Einwandfrei funktionierende Bremsen sind ein wesentliches Sicherheitsmerkmal für jedes Fahrzeug. Bremsbeläge sind Verschleißteile, daher gehört ein Bremsen-Check zu jeder TÜV- und Wartungsinspektion. Aber bereits vor dem Werkstattbesuch gibt es Möglichkeiten, um zu kontrollieren, in welchem Zustand die Bremsbeläge sind.
Sichtprüfung der Bremsanlage
Das Prüfen der Bremsbeläge am Motorrad ist deutlich einfacher, da die Bremsanlage ohne große Ausbauarbeiten gut einsehbar ist. Mit einer Taschenlampe können von unten oder vorn der Bremssattel und damit die Beläge gut eingesehen werden. Die Dicke der Bremsbeläge sollte mindestens zwei Millimeter betragen. Sobald die Bremse Geräusche macht, sind die Bremsbeläge definitiv abgefahren.
Anzeichen für verschlissene oder beschädigte Bremsscheiben
- Geräusche: Quietschen oder Schleifen beim Bremsen.
- Rostspuren: Sind die Räder der Vorderachse eingeschlagen, kann ein erster Blick auf den Zustand der Bremsanlage geworfen werden. Sind Rostspuren auf den Scheiben erkennbar, handelt es sich häufig um harmlosen Flugrost.
- Riefenbildung: Starke Riefenbildung und Einlaufkanten an den Scheibenrändern deuten auf fortgeschrittene Abnutzung hin.
- Hitzeflecken: Manchmal sieht man auch eigenartige Flecken, braun oder blau. Das sind Hitzeflecken, die durch sehr hohe Temperaturen entstehen.
Messen des Bremsscheiben-Schlags
Der Schlag der Bremsscheiben soll bei meinem Bike maximal 0,1 bis 0,15mm groß sein steht in der Reparaturanleitung. Nun wüsste ich aber gar nicht, wie ich das messen sollte! Man müsste eigentlich das Rad drehen und eine Messuhr daran halten, oder? Habt ihr das schon mal gemacht? Braucht man Spezialwerkzeug oder habt ihr euch was gebastelt?
Ansonsten kannst Du für einen schnellen Check Dir auch einfach einen Auswuchtbock nehmen (ggf. eben selbst aus ein paar Latten zimmern, oder die Gabel fixieren und eine Halterung für die Uhr anschrauben), Rad drauf, Messuhr ran (oder einen provisorischen Dorn am Bock fixieren) und langsam drehen.
Wenn ein Schlag da ist, prüfen ob der wirklich an der Scheibe liegt oder ob die Scheibe schief an der Nabe sitzt.
Ursachen für Rubbeln beim Bremsen
Wenn die Bremsscheibe beim Bremsen rubbelt, kann das verschiedenen Ursachen haben. Normalerweise hat die Bremsscheibe entweder einen Planschlag, einen Dickentolleranzfehler oder schlechtes Material. Den Planschlag kann man selber fast nicht messen. Bei einer Starren Bremsscheibe kann man die Bremsscheibe auf eine absolut klatte Fläche legen. Durch leichtes klopfen auf verschiedene Stellen der Bremsscheibe stellt man schnell fest ob ein Planschlag vorliegt oder nicht. Bei Schwimmenden (mehr teilige) Bremsscheiben müssen diese für eine genaue Messung auseinander genommen werden.
Unterscheidung verschiedener Arten von Bremsrubbeln
Dieses hochfrequente Rubbeln darf nicht mit dem klassischen Bremsrubbeln verwechselt werden, wie es bei verzogenen Bremsscheiben vorkommt. Hierbei ist der Seitenschlag der Bremsscheibe für ein ungleichmäßiges Bremsen verantwortlich, typischerweise verbunden mit einem pulsierenden Bremshebel. In einem solchen Fall ist die Bremsscheibe Schrott.
Messung der Bremsscheibendicke
In jedem Fall wird die Bremsscheibe durch Bremsen nach und nach immer dünner. Ob sie noch dick genug ist, lässt sich leicht feststellen. Normalerweise findet sich irgendwo auf der Bremsscheibe das vom Hersteller vorgeschriebene Mindestmaß für die Dicke. In der Regel sind das zwischen 4 und 4,5 Millimeter. Mit einer Bügelmessschraube lässt sich die tatsächliche Bremsscheibendicke ermitteln. Natürlich gibt es auch spezielle Bremsscheibenmessgeräte - aber ein solches Exemplar wird sich wohl in den wenigsten Hobbyschrauber-Garagen finden lassen. Befindet sich der mit was auch immer ermittelte Ist-Zustand gleichauf mit dem Vermerk auf der Scheibe, sollte man sich natürlich neue Scheiben besorgen.
Visuelle Inspektion auf Riefen
Sieht die Bremsscheibe gar aus wie eine alte Schallplatte und weist tiefe Riefen auf? Da ist zunächst die Frage, wie tief ist denn tief? Wenn man die Riefen oder ringförmigen Schleifspuren mehr sehen als fühlen kann, ist das in Ordnung. Wenn man aber beim Darüberfahren mit dem Fingernagel richtig hängenbleibt, besteht Handlungsbedarf.
Austausch der Bremsscheiben
Sind die Scheiben eh schon älter und neigen sich ihrem Ende entgegen, entsorgt man sie am einfachsten - mitsamt den Belägen! Es sei denn, Letztere sind wirklich noch recht neu und haben bislang kaum zupacken müssen. Sind die Scheiben hingegen noch in sehr gutem Zustand und durchaus noch für viele Tausend Kilometer zu gebrauchen, sollten wir herausfinden, welche Scheibe denn nun wirklich verzogen ist.
Um das feststellen zu können, benötigt man eigentlich einen Messtaster und ein Stativ zur Messung des Seitenschlags. Allein diese Anschaffung sprengt sicherlich für die meisten den Rahmen. Aber mit einem simplen Trick kann man auch ohne teures Messgerät herausfinden, von welcher Seite das Rubbeln kommt. Hierzu demontiert man nur eine Bremszange, klemmt ein Stückchen Holz oder ähnliches zwischen die Bremsbeläge, sichert das Ganze mit ein oder zwei Gummis, wickelt danach die Bremszange in einen Lumpen und befestigt diese dann per Expander am Motorrad.
Der Lumpen deshalb, weil wir nur die Bremse reparieren und nicht auch noch die Verkleidung lackieren wollen. Vorsichtig den Druckpunkt prüfen und dann - natürlich nur auf abgesperrter Strecke und ganz vorsichtig - fahren und leicht bremsen. Ist das Rubbeln weg? Dann haben wir die richtige Scheibe. Wenn es immer noch rubbelt, das gleiche Spiel nochmals mit der anderen Bremsscheibe wiederholen.
Schwimmend gelagerte Bremsscheiben
Es gibt noch einen weiteren Grund, warum eine Bremsscheibe ersetzt werden muss: übermäßiges Spiel in den Floatern. Die meisten Bremsscheiben sind schwimmend gelagert. Damit ist aber nicht das Spiel in axialer Richtung wie bei den Bremszangen gemeint, sondern etwas „Luft“ in radialer Richtung zwischen Bremsscheibe und deren Träger. Ziel dieser Konstruktion ist es, dem Verzug der Bremsscheibe in Folge extremer Erwärmung zuvorzukommen, da sich ja der Bremsscheibenring durch Hitzeeinwirkung ausdehnt. Wenn die Scheibe aber nun klappert und rasselt, dann gehört sie zum alten Eisen. Eine Ausnahme stellen manche Bremsscheiben aus dem Motorsport dar, bei denen auf die Vorspannscheiben zur Eliminierung des axialen Spiels verzichtet wird.
Auswahl neuer Bremsscheiben
Die Scheiben sind definitiv hin? Dann muss Ersatz her. Hierbei stehen wir vor der schwierigen Entscheidung, welche Scheibe von welchem Hersteller wir denn nun einbauen sollen. Die originalen gehen immer, sind halt entsprechend teuer. Welches preiswertere Teil ist aber ebenso zu empfehlen? Eines gleich vorweg: Wave-Scheiben stammen aus dem Motocross- und Enduro-Bereich. Dort soll die Sägezahnähnliche Außenkontur den Dreck aus der Bremszange raspeln. Sollte es jemals an unserem Straßenfeger etwas aus den Bremszangen zu raspeln geben, haben wir ganz andere Probleme. Daher sind Wave-Scheiben ein Optik-Gimmick. Auf das Bremsverhalten jedenfalls hat die Außenkontur keinerlei Einfluss.
Eher die Dicke, denn dickere Scheiben erwärmen sich langsamer und gleichmäßiger, sodass sie auch unter extremsten Bedingungen noch einwandfrei und stabil bremsen. Außerdem neigen sie weniger zu Verzug. Als Faustregel gilt: Erfahrungsgemäß geht eigentlich alles außer diesem billigen Noname-Schrott aus dem World Wide Web. Wichtig ist, dass die Bremsbeläge dazu passen, also am besten gleich neue bestellen. Und neue Schrauben, denn nichts ist ärgerlicher, als die Arbeit abbrechen zu müssen, weil man mit den rundgenudelten Dingern nicht mehr weiterkommt! Wir könnten auch flüssige Schraubensicherung gebrauchen, außer die neuen Schrauben sind mikroverkapselt. Dann haben sie eine meist blaue oder grünliche Gummischicht auf dem Gewinde.
Schritte zum Bremsscheibenwechsel
Alles da? Dann geht es an den Umbau. Am besten löst man sämtliche Schrauben vor dem Aufbocken des Motorrads. Häufig sind die Schrauben nämlich brutal angeballert und so vermeidet man das Risiko, das Bike von den Böcken zu werfen. Danach wird die Maschine aufgebockt, das Vorderrad kommt raus und auf die Werkbank. Beim Herausdrehen der Bremsscheibenschrauben empfiehlt es sich, nur einwandfreie Inbus- oder Torxstecknüsse zu verwenden. Sind speziell bei Inbusnüssen die Ecken bereits verrundet, werden die Schrauben aus Gründen der Solidarität ebenfalls verrunden.
Montage-Tipps
Um das Lösen der Schrauben zu erleichtern, steckt man die Nuss in die Schraube und schlägt einmal kurz und knackig mit dem Kunststoffhammer drauf. Löst sich die erste Schraube nur mit Mühe oder gar nicht, lieber abbrechen und den Heißluftföhn schnappen. Oft wurden die Schrauben dann unnötigerweise mit Loctite Ultrafest eingeklebt. Durch Wärme wird auch eine solche Schraubensicherung wieder weich.
- Die Luftnummer: Steckt die Inbus - oder Torxnuss mit dem Sechskant-Teil in einen kleinen Luftballon. Das hat zwei Vorteile: Erstens wird das Spiel zwischen Werkzeug und Schraubenkopf so reduziert und außerdem hat der Gummi viel mehr Grip als Stahl auf Stahl! Geht übrigens auch bei Schlitzschrauben. Sollte vom letzten Kindergeburtstag kein Luftballon mehr übrig sein, geht auch die abgeschnittene Kuppe eines Latexhandschuhs.
- Sand im Getriebe: Schmiert etwas feinkörnige Handwaschpaste in den Schraubenkopf, die Schleifpartikel darin verhaken sich regelrecht zwischen Werkzeug und Schraubenkopf. Man kann auf diese Art viel mehr Drehmoment übertragen. Bitte hier nicht mit dem Schlagschrauber loslegen, weil die Bremsscheibenschrauben durch das hohe Lösemoment in Verbindung mit der hohen Drehgeschwindigkeit leicht reißen. Das Gewinde ist ja oft nur sechs Millimeter.
Wichtig: Die Auflagefläche zwischen Felge und Bremsscheibe penibel reinigen. Dann die neuen Scheiben auspacken und gründlich mit Bremsenreiniger abwaschen. Anschließend eine neue Scheibe montieren, auf die Laufrichtung achten, wenn es eine gibt - sie wird mit einem Pfeil wie auf den Reifen angegeben. Die neuen Schrauben eindrehen. Sollten diese mikroverkapselt sein, kein weiteres Schraubensicherungsmittel aufbringen. Wenn nicht, nur solches vom Typ „mittelfest“ verwenden, aber nur einen kleinen Tropfen ganz am Anfang des Gewindes.
Manche Schrauben haben unter dem Kopf einen Schaft zur Zentrierung, daher die Schrauben zum Schluss gleichmäßig über Kreuz bis zum vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Danach die zweite Scheibe montieren.
Ausrichten der Gabel nach dem Radwechsel
Sind die neuen Scheiben endlich dran, wird das Rad wieder eingebaut. Dazu folgenden Trick anwenden: die schwimmende Seite der Gabelklemmung (siehe Bildergalerie) zu Beginn nicht anziehen, nachdem die Bremszangen mit dem korrekten Drehmomentwert angezogen und die Bremsbeläge angelegt sind (ein paarmal den Bremshebel durchpumpen).
Das Motorrad komplett abbocken, die Vorderbremse betätigen und ein paarmal so stark wie möglich einfedern! Wozu? Um die Gabel auszurichten. Auf diese Weise ist eine spannungsfreie Montage der Vorderradachse gewährleistet, und es entsteht keine Verspannung in der Gabel, wichtig für ein feines Ansprechverhalten. Danach natürlich die Achsklemmung anziehen. Zum Schluss noch mal den Bremsflüssigkeitsstand im Ausgleichbehälter kontrollieren und sicherstellen, dass wir nicht mit unseren Fettfingern auf die Bremsscheibe getappt haben.
Prüfung und Wartung der Bremsbeläge
Prüfen Sie regelmäßig den Verschleißzustand der Bremsbeläge, zum Beispiel bei der Radmontage im Zusammenhang mit Reifenwechseln. Die Beläge sind vor dem Aufsetzen der Zangen auf die Scheiben gut sichtbar. Bis zu welchen Verschleißmarkierungen der Belag genutzt werden darf, ist in der Bedienungsanleitung Ihrer Maschine beschrieben.
Vergleichen Sie auch den Verschleiß der Beläge einer Bremszange und - wenn vorhanden - zwischen den Belägen der beiden Zangen am Vorderrad. Ungleichmäßiger Verschleiß ist ein Hinweis auf Funktionseinschränkungen der Bremszangen oder -sättel, selbst wenn diese im Fahrbetrieb nicht deutlich werden. Zu prüfen ist, ob alle Bremskolben oder die Zange der Schwimmsattelbremse frei beweglich sind. Beim geringsten Zweifel an der Funktion der Bremse sollten Sie die Maschine zu einer Fachwerkstatt bringen, um den Mangel beseitigen zu lassen.
Arten von Bremsbelägen
Bremsbelägen. und sog. Sintermetallbeläge. und Schmierstoffe für die nötige Bremsstabilität. beanspruchen als organische Bremsbeläge dies tun. Bei einem Wechsel von einem organischen zu einem Sinterbelag ist besondere Vorsicht geboten, da die Bremsen durch das plötzliche Mehr an Biss auch nach mehr Gefühl verlangen.
Sichtkontrolle der Bremsbeläge
Die meisten Bremsbeläge verfügen über eine Nut (manchmal auch mehrere), die dir anzeigt, ob die Verschleißgrenze erreicht ist. Ist diese Nut nicht mehr sichtbar, ist die Verschleißgrenze erreicht - also raus mit den Belägen. Bikes. sein.
Empfehlungen für den Kauf von Bremsbelägen
Bremsarmatur bzw. Druckpunkt. Bremsbelägen läuft im Grunde überall gleich bzw. des Kraftfahrt-Bundesamtes verfügen. Von Billig-Angeboten aus dem Internet, z. B. bei ebay, rate ich dir unbedingt ab.
Einbremsen neuer Bremsbeläge
Solltest du neue Bremsbeläge zunächst vorsichtig einbremsen. haben. Um die Oberflächen der neuen Bremsbeläge den Oberflächen der Bremsscheiben anzupassen, empfiehlt es sich, die Bremsen zunächst mehrfach hintereinander bei geringem Tempo zu betätigen. Wie oft bzw. wie lange, hängt unter anderem von deinen Belägen und deinem Motorrad ab, aber so ca. Bremsvorgänge möglichst vermeiden. längere Zeit schleifend betätigen. Motor“ einfahren. zupacken und gleichmäßig bremsen.
Reinigung der Motorradbremsscheiben
Es ist wichtig, das Bremssystem des Motorrads regelmäßig zu warten, damit eine sichere Fahrt gewährleistet ist. Außerdem hilft es, eventuelle Mängel schnell zu finden und zu beheben und die Lebensdauer des Motorrads so zu verlängern. Deshalb zeigt dieser Beitrag in fünf wichtigen Schritten auf, wie man die Motorradbremsscheiben reinigen und pflegen kann. Die Regelmäßigkeit der Wartung und Reinigung hängt von dem Gebrauch des Motorrads und den Fahrbegebenheiten ab. Außerdem ist es zu empfehlen, das Motorrad samt der Motorradbremsscheiben vor dem Einlagern im Winter gründlich zu reinigen.
Empfohlene Reinigungsprodukte
Für das Reinigen der Motorradbremsscheiben eignet sich etwas WD-40 SPECIALIST Motorrad Bremsenreiniger. WD-40 SPECIALIST Motorrad Bremsenreiniger bietet eine starke entfettende Eigenschaft, die speziell für Bremssysteme entwickelt ist. Das Produkt verflüchtigt sich schnell und ermöglicht ein schnelles Trocknen. Es enthält Lösungsmittel, die Fett, Staub, Öl und andere Verschmutzungen an Bremsen schnell auflösen.
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