Die Bremsscheibe von einem Fahrzeug ist ein enorm wichtiger Bestandteil bei einem Bremssystem. Sie werden am häufigsten vom Gesetzgeber für das Auto und das Motorrad vorgeschrieben und das nicht ohne Grund. Damit das bewegte Fahrzeug in jeder Sekunde komfortabel und sicher abbremsen kann, müssen sowohl Bremsscheibe als auch die Bremsbeläge ein sogenanntes Bremsmoment, auch bekannt als Bremskraft, erzeugen.
Zunächst wird die Bremskraft auf die Nabe des Rads übertragen und gelangt von dort aus zur Felge. Während des Bremsvorgangs wird die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in Wärmeenergie umgewandelt. Dies geschieht durch die Reibung zwischen der Bremsscheibe und den Bremsbelägen. Durch den Bremsvorgang wird zudem Wärme erzeugt. 90 Prozent davon dringen in die Bremsscheibe ein und werden dort zwischengespeichert.
Infolgedessen gelangt die Wärme an die Luft der Umgebung, somit wirkt die Bremsscheibe als eine Art Wärmetaucher. Jedoch ist die Bremsscheibe nur für kurze Zeit in der Lage die Wärme aufzunehmen. Aus diesem Grund muss die Wärme schnellstmöglichst wieder an die Umgebungsluft abgegeben werden.
Was wurde getestet?
Es wurden 18 Bremsbeläge und 4 Bremsscheiben an einer BMW S 1000 RR getestet. Sie erhielten Endnoten von 3 bis 1.
Die Bedeutung der Bremsbeläge
Eines der wichtigsten Bestandteile einer Bremsanlage sind die Beläge - auch beim Motorrad. Sie pressen beim Bremsvorgang gegen die Bremsscheibe und verringern durch das Übertragen der Bewegungsenergie bzw. durch die Reibung die Geschwindigkeit. Sind die Beläge abgenutzt, führt das in der Regel zur Verminderung der Bremsleistung und stellt ein Risiko dar.
Sind Bremsbeläge abgenutzt, können sie nicht mehr die notwendige Energieübertragung auf die Bremsscheibe leisten. Die Bremsleistung wird verringert und somit verlängert sich der Bremsweg. Das kann im Ernstfall entscheidend sein, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. Ein Tausch der Bremsbeläge sollte immer erfolgen, wenn diese abgenutzt sind. In der Regel wird eine Dicke unter 4 mm als zu gering angesehen. In diesem Fall muss dann ein Wechsel erfolgen.
Wichtig ist, dass an den Rädern eines Motorrads nur identische Beläge angebracht werden. Informationen aus einem erfolgten Produktvergleich oder Test können passende Bremsbeläge für ein Motorrad aufzeigen. Vor der Entscheidung für ein Produkt sollten Sie klären, ob nach dem Kauf der Einbau durch den TÜV abgenommen werden muss oder die Teile eine ABE und KBA-Zulassung besitzen. In den Vergleichen sind die Hinweise dazu in der Regel angegeben.
Materialien der Bremsbeläge
Neben der Zulassung der Beläge spielt dann auch das Material eine Rolle. Doch welches sollten Sie wählen? Sind Sinter oder organische Bremsbeläge besser geeignet? Die Antwort darauf hängt davon ab, was Sie bevorzugen. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile. Bei organischen Belägen, handelt es sich um eine Mischung aus Gummi- und Glasfasern. Oft sind zudem noch andere Fasern enthalten. Diese werden zusammen mit Harzen als Klebstoff zu relativ weichen Bremsklötzen geformt. Diese haben den Vorteil, dass sie die Bremsscheibe nicht so stark beanspruchen.
Informieren Sie sich über Motorrad-Bremsbeläge, ist in einem Test bzw. einem Produktvergleich meist auch ein Hinweis zum Einbremsen zu finden. Dies ist bei Sinter in der Regel nicht notwendig, da hier die Zusammensetzung eine größere Festigkeit besitzt. Das Material an sich ist ebenfalls eine Mischung, enthält allerdings Stahl, Kupfer, Keramiken und andere Metalle. Beanspruchen Fahrten die Bremsen besonders, z. B. in den Bergen oder bei sportlichem Fahrverhalten, kann Sinter als Material die bessere Wahl darstellen. Das gilt auch für Fahrten bei hoher Feuchtigkeit.
Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der stärkere Grip auch zu einer schnelleren Abnutzung der Bremsscheiben und der Bremsflüssigkeit führen kann.
Vor- und Nachteile verschiedener Bremsbelagtypen
Die Wahl des richtigen Bremsbelagsmaterials ist entscheidend für die Leistung und Sicherheit Ihres Motorrads. Hier eine Übersicht über die Vor- und Nachteile von organischen, Sinter- und Keramikbremsbelägen:
Organische Bremsbeläge
- Vorteile: Geräuscharm, schonend zu Bremsscheiben, günstig.
- Nachteile: Weniger hitzebeständig, kürzere Lebensdauer, weniger geeignet für Nässe, geringere Bremsleistung.
Sinter-Bremsbeläge
- Vorteile: Hohe Bremsleistung, langlebig, temperaturbeständig.
- Nachteile: Höherer Verschleiß der Bremsscheiben, Geräuschentwicklung, teurer.
Keramik-Bremsbeläge
- Vorteile: Geräuscharm, geringer Verschleiß, wenig Bremsstaub.
- Nachteile: Höhere Kosten, weniger geeignet für extremen Rennsport.
Carbon-Bremsbeläge
- Vorteile: Extrem hitzebeständig, lange Lebensdauer bei hohen Temperaturen.
- Nachteile: Geringere Leistung bei niedrigen Temperaturen, teuer, Bremsstaub.
Kosten und Zulassung
Je nach Material und Ausführung können die Preise zwischen 9 Euro und 43 Euro liegen.
Ja. Die Beläge benötigen eine KBA-Nummer bzw. eine ABE. Sind diese nicht vorhanden, muss der Einbau vom TÜV abgenommen werden. Fahren Sie mit Bremsbelägen, die keine Zulassung besitzen, droht das Erlöschen der Betriebserlaubnis und somit die Stilllegung des Motorrads sowie ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro.
Arten von Bremsscheiben
Bei den Bremsscheiben gibt es zwei verschiedene Arten. Bei beiden Arten kommt es darauf an, dass die Wärme, welche beim Bremsen entsteht, möglichst schnell abgegeben wird.
Belüftete Bremsscheibe
Bei der belüfteten Bremsscheibe entwickelt sich ein kühler Luftsog, indem die Scheibe sich beim Bremsen dreht. Die Bremsscheibe mit kleinen Reibringen versehen, welche über Stege miteinander verbunden sind. Durch diese Verbindung kann sich Bein drehen ein Luftsog entwickeln. Zudem ist die Scheibe besonders groß, damit die Wärme ideal abgegeben werden kann.
Vor allem beim Fahren Bergabwärts musst Du besonders oft bremsen, sodass es schonmal zu Temperaturen bis zum 700 °C kommen kann. Aus diesem Grund werden belüftete Bremsscheiben hier oftmals eingesetzt.
Gelochte/Genutete Bremsscheiben
Gelochte Bremsscheiben sind mit kleinen Löchern ausgestattet, sodass die Scheibe gut auskühlen kann. Durch die vielen Löcher, eignen sich gelochte Scheiben besonders gut bei Nässe, denn das Motorrad lässt sich mit den Scheiben deutlich besser abbremsen. Jedoch ist auch der Preis solcher Bremsscheiben höher.
Wenn Du heiß gelaufene Bremsscheiben mit Wasser abschreckst, kann es dazu kommen, dass sich Risse bilden oder Die Bremsscheibe harte Stellen bekommt. Passiert dies, kannst Du Deine Bremsscheiben nicht mehr benutzen.
Materialien der Bremsscheiben
Nicht nur bei den Bauarten unterscheiden sich die Bremsscheiben voneinander, sondern auch bei den Materialien.
Grauguss-Bremsscheiben
Normalerweise bestehen herkömmliche Bremsscheiben aus einem Grauguss. Dieser besteht aus Kohlenstoff und sorgt dafür, dass eine höhere Bremswirkung erzielt wird. Dazu lässt sich sagen, je höher der Kohlenstoffgehalt, desto höher ist die Bremswirkung, da Kohlenstoff die Geschwindigkeit der Wärmeaufnahme steigert.
Um die Lebensdauer einer Bremsscheibe zu erhöhen und Risse zu vermeiden, werden Grauguss-Bremsscheiben mit Chrom oder Molybdän legiert.
Keramik-Bremsscheiben
Keramik-Bremsscheiben zählen nicht ohne Grund zu den besten Bremsscheiben auf dem Markt. Die Bremsscheiben sind nämlich sehr leicht, besitzen eine sehr hohe Lebensdauer und halten selbst sehr hoher Hitze stand. Aus diesen Gründen sind die Bremsscheiben besonders im Rennsport gefragt.
Jedoch sind Keramik-Bremsscheiben nicht für jedes Motorrad sinnvoll.
Die Formel-1 Teams setzten bei Bremsscheiben hauptsächlich auf Scheiben aus Carbon.
Wo kannst Du Bremsscheiben kaufen?
Du kannst Bremsscheiben ganz einfach Online bestellen. So kannst Du die Scheiben auch ganz bequem nach 14 Tagen wieder zurückschicken, sollten es nicht die richtigen sein. Falls Du etwas mehr Beratung bevorzugst, kannst Du auch zu einer Werkstatt fahren und Dir dort neue Bremsscheiben holen.
ECE-R90-Norm
Die Wirtschaftskommission für Europa, welche seit 1999 für Bremsscheiben gilt, hat die ECE-R90-Norm ins Leben gerufen. Diese Norm gibt an, dass Bremsbeläge die gleichen Leistungsmerkmale wie Produkte der Ersatzausrüstung aufweisen. Die ECE-R90-Norm steht also für die höchsten Qualitätsstandards und sollte immer auf Verpackungen in der EU draufstehen.
Wann sollten Bremsscheiben gewechselt werden?
Diese Frage hängt von mehreren Faktoren ab und kann mit keiner genauen Angabe an Kilometer bestimmt werden. Demzufolge müssen Auto- und Motorradfahrer mit einem sportlicheren Bremsstil öfters die Scheiben wechseln als andere. Grob geschätzt jedoch ist ein Wechsel alle 30.000 bis 90.000 Kilometer fällig.
Auch nur die kleinsten Risse erfordern einen Wechsel und sollten nicht hinausgezögert werden. Sobald das Material nicht mehr einwandfrei arbeitet, hinterlässt dies auch Spuren an der Bremswirkung.
Empfehlungen der Redaktion
Hier haben wir Dir unsere Favoriten herausgesucht und aufgelistet.
Die besten Bremsscheiben mit Belüftung: NB Parts Germany
- Was uns gefällt:
- ECE-R90 geprüfte Qualität& Bremsscheiben sind enthalten
- Machen beim Bremsen keine Geräusche
- Minimaler Verschleiß
- Was uns nicht gefällt:
- Passt nicht an jedes Motorrad
- Redaktionelle Einschätzung:
- Die Bremsscheiben von NB Parts Germany sind ECE-R90-Norm geprüft und weisen einen sehr kurzen Bremsweg auf. Zudem haben sie einen minimalen Verschleiß, sodass die Scheiben langwierig halten.
- Damit die Bremsscheibe beim Bremsen keine Geräusche macht, wurden modernste Methoden angewendet, um die Geräusche zu reduzieren. Zudem wird der Druck auf die Bremsscheiben durch Anti-Geräusch Vorrichtungen verteilt.
- Das Wechseln der Bremsscheiben ist hier ganz einfach und schnell erledigt.
Die beste Edelstahl Bremsscheibe: JGF Racing Angebot
- Was uns gefällt:
- Sehr leichtes Gewicht
- Leichte Montage
- Die Form trägt dazu bei, dass sich die Scheibe nicht zu sehr erhitzt
- Was uns nicht gefällt:
- Passt nicht an jedes Motorrad
- Redaktionelle Einschätzung:
- Die Bremsscheiben von JGF Racing sind Qualitativ sehr hochwertig. Sieb bietet Dir einen deutlichen Gewichtsverlust und Dir Form der Scheibe sorgt dafür, dass die Wärme gut abgeleitet werden kann. Außerdem minimiert die Motorrad-Bremsscheibe den Verzug und sorgt für die Langlebigkeit des Rotors. Der Rotor sorgt dafür, dass sich Wasser und Schmutz beim Bremsen schnell verteilen. Zudem ist die Bremsscheibe ganz einfach zu installieren.
- Die Bremsscheibe weist einen Durchmesser von 260 mm auf und wurde aus Edelstahl hergestellt.
Das beste Bremsscheiben-Set: Mirrwin Brake Disc Bicycle Brake
- Was uns gefällt:
- Sehr gute Bremsleistung
- Mit allen Scheibenbremsbelägen kompatibel
- Sehr langlebig
- Was uns nicht gefällt:
- Passt nicht an jedes Motorrad
- Redaktionelle Einschätzung:
- Die Motorrad-Bremsscheiben von Mirrwin besitzen eine sehr gute Bremsleistung. Durch die vielen Durchbrüche am Bremsring wird Dir auch bei den unterschiedlichsten Wetterbedingungen eine gute Bremsleistung gewährt. Zudem kommt, dass die Form und die Anzahl der Öffnungen an der Scheibe dazu beitragen, dass die Bremsscheibe mit allen Arten von Scheibenbremsbelägen, wie organischen, halbmetallischen und gesinterten Bremsbelegen, zurechtkommt.
- Die vielen Durchbrüche am Bremsring und die runde Form der Bremsscheiben sorgen auch noch dafür, dass die Scheibe extrem langlebig ist. Zudem wird der Abrieb der Scheibenbremsbelege reduziert.
- Bremsscheiben sollten immer kühl gehalten werden. Sollten sie trotzdem mal zu heiß werden, kannst Du sie einfach im Stand abkühlen lassen.
Wichtige Hinweise zum Kauf und zur Wartung
- Bremsen nur von seriösen und zertifizierten Anbietern kaufen.
- Nur UN-R 90 geprüfte Produkte verwenden (siehe Aufdruck).
- Vor Auftragserteilung gezielt nach Alternativprodukten fragen.
- Bremsscheiben und -beläge sollten nur Fachleute wechseln.
- Neue Bremsen zurückhaltend einfahren und anfangs mit einer reduzierten Bremswirkung rechnen.
- Eine korrekte Achseinstellung, funktionstüchtige Stoßdämpfer und Fahrwerksbauteile sind Grundvoraussetzung für sicheres Bremsen.
- Als Bindeglied zwischen Fahrbahn und Fahrzeug überträgt der Reifen alle Kräfte und Momente. Orientieren Sie sich deshalb beim Kauf an den ADAC Reifentests und verwenden immer vier Reifen des gleichen Modells und Typs.
- Eine defensive und vorausschauende Fahrweise reduziert den Verschleiß und die Feinstaubbelastung.
- Motorbremse vor allem bei Pass- und Bergabfahrten nutzen: Bei manuellen Getrieben in niedrige Gänge schalten, bei Automatikgetrieben - sofern sie nicht selbstständig kleine Gänge auswählen - manuell kleinere Gänge wählen.
- Unnötige Zuladung reduzieren.
- Vor längeren Standzeiten nasse Bremsen kurz vor dem Abstellen "warm bremsen" - so verdampft das korrosiv wirkende Wasser.
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