Bei der Auswahl von Bremskomponenten für Motorräder stehen viele Fahrer vor der Frage, ob sie auf Originalteile setzen oder auf Zubehörprodukte zurückgreifen sollen. Dabei spielen Aspekte wie Bremsleistung, Verschleiß, Preis und Fahrstil eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Brembo Bremsscheiben und Bremsbelägen und vergleicht sie mit anderen Herstellern, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Bremsbeläge im Vergleich: Brembo vs. EBC
Im direkten Vergleich zwischen Brembo und EBC Bremsbelägen stellt sich oft die Frage nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Während EBC-Beläge oft günstiger sind, bevorzugen viele Fahrer Brembo aufgrund ihrer Leistung und Dosierbarkeit. Es gibt X Meinungen dazu. Ich selber bin Brembo Fan und nutze auch Brembo SA und SC Beläge auf meiner.
Einige Fahrer berichten von einem surrenden Geräusch bei EBC-Belägen, das jedoch nicht als störend empfunden wird. Das surrende Geräusch beim bremsen stört mich nicht wirklich. Es ist auch nicht laut, also bitte nicht falsch verstehen... Wenn es einem das erste mal auffällt und man nicht weiß dass es von den Bremsbelägen kommt, ist man erst mal verwundert.
Das Nassbremsverhalten ist ein weiterer wichtiger Faktor. Hier braucht der SA-Belag einen Moment länger um die Scheibe trocken und warm zu bekommen. Merkwürdig das alle meine Kunden die sowohl die EBC als auch ( jetzt ) Brembo fahren das genau anders herum sehen. Die Brembos haben eine erheblich bessere Bremsleistung gerade bei Nässe da sie weicher sind und dadurch schneller auf Temperatur sind.
Bremsleistung und Fahrstil
Die Motorradhersteller denken sich schon was dabei, dass sie die Motorräder grundsätzlich mit recht stumpfen Bremsen ausstatten. Auch die mickrige 14er Pumpe der ER mit der Matschbremse macht Sinn. Eine Bremskombination mit hoher Anfangsverzögerung und steiler Hysterese überfordert Anfänger und Gelegenheitsfahrer.
Ich finde immer solche Aussagen wie "für dich als Anfänger reicht der Helm, die Hose, der Reifen usw" nicht ganz geschickt, denn gerade der Anfänger sollte das beste Material haben um seine fehlende Erfahrung ausgleichen zu können. Die stumpfere, gutmütigere und vermeintlich schlechtere Bremsleistung führt beim Ungeübten zu kürzerem Bremsweg, weil er oder sie keine "Angst" vor der Bremse bekommt.
Erfahrungen mit verschiedenen Bremsscheiben
Es gibt da ja ein paar Motorradmarken, die auch solche Bremsenprobleme machen. Meine Erfahrungen waren z.B. zum eigentlichen Thema: Bremsscheiben aus „dem Laden“ sind idR nie 100% plan, ist jetzt auch nicht unbedingt nötig, wenn man nicht gerade in der MotoGP unterwegs ist. Das merkt man, wenn man abwärts rollt und die Bremse nur ganz leicht anlegt. Bremst man kräftiger, merkt man es nicht mehr.
Einige Fahrer haben negative Erfahrungen mit TRW Bremsscheiben gemacht. Hinten habe ich ne TRW Scheibe drin, die funktioniert problemlos. Habe mit mehreren Werkstätten gesprochen und TRW war bei den Jungs nicht der Favorit. Oft wurde Braking und halt eben auch Brembo empfohlen.
Die Brembo Oro ist perfekt für vorne. Sie ist auch einen halben Millimeter dicker als die originalen. Bei mir waren die Originalen nach einigen beherzten Bremsungen am rubbeln. Hinten fahre ich Original ohne Probleme.
Rubbeln der Bremsscheiben
Seit einiger Zeit rubbelt es beim Bremsen allerdings wieder sehr heftig. Das Gerubbel ist schon sehr nervig. Vor allem beim langsam ranfahren an z.B. einer Ampel kann man in den ganzen Armen spüren wie der Körper durchgeschüttelt wird. Die Bremsscheiben hab ich mit einer Messuhr geprüft. Abweichung im Bereich bis maz. 0,15 mm. Das sollte sich ja eigentlich auch noch nicht so heftig bemerkbar machen.
Habe mit Druckluft die floater gut durchgepustet und ein paar ordentliche Bremsungen aus hoher Geschwindigkeit haben auch geholfen... Also auf der Rennstrecke von über 200 ordentlich ankern. Vielleicht auch mal die Bremskolben reinigen und neu fetten.
ADAC-Test 2021: Bremsscheiben und -beläge im Vergleich
Der ADAC hat 2021 sechs Bremsscheiben mit Belägen getestet, um zu prüfen, ob Alternativen aus dem Zubehörhandel mit Original-Ersatzteilen mithalten können. Im Test: Sechs Bremsscheiben mit BelägenOriginal-Produkt am teuerstenVergleichbare BremsleistungenGroße Unterschiede beim Verschleiß.
Die Unterschiede der reinen Produktkosten sind groß: Während VW für vier Scheiben mit Belägen 432 Euro verlangt, gibt es das gleiche Set bei Ridex für 100 Euro. Hinzu kommen bei allen Systemen natürlich die Einbaukosten - und die können je nach Werkstatt stark variieren.
Erstaunliche Erkenntnis in der Kategorie Bremsleistung: Die Bremswege aus 100 km/h lagen bei den fünf guten Produkten gerade einmal einen halben Meter auseinander, sogar die etwas schwächere Ridex bremste im Normalfall nur einen Meter schlechter.
Testergebnisse im Überblick
Im Folgenden werden die Ergebnisse des ADAC-Tests für die verschiedenen Bremssysteme zusammengefasst:
- ATE-Ceramic-Bremse: Überzeugt mit Bestwerten beim Reibwert und geringem Verschleiß.
- VW-Original: Hohe Bremsleistung, aber außergewöhnlich hoher Verschleiß.
- Brembo Xtra-Line: Höchste Bremsleistung, aber hoher Verschleiß und Fading.
- Zimmermann: Befriedigendes Bremsverhalten mit moderatem Verschleiß.
- Bosch: Gute Bremsleistung und geringe Verschleißwerte, aber Rissbildung in der Belagmatrix.
- Ridex: Unterdurchschnittliche Reibwerte, aber vorbildlicher Verschleiß und geringe Staubemissionen.
Empfehlungen und Tipps
Bremsen nur von seriösen und zertifizierten Anbietern kaufen. Nur UN-R 90 geprüfte Produkte verwenden (siehe Aufdruck). Vor Auftragserteilung gezielt nach Alternativprodukten fragen. Bremsscheiben und -beläge sollten nur Fachleute wechseln.
Neue Bremsen zurückhaltend einfahren und anfangs mit einer reduzierten Bremswirkung rechnen. Eine korrekte Achseinstellung, funktionstüchtige Stoßdämpfer und Fahrwerksbauteile sind Grundvoraussetzung für sicheres Bremsen.
Brembo Bremsbeläge: Mischungen und Anwendungen
Brembo ist Weltmarktführer bei Bremsanlagen für Motorräder, PKW und Nutzfahrzeuge. Ständige Forschung und Weiterentwicklung garantieren eine bestmögliche Produktauswahl. Erweitert wurde das Angebot um ein vollständiges Programm an Hochleistungs-Bremsbelägen für den High-Performance Bereich.
Üblicherweise unterscheidet man zwischen organischen Belägen und Belägen mit Sinteranteilen. Eine Belagsmischung zeichnet sich durch die Bremswirkung und den Verschleiß aus.
Die Mischung „SP“ ist eigens für die hintere Bremsanlage entwickelt worden. Für Abenteurer, die es fern abseits der Straße treibt, hat Brembo die Mischungen SX, SD und TT anzubieten. SX ist eigens für Off-Road-Rennen sowie Super-Motard.
Es gibt verschiedene Brembo Bremsbelagmischungen für unterschiedliche Einsatzbereiche:
- Organische Mischungen: Geeignet für den praktischen Einsatz und klassische Fahrzeuge.
- Gesinterte Beläge: Für dynamische Fahrer mit höherem Reibwert und Bremsleistung.
- Off-Road-Mischungen (SX, SD, TT): Für den Einsatz im Gelände, wobei SX für Rennen und SD für den herkömmlichen Off-Road-Fahrer konzipiert ist.
- Racing-Mischungen (RC, SC): Nur für die Rennstrecke geeignet, mit hoher Bremswirkung bei hohen Temperaturen.
Alle Mischungen erfordern sorgfältiges Einfahren. Dies gilt besonders für die Racingmischungen. Dieser Vorgang besteht aus mehreren Bremsmanövern mit leichtem Druck sowie Kühlphasen zwischen den einzelnen Bremsmanövern.
Fazit
Die Wahl der richtigen Bremsscheiben und Bremsbeläge hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Fahrstil, Einsatzbereich und Budget. Brembo bietet eine breite Palette an Produkten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Es ist ratsam, verschiedene Optionen zu vergleichen und sich von Fachleuten beraten zu lassen, um die optimale Lösung für das eigene Motorrad zu finden.
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