Bremssattel Harley Davidson Ratgeber

Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen, die bestmöglichen Bremssättel für Ihre Harley Davidson zu finden und bietet nützliche Informationen zur Wartung und Fehlerbehebung.

Bremssattel-Empfehlungen für Harley Davidson

Wenn Sie Ihre 88er Softail neu aufbauen und zwei Bremsscheiben vorne haben möchten, gibt es verschiedene Optionen für die bestmöglichen Bremssättel:

  • Performance Machine (PM) Bremssättel: Diese sind den originalen Harley-Davidson Bremssätteln bis Anfang der 2000er Jahre überlegen. Sie wurden ursprünglich für Rennmotorräder entwickelt, bieten aber eine bessere Bremswirkung und ein ausgeklügeltes Design.
  • 6-Kolben PM-Sattel: An einer Evo Fatboy hat sich seit Mitte der 90er Jahre der 6-Kolben PM-Sattel (112x6B DBO = Direct Bolt On) bewährt. In Kombination mit Stahlflexleitungen und EBC Racemetal Bremsbelägen (FA249HH) bietet dieser Sattel eine deutliche Verbesserung der Bremsleistung.
  • Yamaha 4-Kolbensättel: Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung der sehr guten, einteiligen Yamaha 4-Kolbensättel, der Ausführung mit den blauen (roten?).
  • RST (Stocker) Bremssättel: Diese sind baugleich mit PM, aber günstiger und made in Germany.

Die genannten Möglichkeiten können alle mit originalen oder auch Zubehör-Bremspumpen für Doppelscheiben bedient werden. Bei anderen Bremssätteln muss auf deren Volumen geachtet werden und eine passende Bremspumpe beschafft werden.

Wichtige Aspekte bei der Auswahl des Handbremszylinders

Die hydraulische und mechanische Übersetzung der Handkraft in hydraulischen Druck erfolgt im Handbremszylinder. Eine geeignete Auswahl des Handbremszylinders ist entscheidend für eine wirklich "gute" Bremse. Wenn der nicht passt, hilft kein noch so guter Bremssattel.

Erfahrungen mit verschiedenen Bremssätteln

  • Ein Fahrer mit einer 08er FB ist mit 6-Kolben PM Bremssätteln vorne voll zufrieden.
  • Ein anderer Fahrer hat an seiner 88er Softail eine polierte Billet4 Bremszange mit einer schwimmend gelagerten Bremsscheibe verbaut und ist damit zufrieden.

Performance Machine Bremssättel im Detail

Die Bremssättel von Performance Machine sind den originalen von Harley-Davidson bis Anfang der 2000er Jahre überlegen. Ursprünglich wurden sie für Rennmotorräder erfunden. Aber bessere Bremswirkung, ausgeklügeltes Design und Festsattel-Technik mit beidseitig wirkenden Kolben waren der ausschlaggebende Punkt, dass viele Fahrer die Sättel von PM auch an Straßenmotorräder von Harley-Davidson montiert haben.

Mit der Einführung CNC-gestützter aus dem Vollen gefräster Bremssättel im Jahr 1982 hat Performance Machine den Status als Industrieführer erreicht, der sie bis heute auszeichnet. Gleichzeitig schlug natürlich auch die Stunde der Kopisten. Das Design von PM fand sich plötzlich überall wieder, manche dieser "Fräsbuden" haben sich gerade einmal die Mühe gemacht, das Logo zu tauschen. Und natürlich - wegen der eingesparten Entwicklungskosten - waren die Kopien auch sehr viel günstiger zu haben.

Aber weil W&W die Bremssättel von PM seit den Anfangstagen von 1979 führt und weil W&W schon immer auf Qualität, Erfahrung und ausgedehnte Tests gesetzt hat, gab es diese Kopien nie bei W&W Cycles. Heutzutage sind die meisten dieser Nachbauten vom Markt verschwunden, aber Performance Machine Bremssättel gibt es immer noch bei W&W.

Das modulare System von Performance Machine

Kennzeichnend für Performance Machine ist ein modulares System, das eine einstellige Anzahl von Grunddesigns mit modellspezifischen Haltern kombiniert. Zusätzlich gibt es für die Vorderradgabeln ab 1984 auch Bremssättel, deren Haltelaschen direkt an die Gabeltauchrohre geschraubt werden können.

Häufiges Problem: Wackelnder Bremssattel

Ein häufiges Problem ist ein wackelnder Bremssattel. Hier sind einige mögliche Ursachen und Lösungen:

  • Lose Schraube zwischen Bremszange und Träger: Dies ist nicht gut und deutet eher auf eine lose Schraube zwischen Bremszange und Träger hin!
  • Defekte Gummibuchse: Das Befestigungskonzept arbeitet mit Gummibuchse (!), Hülse und Schraube. Wenn die Gummibuchse kaputt ist, wackelt der Sattel analog zum Video, auch wenn die Schraube noch fest sitzt.
  • "Wackelkonzept" ab 2008: Dieses "Wackelkonzept" wurde 2008 bei den Softails eingeführt und auch für die neuen M8-Modelle unverändert übernommen.

Scheibenbremssättel als Werksausrüstung

Scheibenbremsen sind tatsächlich eine Erfindung des späten 19. Jahrhunderts, doch an Motorrädern kommen sie abgesehen von einem Versuch von Douglas 1923 erst Mitte der 1960er Jahre allmählich zum Einsatz. Mangelnde Materialauswahl bei den Belägen war lange ein Hinderungsgrund. So war Harley-Davidson zwar nicht der erste Motorradhersteller, der eine Scheibenbremse an ein Motorrad flanschte, aber einer der ersten, der bei großen und schweren Maschinen vorne und hinten auf Scheibenbremsen vertraute: seit 1973 bremsen die FL- und FX-Modellreihen an beiden Rädern mit Scheibe. Nur die Sportster hatte ab 1973 vorne Scheibe und hinten noch bis 1978 eine Trommel.

Trommel oder Scheibe?

Scheibenbremsen haben den Vorteil, dass die Bremsbeläge besser gekühlt werden. Während Trommelbremshersteller kühlende Luft über große Lufthutzen an die Beläge zu leiten versuchen, hat es der Scheibenbremshersteller einfacher: die Beläge sitzen quasi an der Luft und bekommen davon genug ab, auch wenn sie hinter dem Gabelrohr sitzen. Die oft gehörten Befürchtungen, dass die Scheibenbremse bei Nässe nicht so gut anspricht, muss man auch nicht haben, mit geeignetem Belag- und Scheibenmaterial spricht eine Scheibenbremse auch bei Regen fast verzögerungsfrei an. Hydraulische Scheibenbremsen sind auch selbstnachstellend und sozusagen wartungsfrei - bis auf den gelegentlichen Check der Belagdicke natürlich. Wenn die Beläge erneuert werden müssen, ist das natürlich ohne Radausbau möglich. Nur den klassischen Look einer Ceriani- oder Fontana-Bremse aus den 60ern, den hat die Scheibe natürlich nicht.

Originalersatz Bremssättel bei W&W

Die Auswahl von Originalersatz Bremssätteln bei W&W enthält Reproduktionen von original nicht mehr oder kaum erhältlichen Bremssätteln für Hinterrad und Vorderrad von Harley-Davidson Motorrädern. Chromglanz für die Frontpartie Ihres Bikes mit diesem hochglanzpolierten Bremssattel-Kit. Diese aus bewährten Komponenten der Serienausstattung hergestellten Bremssättel sind eine hervorragende Ergänzung für die serienmäßige Frontpartie - oder sie komplettieren die Custom-Frontpartie mit Chromrädern, verchromten Bremsscheiben und verchromten Tauchrohren. (außer Springer) mit Einscheibenbremse vorn. Vorn - Einscheibenbremse. Für XL '00-'03, Dyna '00-'07 und Softail Modelle '00-'07 (außer Springer) mit Einscheibenbremse vorn.

Fallbeispiel: Totalausfall der Bremse

Ein Fahrer erlebte einen Totalausfall der Bremse, bei dem die Bremsscheibe blau anlief und sich verzog. Hier sind einige mögliche Ursachen:

  • Verzogene Bremsscheibe: Die Ursache war recht gut zu sehen: die schwimmende Bremsscheibe (11,5" original HD) war blau angelaufen und sah aus, wie eine Tellerfeder - Also einseitig verzogen und lag sogar innen am Bremssattel an.
  • Fehlende Motorleistung durch schleifende Bremse: Die fehlende Motorleistung war vielleicht schon bedingt durch die permanent greifende Bremse.
  • Luft im System: Vermutlich Luft im System.
  • Verstopfte Rücklaufbohrung: Nutzen tue ich die Anlage noch mit der Originalarmatur. Daher als weiterer Verdacht: Rücklaufbohrung zu.
  • Falsche Montage: Sattel korrekt mittig.... was heißt korrekt?... Mit der alten Scheibe sind die Nieten der Scheibe der Bremssattelhalterung bei exakt, milimetergenauer Montage leider in die Quere gekommen. Somit musste ich den Sattel leider mit rd. 1mm Versatz montieren.

Bremsbeläge: Materialien und Empfehlungen

Es gibt verschiedene Arten von Bremsbelägen, darunter Sintermetall- und organische Beläge. Hier ist eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile zusammenfasst:

Belagtyp Vorteile Nachteile
Sintermetall Bessere Bremswirkung, vor allem bei Hitze. Teurer, neigt zum Quietschen, beansprucht die Bremsscheibe stärker.
Organisch Billiger, bremst leise, gutes Bremsgefühl. Verschleißt schneller, kommt schneller in den Bereich des Fadings.

Empfehlung: Lucas/TRW Sinter(metall)beläge sind preiswert und gut.

Anleitung zum Wechseln der Bremsbeläge

Der Bremsbelagwechsel ist nicht schwer. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Bremssattel abschrauben.
  2. Belagstift lockern.
  3. Bremssattel von der Scheibe ziehen.
  4. Alte Beläge auseinanderdrücken.
  5. Stifte rausschrauben und alte Bremsbeläge rausnehmen.
  6. Bremssattel reinigen.
  7. Neue Bremsbeläge einsetzen und Bremsstifte reingeschrauben.
  8. Bremse betätigen, damit sich wieder Druck aufbaut.
  9. Probefahrt machen.

Bremsflüssigkeit: Typen und Wechsel

Es gibt verschiedene Bremsflüssigkeiten, die nicht untereinander austauschbar sind. Ab 2006 verwendet Harley generell DOT4. Vor 2004 wurde von Harley das DOT5 (genauer DOT5.0) verwendet. DOT5 darf nicht mit DOT4 oder DOT5.1 gemischt werden!

Es gibt auch mechanische Unterschiede: Während DOT4 inkompressibel wie Wasser ist, gibt DOT5 als Silikonöl etwas nach. Wenn es heiss wird, wird dieser "Gummieffekt" grösser.

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