeläge: Diese bieten eine hervorragende Bremskraft und halten auch hohen Temperaturen stand.

Bei der Betätigung der Bremse kommt es zu einem engen Kontakt zwischen den Bremsbelägen und der Bremsscheibe. Der Druck, der auf den Bremshebel ausgeübt wird, aktiviert den Bremssattel, der die Bremsbeläge gegen die Scheibe drückt. Diese Reibung erzeugt die notwendige Verzögerung, um das Motorrad abzubremsen.

Marken wie Brembo bieten keramische Bremsbeläge an, die sich gut für Touring- und Sporttouring-Motorräder eignen.

Die Wahl der Richtigen Bremsbeläge

Die Wahl der richtigen Motorrad Bremsbeläge ist entscheidend für die Sicherheit und das Fahrverhalten. Das Material der Bremsbeläge spielt eine zentrale Rolle. Zusätzlich zum Material stehen beim Kauf die Einsatzbedingungen im Vordergrund. Ob für sportliches Fahren, langanhaltende Touren oder den alltäglichen Gebrauch, jede Situation erfordert spezielle Bremsbeläge.

Viele Biker wählen günstigere organische Bremsbeläge ohne zu berücksichtigen, dass sie möglicherweise bei hohen Temperaturen versagen. Einige bringen die Bremsbeläge nicht einwandfrei an, weil sie zu skurril sind, um die Herstelleranweisungen zu beachten.

Montage und Wartung

Die korrekte Montage und Wartung von Motorrad Bremsbelägen sind entscheidend für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit eines Motorrads. Zu Beginn benötige ich das richtige Werkzeug und die passenden Materialien. Zusätzlich sollte ich die neuen Bremsbeläge, beispielsweise von Brembo oder EBC, bereithalten. Nach dem Entfernen des Bremssattels nehme ich die alten Bremsbeläge heraus.

Ich überprüfe die Bremsbeläge alle 2.000 bis 3.000 Kilometer oder mindestens einmal pro Saison. Ich achte auf Verschleißanzeigen, die oft an den Bremsbelägen angebracht sind. Sind die Beläge abgenutzt oder zeigen sie ungleichmäßigen Verschleiß, sollte ich umgehend handeln. Beläge, die dünner als 3 mm sind, gehören ausgetauscht. Mit Bremsenreiniger säubere ich die Bremskomponenten von Staub und Schmutz. Ich verwende hochtemperaturbeständiges Schmiermittel an den Kontaktstellen der Bremsbeläge und des Bremssattels.

Nachdem ich alle Schritte abgeschlossen habe, führe ich erneut eine Bremsprobe durch, um sicherzustellen, dass alles funktioniert. Die regelmäßige Wartung und Kontrolle meiner Bremsbeläge sind der Schlüssel für sicheres Motorradfahren.

Bremskolbenrücksteller Vergleich 2025

Hier ist eine Übersicht einiger Bremskolbenrücksteller, die im Jahr 2025 verglichen wurden:

Modell Hersteller Kundenwertung bei Amazon Druckluftanschluss Spindel mit Rechtsgewinde Vorteile Nachteile
BGS 1110-47000 BGS 8574 Bewertungen Nein Ja Hochwertige Markenqualität, geringes Gewicht Vergleichsweise geringe Anzahl an Rückhalte- / Druckplatten
KS Tools 150.1965 KS Tools 196 Bewertungen Nein Ja Hochwertige Qualität Ohne Koffer
CCLIFE 1008 CCLIFE 4789 Bewertungen Nein Ja Recht großer Lieferumfang, hochwertige Qualität Vergleichsweise geringe Anzahl an Rückhalte- / Druckplatten
CCLIFE Pneumatische Universalbremse, 16-teilig CCLIFE 4788 Bewertungen Ja Ja Robust, geeignet für Links- und Rechtsdrehung Vergleichsweise geringe Anzahl an Adapterstücken
FreeTec FT4001 FreeTec 7640 Bewertungen Nein Ja Recht großer Lieferumfang, mit Nue-VAG-3-Pin-Adapter Vergleichsweise geringe Anzahl an Rückhalte- / Druckplatten
Vigor V1711N Vigor 130 Bewertungen Ja Ja Hochwertige Markenqualität, für Druckluft geeignet Vergleichsweise hohes Eigengewicht
Tresko BSBR-003 Tresko 7083 Bewertungen Nein Ja Universell einsetzbar, mit Rechts- und Linksgewinde, praktischer und robuster Kunststoffkoffer Vergleichsweise geringe Anzahl an Adapterstücken
Soontrans Bremskolbenrücksteller Soontrans 3332 Bewertungen Nein Ja Kartenschlitz mit Lasernummerngut organisiert für einfache Aufbewahrungmit Rechts- und Linksgewinde Kein Druckluftanschluss

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