Die Frage, ob bunte Fahrradreifen schlechter als schwarze sind, ist berechtigt und erfordert ein tieferes Verständnis der Reifenbestandteile und deren Eigenschaften. Fahrradreifen bestehen hauptsächlich aus Naturkautschuk, der von Natur aus braun ist. Die schwarze Farbe entsteht durch die Zugabe von Ruß, der bis zu 30 Prozent des Reifenmaterials ausmachen kann.
Die Rolle von Ruß in Fahrradreifen
Ruß hat einen wesentlichen Einfluss auf die Performance von Fahrradreifen. Er erhöht den Rollwiderstand, was zu einer geringeren Geschwindigkeit bei gleicher Leistung führt. Gleichzeitig verbessert Ruß die Laufleistung, indem er den Reifen abriebfester und pannensicherer macht. Weniger Ruß bedeutet also weniger Rollwiderstand, aber auch weniger Haftung.
Markenhersteller hochwertiger Fahrradreifen, wie Schwalbe und Continental, haben diese Problematik bei bunten Fahrradreifen gut im Griff.
Verschiedene Reifentypen und ihre Eigenschaften
Es gibt eine Vielzahl von Fahrradreifen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Hier eine Übersicht einiger Modelle und ihrer Eigenschaften:
- Crossover-Reifen: Echte Allround-Fähigkeiten für Straßen, Feldwege und leichtes Gelände.
- Big Apple: Vereint höchsten Komfort mit modernem Design und sicherer Performance.
- Big Ben Plus: Robuster Pannenschutz für den urbanen Dschungel und darüber hinaus.
- Big Betty: Downhill- und Enduro-Allrounderin für trockene bis feuchtnasse Böden.
- Billy Bonkers: Der neue Schwalbe Reifen für Pumptrack, Dirtjump und Slopestyle.
- Citizen: Preisgünstiger City- und Touringreifen mit bemerkenswertem Pannenschutz.
- Dirty Dan: Der Spezialist für den Schlamm.
- Eddy Current: Der E-MTB Spezialist für All Mountain und Enduro.
- Energizer Plus: Speziell für E-Bikes entwickelt mit Fokus auf Haltbarkeit, Rollwiderstand und Grip.
- Energizer Plus Tour: Der E-Touringspezialist für Fahrvergnügen auf und abseits befestigter Radwege.
- Fat Frank: Der stylische Urban-Cruiser mit großem Volumen und coolem Profildesign.
- Hans Dampf: Der Alleskönner für All Mountain und Enduro.
- Hurricane: Der Allrounder für leichtes Gelände mit modernem, dynamischem Profildesign.
- Ice Spiker Pro: Der Turbo unter den Spike-Reifen für eisige Pisten.
- Johnny Watts: Ausgezeichnete Wahl für SUV Bikes, vereint Leichtlauf mit Haltbarkeit und Pannenschutz.
Spezielle Reifenmodelle im Detail
Einige Reifenmodelle sollen hier noch etwas genauer betrachtet werden:
Schwalbe Rick XC Pro
Der Schwalbe Rick XC Pro wurde zusammen mit Mathias Flückiger entwickelt und soll noch mehr Geschwindigkeit und Performance auf Wettbewerbs-XC Kursen liefern. Ich habe mir - auch weil ich Tanwall nicht mag - das Modell mit Addix Speedgrip Compound ausgesucht. Addix Speedgrip ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Compounds. Es ist laut Schwalbe sehr gut im Rollverhalten, Grip und in der Haltbarkeit. Natürlich geht alles drei selten gut zusammen. Aber laut Schwalbe Übersicht ist der Rick XC Pro mit dieser Mischung besonders bei Rolling und Haltbarkeit gut. Und das kann ich bestätigen: so tendierte er manchmal zum Ausbrechen auf trockenem Gravel oder Gestein. Die Seitenstollen fingen das aber wieder auf.
Überraschenderweise ist er bei feuchtem Untergrund, Erde, Feldweg, Wiese oder Sand, gar nicht so rutschig, wie ich erwartet hätte. Im Gegenteil, er macht das eigentlich ganz gut. Bei richtigem Matsch fängt er dann aber an zu rutschen und zu schlingern. Das hatte ich aber auch so aufgrund des Profils erwartet. Ich würde daher sagen, dass der Rick XC Pro ein Reifen für bevorzugt trockenes Gelände ist. Im Sommer ist er daher durchaus eine gute Wahl für alle, die es schneller haben möchten. Und wenn es etwas feuchter wird, dann macht er dennoch einen guten Job, hat aber Limitierungen bei Matsch, tieferem Sand und großer Nässe. Auf Asphalt ist er schnell und sicher. Vorsicht natürlich mit nassem Laub - das mag er nicht so. (aber welcher Reifen mag das schon?).
Bei der Pannenanfälligkeit braucht der Rick XC sich aber nicht zu verstecken. Ich bin ihn rücksichtslos gefahren und er hatte in den 1.300 km keine einzige Panne. Auch hält er den Luftdruck gut und ich musste nur einmal etwas nachpumpen.
Continental Grand Prix 5000
Der Continental GP 5000 wurde einstimmig zum unkomfortabelsten Reifen im Test gekürt. Die harte Seitenwand lässt den Fahrer jede Unebenheit live erleben. Dadurch leiden der Bodenkontakt und das Vertrauen in den Reifen.
Vittoria Corsa G+
Der Vittoria Corsa G+ geht am Ende als klarer Sieger aus dem Vergleichstest hervor. Mit seinem herausragenden Komfort und seinem guten Abrollverhalten vermittelt er extrem viel Sicherheit auf allen Untergründen und konnte damit in der Praxis alle Tester überzeugen. Auch wenn es im Labor Reifen mit besseren Werten gab, ist seine Allround-Performance in der Realität von keinem anderen Modell zu toppen!
Weitere Aspekte bei der Reifenwahl
Neben der Farbe und den Materialeigenschaften gibt es weitere Faktoren, die bei der Wahl des richtigen Fahrradreifens eine Rolle spielen:
- Reifengröße: Die gängigen Größen für Rennräder sind 23 oder 25 mm.
- Reifendruck: Der Reifendruck sollte innerhalb des vom Hersteller angegebenen Bereichs liegen.
- Reifentyp: Es gibt Draht-, Falt- und Schlauchreifen.
- Lauffläche: Die Lauffläche sollte an die Witterungsbedingungen und die Bodenbeschaffenheit angepasst sein.
Reifenbreite und Rollwiderstand
Breitere Reifen rollen insbesondere auf unebenen Strecken schneller als hart aufgepumpte, schmale Rennradreifen. Vier Millimeter zusätzlicher Federweg sind auf einem Rennrad Welten, die Gefahr von Durchschlägen sinkt deutlich. Auch in Sachen Pannenschutz bieten die dicken Dinger Vorteile: Mehr Volumen bedeutet eine höhere Sicherheit gegen Durchschläge und damit ein geringeres Risiko liegenzubleiben.
Die folgende Tabelle zeigt die gemessenen Werte für verschiedene Clincher/Faltrennradreifen:
| Modell | Preis | Gewicht/Breite x Höhe | Fazit |
|---|---|---|---|
| Continental Grand Prix 5000 | 71 Euro | 272 Gramm / 32 x 28 mm | Top-Werte in allen Disziplinen. Seitenwand könnte stabiler sein |
| Continental Ultra Sport | 23 Euro | 408 Gramm / 33 x 29 mm | Sehr schwerer, aber technisch guter Reifen mit Schwächen beim Pannenschutz. Preis-Leistung top |
| Pirelli P7 Sport | 30 Euro | 331 Gramm / 30,1 x 28 mm | Günstiger Trainingsreifen mit gutem Haftvermögen bei Nässe, nicht zu schwer, aber nicht schnell |
| René Herse Stampede Pass Extralight | 84 Euro | 246 Gramm / 31,5 x 31 mm | Sehr leicht und schnell. Wenig Pannenschutz, vor allem an der Seitenwand. Teuerster Reifen im Test |
| Schwalbe Pro One | 63 Euro | 312 Gramm / 31,6 x 27 mm | Top bei Nasshaftung, sonst solide Performance ohne Schwächen. Fällt breit und flach aus |
| Schwalbe One | 60 Euro | 315 Gramm / 32,7 x 28 mm | Kaum Unterschiede zum Top-Modell, auch beim Preis. Lediglich im Pannenschutz etwas schwächer |
| Vittoria Corsa | 66 Euro | 290 Gramm / 29,3 x 31 mm | Leichter und schneller Reifen mit Schwächen beim Pannenschutz. Baut relativ schmal und hoch. |
| Vittoria Zaffiro | 17 Euro | 459 Gramm / 33,3 x 29 mm | Der günstigste Reifen im Test rollt und haftet gut, bietet aber kaum Pannenschutz. Sehr schwer. |
Und die folgende Tabelle zeigt die gemessenen Werte für verschiedene Tubeless-Rennradreifen:
| Modell | Preis | Gewicht/Breite x Höhe | Fazit |
|---|---|---|---|
| Bontrager R3 Hard-Case Lite TLR | 68 Euro | 328 Gramm / 32,6 x 28 mm | Relativ leicht, aber Schwächen im Pannenschutz und beim Rollwiderstand |
| Cadex Classics 32 | 80 Euro | 329 Gramm / 34,5 x 30 mm | Gutes Federvermögen und vergleichsweise leicht, aber mit Schwächen bei Nässe. Baut sehr breit |
| Challenge Strada Bianca Pro TLR | 78 Euro | 334 Gramm / 32,5 x 27 mm | Spezielles, sehr geschmeidiges Fahrgefühl, sehr komfortabel. Niedriges Haftlimit, aber berechenbar |
| Continental Grand Prix 5000 S TR | 80 Euro | 318 Gramm / 33 x 29 mm | Mit Abstand der schnellste Reifen und auch in den anderen Disziplinen top. |
| Pirelli Cinturato Velo | 65 Euro | 369 Gramm / 33 x 29 mm | Top bei der Nasshaftung, guter Pannenschutz, aber nur mittelmäßig schnell |
| Schwalbe Pro One TLE | 73 Euro | 349 Gramm / 32,2 x 29 mm | Gutmütiges Fahrverhalten und beste Haftung. Schwer zu montieren, aber oft beim ersten Versuch dicht |
| Schwalbe One TLE | 60 Euro | 385 Gramm / 34 x 30 mm | Etwas weicheres Einlenken da minimal breiter, ansonsten vom teureren Pendant kaum zu unterscheiden |
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