Die richtige Fahrradbrille mit Sehstärke kann den Unterschied zwischen einem entspannten Fahrerlebnis und einer anstrengenden Tour mit eingeschränkter Sicht ausmachen. Eine klare Sicht ist beim Radfahren nicht nur ein Komfortfaktor, sondern essenziell für die Sicherheit. Ich habe mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, da ich im Laufe der Jahre verschiedene Modelle mit Clip und Direktverglasung ausprobiert habe.
Die Herausforderung: Klare Sicht beim Radfahren mit Sehschwäche
Für mich begann das Thema Fahrradbrille mit Sehstärke im Jahr 2009. Nachts beim Training und bei 24-Stunden-Rennen wie Trondheim-Oslo war eine Brille für mich Pflicht. Eine gute Fahrradbrille ermöglicht es, sich auf die Umgebung zu konzentrieren, ohne ständig die Sicht korrigieren zu müssen. Ich habe seitdem immer zwei Brillen genutzt: eine mit klaren Gläsern für die Nacht und eine getönte für den Tag.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Sehstärke in Fahrradbrillen zu integrieren: Direktverglasung und innenliegende Clips. Bei langen Strecken hatte ich mit Clips oft Probleme. Besonders bei meiner Rudy Project drückten die Clips stark auf das Nasenbein, was nach einigen Stunden unangenehm wurde. Direktverglaste Brillen hingegen bieten ein weites Sichtfeld und hohen Komfort.
Direktverglasung vs. RX-Clip: Ein Vergleich
Christopher testet die Adidas Evil Eye Pro S als Korrektionsbrille mit RX-Clip und Direktverglasung. Da ich schon seit Jahren mit einer Korrekturbrille fahre und Kontaktlinsen kein Thema für mich sind, fiel meine erste Wahl auf die adidas evil eye evo pro S. Hier besteht die Möglichkeit, mit einem Adapter, genannt RX-Clip, oder mit Direktverglasung zu arbeiten. Zusammen mit unserem Optikermeister Peter Knopik, der selber auch Mountainbike fährt, haben wir dann beide Optionen durchgespielt.
RX-Clip: Flexibilität und Vielseitigkeit
Den RX-Clip gibt es in 2 Ausführungen: mit Rand und ohne Rand. Ich habe ich mich für die randlose Variante entschieden. Somit kann man die Glasform und Größe noch etwas beeinflussen und ist nicht auf die feste Geometrie der Variante mit Rand festgelegt. Der Sichtbereich kann dadurch noch vergrößert werden. Die Ausführung mit Rand hätte dem Korrekturglas zwar noch einen zusätzlichen Schutz geboten, doch mir war das größere Sichtfeld wichtiger. Ein großer Vorteil des RX-Clips ist, dass man später nochmal Wechselgläser in anderen Farben einsetzen kann.
Einsetzen des RX-Clips
Als die Gläser für den RX-Clip fertig waren, kam der erste Praxistest. Das Einsetzen erfordert allerdings etwas Fingerspitzengefühl. Hierzu auch ein Tipp des Optikers: Am besten erst mal nur eine sauber polierte Außenscheibe einsetzen. Dann die Korrekturlinsen polieren und vorsichtig den RX-Clip in die Aufnahme drücken. Im Anschluss wird die 2. saubere Außenscheibe eingesetzt. Wichtig ist, dass die Innenseite der Außenscheibe und die Außenseite der RX-Clip-Scheibe sehr sauber sind, da man sie nach dem Zusammenbau nicht mehr so einfach säubern kann.
Erste Erfahrungen mit dem RX-Clip
Beim ersten Aufsetzen empfand ich den Durchblick als sehr gut. Die Schärfe der Gläser war genau richtig. Die Passform der Brille ist auch super. Vorne und an der Unterseite des Rahmens sind Belüftungsöffnungen. Zusätzlich ist noch ein Schweißpad an der Oberseite angebracht. Die grey-red mirror Gläser machen auf den ersten Blick einen recht dunklen Eindruck.
Die erste Fahrt erfolgte auf dem Rennrad. Ich brauchte dann doch etwas Eingewöhnungszeit. Sofern man gerade durchschaut, ist es gut. Zu den Seiten hin verschwimmt es leicht und das Auge reagiert minimal langsamer. Das liegt an der starken Krümmung der Gläser und am doppelten Brechungsindex, da hier 2 Scheiben aufeinanderliegen. Auf dem Rennrad wechseln die Fokuspunkte nicht so schnell wie im Wald auf einem Trail, deshalb kann ich sagen, dass man mit der RX-Clip-Lösung für den Straßen- und Toureneinsatz auf Forstwegen ganz gut zurechtkommt. Auf dem Trail kann es sein, dass das Auge etwas zu langsam reagiert und die Hindernisse nicht so schnell erkennen kann. Die dunklen grey-red mirror Gläser sind bei starker Sonneneinstrahlung sehr gut. Auch bei bedecktem Himmel und Nieselregen kamen die roten Gläser zum Einsatz und ich kam damit sehr gut zurecht.
Direktverglasung: Optimale Sicht und Komfort
Im zweiten Test kam dann die Direktverglasung zum Einsatz. Hier habe ich mich für die LST active silver Gläser entschieden. Diese sind selbsttönend je nach Sonneneinstrahlung. Somit wird der Einsatzbereich noch viel größer als mit einer festen Tönung. Bei dunklen Bedingungen und sogar nachts funktioniert das tadellos. Einzig bei sehr starker Sonneneinstrahlung würde ich eine feste Tönung bevorzugen. Im Wald hat man aber häufiger wechselnde Lichtverhältnisse, wo die active Gläser schon ihre Stärken ausspielen können. Der Kontrast ist im Vergleich zum grey-red mirror Glas nochmals verbessert, so dass man Hindernisse und Unebenheiten noch besser und schneller erkennen kann.
Das Einsetzen einer beschliffenen Direktverglasung ist aber nur innerhalb bestimmter Dioptrie-Werte möglich. In meinem Fall hat der Optiker etwas tricksen müssen, da ich mit meinen -3,0 und -3,5 Dioptrie im Normalfall nicht für die Direktverglasung geeignet gewesen wäre. Das Problem bei höheren Werten und stark gebogenen Gläsern ist, dass die Gläser zu den Außenrändern sehr dick werden. Da sind dann einfach Grenzen, ab denen sich kein Glas mehr herstellen lässt. Im konkreten Fall wurde eine dunkle Basisscheibe genommen, in die dann etwas verkleinerte adidas Korrektions-Direktgläser mit dem LST active Filter eingesetzt wurden. Wenn man durchschaut, merkt man den grauen Rand der Basisscheibe nahezu nicht. Mit besseren Dioptrie-Werten ist dann auch ein komplettes Direktglas möglich, was vom Design noch ansprechender ist.
Performance im Vergleich
Die Performance der direktverglasten Brille ist im Vergleich zur Clip-Version ein gutes Stück besser. Es fühlt sich genauso an wie meine normale Korrektionsbrille, nur dass ich hier selbsttönende Gläser habe und sie natürlich für den Sport optimiert ist. Kein Verschwimmen, die Fokuspunkte sitzen sofort, alles super scharf und durch den super Kontrast macht es gerade auf Trails noch mehr Spaß.
Bewertung und Preis
Ich würde den Brillen auf einer Skala von 1-10 folgende Wertung geben:
- RX-Clip: 7 von 10
- Direktverglasung: 9 von 10 (einziger Kritikpunkt ist die kleine Sonderlösung mit dem Einarbeiten in ein Basisglas, was für das Design einen Abzug bringt)
Ein wichtiger Aspekt ist natürlich der Preis. Bei der RX-Clip-Version zahlt man die Brille und den Clip regulär: in meinem Fall 210,00 € für die Brille, 40,00 € für den Clip. Hinzu kommen noch die eingeschliffenen Gläser für den RX-Clip: 100,00 €. Zusammen 350 €. Die direktverglaste Brille ist mit 450 € ca. 100 € teurer.
Weitere Aspekte beim Kauf einer Fahrradbrille mit Sehstärke
Meine aktuelle Brille, die EvilEye Pathline Pro, sitzt perfekt und bietet klare Sicht ohne störende Elemente. Die Direktverglasung ist besonders geeignet für Vielfahrer, die mehr als 2.000 Kilometer im Jahr zurücklegen. Ich habe im Laufe der Jahre mehrere Marken ausprobiert und gemischte Erfahrungen gemacht. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit Evil Eye, Gamswild, Naked Optics und Rudy Project gemacht. Beide Marken bieten hochwertige Brillen mit Direktverglasung, die perfekt für den sportlichen Einsatz geeignet sind. Bei stark gebogenen Brillen wie denen von Oakley waren meine Erfahrungen eher schlecht, denn die Brillen beschlagen schneller. Dieses Problem habe ich früher unterschätzt, bis ich bei langen Touren bemerkte, wie wichtig eine gute Abstimmung zwischen Brille und Helm ist.
Hohe Temperaturunterschiede, Regen und Wind waren dabei tägliche Begleiter. Wenn ich die Gläser damit reinige, perlt das Wasser wieder automatisch ab, und die Brille beschlägt weniger. Die Brille sollte leicht sein und vor allem nicht vom Helm auf die Nase gedrückt werden.
Für Weitsichtige kann das Ablesen des Radcomputers eine Herausforderung sein. Displays wie die von Garmin sind meist nah am Lenker angebracht, was die Sicht erschwert. Kontaktlinsen werden oft als Alternative zur Brille mit Sehstärke angepriesen, aber für mich sind sie keine Option. Besonders im Sommer, wenn Staub von der Straße aufgewirbelt wird, werden die Augen schnell gereizt.
Der Weg zur perfekten Fahrradbrille
Der Weg zur perfekten Fahrradbrille beginnt bei einem guten Optiker. Mein Optiker in Linz, Gerolsteiner, fährt selbst mit Sportbrillen mit Direktverglasung und konnte mich daher hervorragend beraten.
Die Bedeutung der Sehleistung
Die Sehleistung wird in Prozent angegeben und hängt mit der genetischen Disposition zusammen. Der sogenannte Visus, also das Vermögen des Auges, Strukturen und Oberflächen wahrzunehmen, gibt Aufschluss über das individuelle Auflösungsvermögen des Auges. Der Wert sei umso größer, je kleinere Details an einem Objekt erkannt werden. Ein Visus von 1,0 (entspricht einer Sehleistung von 100 Prozent) bedeutet, dass das Auge auf fünf Meter Entfernung an einem Objekt Details von 1,5 Millimeter Größe erkennen kann.
Obwohl meine Sehstärke nur geringfügig beeinträchtigt ist, ist die Sehleistung bei fehlender Brille extrem gering. Wer daher eine Führerscheinprüfung für ein Kfz beantragt, muss aus Sicherheitsgründen ein augenärztliches Gutachten vorlegen. Bei einem Wert unter 70 Prozent Sehleistung muss der Kfz-Führer eine Brille während der Fahrt tragen, was sogar im Führerschein vermerkt wird.
Weitere Tipps und Empfehlungen
- Wähle eine Brille mit Direktverglasung, wenn du regelmäßig fährst oder anspruchsvolle Touren unternimmst.
- Die Brille sollte leicht sein und vor allem nicht vom Helm auf die Nase gedrückt werden.
- Eine gute Fahrradbrille muss aber noch mehr Eigenschaften aufweisen - vor allem, wenn Fahrradfahrer*innen normalerweise eine Brille oder Kontaktlinsen tragen.
- Sowohl im Alltag als auch auf der Fahrradtour an sonnigen Tagen, ist der Schutz vor schädlicher UV-Strahlung bei Radbrillen sehr wichtig.
- Die Fahrradbrille sollte leicht sein, perfekt sitzen und vor allem nicht verrutschen.
- Achte darauf, dass sie zwar eng am Kopf anliegt, aber nicht drückt.
- Die Bügel bei einigen Radbrillen sind flexibel, rutschfest oder sogar gepolstert - das erhöht den Tragekomfort zusätzlich.
- Idealerweise wird die Brille gleich mit dem Helm anprobiert, damit die Kombi auch gut funktioniert.
- Die meisten Hersteller verwenden den bruchfesten Kunststoff Polycarbonat, oder andere High-Performance Materialien, sodass deine Augen im Falle eines Sturzes nicht durch Splitter verletzt werden.
Gläser für Fahrradbrillen gibt es in verschiedenen Tönungen - so schaffst du je nach Lichtverhältnissen und Tageszeit optimale Sichtverhältnisse. Braune bis rötliche Gläser eignen sich als Alltagsbegleiter, während gelbe Gläser bei Nebel helfen. Im Gebirge oder im Winter schaffen blaue Gläser starke Kontraste, so dass du auch hier stets den Durchblick behältst. Um die Augen vor Staub oder Insekten zu schützen, eignen sich auch transparente Gläser.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
Es gibt für jeden Bedarf die richtige Fahrradbrille. Passe dein neues Wunschmodell unbedingt den Umweltbedingungen, dem Einsatzzweck und deinen Bedürfnissen an. In erster Linie sollte die Sportbrille leicht, winddicht, bruchfest und mit UV-Schutz sein. Ein weites Sichtfeld und ein hoher Tragekomfort sind ebenfalls essenziell.
Die Investition in eine derartige Brille will wohl überlegt und geplant sein. Umso entscheidender ist die Wahl der passenden bzw. richtigen Gläser. Bei einer großen Auswahl wie sie Oakley bietet ist das leichter gesagt als getan.
In der Praxis ist es die für uns beste Wahl für Brillenträger, selbst für diejenigen, die ansonsten ganz gut mit Kontaktlinsen zurechtkommen. Sowohl bei der Wahl der Brille selbst, aber eben auch in der Praxis, beispielsweise bei wechselnden Lichtbedingungen.
Empfehlungen für Fahrradbrillen mit Sehstärke
Meine Empfehlung: Setze auf Direktverglasung und investiere in eine Beratung bei einem erfahrenen Optiker. Probiere verschiedene Modelle aus und finde die Brille, die perfekt zu dir passt. Mit der richtigen Brille steht deinem nächsten Abenteuer nichts mehr im Weg!
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