Bremsen sind ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil deines Rennrads oder Mountainbikes. Schließlich willst du ohne großen Kraftaufwand sicher zum Stehen kommen. Ein immer beliebteres Bremssystem sind Scheibenbremsen. Sie sind leicht an den runden Scheiben am Vorder- und Hinterrad zu erkennen. Für deine eigene Sicherheit und die anderer musst du die Bremsscheibe wechseln, wenn sie abgenutzt ist.
Der Austausch kann auch von Laien mit ein wenig handwerklichem Geschick gut selber durchgeführt werden. Ein Besuch in der Fahrradwerkstatt ist nicht unbedingt nötig. Wichtig ist, dass Sie bei den Arbeitsschritten aus Sicherheitsgründen wirklich sehr genau und sorgfältig vorgehen. Sie dürfen kein unnötiges Risiko eingehen und so ggf. Vor allem im Bereich der Mountainbike-Fahrer muss man sich auf das Thema Bremsen verlassen können! Die Scheibenbremsen müssen enorm zuverlässig, leistungsfähig, präzise und somit sicher sein! Wer mit seinem MTB im offroad-Bereich unterwegs ist, verlangt den MTB-Bremsscheiben von Shimano einiges mehr ab, als im City- oder Trekkingbereich. Daher ist es umso wichtiger, gerade auch beim Pflege- und Wartungsintervall der Bremsenkontrolle einen hohen Stellenwert einzuräumen. Regelmäßige Säuberungen gehören natürlich sowieso dazu, wie bei jedem anderen Fahrrad auch.
Aufgrund des Fahrverhaltens ist die Shimano Bremsscheibe an einem MTB ein typisches Verschleißteil, welches regelmäßig und im MTB-Bereich entsprechend häufiger gewechselt werden muss. Die Bremsscheibe gehört zu den Verschleißteilen am Mountainbike und muss je nach Nutzungsgrad öfter gewechselt werden. Der Vorgang ist wenig aufwendig und kann auch problemlos von Laien durchgeführt werden. Allerdings handelt es sich hierbei um ein sicherheitsrelevantes Bauteil, dessen Installation korrekt durchgeführt werden muss.
Wann muss die Bremsscheibe gewechselt werden?
Du musst deine Bremsscheibe wechseln, wenn sie abgenutzt ist. Um herauszufinden, wann deine Bremsscheibe abgenutzt ist, musst du ihre Dicke messen. Miss die Dicke deiner Bremsscheibe mit einem Messschieber. Vergleiche ein Stück der Bremsscheibe, das zum Bremsen benutzt wurde, mit einem Stück der Bremsscheibe, das nicht abgenutzt ist. Bei einigen Bremsscheiben ist auf der Scheibe angegeben, wie dick die Bremsscheibe mindestens sein muss. Das ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.
Deine Bremsscheibe muss nicht nur ausgetauscht werden, wenn die Oberfläche abgenutzt ist. Es kann auch sein, dass deine Bremsscheibe verbogen ist. Das kannst du leicht überprüfen, indem du die Bremsscheibe auf einen Tisch legst und mit dem Finger auf eine Seite der Scheibe drückst.
Die richtige Bremsscheibe auswählen
Wenn du festgestellt hast, dass du deine Bremsscheibe ersetzen musst, ist es wichtig, dass du die richtige neue Bremsscheibe bestellst. Bremsscheiben sind in verschiedenen Größen erhältlich. Bremsscheiben gibt es in verschiedenen Größen, einige sind größer als andere. Die Größe der Bremsscheibe ist oft auf der Bremsscheibe selbst angegeben. Dort steht der Durchmesser der Bremsscheibe. Der Durchmesser einer Bremsscheibe liegt oft zwischen 140 und 220 Millimetern.
Dein Rennrad oder Mountainbike kommt durch das Zusammenspiel von Bremsscheibe und Scheibenbremsbelägen im Bremssattel zum Stehen. Bei Scheibenbremsbelägen liegt der Unterschied im Material, aus dem sie hergestellt sind. Man unterscheidet zwischen harten und weichen Bremsbelägen. Bestimmte Bremsscheiben können nur mit weichen (Harz-/Resin-) Bremsbelägen verwendet werden.
Es gibt aber noch einen sehr wichtigen Unterschied zwischen den verschiedenen Bremsscheiben. Deine Bremsscheibe ist mit einer 6-Loch-Befestigung oder einer Centerlock-Befestigung befestigt. Eine Bremsscheibe mit 6-Loch-Befestigung wird mit sechs Schrauben befestigt. Eine Centerlock-Bremsscheibe wird mit einem Verschlussring (Lockring) in der Mitte befestigt.
Welche Bremsscheiben gibt es? Centerlock vs. 6 Loch
Grundlegend gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden - wie es der Name vermuten lässt - die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.
Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig.
Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage. Da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss, geht es deutlich schneller und entspannter. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat. Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden. Allerdings ist dieser Punkt schwer zu verallgemeinern.
Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben. Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.
Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen (s. dazu Abschnitt „Worauf muss ich bei der Montage achten) die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.
| 6-Loch | Centerlock | |
|---|---|---|
| Vorteile |
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| Nachteile |
|
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Bremsscheibendurchmesser
Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt. Warum das so ist, weiß vermutlich niemand so genau, aber umso wichtiger ist es daher, genau hinzusehen.
Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen:
- 140mm Scheiben passen zu Rennrädern, die mittlerweile immer mehr auf Disc-Stopper setzen, und zu Cyclocrossern. Wichtig ist allerdings, dass das Fahrergewicht hier eher gering sein sollte (<80 kg). Ansonsten greift man besser zu 160mm Scheiben.
- Diese kommen auch gerne bei Cross-Country Fahrern zum Einsatz, da sie einen guten Kompromiss aus Bremskraft und Gewicht darstellen.
- Wer gerne Trail-Touren fährt, der braucht jedoch mehr Standfestigkeit. 180mm Scheiben vorne und hinten haben sich dafür bewährt. Kräftigere Kerle können auch auf eine 200mm Scheibe an der Front setzen.
- Spätestens beim Enduro-Fahren ist das sowieso Pflicht und wer im Bikepark den ganzen Tag seine Laps zieht, der darf auch noch hinten eine 200mm Version verbauen.
- Auch E-Bikes werden häufig mit 200mm Scheiben ausgestattet, da hier durch das erhöhte Systemgewicht deutlich mehr Belastung auf die Bremse wartet.
Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten. Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft.
Kurz zusammengefasst:
- 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
- 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
- 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
- 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
- 200mm vorne und hinten für Downhiller
Lieber zu große Scheiben als zu kleine!
Anleitung: Bremsscheibe wechseln
Um eine MTB Bremsscheibe wechseln beziehungsweise (de)montieren können, ist in jedem Fall ein Drehmomentschlüssel notwendig. Dann entscheidet vor allem die Art Aufnahme über das weitere Equipment. Die folgenden Schritte zeigen die nötigen Arbeitsgänge, um eine MTB Bremsscheibe ordnungsgemäß zu wechseln.
6-Loch Bremsscheibe wechseln
Bei den 6-Lochbremsscheiben müssen insgesamt sechs Schrauben installiert werden, um den Rotor zu fixieren.
- Um die MTB Bremsscheibe wechseln zu können, sollten zunächst die entsprechenden Bestandteile wie Rotor, Schrauben und Sicherungen bereitliegen und, falls ein Austausch und kein Neuaufbau stattfindet, die alte Scheibe komplett entfernt werden.
- Die neue Scheibe kann nun auf die Nabe aufgelegt werden. Hierbei ist die Laufrichtung zu beachten.
- Nun folgen die einzelnen Schrauben, die in das Gewinde gedreht werden müssen - allerdings nur soweit, dass sich die Scheibe ohne große Kraft noch bewegt. Anschliessend werden die einzelnen Schrauben nacheinander und über Kreuz leicht angezogen.
- Bei diesem letzten Schritt erfolgt das Anziehen mit dem passenden Drehmoment. Shimano gibt hier zwei bis vier Newtonmeter an. Der letztgenannte Wert gilt auch für Magura-Scheiben. Je nach Hersteller und Produkt kann der Wert auch höher liegen.
Wenn Sie nun die neue Bremsscheibe von Shimano auf die Nabe legen, achten Sie unbedingt auf die korrekte Laufrichtung. Shimano legt bei dem Bremsscheiben-Set spezielle Schraubensicherungen dazu. Nun die Schrauben soweit eindrehen, dass sich die Bremsscheibe noch ohne weitere Anstrengung bewegen lässt. Die Schrauben werden danach über Kreuz (!) leicht festgezogen. Wenn Sie nun die Schrauben abschließend Anziehen, halten Sie dabei unbedingt die Herstellervorgaben zum optimalen Drehmoment ein!
Centerlock Bremsscheibe wechseln
- Die Centerlock-Bremsscheibe muss auf den Nabenkörper aufgesteckt werden.
- Anschließend erfolgt die finale Fixierung mit dem Centerlock-Werkzeug, der 24er-Nuss und einem Drehmomentschlüssel.
Das war’s! Die MTB Bremsscheibe wurde gewechselt. Die Laufräder können nun wieder am Bike verbaut werden.
Die Centerlock Bremsscheibe von Shimano wird erst einmal auf den Nabenkörper positioniert. Dabei unbedingt die richtige Laufrichtung beachten. Der Hersteller Shimano kennzeichnet diese für gewöhnlich mit einem Pfeil.
Wenn Sie nun die neue Bremsscheibe von Shimano auf die Nabe legen, achten Sie unbedingt auf die korrekte Laufrichtung. Shimano legt bei dem Bremsscheiben-Set spezielle Schraubensicherungen dazu. Nun die Schrauben soweit eindrehen, dass sich die Bremsscheibe noch ohne weitere Anstrengung bewegen lässt. Die Schrauben werden danach über Kreuz (!) leicht festgezogen. Wenn Sie nun die Schrauben abschließend Anziehen, halten Sie dabei unbedingt die Herstellervorgaben zum optimalen Drehmoment ein!
- Dreh den Lockring mit einem Kassettenabzieher los.
- Dreh den Lockring ab.
- Benutze Handschuhe zum Anfassen der neuen Bremsscheibe. Es ist wichtig, die Oberfläche der neuen Bremsscheibe frei von Schmutz und Fett von den Händen zu halten.
- Lege die neue Scheibe in der richtigen Richtung auf das Laufrad. Bremsscheiben sind für eine bestimmte Drehrichtung ausgelegt. Diese ist oft auf der Bremsscheibe selbst angegeben.
- Bring die neue Bremsscheibe auf dem Laufrad an.
- Dreh den Lockring wieder fest.
- Ziehe den neuen Lockring wieder vollständig fest.
- Reinige die neue Bremsscheibe gut. Zum Schluss nimmst du ein sauberes Tuch mit etwas Bremsenreiniger und reinigst die Bremsscheibe, bis sie absolut schmutzfrei ist.
Wichtige Hinweise zur Montage
Egal ob 6-Loch- oder Centerlock-Bremsscheibe - es ist extrem wichtig, immer auf die Montagerichtung der Scheibe zu schauen. Die meisten Bremsscheiben haben nämlich eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann. Das hat folgenden Grund: Bei richtig herum montierter Bremsscheibe werden die Speichen der Scheibe (bzw. der Spider) auf Druck belastet, also zusammengedrückt. Der Reibring hingegen ist auf Zug belastet, man spricht auch von Zugspannung. Montiert man die Scheibe umgekehrt, tritt genau der umgekehrte Fall ein: Speichen auf Zug, Reibring auf Druck. Das hat ab dann fatale Folgen, wenn die Bremsscheibe heiß wird. Nun sinkt nämlich die Widerstandsfähigkeit des Stahls, weshalb der Reibring unter dem Druck zusammenfallen kann. Unter Zug passiert das nicht.
Es ist also absolut sicherheitsrelevant, die Bremsscheibe in Laufrichtung zu montieren. Bei 6-Loch-Schrauben sollte man außerdem darauf achten, die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festzuziehen. Dadurch beugt man einer Verspannung der Scheibe vor, was sich ansonsten ebenfalls negativ auf deren Stabilität auswirken könnte. Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt. Zudem sollte man an der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, da man sonst erst die Bremsscheibe und anschließend die Bremsbeläge unbrauchbar verschmutzen kann. Vor allem Öle und Fette sind hier natürlich problematisch.
Zusätzliche Tipps
- Es empfiehlt sich, beim Austausch der Bremsscheibe auch die Bremsbeläge zu erneuern. Diese nutzen sich natürlich auch ab und müssen deshalb ebenfalls ersetzt werden.
- Zum Abschluss ist es wichtig eine Probefahrt durchzuführen.
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