BSA Motorrad Geschichte: Eine Legende lebt wieder auf

Eine reiche Automobil-Tradition geht in den meisten Fällen auch mit einer langen Geschichte von Motorrädern einher. So auch in Großbritannien, wo einige bedeutende Marken gegründet und besondere britische Motorräder gebaut wurden. Eine dieser Marken mit einer langen, aber mitunter auch nicht ganz leichten Geschichte ist BSA.

Die Anfänge: Von Waffen zu Motorrädern

Der Ursprung der Firma liegt in der Waffenproduktion, wie der ausgeschriebene Name verrät: Birmingham Small Arms Company Limited. Zunächst mit dem Fokus auf Militär- und Sportwaffen kamen im Laufe der Jahrzehnte weitere Geschäftszweige hinzu. Auf der Olympia Show in London 1910 wurde erstmals ein Motorrad präsentiert. So richtig los ging die Motorradproduktion aber erst mit der Vorstellung von Model E im Jahr 1919. Die Maschine mit dem neu konstruierten 770 ccm³ großen V-Twin-Motor bildete den Wendepunkt des Unternehmens. Der Erste Weltkrieg war zu Ende, Waffen wurden nicht mehr so sehr benötigt, dafür umso mehr Fahrzeuge.

Bereits 1920 kreierte BSA sein erstes Motorrad mit V-Motor, das Modell E mit 770 ccm SV-Motor. Obwohl sie von der Fachpresse hochgelobt wurde, blieb die Y 13 ein äußerst rares Motorrad. Enttäuschend war für BSA, dass die meisten Gespannfahrer die OHV-Technik nicht so annahmen wie erwartet. Sie vertrauten weiterhin lieber auf konventionelle seitengesteuerte Maschinen. Die hier ausgestellte BSA wurde über den Mannheimer Händler Riesenacker & Romich an den Kunden verkauft. Elektrikkomponenten und Anzeigeinstrumente wurden gegen deutsche Produkte ausgetauscht, selbst das Rücklicht wurde an den Rechtsverkehr angepasst.

TECHNISCHE DATEN

  • Motor: 748 ccm, V2-Zylinder, 4-Takt, OHV
  • Bohrung/Hub: 71/94,5 mm
  • Leistung: 26,5 PS bei 4800 U/min
  • Gewicht: 205 kg
  • Getriebe: 4-Gang
  • Vmax: ca. 130 km/h

Mit der B- und der M-Serie waren zwischen den Weltkriegen solide Einzylinder-Maschinen, vorwiegend seitengesteuert, mit Hubräumen zwischen 250 und 600 ccm³ im Angebot. Der Aufstieg zur Weltmarke gelang ab dem zweiten Weltkrieg. Auch wenn man vornehmlich an der Vorkriegsausrichtung mit langhubigen Einzylindermaschinen festhielt, reichte es, um sich gegenüber der Konkurrenz behaupten zu können.

Die BSA WM20: Ein Kriegsbegleiter

Die BSA WM20 ist mehr als nur ein Motorrad; sie ist ein Stück Geschichte, das die britische Ingenieurskunst und die Widerstandskraft während des Zweiten Weltkriegs symbolisiert. Diese Maschine war nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein treuer Begleiter für Soldaten, die sie auf den Schlachtfeldern Europas und darüber hinaus einsetzten. Die Birmingham Small Arms Company (BSA) war einer der größten Motorradhersteller der Welt und spielte eine entscheidende Rolle in der Versorgung der britischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Die WM 20, die speziell für den militärischen Einsatz entwickelt wurde, basierte auf dem zivilen Modell M20, das erstmals in den 1930er Jahren produziert wurde.

Technische Daten der BSA WM20:

  • Motortyp: Die WM 20 ist mit einem Einzylinder-Viertaktmotor ausgestattet, der für seine Robustheit und einfache Wartung bekannt ist.
  • Leistung: Der Motor leistet etwa 13 PS (9,7 kW) bei 4.200 U/min.
  • Getriebe: Die WM 20 ist mit einem 4-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet, das eine robuste und zuverlässige Schaltung ermöglicht.
  • Fahrwerk: Das Fahrwerk besteht aus einem starren Rahmen mit einer Girder-Vorderradgabel, die für Stabilität und Haltbarkeit sorgt.
  • Gewicht: Das Trockengewicht der BSA WM 20 beträgt etwa 168 kg.
  • Elektrik: Die Elektrik der WM 20 basiert auf einem 6-Volt-System, das für Beleuchtung und Zündung sorgt.

Das Design der BSA WM 20 spiegelt die Funktionalität und den militärischen Charakter wider. Die BSA WM 20 wurde während des Zweiten Weltkriegs in großen Stückzahlen produziert und war in nahezu allen Kriegsschauplätzen im Einsatz, von der nordafrikanischen Wüste bis zu den Wäldern Nordeuropas. Sie diente als zuverlässiges Transportmittel für Nachrichtenübermittler, Aufklärer und andere militärische Aufgaben.

Die goldene Ära und der Fall

Mit der Übernahme des Wettbewerbers Triumph schien die Welt offenzustehen. Und in der Tat wurde das Unternehmen im Laufe der 50er und 60er Jahre zum weltweit größten Motorradproduzenten. Anstatt neue, innovative Modelle zu präsentieren, wurde an den traditionellen Modellen und Bauweisen festgehalten. Der Versuch, immer mehr aus den Motoren herauszukitzeln zu wollen, führte zu Einbußen bei der Zuverlässigkeit. Auch wenn viele Modelle wie beispielsweise die A65 Spitfire auch Ende der 60er noch an der Spitze des Motorradbaus beheimatet waren, konnte man mit ansehen, wie sich immer mehr Kunden vom Traditionshaus abgewendet haben.

Die BSA A10 Reihe

Der legendäre englische Motorradkonstrukteur Bert Hopwood entwarf ab Mitte 1949 in kürzester Zeit für BSA die A10-Baureihe. Schon knapp 5 Monate später konnte BSA die Serienproduktion anlaufen lassen, gerade noch rechtzeitig für die 1950er Saison. Besonders der wichtige US-Markt verlangte immer mehr Hubraum, die 650er-Klasse boomte. Basierend auf der A7 mit 500 ccm, die Val Page und Bert Perkins entworfen hatten, wurde die A10 zu einem Topseller und bis 1963 gebaut. BSA stand in dieser Zeit für „good value“. Die Ergonomie der A10 galt als vorbildlich und auch die relative Zuverlässigkeit überzeugte. Besonders positiv war das Durchzugsvermögen des Langhubers aus niedrigen Drehzahlen und das präzise zu schaltende Vierganggetriebe.

Seit 1950 stand zur 500er auch eine 650er im Programm. die A10 war, so klangvoll waren auch ihre Namen. (Exportmodell für die USA), Super Rocket und Rocket Gold Star. A10, erreichte damals sensationelle 230,9 Stundenkilometer.

Die Super Rocket

Die 650er A10 mit 35 PS. Hinterrades übernahm nun eine Schwinge mit zwei Federbeinen.

Das Ende einer Ära und ein Hoffnungsschimmer

1968 kam es noch zu einem letzten Aufbäumen, aber wie sich herausstellen sollte, zu spät und zu falsch. Zugegeben, mit dem BSA 750 Rocket 3 gibt man einen neuen Weg; aber schon mit Produktionsbeginn wirkte das Dreizylinder-Modell altbacken und chancenlos gegen die Honda CB 750 Four beispielsweise. 1973 gingen in Birmingham schließlich die Lichter aus.

Die Wiederauferstehung durch Mahindra

Seit 2016 hält der indische Großkonzern Mahindra die Namensrechte an BSA. Zu den jüngeren Akquisen zählt BSA, einst weltbekannte Manufaktur legendärer Motorräder. Anfang der 1970er Jahre ruhmlos von der Bildfläche verschwunden, gehören die Markenrechte seit 2016 dem indischen Motorradhersteller Yezdi, der zuletzt die tschechische Marke Jawa wiederbelebt hat. Bereits kurz nach der Übernahme kündigten die neuen Eigner an, eine Neuauflage des legendären Modells BSA Gold Star 650 auf den Markt bringen zu wollen. Ironie der Geschichte: Immer mehr ikonische Marken der einstigen Kolonialmacht Großbritannien werden von der sich dynamisch entwickelnden Ex-Kolonie Indien übernommen und erfolgreich wiederbelebt.

Aktuell existiert in Europa allerdings nur im Vereinigten Königreich sowie Irland ein Händlernetz. In der Ausführung Highland Green kostet die BSA Gold Star 6500 £, während die Editionen Insignia Red, Midnight Black und Dawn Silver für 6800 £ zu haben sind. Optisch orientiert sich die neue »Goldie« eng an ihrem historischen Vorbild. So befindet sich der klassische Rundscheinwerfer unter den Rundinstrumenten. Ein weiteres Charakteristikum ist der verchromte Tank mit den Pin Stripes und dem BSA Gold Star-Logo. Dieses wurde übrigens von der begehrten »Gold Star«-Nadel inspiriert, die Wal Handley am 30. Angetrieben wird die neue BSA Gold Star 650 wie ihr historisches Vorbild von einem Einzylindermotor. Die aktuelle Version ist flüssigkeitsgekühlt, verfügt über einen Hubraum von 652 Kubikzentimetern und leistet 45 PS bei 6500 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 55 Newtonmetern liegt bei 4000 Touren an. Als echter Neoklassiker rollt die BSA Gold Star 650 auf Drahtspeichenrädern daher. Jeweils 36 Speichen verbinden Nabe und Leichtmetallfelgen an Vorder- und Hinterrad.

MCR Bochum: Ihr BSA Vertragshändler

Die Welt der Motorräder ist ein Ort voller Leidenschaft, Tradition und Innovation. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Rückkehr des Klassikers BSA Gold Star, die das Herz eines jeden Classic-Motorradliebhabers höherschlagen lässt. Als Vertragshändler für BSA bietet MCR Bochum nicht nur die Möglichkeit, diese beeindruckenden Motorräder zu erwerben, sondern ist auch eine vertrauensvolle Anlaufstelle für alle anstehenden Fragen sowie den umfassenden Werkstattservice. MCR Bochum bringt mit dem neuen Modell die Essenz dieser Legende zurück auf die Straßen. Das moderne Design, das stark an die klassische Gold Star angelehnt ist, fängt den nostalgischen Charme der Vergangenheit perfekt ein. Die charakteristischen Designelemente wie der runde Scheinwerfer, das Cockpit und der markante Tank sind dabei nach wie vor präsent und verleihen der Maschine einen unverwechselbaren Charakter.

Was die BSA Gold Star besonders macht, ist die gelungene Kombination aus klassischer Ästhetik und moderner Technik. Während das äußere Erscheinungsbild die Herzen der Retro-Fans höherschlagen lässt, sorgen moderne Features für ein sicheres und zuverlässiges Fahrerlebnis. Die Ingenieure haben darauf geachtet, dass die Fahrweise sowohl angenehm als auch einfach zu handhaben ist. Aspekte wie verbesserte Brems- und Federungstechnologie bieten nicht nur Sicherheit, sondern reduzieren auch den Wartungsaufwand. Für Motorradfahrer, die das Gefühl von Freiheit und Abenteuer lieben, jedoch möglichst wenige Werkstattbesuche wünschen, ist die Gold Star die ideale Wahl.

Die BSA Gold Star ist mehr als nur ein Motorrad; sie ist ein Stück Geschichte, das neu interpretiert wurde. MCR Bochum als Vertragshändler und Vertragswerkstatt, stellt sicher, dass die Liebhaber klassischer Motorräder weiterhin in den Genuss dieser einzigartigen Motorräder kommen. Mit ihrer perfekten Balance zwischen traditionellem Design und innovativer Technologie eignet sich die Gold Star ideal für Fahrer, die nicht nur den Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit schätzen.

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