Neben dem ganzen Trubel um die neue Shimano XT- und SLX-12-fach Schaltung kann man leicht übersehen, dass die Japaner auch die neuen XT M8100- und SLX M7100-Bremsen gründlich überarbeitet haben. Im Rahmen der Präsentation der neuen XT und SLX 12-fach-Schaltung hat Shimano auch direkt neue SLX- und XT-Bremsen vorgestellt.
Technische Details und Varianten
Für jede Gruppe gibt es sowohl eine Cross Country-spezifische Zweikolbenbremse als auch eine vierkolbige Enduro-Bremse. Die jeweilige Zweikolben-Variante beruht auf dem bereits bekannten Design, wodurch die Bremse mit den bisherigen Bremsbelägen (G02A/3A/J02A/3A ) kompatibel ist. Die jeweilige neue Vierkolben-Variante setzt auf die gleiche Konstruktion wie das bereits bekannte XTR-Modell und ist mit den gleichen Belägen kompatibel (N03A, N03C, D03S, D02S).
Bremshebel und Ergonomie
Sowohl bei der XT- als auch bei der SLX-Ausstattung kommen die gleichen Bremsgriffe zum Einsatz. Diese verfügen über die Shimano SERVO WAVE-Technologie und besitzen eine Abstützung am Lenker für ein direkteres Bremsgefühl. Außerdem lässt sich bei beiden Bremsen die Hebelweite ohne Werkzeug verstellen. Der Shimano XT-M8100-Hebel verfügt zusätzlich über eine Free-Stroke-Einstellung und Einkerbungen am Ende des Griffs. Darüber hinaus sind die Oberflächen je nach Model unterschiedlich veredelt.
Leistung und Gewicht
In Sachen Bremspower und Standfestigkeit gibt es laut Shimano keine Unterschiede zwischen den beiden Bremsen. Bei den Bremsscheiben gibt es dagegen größere Unterschiede. Beim Gewicht liegt eine Shimano XT-Vierkolbenbremse mit Scheibe und Bremsbelägen bei rund 410 g, eine vergleichbare SLX-Bremse ist mit 444 g rund 34 g schwerer.
Erster Testeindruck
Wir hatten die Möglichkeit, die neue Shimano XT-Zweikolbenbremse sowie die neue SLX mit vier Kolben je einen Tag lang auf den Trails rund um Girona zu testen. Auch wenn die Abfahrten zu kurz waren, um die Dauerhaltbarkeit und Standfestigkeit auf eine ernste Probe zu stellen, konnte unser 90 kg schwerer Tester Christoph dennoch einige interessante Eindrücke gewinnen. Die Dosierbarkeit der neuen Shimano SLX-Vierkolbenbremse ist top!
Druckpunkt und Dosierbarkeit
Als Erstes fällt auf, dass sich die Bremshebel von XT und SLX bis auf die Free-Stroke-Einstellung und die Ausfräsungen am Hebel nicht unterscheiden. Beide Hebel ähneln auch sehr stark dem XTR-Trail Modell. Die Einstellung an die eigenen Vorlieben gelingt schnell, allerdings wandert die Klemmschelle aufgrund der Abstützung weit in Richtung Lenkermitte. Der Hebel selbst ist im Vergleich zum Vorgänger etwas breiter geworden. Die Free-Stroke-Schraube am XT-Modell ist wie schon beim Vorgänger eher kosmetischer Natur, nach kurzen Experimentieren haben wir sie wieder ganz nach innen gedreht.
Der von Shimano bekannte, knackige und sehr definierte Druckpunkt ist auch bei der neuesten Generation der Bremsen geblieben. Einen wandernden Druckpunkt, wie man ihn von einigen älteren XT-Modellen kannte, war bei unserem Test nicht zu spüren. Auch mit lediglich 180 mm großen Bremsscheiben ist die Verzögerung der SLX-Vierkolbenbremse sehr gut und konstant. Hart anbremsen? Kein Problem!
Verfügbarkeit und Preise
Laut Shimano startet die Auslieferung ab dem 14. Juni dieses Jahres. Preise in Euro sind aktuell noch nicht bekannt. Da Shimano keine UVPs kommuniziert, werden diese aktuell von den einzelnen Vertrieben noch kalkuliert.
Fazit zum ersten Test
Bei unserem Test hat uns vor allem die Vierkolbenbremse sehr positiv überrascht. Sie lässt sich super dosieren, besitzt massig Power und scheint der großen Schwester XTR außer bei Gewicht und Optik in nichts nachzustehen.
Shimano-Bremsscheiben im Vergleich (2025)
Ein Überblick über die besten Shimano-Bremsscheiben und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.
Shimano SMRT70L
Die Shimano Uni-Bremsscheibe fällt in unserem Vergleich durch ihre außergewöhnliche Leichtigkeit auf und bietet dennoch eine starke Bremsleistung. Ihre Konstruktion ermöglicht zudem eine effiziente Wärmeabstrahlung, was die Haltbarkeit der Bremsen verbessert. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich sowohl für Kunstharz- als auch für Metallbeläge und ist somit eine ideale Wahl für verschiedene Fahrradanwendungen.
- Vorteile: besonders leicht, starke Bremsleistung, bessere Wärmeabstrahlung, für Kunstharz- und Metallbeläge
- Nachteile: laufen bei sehr hoher Belastung an
Shimano IRTMT800SI RT-MT800
Die Shimano IRTMT800SI Bremsscheibe hat uns positiv überrascht. Die Bremsscheibe mit Center-Lock-Aufnahme besteht aus einer Kombination von Edelstahl und Aluminium. Diese Materialwahl sorgt für eine effiziente Bremsleistung. Die Kompatibilität mit Metall- und Resin-Belägen bietet eine flexible Nutzung. Insgesamt ein Produkt, das unsere Erwartungen übertroffen hat.
- Vorteile: aus rostfreiem Edelstahl, Verschlussring mit Innenverzahnung, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht
- Nachteile: keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RT-EM600
Die Shimano RT-EM600 Bremsscheibe in Silber mit einem Durchmesser von 180 mm ist eine hochwertige Bremsscheibe inklusive Magnet. Diese Bremsscheibe wurde speziell für eine zuverlässige Bremsleistung entwickelt. Der Magnet ist ein praktisches Feature, das zur Geschwindigkeitsmessung oder für andere Anwendungen genutzt werden kann.
- Vorteile: besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl, mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor
- Nachteile: hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RTMT900L
Das Shimano Bremsscheibe RT-MT900 hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Bremsscheibe mit 203mm Durchmesser bietet hervorragende Leistung und zeigt sich als zuverlässiges Zubehörteil für unser Fahrrad. Die Ice Technologies Freeza-Technologie gewährleistet eine effektive Kühlung, was die Bremsleistung und -kontrolle verbessert. Insgesamt ein beeindruckendes Produkt von Shimano.
- Vorteile: aus rostfreiem Edelstahl, einfache Montage
- Nachteile: hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SM-RT86M2
Die Bremsscheibe SM-RT86M2 Ice-Tech mit 180 mm Durchmesser verfügt über eine 6-Loch Aufnahme und bietet durch die XT-Technologie effiziente Kühlung und langanhaltende Leistung. Ideal für den anspruchsvollen Einsatz, garantiert sie optimierte Bremsleistung und hohe Langlebigkeit. Sicherheit und Zuverlässigkeit auf höchstem Niveau.
- Vorteile: aus rostfreiem Edelstahl, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht
- Nachteile: kein Centerlock, keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SMRT64M
Ein Modell aus Edelstahl ist in unserem Produktvergleich die Shimano SMRT64M Bremsscheibe. Sie lässt sich relativ leicht montieren. Außerdem sind wir auch mit ihrer Bremswirkung zufrieden.
- Vorteile: aus rostfreiem Edelstahl, einfache Handhabung und Bedienung
- Nachteile: keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SM-RT10M
Wir sind von den vielfältigen Eigenschaften der Shimano SM-RT10 Bremsscheibe beeindruckt. Ihre robuste Bauweise und das hochwertige Material bezeugen nicht nur Langlebigkeit, sondern auch eine erstklassige Performance. Das deutsche Ursprungsland unterstreicht zudem ihre Qualität und Zuverlässigkeit für Fahrradliebhaber. Mit ihrem beeindruckenden Design und ihrer Funktionalität setzt sie Maßstäbe in der Welt der Fahrradkomponenten und ist somit ein Must-have für anspruchsvolle Radfahrer.
- Vorteile: besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl
- Nachteile: hohes Eigengewicht, nicht mit Metallbelägen kompatibel
Shimano SM-RT56S
Die Shimano Bremsscheibe SMRT 56 S ist eine hochwertige Bremsscheibe mit 160 mm Durchmesser und 6-Loch-Montage, die speziell für die Standard-Bremsanlage BRM 485 entwickelt wurde. Diese Bremssch...
Die Shimano Deore XT Bremse im Detail
Die Deore XT-Bremsen wirken anfangs etwas unaufgeräumt. Im Vergleich zu anderen erhältlichen Bremsen kommen hier viele Schrauben zum Vorschein. Der polierte Ausgleichsbehälter der Bremse kann jedoch überzeugen - er verleiht ihr einen edlen Look. Der Bremssattel wird via Post Mount befestigt und kommt in einem schlichten Schwarz. Wenn nötig kann dieser mit Kühlrippen versehen werden. Damit möchte man die Bremse vor zu hoher Hitze und dem daraus resultierenden Fading schützen.
Die Zwei-Kolben-Bremse kann hinsichtlich ihres Druckpunktes sowie in der Hebelweite eingestellt werden und lässt somit die wichtigsten Einstellmöglichkeiten zu. Durch das One-Way-Belüftungssystem soll sich die Deore XT-Bremse zudem leicht entlüften beziehungsweise befüllen lassen. Wie für Shimano üblich kommt auch hier Mineralöl zum Einsatz.
Die verbauten Ice-Tech-Scheiben, eine zweiteilige Konstruktion der Scheibe, stellte Shimano erstmals 2010 vor. Die Bremsfläche wird dabei in einem Sandwichverbund gefertigt - Edelstahl außen und ein Kern aus Aluminium sollen eine bessere Hitzebeständigkeit ermöglichen. Die Scheibe wird über das Center-Lock-System befestigt und wiegt knapp 150 Gramm.
Auf dem Trail macht die Shimano Deore XT einen soliden Eindruck. Der Geberkolben wird bei Shimano über eine Rolle abgelenkt, wodurch eine gute Dosierbarkeit entstehen soll. Das Losbrechmoment unseres Testmodells ist jedoch ungewöhnlich groß. Ist dieser Anfangspunkt überwunden lässt sich der Hebel aber wie gewohnt leichtgängig bedienen. Die Bremse lässt sich gut dosieren und packt im Notfall kräftig zu. Der Hebel ist angenehm ergonomisch geformt und hinterlässt keine nervigen Blasen an den Fingern. Die Ice-Tech-Bremsscheibe in Kombination mit den semimetallischen Bremsbelägen machten keine störenden Quietsch-Geräusche. Auch nach längeren Abfahrten bei hohen Temperaturen kann man nur geringfügiges Fading feststellen.
Die Shimano Deore XT-Bremse ist eine Art Alleskönner. Bei Fachhändlern kann man sie bereits für knapp 80 Euro erstehen, womit sie sich preislich im unteren Mittelbereich ansiedelt. Bereits optisch glänzt die Bremse mit einem schönen Design. Auf dem Trail überzeugt zudem die Bremskraft. Zwar ist das Losbrechmoment des Hebels etwas gewöhnungsbedürftig, doch zupacken kann die Deore XT.
Modifikationen und Neuerungen
Für das neue Modelljahr wurde sie modifiziert und sie hat neben einer neuen Farbe eine neue Gebereinheit bekommen. Diese wirkt deutlich schlanker, hat eine schmalere Lenkerklemme und Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren. Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten. Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern.
Die hervorragende Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit der ihres Vorgängers identisch. Die Hebelweite lässt sich einfach werkzeuglos einstellen. Bei der Druckpunkteinstellung hingegen konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich und die Leistung lässt sich gut dosieren.
Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich. Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 aufwärts trat starkes Fading auf und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild, die Leistung war konstant hoch und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf.
Bei den Metall-Beläge war es ähnlich. Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.
Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.
Bremsen im Vergleich: Ein umfassender Testüberblick
Bremsen sind ein entscheidender Faktor für Kontrolle und Sicherheit auf dem Fahrrad. Eine oft gehörte Frage beim Radkauf: „Hat das Rad eine XT-Schaltung?“ Gemeint ist das XT-Schaltwerk, auf das die Kundschaft stark achtet. Die Bremsanlage? Egal. Dabei sorgt diese doch für eine kontrollierte Entschleunigung und damit Sicherheit.
Zum Test sind Bremsen geladen, die an Fitness-, Cross-, Trekking-, Reiserad und Mountainbike eine gute Figur machen. Die BigPlayer im Erstausrüstergeschäft (Neuräder) sind Magura, Shimano, Sram und Tektro. Als Edelschmieden gelten Hope und Trickstuff.
Bevor die Bremsen an Gabel und Rahmen angebaut werden, sollten die Aufnahmen und Adapter mit einem Spezialwerkzeug plangefräst werden. Der Grund: Meist befindet sich Lack auf Rahmen und Gabel, wodurch die Bremse nie perfekt zur Bremsscheibe ausgerichtet ist. Beim Arbeiten an Bremsanlagen sollte zudem mit der nötigen Sorgfalt und mit passendem Spezialwerkzeug gearbeitet werden.
Erstmal müssen Montage und Wartung einfach von der Hand gehen. Auf Tour ist dann wichtig, dass der Bremshebel angenehm in der Hand liegt, die Bremse für gute Kontrolle fein dosierbar ist, eine ausreichende Bremskraft anliegt und die Bremse auch unter hoher Belastung nicht ausfällt.
Bei der Montage setzen alle Hersteller beim Bremssattel auf den Postmount-Standard. Dieser ist einfach und schnell montiert, zudem kann der Bremssattel über ein integriertes Langloch genau zur Bremsscheibe ausgerichtet werden. Zur Anpassung an individuelle Vorlieben lässt sich an jeder Bremse die Hebelweite zum Lenker justieren. Ohne Werkzeug ist das bei BFO, Hayes, Hope, Shimano XT, Sram und TRP möglich.
Und bei der Leitungsverlegung schwören Ästhetiker auf drehbare Leitungsanschlüsse am Bremssattel, weil diese die Bremsleitung optimal ausrichten.
Bremsmedium: DOT vs. Mineralöl
Damit eine Bremse auf Dauer ihre Arbeit einwandfrei verrichtet, gehören Wartung und Service dazu. Hier spielt das Bremsmedium eine wichtige Rolle, denn im Radbereich gibt es aktuell vier verschiedene Typen, die untereinander nicht kompatibel sind!
Vorteil von DOT: weltweite Verfügbarkeit in hoher Qualität, günstiger Preis, ein hoher Siedepunkt und das Binden von Wasser. Nachteile: Es unterliegt Alterungserscheinungen, sollte daher jährlich getauscht werden.
Vorteilhafter und immer weiter verbreitet sind indes Mineralöle, wie sie Magura, Shimano, Tektro und TRP einsetzen. Sie sind etwas dickflüssiger als DOT, greifen Oberflächen nicht so aggressiv an und brauchen keinen regelmäßigen Wechsel. Allerdings gibt es keinen Standard für Mineralöle, daher sollte nur die jeweilig vorgeschriebene Variante bei einer Bremse eingesetzt werden.
Hydrauliköl wird bei Trickstuff eingesetzt. Das sogenannte Bionol wird in Deutschland aus nachwachsenden und biologisch abbaubaren Pflanzenölen hergestellt, ist giftklassefrei, toxikologisch unbedenklich und sogar für die Lebensmittelproduktion zugelassen! Einziger Nachteil: der sehr hohe Preis.
Wasser ist der absolute Exot und findet sich bei BFO. Positiv ist die hohe Druckstabilität, Dünnflüssigkeit und das hohe Wärmeaufnahmevermögen. Zudem ist es billig, überall zu bekommen und an sich umweltfreundlich.
Wartung und Service
Beim Spülen und Entlüften des Bremssystems achten wir auf eine gute Zugänglichkeit und Bedienung der Serviceports sowie den Entlüftungsvorgang an sich. Shimano XT und Sram sind hier perfekt.
Beim Verschleißcheck gilt: Nicht nur die Beläge sollten regelmäßig überprüft werden. Die Bremskraft ergibt sich aus dem Übersetzungsverhältnis des Bremshebels zum -sattel, der Scheibengröße sowie dem Zusammenspiel von Belag und Bremsscheibe. Den Belägen kommt eine elementare Aufgabe zu: Sie sind Hauptreibpartner und damit zum Großteil für die Performance einer Bremse verantwortlich. Auf dem Markt gibt es organische, semi- oder Sintermetallbeläge.
Die meisten Hersteller haben verschiedene Belagstypen im Portfolio. Aber Vorsicht: Nur bei Trickstuff verliert man bei Fremdbelagsnutzung die Garantie der Bremse nicht! Weiterhin wurde die TRP Bremse exemplarisch mit drei unterschiedlichen Belägen gefahren. Das Ergebnis: Die Bremse zeigt deutliche Unterschiede.
Einbremsen der Bremsbeläge
Damit die Bremsanlage von Anfang an ihre Leistung abruft, müssen Beläge und Scheibe aufeinander eingebremst werden.
- Auf circa 20 km/h beschleunigen, im Sattel sitzen bleiben und langsam, gleichmäßig bis auf Schrittgeschwindig keit abbremsen.
- Wichtig: Bremsungen bis zum Stillstand vermeiden!
- Nun auf 30 km/h beschleunigen und erneut bis auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.
- Vor der ersten Ausfahrt das Bremssystem abkühlen lassen.
Praxistest und Prüfstandtest
Um den Bremsen auf den Zahn zu fühlen, beinhaltet der Praxistest Abfahrten auf Teer, Schotter und Waldwegen. Die Trekkingräder wurden zusätzlich mit Packtaschen bestückt, um ein Systemgewicht von 130 kg zu erreichen. Alle anderen geben keine Gewichtsbeschränkung vor.
Während des Tests wurden Hebelergonomie, Druckpunkt, Dosierbarkeit und Bremskraft überprüft. Jede Scheibenbremse wurde von mehreren Testern bewertet. Bei der Hebelergonomie wurde auf die Form und Verstellbarkeit des Bremshebels geachtet.
Beim Prüfstandtest wurden alle Scheibenbremsen auf ein Rad montiert, welches auf einem Rollenprüfstand fixiert war. Das Prüfprogramm bremste alle Bremsen ordnungsgemäß ein, bis die maximale Bremskraft anlag. Der Test basiert auf der DIN-Norm für Bremssysteme und wurde vom Prüfinstitut Velotech in Schweinfurt durchgeführt.
Bei der Bremskraft bieten Hayes und Trickstuff mit Abstand die höchste Leistung. Hier reicht ein Finger auch für starke Verzögerungen. Im Vergleich von trockenen zu nassen Bedingungen bremsen Hayes und Magura MT Sport am konstantesten. Hier ändert sich das Bremsverhalten quasi nicht. Top sind Sram, Tektro und Trickstuff, weil die Handkräfte fast annähernd gleich bleiben.
Der letzte Punkt geht an die Garantie. Alle Hersteller geben zwei Jahre, mehr nicht. Weiter geht nur Magura: Die Schwaben geben fünf Jahre auf Dichtigkeit ihres Bremssystems.
Gesamtfazit
Weder große Probleme noch ein Ausfall sind erfreulich! Am Ende stechen fünf Scheibenbremsen hervor: TRP ist durch die Bank gutmütig und problemlos, verdient sich den Preis-Leistungstipp. Durchweg gute Noten und ein Liebling der Tester ist die Sram G2. Sie heimst eine Empfehlung ein.
Shimano XT im Detail
Die Shimano XT Bremse ist ein echter Klassiker im umfangreichen Angebot des japanischen Herstellers. Shimano präsentiert sich seit vielen Jahren mit einem breiten, etwas unübersichtlichen Portfolio. Neben Bremsen spielen hier vor allem Schaltgruppen und auch Antriebe eine große Rolle. Im von uns getesteten Shimano-Line-up nimmt die XT-Reihe die mittlere Position der Performance-Bremse ein.
Mit 588 Gramm ohne Scheiben entspricht die Vierkolbenbremse Shimano XT um 1 g fast exakt dem Durchschnittsgewicht. Häufig an Serien-Bikes verbaut, präsentiert sich die XT als Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik. Die optische Gestaltung entspricht dem klassischen Shimano-Design, mit breiter, abgestützter Geber-Einheit. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC. So kann ein Cockpit-Chaos verhindert werden, indem Dropper- und Schaltungshebel an der Bremsschelle befestigt werden. Die Klemmung kann leicht gelöst werden und dank einteiliger Ausführung geht nichts verloren - wir sind Fans!
Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich, wobei Letztere eher eine Placebo-Wirkung hat. Die Shimano XT-Bremse funktioniert wie die Marken-Geschwister mit Mineralöl und ist dadurch relativ unproblematisch bei Haut- oder Lackkontakt. Solange das Öl nicht auf die Bremsbeläge gelangt, seid ihr safe.
Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld. Das von Shimano entwickelte „One-Way-Bleeding“ soll verhindern, dass sich Luftblasen im System festsetzen. So genügt es in der Regel, den Trichter mit Mineralöl auf die Gebereinheit zu schrauben und einige Male den Bremshebel zu betätigen.
Performance auf dem Trail
Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Der Leerweg ist leichtgängig und ähnelt - wie das ganze Bremsgefühl - stark der Leichtbau-Bremse Shimano XTR.
Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld, vor der Shimano SLX und hinter Hayes Dominion T4, dicht gefolgt von der Shimano XTR. Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden.
Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze: In unseren Laborversuchen zeigt das Thermometer 25° C weniger als als bei der SLX im direkten Vergleich. Das führt zu Fading auf langen Abfahrten.
Fazit zur Shimano XT
In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab. Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €. Das Handling ist einfach, sowohl beim Einstellen als auch beim Entlüften.
Tabelle: Shimano Bremsscheiben Vergleich
| Modell | Befestigung | Bremswirkung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Shimano SMRT70L | Centerlock | Besonders gut | besonders leicht, starke Bremsleistung, bessere Wärmeabstrahlung, für Kunstharz- und Metallbeläge | laufen bei sehr hoher Belastung an |
| Shimano IRTMT800SI RT-MT800 | Centerlock | Sehr gut | aus rostfreiem Edelstahl, Verschlussring: Innenverzahnung, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht | keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano RT-EM600 | Centerlock | Sehr gut | besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl, mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor | hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano RTMT900L | Centerlock | Sehr gut | aus rostfreiem Edelstahl, einfache Montage | hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano SM-RT86M2 | 6-Loch | Sehr gut | aus rostfreiem Edelstahl, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht | kein Centerlock, keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano SMRT64M | Centerlock | Sehr gut | aus rostfreiem Edelstahl, einfache Handhabung und Bedienung | keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano SM-RT10M | Centerlock | Sehr gut | besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl | hohes Eigengewicht, nicht mit Metallbelägen kompatibel |
| Shimano SM-RT56S | 6-Loch | Sehr gut | aus rostfreiem Edelstahl, einfache Handhabung und Bedienung | keine besonders gute Bremswirkung |
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