Die Sicherheit beim Motorradfahren hängt maßgeblich von der Funktionstüchtigkeit der Bremsen ab. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Dicke der Bremsscheiben und deren Verschleißgrenze.
Verschleißgrenze der Bremsscheibe
Die Verschleißgrenze einer Bremsscheibe ist erreicht, wenn die Scheibe eine bestimmte Mindestdicke unterschreitet. Solange die Bremsscheibe über dieses Mindestmaß verfügt, gilt sie als nicht verschlissen.
Wie finde ich die Mindestdicke?
Die Mindestdicke ist auf dem Innenring der Bremsscheibe eingestanzt. Bei manchen Bremsscheiben steht die Mindestdicke mit großen Buchstaben auf der Scheibe, z.B. "MIN. TH. 3.5 MM".
Was passiert, wenn die Verschleißgrenze erreicht ist?
Wenn die Bremsscheibe die Verschleißgrenze erreicht hat, muss sie ausgetauscht werden, um die Bremsleistung und somit die Sicherheit zu gewährleisten.
Dicke der Bremsscheibe
Die Dicke einer neuen Bremsscheibe variiert je nach Modell und Hersteller. Ferodo Bremsscheiben werden beispielsweise mit 5,0 mm ausgeliefert, wobei das Verschleißmaß bei 4,5 mm liegt. Es ist wichtig, die Originalstärke der Bremsscheibe zu kennen, um den Verschleiß korrekt beurteilen zu können.
Wie messe ich die Dicke der Bremsscheibe?
Um die Dicke der Bremsscheibe korrekt zu messen, sollte man eine Bügelmessschraube verwenden. Ein Messschieber ist weniger geeignet, da er die dickste Stelle misst, die nicht unbedingt aussagekräftig ist. Mit einer Bügelmessschraube kann man die Scheibe an mehreren Punkten messen und so den tatsächlichen Verschleiß feststellen. Die Außenkante der Scheibe wird meist nicht vom Belag erfasst und behält ihre Ausgangsstärke. Diese misst man dann mit der Schieblehre und es erweckt den Anschein, die Scheibe sei noch zu gebrauchen.
Tabelle: Verschleißmaße einiger Bremsscheiben (Beispiele)
| Hersteller/Typ | Neuzustand (mm) | Verschleißmaß (mm) |
|---|---|---|
| Ferodo (vorne) | 5,0 | 4,5 |
| Ferodo (hinten) | 4,5 | 4,0 |
Bremsbeläge
Auch die Bremsbeläge unterliegen dem Verschleiß. In Motorradbremsbelägen sind in der Regel Schlitze vorhanden, die die Verschleißgrenze darstellen. Wenn die Beläge bis zu diesen Schlitzen abgefahren sind, müssen sie ebenfalls ausgetauscht werden. Bei den Belägen das Gleiche, wenn die nicht bis zur Verschleissgrenze runter sind sind sie noch ausreichend.
TÜV und Bremsscheiben
Um den TÜV zu bestehen, müssen die Bremsscheiben über der Verschleißgrenze liegen. Vor 4000km war ich erst beim TÜV, und der hatte zum Thema Bremsscheiben gar nichts gesagt. Wenn die Bremsscheibe die Mindestdicke nicht erreicht, wird das Motorrad die Prüfung nicht bestehen.
Zubehör-Bremsscheiben
Es gibt auch Bremsscheiben aus dem Zubehörhandel, die oft etwas hübscher aussehen. Von den Zubehörscheiben kann ich sagen das all meine Zubehörscheiben nur 0,5mm Verschleiss zulassen, obwohl sie dicker sind als die Honda Spielzeugscheiben.
Weitere Aspekte
- Unebenheiten und Riefen: Die hintere Bremsscheibe, deren Beläge aber noch OK sind, hat aber wesentl. mehr kreisförmige Unebenheiten, quasi "Spurrillen" drinnen als die vordere.
- Befestigungsschrauben: An für sich kann der Bremsscheibenwechsel kein großes Hexenwerk sein. Mir graust nur etwas vor den Befestigungsschrauben (Inbus), die nun 60.000km drin sind. Ob die wohl aufgehen... Vielleicht sollte ich doch mal wieder Kompressor und Schlagschrauber reaktivieren. Damit dürften die Chancen größer sein. Oder ich warte eben bis zum nächsten Reifenwechsel und lasse es dann gleich mitmachen.
- ABS: Für ABS muss die linke Scheibe einen speziellen Kranz haben und die rechte muss eben zur linken passen.
Es ist ratsam, die Bremsscheiben und -beläge regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf auszutauschen, um die Sicherheit beim Motorradfahren zu gewährleisten.
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