Büffelleder vs. Rindsleder Motorradbekleidung

Ein Klassiker in der Lederbekleidung sind die Motorradkombis. Motorradkombis sind hergestellt aus bestem Leder und bieten perfekten Schutz gegen verschiedenste Witterungsverhältnisse auf der Straße und schützen sogleich vor Kälte. Das verwendete Leder ist sehr atmungsaktiv und aufgrund dessen ein erstklassiger Kompromiss zwischen Komfort, Sicherheit und Witterungsschutz. Motorradkombis aus Leder sind denen im Vergleich aus Textilien bei verschiedenen Sturzschäden und Unfällen deutlich überlegen.

Das Leder für diese Kombis wird in der Regel aus Rindsleder hergestellt, aber auch Känguruleder ist sehr gefragt. Wegen des Witterungsschutzes wird das Motorradleder fast immer als Glattleder verarbeitet.

Bei der Herstellung einer Motorradkombination werden bis zu zwei Lederhäute verarbeitet. Häute von Rindern besitzen in der Regel ungefähr 4,5 bis 5,5 qm Fläche. Umso größer die nahtlosen Flächen einer Motorradkombi sind, umso mehr Leder wird für die Herstellung benötigt. Bei der Herstellung von Motorradkombis mit vielen kleinen Flächen ist der Verschnitt viel geringer, aber das Risiko des Wassereintritts im Nahtbereich steigt. Hervorragend verarbeitete Kombis sind an den Nähten immer wasserdicht. Die Nähte werden zum Beispiel mit Baumwolle ummantelten Kunststoffgarnen vernäht. Das verwendete Kunststoffgarn ist witterungsbeständig und reißfest.

Bei Feuchtigkeit quillt die Ummantelung auf und dichtet dabei das Nahtloch perfekt ab. In der Motorradkombiverarbeitung werden gerne dunkle Farbtöne gewählt, da die vielen Insekten, die beim schnellerem Fahren auf der Kombination aufplatzen, nicht so deutlich gesehen werden. Werden hellere Farbtöne gewählt, sieht man die Flecken deutlicher und der Reinigungsaufwand ist somit deutlich höher. In der Sommerzeit heizen sich die dunklen Lederkombis stark auf, um das zu verhindern wird oftmals das so genannte "Cool Leder" angeboten.

Rindsleder in der Motorradbekleidung

Rindsleder ist das verbreiteste Leder überhaupt. Die meisten für Motorradbekleidung verwendeten Häute stammen aus Argentinien und Brasilien. Die Qualität wird jedoch schon vom lebendigen Tier beeinflusst. Die norddeutsche Verwandtschaft etwa verbringt in stark industrialisierter Landwirtschaft die meiste Zeit im engen Stall. Die Häute dieser Kühe mit hoher Milchleistung sind oftmals überdehnt und dadurch weniger reißfest. Lederschneider favorisieren deshalb für besonders hochwertige Produkte die teuren Häute süddeutscher Rinder.

Rindsleder ist bekannt für seine Haltbarkeit und Abriebfestigkeit. Nach wie vor tragen Motorradfahrer vornehmlich Leder, um sich bei einem Sturz möglichst gut abzusichern. Und bisher schützt das tierisch gute Material besser als jede Art von textiler Motorradbekleidung.

Besonders erwähnenswert ist das qualitativ hochwertige Rindnappaleder mit einer Stärke von ungefähr 1,1 bis 1,3 mm.

Büffelleder in der Motorradbekleidung

Büffelleder ist kräftiger als Rindsleder. Aufgrund seiner Robustheit und Langlebigkeit wird es häufig als Polsterleder verwendet. Büffelleder ist noch robuster und widerstandsfähiger als Rindsleder.

Weitere Lederarten in der Motorradbekleidung

Neben Rinds- und Büffelleder werden auch andere Lederarten für die Herstellung von Motorradbekleidung verwendet:

  • Känguruleder: Eine Art von ihnen hat sich in Australien zur Landplage entwickelt und wurde deshalb zum Abschuss freigegeben. Schlecht für die possierlichen Hüpfer, gut für motorradfahrende Lederfans, denn die Haut dieser Wildtiere besitzt eine besonders robuste und reißfeste Faserstruktur, aus der sich vergleichsweise dünne und somit leichte, tragefreundliche Handschuhe und Kombis fertigen lassen. Mit einer geringeren Dicke (1,0 bis 1,1 mm) im Vergleich zu Rindsleder (1,3 bis 1,5 mm) lassen sich bessere Abriebwerte bei gleichzeitig geringerem Gewicht erzielen.
  • Ziegenleder: Ziegenleder ist leicht und geschmeidig und bietet eine ausgezeichnete Atmungsaktivität.
  • Schafsleder: Schafsleder ist bekannt für seine Weichheit und Geschmeidigkeit.

Kalbsleder ist eines der qualitativ hochwertigsten Leder. Kalbsleder zeichnet sich durch eine besondere Festigkeit und eine gleichmäßige Struktur aus. Durch seine weiche Struktur wird Lammleder auch in der Herstellung von Geldbörsen, Schuhen und Gürteln verwendet.

Das Leder vom Pferd wird vorwiegend zu Schuhen und Jacken verarbeitet. Reptilienleder werden aus Schlangen, Krokodilen und Alligatoren hergestellt. Da diese Leder über eine nur geringe Dehnungsfähigkeit verfügen, ist die effektiv nutzbare Hautoberfläche so gering, dass die Berechnung bei Reptilienleder in Zoll und nicht in laufendem Meter erfolgt. Straußenleder wird vorwiegend als Glattleder weiter verarbeitet.

Qualitätsmerkmale von Leder

Gute Rohware ist zwar wichtig, aber letztlich entscheidet gute Gerbung über die Qualität des Leders. Zunächst werden in der Gerberei restliche Fleischfasern und Fellhaare von den Häuten entfernt, danach steht einer der wichtigsten Schritte auf dem Programm: die Gerbung mit Chromsalzen, bei der die miteinander verbundenen Eiweißfasern der Haut in feste und langlebige Lederfasern umgewandelt werden.

Das vergleichsweise dicke (etwa fünf Millimeter) Rohleder wird nach weiterer Behandlung wie Waschen und Pressen horizontal gespalten. Die obere Hautschicht mit ihrer Narbung und der Porenstruktur bietet das Potenzial für hochwertiges Leder. Die Faserstruktur der darunter liegenden Schichten ist deutlich weniger robust – das so genannte Spaltleder darf zwar als echtes Leder bezeichnet werden, wäre jedoch bei technischer Bekleidung an Sturzstellen absolut fehl am Platz.

Wer als Hersteller etwas auf sich hält, nimmt überwiegend vollnarbiges Leder. Dieses wird im weiteren Gerbprozess je nach Güte mit Anilin eingefärbt. Wenn es sich nicht um absolute Top-Ware handelt, werden kleinere Defekte und Narben anschließend in der Regel maschinell geglättet – wodurch das Leder manchmal eine so künstlich glatte Oberfläche erhält, dass eine natürlich aussehende Narbung nachträglich aufgeprägt wird. Je nach Kundenwunsch lackiert und imprägniert der Gerber das geprägte Leder.

Weitere Materialien in Motorradjacken

12 Leder-Textil-Motorradjacken im Test :Leder oder Textil? Bei diesen 12 Motorradjacken muss sich keiner entscheiden, die Hersteller kombinieren gekonnt beide Materialien. Bei der Kombination von Leder und Textil liegt es nahe, jene Stellen aus Leder zu fertigen, die bei einem Sturz erfahrungsgemäß mit dem Boden in Kontakt kommen - also vornehmlich Arme und Schulterbereich. Textilgewebe darf seine Stärken dann hingegen im Brust- und Innenarmbereich sowie an weiteren vergleichsweise unempfindlichen Stellen ausspielen.

Germot und die die Hersteller der von uns verkauften Produkte legen bei der Herstellung besonderen Wert auf die Auswahl hochwertiger und funktionaler Materialien. Jedes eingesetzte Material wird sorgfältig geprüft, um den höchsten Anforderungen in Bezug auf Qualität, Komfort und Langlebigkeit gerecht zu werden.

Nachfolgend erhalten Sie detaillierte Informationen zu den wichtigsten Materialien, die wir verwenden.

Material Eigenschaften
Aramidfasern Haben wichtige Eigenschaften und Sicherheitsaspekte.
Kohlenstofffaser Zeichnet sich durch seine extreme Festigkeit und Steifigkeit aus.
D3O®-Protektoren Besonders weiche, leichte und stabile Protektoren.
Gore-Tex Ist eine Polyurethan-Membrane, die mit Milliarden mikroskopischen kleinen Poren bedeckt ist.
Kevlar Besteht aus hochwertigen Aramidfasern mit hitzebeständigen, reißfesten, abriebfesten und schnittfesten Eigenschaften.
Cordura Ist das meistverwendete Leder für strapazierfähige Kleidung.
Lorica Täuschend echt wirkendes Kunstleder.

Fazit

Die Wahl des richtigen Leders für Motorradbekleidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Budget, die gewünschte Schutzwirkung, der Komfort und die persönlichen Vorlieben. Rindsleder ist eine bewährte und kostengünstige Option, während Büffelleder eine noch robustere Alternative darstellt. Känguruleder bietet ein hervorragendes Verhältnis von Gewicht zu Abriebfestigkeit, ist aber in der Regel teurer.

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