Bremsen sind ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil deines Rennrads oder Mountainbikes. Schließlich willst du ohne großen Kraftaufwand sicher zum Stehen kommen.
Warum die Bremsscheibe wechseln?
Du musst deine Bremsscheibe wechseln, wenn sie abgenutzt ist. Für deine eigene Sicherheit und die anderer musst du die Bremsscheibe wechseln, wenn sie abgenutzt ist. Es ist wichtig, dass diese Scheiben richtig gewartet werden.
Wann ist eine Bremsscheibe abgenutzt?
Um herauszufinden, wann deine Bremsscheibe abgenutzt ist, musst du ihre Dicke messen. Miss die Dicke deiner Bremsscheibe mit einem Messschieber. Vergleiche ein Stück der Bremsscheibe, das zum Bremsen benutzt wurde, mit einem Stück der Bremsscheibe, das nicht abgenutzt ist. Bei einigen Bremsscheiben ist auf der Scheibe angegeben, wie dick die Bremsscheibe mindestens sein muss. Das ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.
Deine Bremsscheibe muss nicht nur ausgetauscht werden, wenn die Oberfläche abgenutzt ist. Es kann auch sein, dass deine Bremsscheibe verbogen ist. Das kannst du leicht überprüfen, indem du die Bremsscheibe auf einen Tisch legst und mit dem Finger auf eine Seite der Scheibe drückst.
Die richtige Bremsscheibe auswählen
Wenn du festgestellt hast, dass du deine Bremsscheibe ersetzen musst, ist es wichtig, dass du die richtige neue Bremsscheibe bestellst. Bremsscheiben sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die Größe der Bremsscheibe ist oft auf der Bremsscheibe selbst angegeben. Dort steht der Durchmesser der Bremsscheibe. Der Durchmesser einer Bremsscheibe liegt oft zwischen 140 und 220 Millimetern. Bremsscheiben gibt es in verschiedenen Größen, einige sind größer als andere.
Dein Rennrad oder Mountainbike kommt durch das Zusammenspiel von Bremsscheibe und Scheibenbremsbelägen im Bremssattel zum Stehen. Bei Scheibenbremsbelägen liegt der Unterschied im Material, aus dem sie hergestellt sind. Man unterscheidet zwischen harten und weichen Bremsbelägen. Bestimmte Bremsscheiben können nur mit weichen (Harz-/Resin-) Bremsbelägen verwendet werden.
6-Loch- vs. Centerlock-Befestigung
Es gibt aber noch einen sehr wichtigen Unterschied zwischen den verschiedenen Bremsscheiben. Deine Bremsscheibe ist mit einer 6-Loch-Befestigung oder einer Centerlock-Befestigung befestigt. Eine Bremsscheibe mit 6-Loch-Befestigung wird mit sechs Schrauben befestigt. Eine Centerlock-Bremsscheibe wird mit einem Verschlussring (Lockring) in der Mitte befestigt.
Vor- und Nachteile der Befestigungssysteme
Grundlegend gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden - wie es der Name vermuten lässt - die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.
Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig. Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage. Da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss, geht es deutlich schneller und entspannter. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat. Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden. Allerdings ist dieser Punkt schwer zu verallgemeinern.
Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben. Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.
Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen (s. dazu Abschnitt „Worauf muss ich bei der Montage achten) die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.
| 6-Loch | Centerlock | |
|---|---|---|
| Vorteile |
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| Nachteile |
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Bremsscheibendurchmesser
Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt. Warum das so ist, weiß vermutlich niemand so genau, aber umso wichtiger ist es daher, genau hinzusehen. Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen:
- 140mm Scheiben passen zu Rennrädern, die mittlerweile immer mehr auf Disc-Stopper setzen, und zu Cyclocrossern. Wichtig ist allerdings, dass das Fahrergewicht hier eher gering sein sollte (<80 kg). Ansonsten greift man besser zu 160mm Scheiben.
- Diese kommen auch gerne bei Cross-Country Fahrern zum Einsatz, da sie einen guten Kompromiss aus Bremskraft und Gewicht darstellen.
- Wer gerne Trail-Touren fährt, der braucht jedoch mehr Standfestigkeit. 180mm Scheiben vorne und hinten haben sich dafür bewährt.
- Kräftigere Kerle können auch auf eine 200mm Scheibe an der Front setzen.
- Spätestens beim Enduro-Fahren ist das sowieso Pflicht und wer im Bikepark den ganzen Tag seine Laps zieht, der darf auch noch hinten eine 200mm Version verbauen.
- Auch E-Bikes werden häufig mit 200mm Scheiben ausgestattet, da hier durch das erhöhte Systemgewicht deutlich mehr Belastung auf die Bremse wartet.
Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten. Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft. Kurz zusammengefasst:
- 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
- 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
- 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
- 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
- 200mm vorne und hinten für Downhiller
- Lieber zu große Scheiben als zu kleine!
Bremsscheibe wechseln - Schritt für Schritt
Der Austausch kann auch von Laien mit ein wenig handwerklichem Geschick gut selber durchgeführt werden. Ein Besuch in der Fahrradwerkstatt ist nicht unbedingt nötig. Wichtig ist, dass Sie bei den Arbeitsschritten aus Sicherheitsgründen wirklich sehr genau und sorgfältig vorgehen. Sie dürfen kein unnötiges Risiko eingehen und so ggf. Wenn Sie nun die neue Bremsscheibe von Shimano auf die Nabe legen, achten Sie unbedingt auf die korrekte Laufrichtung.
Werkzeuge und Materialien
- Neue Bremsscheibe
- Torx-Schlüssel T-25 (für 6-Loch)
- Kassettenabzieher (für Centerlock)
- 24 mm Maulschlüssel
- Drehmomentschlüssel
- Schraubensicherungsmittel (falls nicht vorhanden)
- Sauberes Tuch
- Alkohol oder Bremsenreiniger
- Handschuhe
Anleitung für 6-Loch-Bremsscheibe
- Entferne die alten Schrauben mit einem Torx-Schlüssel T-25.
- Reinige die Gewindelöcher.
- Achte beim Auflegen der neuen Scheibe auf die Nabe auf die korrekte Laufrichtung. Diese ist oftmals mit einem Pfeil auf der Scheibe gekennzeichnet.
- Shimano legt bei dem Bremsscheiben-Set spezielle Schraubensicherungen dazu. Nun die Schrauben soweit eindrehen, dass sich die Bremsscheibe noch ohne weitere Anstrengung bewegen lässt.
- Die Schrauben werden danach über Kreuz (!) leicht festgezogen.
- Wenn Sie nun die Schrauben abschließend Anziehen, halten Sie dabei unbedingt die Herstellervorgaben zum optimalen Drehmoment ein!
- Nehmen Sie die neue Bremsscheibe mit einem sauberen Tuch ab.
- Verwenden Sie zum Schluss ein sauberes Tuch mit etwas Alkohol, um die Scheibe zu desinfizieren, damit sich kein Schmutz darauf befindet.
Anleitung für Centerlock-Bremsscheibe
- Dreh den Lockring mit einem Kassettenabzieher los.
- Dreh den Lockring ab.
- Benutze Handschuhe zum Anfassen der neuen Bremsscheibe. Es ist wichtig, die Oberfläche der neuen Bremsscheibe frei von Schmutz und Fett von den Händen zu halten.
- Lege die neue Scheibe in der richtigen Richtung auf das Laufrad. Bremsscheiben sind für eine bestimmte Drehrichtung ausgelegt. Diese ist oft auf der Bremsscheibe selbst angegeben.
- Bring die neue Bremsscheibe auf dem Laufrad an.
- Dreh den Lockring wieder fest.
- Ziehe den neuen Lockring wieder vollständig fest.
- Reinige die neue Bremsscheibe gut. Zum Schluss nimmst du ein sauberes Tuch mit etwas Bremsenreiniger und reinigst die Bremsscheibe, bis sie absolut schmutzfrei ist.
Zusätzliche Tipps
- Es empfiehlt sich, beim Austausch der Bremsscheibe auch die Bremsbeläge zu erneuern.
- Achte auf die richtige Laufrichtung der Bremsscheibe.
- Halten Sie dabei unbedingt die Herstellervorgaben zum optimalen Drehmoment ein!
- Zum Abschluss ist es wichtig eine Probefahrt durchzuführen.
Wichtiger Hinweis
Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
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