Campagnolo Vento Laufräder im Test: Eine umfassende Analyse

Laufräder aus dem Hause Campagnolo sind heute nicht mehr aus dem Radrennsport wegzudenken. Tullio Campagnolo, selbst ein begeisterter Rennfahrer, legte 1933 mit der Erfindung des Schnellspanners für Fahrradnaben den Grundstein für das heute weltweit tätige Unternehmen. Ein weiterer Geniestreich war die Entwicklung der Parallelogramm-Gelenkschaltung, die bis heute die Grundlage aller Kettenschaltungen darstellt. Für Campagnolo steht die höchste Qualität seiner Produkte immer im Vordergrund. Schon bei der Entwicklung neuer Komponenten und Materialien stehen Funktionalität und Sicherheit an oberster Stelle.

Technologie und Innovationen bei Campagnolo Laufrädern

Nicht nur im sichtbaren Bereich sind die Campa Laufräder eine Klasse für sich. Es ist die Fülle an Innovationen und Optimierungen bis ins kleinste Detail, die aus einer Felge ein Hightech Spitzenprodukt macht. Kugeln und Lager aus Keramik und Spezialstahl, Konuslagerung, Aluminiumachsen, Oversize Flansch auf der Antriebsseite, dynamische Felgenauswuchtung sowie die spezielle Bearbeitung der Bremsflächen bei Carbonfelgen sind nur einige der Features, die den Campagnolo Laufrädern zu ihrer einzigartigen Performance verhelfen.

Felgenprofile und Einsatzzweck

Je nach Einsatzzweck hat Campagnolo Laufräder mit unterschiedlich hohen Felgenprofilen im Angebot. Die hohen Profile ab 50mm sind hierbei in Aerodynamik und Kraftübertragung konsequent auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt. Die niedrigeren Felgenprofile eignen sich durch ihr geringeres Gewicht und das bessere Handling eher für Berg- und Langstreckenfahrten. Der Allrounder unter den Laufrädern hat bei Campagnolo eine Felgenprofilhöhe von 35mm - 50mm. Sie bringt auch eine Menge Vorteile hinsichtlich Gewicht, Seitensteifigkeit und Energieübertragung mit sich. Die Hinterradspeichen sind asymmetrisch angeordnet und kompensieren dadurch einseitig wirkende Kräfte.

Campagnolo Laufräder für Einsteiger und Hobbyradler

Das breite Portfolio an verschiedenen Laufrädern aus Alu, Alu/Carbon Mix oder Vollcarbon erlaubt es auch Einsteigern und Hobbyradlern mit den innovativen Spitzenlaufrädern von Campagnolo unterwegs zu sein. Und die Investition in gute Laufräder lohnt sich in jedem Fall, was wir bereits in unserem Februar-Blogartikel „LAUFRÄDER - TUNING FÜRS BIKE“ beschrieben haben.

Test von Alltags-Laufrädern: Campagnolo Vento im Vergleich

Im Hochpreisbereich sind Systemlaufräder etabliert. Aber wie gut sind die günstigeren Modelle? Wir haben zwölf Laufradsätze zwischen 100 und 350 Euro in Labor und Praxis getestet. Unter den getesteten Laufrädern befanden sich auch die Campagnolo Vento. Wie jedes Jahr hatten wir den Teilnehmern des TOUR-Trainingscamps auch Test-Laufräder bereitgestellt. Doch es dauerte eine Weile, bis sich genügend Testfahrer fanden. Ganz offensichtlich übten die zwölf Laufradsätze zwischen 100 und 350 Euro nicht die Anziehungskraft der sündteuren Kohlefaserräder aus - zu Unrecht. Denn wie sich am Ende der Testwochen herausstellte, funktionierten die Räder problemlos. Jeweils zwei Sätze wurden sogar rund 1.500 Kilometer gefahren, ohne dass es zu Ausfällen oder Auffälligkeiten gekommen wäre.

Weitere getestete Alltags-Laufräder

Neben den Campagnolo Vento wurden folgende Laufräder im Alltagstest berücksichtigt:

  • A Class ALX 440 SL
  • Campagnolo Scirocco
  • Easton Vista SL
  • Fulcrum Racing 5 Evolution
  • Fulcrum Racing 7
  • Mavic Aksium
  • Mavic Ksyrium Equipe
  • Ritchey Pro
  • Shimano WH-R 550
  • Shimano WH-R 561
  • Xtreme Light Wheels

Wettkampflaufräder im Test: Grenzen des Machbaren

Wenn jede Sekunde zählt, schlägt die Stunde der Wettkampflaufräder. Sieben Radsätze zwischen 499 und 2.750 Euro zeigen die Grenzen des technisch Machbaren - und Sinnvollen. Die Räder verlangen viel Nachsicht für die Unzulänglichkeiten von Carbon - und Weitblick oder Mut beim Anbremsen von Kurven. Für die anderen Carbonräder im Test gilt das in Abstufungen ähnlich.

Getestete Wettkampflaufräder

Folgende Wettkampflaufräder wurden getestet:

  • American Classic 420
  • Citec 6000 CX Carbon
  • Corima Aero
  • Mavic Cosmic Carbon Ultimate
  • Roval Rapid Star Carbon
  • Xentis Mark 1 TT
  • Zipp 808

Laufrad-Lexikon: Hintergrundinformationen

Speichenlaufräder sind komplexe, erstaunlich robuste, aber auch sehr unterschiedliche Gebilde. Felge, Nippel, Speichen, Naben und Einspeichmuster sind für optimale Funktion aufeinander abgestimmt. Optimierungsziele können Aerodynamik, Gewicht oder besondere Robustheit sein.

Vorteile von Systemlaufrädern

Sie laufen dauerhaft rund, sind haltbar, wartungsarm, und - im Gegensatz zu klassischen Laufrädern - leichter und aerodynamisch besser. Nachteil: die Ersatzteilversorgung. Daher sollte man schon beim Kauf einzelne Ersatzspeichen und -nippel mitbestellen.

Einfluss der Felgenform

Die Felgenform bestimmt maßgeblich die Aerodynamik des Laufrads. Profile mit tropfenförmigem Querschnitt sind besser als solche mit kantigem. Bereits 24 Millimeter hohe Felgen können aerodynamisch gut sein (z.B. Shimano WH-R 550). Zunehmende Höhe verbessert die Aerodynamik meist, wobei es aber auch auf das Felgenprofil ankommt. Mit dem Volumen nimmt auch die Steifigkeit der Felgen zu, Aero-Felgen kommen daher mit weniger Speichen aus.

Warum sind Hinterräder fast immer weniger steif als Vorderräder?

Das Hinterrad wird durch den Zahnkranz asymmetrisch: Auf der Antriebsseite stehen die Speichen viel steiler und müssen daher höher vorgespannt werden, um die Felge mittig zwischen den Ausfallenden zu halten. Der Speichenwinkel hat großen Einfluss auf die Steifigkeit. Asymmetrische Felgen erlauben einen günstigeren Speichenwinkel auf der Antriebsseite.

Haben gerade Speichen Vorteile?

Bei konventionellen Laufrädern treten Speichenbrüche meist im Speichenbogen oder im Übergang von Speichengewinde und Schaft auf. Viele Systemlaufräder haben keine Speichen mit Bögen mehr - und damit eine potenzielle Schwachstelle weniger. Allerdings können auch geraden Speichen die Köpfe wegplatzen - eine Frage der Fertigungsqualität.

Welche Bedeutung haben Speichenform und -zahl?

Klassische Rundspeichen funktionieren am besten, wenn sie als Dehnschrauben ausgelegt und im Mittelteil dünner als an den Enden sind. Aerospeichen sind in der Mitte flach geschmiedet. Die Speichenzahl kann zugunsten der Aerodynamik und des Gewichts reduziert werden, wenn die Felge entsprechend steif ist.

Warum sind bei Hinterrädern mal der rechte und mal der linke Flansch radial gespeicht?

Zwei Philosophien dazu: 1. Zahnkranzseite radial speichen, damit nur die schwächer vorgespannten Zugspeichen des linken Flansches das Drehmoment übernehmen. 2. Zahnkranzseite gekreuzt einlegen und dort direkt das Drehmoment übertragen. Ist der Nabenkörper entsprechend steif, können auch beide Flansche das Drehmoment übertragen, wenn beide gekreuzt eingespeicht sind. Da das Kräfteverhältnis im Laufrad komplex ist und von vielen Details abhängt, lässt sich keine Aussage zugunsten einer der Varianten treffen.

Warum ist an manchen Hinterrädern der linke Flansch nach innen versetzt?

Neben zu hoher kann auch zu niedrige Speichenspannung Probleme bereiten, die aus dem flacheren Speichenwinkel am linken Flansch folgt. Ist die Spannung zu niedrig oder die Speiche unelastisch, kann die Spannung auf Null fallen, wenn das Rad im Bodendurchgang abflacht - die Bruchgefahr der Speiche steigt. Zwei Gegenstrategien: Links weniger Speichen einsetzen als rechts - wodurch die Spannung in der einzelnen Speiche steigt (Campa). Oder den linken Flansch nach innen setzen und die Speichen ähnlich steil stellen wie auf der Zahnkranzseite (American Classic).

Erfahrungen und Meinungen von Nutzern

Viele Radfahrer haben ihre Erfahrungen mit verschiedenen Laufrädern geteilt. Hier sind einige Meinungen und Konfigurationen, die in Diskussionen erwähnt wurden:

  • Mavic Ksyrium Elite/Aksium: Oft als Trainingslaufrad genutzt, aber es gab auch Berichte über Speichenrisse.
  • Campagnolo Eurus: Sehr beliebt und geschätzt.
  • Citec 3000/Cosmic Carbone: Robuste Option mit guter Aerodynamik, geeignet für schwerere Fahrer.
  • Zipp 404: Alltagstauglich und pflegeleicht, besonders in der Schlauchreifenversion.

Einige Nutzer bevorzugen Laufräder mit geraden Speichen (Campa HPW Naben, Citec, Cosmic Carbone), um Speichenbrüche am Bogen zu vermeiden. Andere legen Wert auf silberfarbene Laufräder, obwohl Carbon und Aluminium in Schwarz bzw. Silber üblicher sind.

Weitere Laufrad-Optionen im Überblick

Der Markt bietet eine Vielzahl von Laufrad-Optionen für unterschiedliche Anforderungen und Budgets. Hier eine Übersicht über einige interessante Modelle und Marken:

Laufrad Modell Besonderheiten Einsatzbereich
Aurum Magma V2 Enorme Rahmensteifigkeit, Race-Ausrichtung Rennen
Cervélo Caledonia-5 Komfortorientierte Geometrie, Allroad-Eigenschaften Allroad
Storck Aerfast.5 Pro Top-Aerodynamik, Rahmensteifigkeit Rennen
Baldiso One Extrem leicht, steif, hoher Fahrkomfort Rennen
Basic Gravelbike Shimano GRX Agil, laufruhig, hochwertige Ausstattung Gravel
Argon 18 Sum Kombination aus Aerodynamik und Leichtgewicht Rennen
Storck Grix.2 Pro Vielseitig, aerodynamisch, agil Gravel
Rennstahl 853 Gravel Vielseitig, komfortabel, agil (Stahlrahmen) Gravel
Falkenjagd Aristos R Trail Gravel Hochwertiger Titan-Rahmen, ausgewogene Fahreigenschaften Gravel
Parapera Atmos² Campa SR WL Leicht, aerodynamisch, ausgewogen Allroad

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