Campagnolo Rennrad Schaltungen: Ein Überblick

Edle Komponenten, knackiger Gangwechsel, kleine Daumenschaltgriffe und jede Menge Tradition - das ist Campagnolo. Viele Kunden der italienischen Kultmarke kaufen sich ein Campa-Rad nicht nur wegen der Funktionalität. Nein, auch weil sie etwas mit Campa verbinden: die pure Radsportleidenschaft. Jahrzehntelang war Campagnolo Marktführer im Rennrad-Bereich. Jahrzehntelang haben die großen Radsporthelden wie Bartali, Coppi oder Merckx ihre Siege auf Campa-Rennmaschinen eingefahren.

Heute schalten nur noch fünf der 19 Profimannschaften mit Campa. Shimano und Sram bestimmen die Szene. Auch im Verkauf. Der Markt ist im günstigen und mittleren Preisbereich von ihren Produkten überflutet. Campagnolo findet man hier nur noch selten. Und das, obwohl die Italiener ein breites Portfolio anbieten: Neun Gruppen sind im Programm - sechs mechanische, drei elektronische. Von günstig bis richtig teuer, von Veloce bis Super Record EPS (Electronic Power Shift). Das große Angebot ist nicht ganz so leicht zu durchschauen.

Die Campagnolo Gruppen im Detail

Mit der Super Record EPS und der Record EPS produzieren die Italiener zum Beispiel zwei elektronische Gruppen auf höchstem Niveau. Die technischen Differenzen sind gering und wenn, dann nur für Materialfetischisten erkennbar. Deshalb finden sich auch beide Gruppen nahezu gleich verteilt an den Top-Rädern der Hersteller. Die Carbon-Motorengehäuse werten jedes Rahmenset optisch noch einmal auf. Sobald man in die Pedale tritt und das erste Mal die Griffe bedient, spürt man sofort: Die Schalteigenschaften sind campalike. Schnell, klar gerastert, mit einem knackigen Sound.

An der Sache gibt es nur einen Haken. Kauft man sich ein Rad mit der Campagnolo Super Record EPS oder der Record EPS ist das gleichbedeutend mit: Geldbeutel leer. Deshalb wurde im letzten Jahr auch eine preisliche Alternative vorgestellt, die Athena EPS. Sie ist etwas günstiger und konkurriert so mit der Ultegra Di2. Die Schaltung der Athena EPS hat einen klaren Druckpunkt, wodurch sie sich sehr präzise steuern lässt. Das gefällt sogar besser als bei Shimano. Die Gänge wechseln geschmeidig. Die Athena EPS steht der Ultegra Di2 in nichts nach. Nur der Umwerfer ist im Vergleich etwas lauter.

Schwierig ist es derzeit noch, an ein Rad mit dem Italo-Pendant zur Ultegra Di2 ranzukommen. Die dritte elektronische Campa-Gruppe wird noch selten serienmäßig an den Rädern verbaut. Das obere Ende der mechanischen Campagnolo-Produktreihe besetzt ebenfalls die Super Record und die Record - nur eben ohne EPS. Die Super Record wurde 2009 wieder eingeführt und war damals die erste Elffach-Gruppe überhaupt. Heute haben bis auf die Centaur und die Veloce alle Campa-Gruppen elf Ritzel.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Sprünge zwischen den Ritzeln sind geringer, und man hat eine größere Gangauswahl an Bord - was vor allem für längere Bergetappen sehr angenehm ist. Vom Preis-/Leistungsverhältnis sind im Campa-Elffach-Bereich die Chorus und die Athena am interessantesten. Die Chorus-Gruppe liegt in der Shimano-Welt etwas über der Ultegra, aber noch unter der Dura Ace. Die Athena ist in der Campagnolo-Gruppen-Hirarchie die erste mit Elffach-Schaltung. Bei ihr bekommt man optional hochwertige Carbongriffe oder eine Carbon-Kurbelgarnitur. Die Kassette sowie Kette werden von der größeren Schwester Chorus beigesteuert, was das Gesamtpaket noch einmal aufwertet.

Die nominell untersten Gruppen - die Centaur und die Veloce - sind zwar die günstigsten, bieten aber immer noch ein Preis-/Leistungsverhältnis auf sehr gutem Niveau. Was positiv auffällt: Sie sind extrem leichtgängig, und das Bremsverhalten ist bissig, aber gut dosierbar. Die Bremsperformance ist auf Augenhöhe mit Shimano 105 und überzeugender als bei Sram Rival oder Apex. Aus funktionaler Sicht sind die Centaur und die Veloce also top. Hohe Qualität hat natürlich auch ihren Preis. Campagnolo ist im Vergleich zu Shimano oder Sram etwas teurer.

Vergleich mit Shimano und Sram

In den letzten Jahren ist Campagnolo etwas aus dem Blickfeld verschwunden. Am Marktführer Shimano führt ohnehin kein Weg vorbei. Der Komponentenriese aus Japan ist mit gleich drei Gruppen im Testfeld vertreten: der elektronischen Ultegra Di2 und den beiden mechanischen Top-Gruppen Dura Ace und Ultegra. Srams Force 22 ist das Pendant zu Shimanos Ultegra 6800. Beide Gruppen übernehmen einige der Funktionen der Top-Gruppen von Srams Red und Shimanos Dura Ace 9000, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis.

Die Sram Force 22 ist zwar auf der einen Seite leichter als die Ultegra 6800 Gruppe, jedoch kostet sie dafür auch geringfügig mehr. Grundsätzlich ist die Gruppe farblich in schwarz-grau mit weißen Details sehr dezent gehalten. Hierdurch passt sie sich jeder Farbkombination der übrigen Bauteile und des Rahmens an.

Shimano Ultegra im Vergleich

Stellt man beim Sonntags-Radtreff die Frage nach der Schaltgruppe, kommt oft die Antwort: „Keine Ahnung, aber sie geht.“ Ein Blick aufs Rad des Ahnungslosen offenbart dann meistens eine Shimano Ultegra. Sie ist der Bestseller unter den Rennradgruppen. Keine Gruppe wandert so oft über die Ladentheke wie die Ultegra. Sei es am Komplettrad oder als Zubehörteil, der Name Ultegra steht für Preis-Leistung - und für eine große Stückzahl. Im edlen eisgrauen Finish kommt die Ultegra daher und passt optisch sowohl zu Top-Carbonrahmen als auch zu Einsteigermodellen aus Alu. Vielseitigkeit ist hier das Zauberwort, damit besticht Shimanos Topseller.

Vom Fahrgefühl steht die Ultegra der ungleich teureren Dura Ace in nichts nach. Noch nie zuvor war das Ultegra Ensemble funktionell so nah an der Topgruppe Dura Ace wie in der aktuellen Generation. Leise Laufgeräusche des Antriebsstrangs, weiche Schaltvorgänge, beschichtete Züge - was früher noch der Topgruppe vorbehalten war, bekommt der preisbewusste Radfahrer nun auch bei der Ultegra serviert. Bei Wartung und Pflege ist die Ultegra sehr sparsam und beansprucht wenig Zeit. Einmal eingestellt surrte die Kette ohne Nachjustieren bis zum Austausch nach 5.500 Kilometern. Gerade bei Hobbyfahrern mit wenig Freizeit ein großes Plus. Einziger Wermutstropfen bleibt das hohe Gewicht der Gruppe.

Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Funktional und ergonomisch steht sie der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Unser Eindruck: Die neuen Hebel lassen nun in jeglicher Griffposition eine perfekte Bedienung zu. Auch wurden die Oberflächen der beiden Schalttasten kontrastreicher gestaltet, so dass man noch einfacher fühlt, auf welcher Taste der Finger ruht. Auch wenn die Tasten etwas größer ausfallen als in der Vorversion, braucht es dennoch ein wenig Gewöhnung, um auch in stressigen Rennsitiuationen den gewünschten Schaltvorgang einzuleiten.

Sram Red 22 im Vergleich

Die leichteste Seriengruppe in unserem Test besticht durch ihre Funktionalität und ihr enorm geringes Gewicht. Im Test waren wir von der Bremsperformance auf Zipp 404 Firestrike Clincher Felgen überzeugt. Im Trockenen und selbst im Nassen war die Bremsperformance sehr zufriedenstellend und bestens dosierbar. Hierzu tragen jedoch auch die ergonomisch verbesserten Bremshebel bei, welche durch ein konturiertes Bremsgriffgummi fester in der Hand liegen und durch den längeren Hebel mehr Kraft übertragen können. Doch nicht nur das Bremsverhalten konnten verbessert werden, gerade das Schalten ist durch den längeren Schalthebel leichter geworden.

Die YAW-Technologie des Umwerfers eliminiert jedes Bedürfnis, den Umwerfer nachjustieren zu müssen, um ein Schleifen der Kette am Umwerfer zu verhindern. Die neue XG-Kassette ist leichter und vor allen Dingen leiser als das Vorgängermodell. Um dies abzumildern, hat die Sram XG Kassette nun zwischen den Gängen Elastomer-Ringe, welche die Geräuschkulisse nahezu eliminieren.

Shimano Dura Ace im Vergleich

Radprofis fahren immer das teuerste Material - sollte man meinen. Umso erstaunlicher ist es, dass einige Weltklasse Athleten die günstigere mechanische Dura Ace der elektronischen Dura Ace Di2 vorziehen. Der erste Eindruck der Dura Ace macht bereits deutlich, dass es sich hier um eine Topgruppe handelt. Nur bei Schaltwerk und Umwerfer wäre das Upgrade zur Di2 möglich, die übrigen Teile sind identisch und dementsprechend die Speerspitze der Shimano Road Gruppen. Edles Schwarz und auf Hochglanz polierte Oberflächen wechseln sich ab, ergänzt durch einen Hauch Carbon an Schaltwerkskäfig und Bremshebeln.

Bei der Kurbelgarnitur setzt Shimano weiterhin auf Aluminium, wodurch die Dura Ace die steifste Kurbel im Testfeld bleibt. Im Vergleich zur Vorgängerversion konnte durch die Vier-Arm-Bauweise Gewicht eingespart werden. Vom Gesamtgewicht der Sram Red ist die Dura Ace dennoch weit entfernt. Vorsicht ist geboten bei der Zugverlegung. Der Druckpunkt der Bremsen ist deutlich definiert, im Vergleich zur Konkurrenz fehlt es ab und an etwas an absoluter Bremskraft. Bei Dosierbarkeit und Nassbremsverhalten hat die Dura Ace die Nase jedoch weit vorn und bringt auch schwere Fahrer sicher zum Stillstand. Erfreulich ist der geringe Verschleiß.

Die Wahl der richtigen Gruppe

Die Schaltgruppe hat auf die Performance eines Rennrads maßgeblichen Einfluss. Man hat die Wahl zwischen Rennrad-Gruppen von Shimano, Sram oder Campagnolo. Bevor man sich näher mit Rennrad-Gruppen befasst, sollte erst einmal definiert sein, worum es sich dabei überhaupt genau handelt. Innenlager bzw. Hintergrund: Dass die Bremsen auch zur Rennrad-Gruppe gezählt werden, liegt an der gängigen Praxis, Komplettpakete aus Antrieb und Bremsen anzubieten. So gibt es zur Schaltgruppe in der Regel auch die passenden Bremsen.

Auch wenn man heutzutage durchaus verschiedene Einzelkomponenten miteinander kombiniert, sind Komplettgruppen üblich. Der Vorteil besteht darin, dass so die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.Durch die Kombination verschiedener Teile lassen sich dagegen Stärken einzelner Teile besser ausspielen. So erhält man im besten Fall eine individuell auf die eigenen Ansprüche abgestimmte Gruppe.Insgesamt gehört also alles, was das Fahrrad sich nach vorne bewegen lässt und es wieder zum Stehen bringt, zur Rennrad-Gruppe. Somit ist sie maßgeblich für die effiziente Fortbewegung und die Sicherheit verantwortlich. Aufgrund dessen erfährt sie an den stark performance-orientierten Rädern beim Radsport sowie beim Triathlon eine besondere Bedeutung.

Materialien und Qualität

Im Allgemeinen gilt der Grundsatz, dass die Qualität der Gruppe parallel zum Preis zunimmt. Je mehr man investiert, desto mehr Effizienz, Langlebigkeit und Leichtgängigkeit kann man auch erwarten. Wie bereits angedeutet, kommt es bei einer Rennrad-Schaltung stark auf die Details an. an der Kurbel befinden sich Kettenblätter bzw. An Rennrädern findet man üblicherweise vorne zwei Kettenblätter und hinten neun bis zwölf Ritzel. Aber hier gibt es zwischen den verschiedenen Modellen Unterschiede. Von elementarer Bedeutung für die Funktion der Rennrad-Schaltung ist natürlich der Schalthebel. Dieser befindet sich vorne an der gebogenen Seite des Lenkers.

Mechanisch vs. Elektronisch

In der Vergangenheit war der Markt bei den Rennrad-Schaltungen recht einfach zu überblicken. Man kam an der mechanischen Schaltung genauso wenig wie an der mechanischen Felgenbremse vorbei. Doch der Markt hat sich gewandelt, so dass einem gleich eine Reihe von Optionen erwartet. Genauso treten hydraulische Scheibenbremsen in Konkurrenz zu den immer noch stark verbreiteten Felgenbremsen. Bei diesem Thema ist allerdings Vorsicht geboten. Denn Scheibenbremsen und Felgenbremsen lassen sich nicht einfach gegenseitig tauschen.

Bei elektronischen Schaltungen sorgen dagegen elektronische Impulse dafür, dass das Schaltwerk und der Umwerfer betätigt werden. Das Schaltsignal wird dabei über Kabel bzw. Bei der elektronischen Schaltung handelt es sich zweifelsohne um die modernste Variante. Ist dieses Schaltsystem technisch interessant, so birgt es auch einige Vorteile. Ein etwaiges Nachjustieren entfällt. Das Schaltsystem lässt sich einfach und problemlos montieren. Dieses Schaltsystem ist leichter als ein mechanisches.

Mechanische Schaltungen sind weniger anfällig für Schäden. Für mechanische Schaltungen bekommt man vielerorts einen guten Service und leicht Ersatzteile. Mechanische Systeme sind deutlich günstiger als elektronische. Will man eine Empfehlung aussprechen, könnte man es sich einfach machen. Schließlich liegt es nahe, die teureren und modernen elektronischen Schaltsysteme vor allem Profis und ambitionierten Hobbyfahrern zu empfehlen. Denn die Frage des Komforts ist hier vielleicht noch entscheidender als das Niveau des Fahrers. So macht eine elektronische Schaltung die Gangwechsel deutlich leichter und präziser, was sich beim Fahren angenehm bemerkbar macht. Allerdings ist man bei einer elektronischen Schaltung nicht unbedingt schneller unterwegs.

Campagnolo im Vergleich zu Shimano und Sram

Shimano profitiert von seiner hervorragenden Stellung am Fahrradteile-Markt. In vielen Segmenten liegt der japanische Qualitätshersteller vorne, so auch bei den Schaltkomponenten. Bei den beiden Schaltgruppen Dura-Ace und Ultegra handelt es sich um die Top-Schalttechnologie von Shimano. Wer dagegen keine Spitzentechnologie wünscht, finden in der 105, der Tiagra oder der Sora preisgünstigere Einstiege in den Rennradsport.

Der US-Hersteller Sram hat sich bislang vor allem mit Spitzen-Komponenten im MTB-Bereich einen guten Namen gemacht. Allerdings macht Sram auch mit fortschrittlichen Technologien für Rennräder auf sich aufmerksam. Für jeden, der leichte Komponenten, hohe Präzision und Innovationen im Fahrrad-Bereich mag, ist Sram ein klingender Name.Dabei kommt das Unternehmen auf ausgefeilte, neue Lösungen und zieht seine Vorteile unter anderem aus der Adaption von MTB-Technologie in den Rennrad-Bereich.Auf diese Weise entstehen Schaltgruppen mit Alleinstellungsmerkmalen. Aufgrund dessen nimmt Sram eine sehr interessante Stellung bei der Schalt-Technologie für Rennräder ein und macht Shimano mächtig Konkurrenz.

Der italienische Hersteller Campagnolo konzentriert sich bei hochwertigen Schaltungen ganz auf den Rennrad-Bereich. Im Gegensatz zu den beiden Hauptkonkurrenten Shimano und Sram kann man hier also von einem Spezialisten sprechen.Dabei weist die Firma eine lange Tradition und ebenso viel Leidenschaft auf. Seit mehr als 80 Jahren treibt Campagnolo bereits Innovationen im Rennrad-Bereich voran. Ihre einmalige Tradition nutzen die Italiener für High-End-Gruppen.

Wie bereits erwähnt, hat Campagnolo lediglich fünf Gruppen im Angebot. Dabei konzentriert sich der Hersteller voll und ganz auf den High-End-Bereich, so dass man Einsteiger-Gruppen vergeblich sucht. Die Preise setzen bei Campagnolo höher als bei Shimano und Sram ein. Das liegt daran, dass hier bereits die vermeintlichen Einsteiger-Gruppen auf einem hohen Niveau liegen. So bringt auch die günstigste Gruppe Centaur herausragende Eigenschaften mit. Ein minimales Gewicht und maximale Effizienz: Die Super Record erfüllt Ansprüche der Extraklasse. Zweifelsohne bietet die Super Record den modernsten Stand der Technologie bei den Rennrad-Gruppen.

Preiswerte Alternativen

Die Top-Gruppen verkörpern das technisch Machbare, sind aber teuer. Für kleinere Budgets haben alle Hersteller auch preiswertere Ableger im Programm. Bei den elektronischen Schaltungen sind auch Stellmotoren, Akkus und Apps in der Regel identisch, es gibt also kaum Funktionseinbußen. Die Unterschiede liegen hauptsächlich im Gewicht: Günstigere Gruppen sind schwerer, da sie weniger hochwertige Materialien aufweisen. Auch die Oberflächen wirken oft weniger wertig, die Verarbeitung ist etwas einfacher.

Zur Funkschaltung Super Record WRL gibt es nur eine günstigere Alternative: Die Super Record S WRL ist nahezu baugleich, kommt mit einem anderen Finish und wiegt 150 Gramm mehr. Auf dem Preisniveau der Italiener lässt sich damit viel Geld sparen, der Listenpreis liegt bei knapp 4.000 Euro und damit 1.200 Euro unter der Super Record ohne „S“. Darunter hat Campagnolo noch mehrere rein mechanisch arbeitende Gruppen im Programm, deren Entwicklung schon einige Jahre zurückliegt: Von der extraleichten Super Record (ca. 3.500 Euro) bis zur einfachen Centaur (ca. 700 Euro).

Mechanische Schaltungen

Wie die Felgenbremsen werden auch mechanische Schaltungen an neuen Rennrädern zunehmend selten. Hochwertige, leichte Produkte bietet nur noch Campagnolo, sowohl für Scheiben- als auch für Felgenbremsen. Shimano hat die aktuelle 105-Gruppe mit zwölf Ritzeln als mechanische Version aufgelegt, allerdings ist sie nur noch mit Discs kompatibel.

Übersetzungstipps

Eng gestufte Gänge oder große Ritzel für leichte Berg­übersetzungen? Moderne Rennradgetriebe können vieles, aber auch mit zwölf Ritzeln leider immer noch nicht alles. Deshalb sollte der Antrieb auf die eigenen Anforderungen abgestimmt sein: Profis auf Flachetappen fahren große Kettenblätter und fein abgestufte Kassetten; für steile Berge ohne viel Training sind möglichst kleine ­Kettenblätter und Kassetten mit großen Ritzeln nötig, womit die Gangsprünge größer werden. Was am besten passt, ist also eine Frage der Leistung und der Strecke.

Für Käufer kompletter Räder erübrigt sich das Thema meist, weil passend zur Radkategorie schon das Richtige verbaut ist. Wer selbst konfigurieren muss, steht bei den neuesten Rennradgruppen vor einem Zahlenproblem: Die Zähnezahlen sind zwischen den Herstellern nicht mehr vergleichbar, die klassischen Abstufungen „Kompakt“ (50/34), „Semi-Kompakt“ (52/36) und „Standard“ (53/39 bzw. 54/40) gibt es nur noch bei Shimano.

Mit dem Anfangsritzel mit zehn Zähnen bei Campa und SRAM haben sich auch die Kettenblätter verkleinert, passend dazu gibt es andere Kassetten. Unsere Übersicht zeigt, welche Kurbel zu welchem Einsatzzweck passt und welche Kassette aus dem Angebot das am besten ergänzt.

Was gehört zur Komplettgruppe?

Komplettgruppen für Rennräder bestehen in der Regel aus Schaltung und Bremsanlage - im Detail heißt das also aus Kette, Kassette, Kurbeln, Schaltwerk, Umwerfer, Schaltbremsgriffen und Bremsen. Die Vorteile der Schaltgruppen gegenüber einzeln ausgewählten Komponenten liegen auf der Hand: die Gruppe ist günstiger und alle Teile passen zueinander - funktional wie optisch. Je nach Ausführung kann der Lieferumfang allerdings abweichen, daher solltest Du die Produktbeschreibung bei uns im Shop genau lesen.

Bei Schaltgruppen mit nur einem Kettenblatt ist natürlich kein Umwerfer dabei. Neben Komplettgruppen findest Du im Shop auch sogenannte Upgrade-Kits. Sie erleichtern es Dir, bestimmte Teile Deines Antriebs aufzurüsten und andere weiterzuverwenden. Wenn Du nur verschlissene Ritzel und eine abgenutzte Kette wechseln möchtest, dann schau Dir ruhig mal die Verschleißsets an!

Die richtige Übersetzung für Dein Rennrad

Die meisten aktuellen Rennradgruppen kommen mit zwei Kettenblättern an der Kurbel und Kassetten aus elf oder zwölf Ritzeln. Alle drei großen Hersteller - Shimano, SRAM und Campagnolo - bieten Gruppen mit Umwerfer an. Der Vorteil an der bewährten Technik mit zwei Kettenblättern: Die Kassette kann fein abgestuft sein und Du hast trotzdem eine ausreichende Übersetzungsbandbreite.

SRAM hat außerdem Rennradgruppen mit Einfachkurbel im Programm. Die Schaltung wird durch den Verzicht auf den Umwerfer leichter und unkomplizierter. Allerdings ist die Abstufung der Gänge nicht so graduell, da die Spreizung zwischen dem kleinsten und größten Ritzel größer ausfällt, um die nötige Übersetzungsbandbreite zu gewährleisten. Du fährst auch mal Feldwege oder mit Bikepacking-Taschen und suchst eine robuste Schaltung mit leichter Übersetzung für Dein All-Road-Bike? Dann lohnt sich auch ein Blick auf unsere Auswahl an Gruppen für Cyclocross- und Gravelbikes. Mit einer 2-fach Kurbel kombinierst Du eine hohe Übersetzungsbandbreite mit einer feinen Abstufung der Gänge.

Mechanisch oder elektrisch schalten?

Der grundlegende Unterschied zwischen diesen Systemen besteht in der Übertragung des Schaltimpulses an Schaltwerk und Umwerfer. Folgende drei Möglichkeiten bestehen:

  • Mechanisch: über ein System von Schaltzügen
  • Elektronisch: über Kabel oder Funk
  • Hydraulisch: durch Hydraulikflüssigkeit in speziellen Hydraulikleitungen

Vor- und Nachteile mechanischer Rennradschaltungen:

  • + Gewicht
  • - Verschleiß der Züge
  • + Leichte Reparatur unterwegs (z.B. bei gerissenen Zügen)
  • - Schwergängig bei ungünstiger Verlegung der Züge
  • + (relativ) preiswert

Die klassische Rennradschaltung wird mechanisch angesteuert. Durch einen Schalthebel wird der Schaltzug um eine definierte Strecke verkürzt und verlängert. Dies löst eine seitliche Bewegung von Schaltwerk oder Umwerfer aus, die Kette "wandert" entsprechend auf ein anderes Ritzel oder Kettenblatt.

Vor- und Nachteile elektronischer Rennradschaltungen:

  • + Stets optimale Funktion
  • - Abhängigkeit von Stromquelle
  • + Relativ unempfindlich gegen Schmutz
  • - Reparatur unterwegs kaum möglich
  • - Meist höheres Gewicht als mechanische Schaltungen

Hier wird durch die Betätigung des Schalthebels ein elektronischer Impuls abgegeben. Dieser Impuls wird per Funk oder über eine Kabelverbindung an Schaltwerk oder Umwerfer weitergeleitet. Dort sorgt dann ein kleiner Elektromotor für die entsprechende seitliche Bewegung, welche die Kette auf ein anderes Zahnrad springen lässt.

Vor- und Nachteile hydraulischer Rennradschaltungen:

  • + Stets optimale Funktion
  • - Reparatur unterwegs kaum möglich
  • + Tausch oder Nachstellen von Zügen nicht nötig
  • - Höheres Gewicht als mechanische Schaltungen
  • + Weniger anfällig, schwergängiger in der Funktion als mechanische Schaltungen

Hier wird der „Befehl“ zum Schaltvorgang durch Hydraulikflüssigkeit weitergeleitet.

Felgenbremse oder Disc?

In Sachen Bremsen hat es in den letzten Jahren interessante Entwicklungen am Rennrad gegeben. Lange Zeit war die (mechanische) Felgenbremse am Rennrad alternativlos. Seit ungefähr fünf Jahren werden immer mehr Rennräder mit (hydraulischen) Scheibenbremsen angeboten, sodass nun zwischen zwei Systemen mit ihren Vor- und Nachteilen gewählt werden kann:

  • Felgenbremse
  • Scheibenbremsen

Vor- und Nachteile von Felgenbremsen:

  • + geringes Gewicht
  • - Geringe Bremskraft bei nassen Verhältnissen
  • + leichte Wartung
  • - Verschleiß von Felgen

Vor- und Nachteile Scheibenbremsen:

  • + hohe, zuverlässige Bremskraft bei allen Wetterverhältnissen
  • - Schwerer als mechanische Felgenbremsen
  • + kein Verschleiß der Felgen
  • - Neigen unter nassen Bediengungen gelegentlich zum quietschen
  • - Unterwegs kaum zu reparieren

Kompatibilität der Kassette zum Freilaufkörper

Beachte die Kompatibilität der Kassette zum Freilaufkörper bei der Wahl Deiner Komplettgruppe. Wenn Du die Artikelbezeichnungen im Shop aufmerksam liest, wirst Du feine Unterschiede feststellen. Hier unterscheiden wir nach Anzahl der Gänge, Abstufung der Kettenblätter und Art der Bremse. Direct Mount bezieht sich auf Felgenbremsen. FM und PM sind die unterschiedlichen Scheibenbremssättel - Flatmount und Postmount.

Werkzeuge für die Montage

Zur Montage benötigst Du einige Werkzeuge, bei denen Du auch die Kompatibilität mit den aktuellen Komponenten beachten solltest. So funktionieren zum Beispiel viele alte Kettennieter nicht mit den schmalen Ketten aktueller Gruppen. Mit dem passenden Kassettenabzieher und einer Kettenpeitsche wechselst Du die Kassette. Eine Kettenschlosszange hilft beim Öffnen von Kettenschlössern. Wenn Du Dich für eine Gruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen entschieden hast, dann lohnt die Anschaffung eines Entlüftungs-Kits, um bei Bedarf Leitungen kürzen und die Bremsanlage warten zu können.

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