Die Vorfreude auf eine Reise mit dem Motorrad ist gigantisch. Damit das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit auch während der Tour anhält, ist eine sinnvoll gefüllte Seitentasche das A und O. Nicht zu voll soll sie sein, aber es darf auch nichts Wichtiges fehlen. Welche Utensilien für deinen Motorradausflug ins Gepäck gehören, kannst du den Packlisten entnehmen.
Die richtige Ausrüstung für deine Motorradtour
Wer sich treiben lassen möchte ohne Buchungstermine und allzu festgelegte Reiserouten, für den ist eine Motorradtour in Kombination mit Camping möglicherweise das Richtige. Denn Campingplätze finden sich nahezu überall und auch die nötige Campingausrüstung am Motorrad ist schnell verstaut. Damit Eure Reise kein Reinfall wird, solltet Ihr vor der Abfahrt überprüfen, ob an Eurer Maschine alles in Ordnung ist. Ihr kennt Euer Modell zudem am besten: Je nach Eigenarten und Anfälligkeiten solltet Ihr entsprechendes Werkzeug und Ersatzmaterial auf der Tour dabei haben.
Basics für die Campingausrüstung
- Zelt, Schlafsack und Co.
- Tankrucksack
- Boden- bzw. Isomatte
- Benzin- oder Gaskocher
- Campingdusche
Geld & Finanzen
Auf jeder Tour solltest du ausreichend Geld einstecken haben und zwar am besten in den verschiedensten Formen. So ist der Kaffee an der Raststecke ebenso gesichert (Bargeld) wie ein spontaner Shoppingtrip (Kreditkarte). Vielleicht möchtest du auch Eintrittskarten für ein Museum kaufen, das dir auf deiner Route begegnet?
Hygiene
Mehrtägige Touren mit dem Motorrad solltest du nicht ohne deine Kulturtasche unternehmen. So startest du jeden Morgen frisch durch und fühlst dich pudelwohl in deiner Haut. Wer weiß, wem man an so einem Reisetag begegnet? Eine Auswahl an praktischen Artikeln zur Körperpflege solltest du also immer griffbereit verstauen.
Essen / Trinken
Niemals sollte man die Macht des Hungers unterschätzen! Wer mit hungrigem Magen unterwegs ist, wird keinen rechten Spaß an seiner Tour haben und der Stopp an einem Supermarkt ist auch eher nervig als angenehm. Besser du packst dir eine Kleinigkeit zu essen ein und eine Flasche Wasser, wenn du mit dem Motorrad unterwegs bist.
Medikamente / Apotheke
Manchmal ist es wie verhext und ausgerechnet im Urlaub ereilen dich Kopfschmerzen oder eine Zecke beißt zu. Gerade im fremdsprachigen Ausland kann so eine Kleinigkeit kompliziert werden. Da hilft es, selbst eine Reiseapotheke im Gepäck zu haben, um kleine Wehwehchen fix selbst zu behandeln.
Sonstiges
Wenn du bis hierhin alles Wichtige für die Fahrt zusammen hast, fehlen eigentlich nur noch individuelle Kleinigkeiten. Je nach Platz in deinem Gepäck kannst du beispielsweise noch einen E-Book-Reader oder einen Regenschirm einpacken. Für das perfekte Selfie mit dem Motorrad nimm auch einen Selfiestick mit auf die Reise.
Technische Ausrüstung
Nun noch einige technische Ausrüstungsgegenstände, die auf deiner Motorradtour von Nützen sein könnten:
- Ladegerät für Smartphone, Kamera etc.
Zelten / Schlafen
Urlaubszeit ist Motorradzeit und die perfekte Gelegenheit fürs Camping, denn so kannst du mit deinem Motorrad ganz flexibel deine Lieblingsziele ansteuern und dein Zelt auf dem Campingplatz aufschlagen. Die Reiseplanung mit dem Zelt im Gepäck hat auch einen großen Vorteil: sie ist vergleichsweise günstig. Wichtig ist nur, dass du deine Ausrüstung fürs Camping mit an Bord hast.
Motorrad fahren - Basics
Zur Grundausstattung deiner Tour gehört natürlich dein bester Freund: dein Motorrad. Zudem darf ein verkehrstüchtiger und ansehnlicher Motorradhelm auf keinen Fall fehlen. Er dient zum einen als Kopfschutz, macht zweitens deinen individuellen Look aus und zum dritten bietet er Stauraum für tolle Accessoires wie eine Freisprechanlage.
Motorrad fahren - Zubehör
Mit dem richtigen Zubehör wird deine Motorradfahrt noch schöner. Ob Sprechanlage, Actioncam oder Handyhalterung - Welches Motorradzubehör eingebaut oder mitgenommen wird, ist eine persönliche Entscheidung je nach deinen Vorlieben beim Fahren. Mit Miniblinkern beispielsweise sieht dein Motorrad sehr viel cooler aus und eine Fahrt unter dem Sternenhimmel macht extra viel Spaß. Zudem lohnt es sich z. B., angenehme Motorradgriffe zu verbauen. Sie geben nicht nur festen Halt, sondern ermöglichen eine sehr bequeme Fahrt, sogar wenn der Untergrund einmal holpriger wird.
Navigation
Es ist empfehlenswert, dir im Vorfeld genau anzuschauen, welche Route du fahren möchtest und dir einige Zwischenstopps einzuprägen. Natürlich hat auch eine „Fahrt ins Blaue hinein“ seinen Reiz, doch es fährt sich deutlich entspannter, wenn du ungefähr weißt, wie du auf deiner Tour fahren möchtest. In deine Packliste gehören auf jeden Fall Geräte, welche dir die Navigation erleichtern, oder die gute alte Landkarte.
Strom
Damit deinen technischen Geräten wie dem Smartphone oder dem Navigationsgerät nicht der Saft ausgeht, solltest du sie auch unterwegs mit Strom versorgen können. Für manche Motorradfahrer gehören das Ladegerät oder die Powerbank zu den wichtigsten Utensilien auf einer Tour.
Taschen / Transport
Eines der interessantesten Themen bei einer Reise mit dem Motorrad ist der Transport. Wohin packen Motorradfahrer alles das, was sie auf ihrer Tour mitnehmen wollen? Hier haben sich schlaue Köpfe inzwischen sehr praktische Lösungen einfallen lassen angefangenen bei der Motorradtasche über die Satteltasche bin zum Motorradträger. Du kannst dein Gepäck an ganz verschiedenen Stellen deines Motorrads verstauen, solltest aber immer die vom Hersteller angegebene Lademenge im Blick behalten und austesten, wie sich dein beladenes Motorrad beim Fahren verhält.
Kleidung für die Fahrt
Spezielle Motorradkleidung sieht nicht nur sexy aus, sondern bietet dir auch Schutz bei Stürzen. Ob deine Kleidung aus Leder oder aus Textilien besteht, ist ganz deinem eigenen Geschmack und Wohlbefinden überlassen. Neben Motorradjacken und Motorradhosen wirst du auch Funktionswäsche für längere Touren zu schätzen lernen. Festes Schuhwerk oder stylische Stiefel gehören selbstverständlich zur Grundausstattung.
Weitere Kleidung
Kleider machen Leute. Unter der Schutzkleidung trägst du während der Fahrt Klassiker wie T-Shirts und lange Hosen, bei denen der Style recht egal ist, weil sie niemand zu sehen bekommt. Am Reiseziel angekommen, solltest du dir jedoch geschmackvolle Kleidung überwerfen können. Vergiss also nicht dein Lieblingsshirt, denke im Sommer an kurze Hosen oder Röcke und pack dir im Winter einen kuschligen Schal ein.
Pausen
Der Fahrspaß wäre nur halb so schön ohne die Pausen zwischendurch, in denen man sich die Beine vertreten kann, eine Kleinigkeit isst oder die Seele baumeln lässt. Auch der Griff zum Buch oder zu einer Zeitschrift ist für viele eine Wohltat.
Fotografie auf der Tour
Wenn jemand eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Und was macht eine Erzählung lebendig? Die zugehörigen Fotos. Aus diesem Grund solltest du unbedingt eine Digitalkamera einstecken haben, wenn du auf Motorradausfahrt gehst. Profis halten ihre Route sogar mit einer Actioncam fest und schneiden sie zu Hause zu einem spannenden Clip zusammen. Instagram wird deine Pics lieben!
Sicherheit
Ob auf dem Zeltplatz oder auf einem öffentlichen Parkplatz, es empfiehlt sich, das Motorrad sowie dein Gepäck gesondert gegen Diebstahl abzusichern. Hier hilft ein Bremsenschloss sowie ein Kabelschloss und mit einem Tankschloss kannst du sogar deine Sprintvorräte vor Dieben schützen.
Notfallausrüstung auf der Tour
Ein kaputtes Motorrad, ein Loch im Rucksack oder sonstige Notfälle kannst du auf deiner Reise nicht gebrauchen, doch manchmal ist der Wurm drin. Du brauchst also ein besonderes Equipment, um im Fall der Fälle kleinere Schäden selbst beheben zu können.
Ersatzteile
Du kannst zwar nicht für jede Eventualität das passende Ersatzteil parat haben, aber die gängigen Teile werden dir ihren Nutzen erweisen. Motorradbatterien und Birnen lassen sich zwar auch vor Ort kaufen, doch du sparst dir Zeit und Nerven, wenn du nicht nach einem entsprechenden Geschäft Ausschau halten musst. Gerade im Ausland kann es auch anstrengend sein, sich verständlich zu machen und zu erklären, was genau man sucht. Hinzu kommt die Gefahr, dass die Ersatzteile im Ausland deutlich teurer sind.
Winterfahrt mit dem Motorrad: Eine spezielle Herausforderung
Die Allerwenigsten werden vermutlich Ambitionen haben, sich bei zweistelligen Minusgraden aufs Motorrad zu setzen. Viele Jahre hielt ich diese Idee selbst für völlig bescheuert. Warum sollte man dies freiwillig tun? Ich habe es nie verstanden. Bis ich es selbst gemacht habe…Mich haben die Stille, die Einsamkeit, die winterliche Landschaft ja und auch die extremen äußeren Umstände so sehr fasziniert, dass ich bereits die nächste Reise in der kalten Jahreszeit plane.
Bei einem solchen Unterfangen ist es jedoch äußerst wichtig, sich im Vorfeld Gedanken, um die Ausrüstung zu machen. Fehler werden bei eisiger Kälte auch eiskalt bestraft. Die Bekleidung ist neben den Spikes und ein paar wenigen anderen technischen Dingen, zu denen ich später komme, der mit Abstand wichtigste Punkt, auf den man sich bei der Vorbereitung konzentrieren muss. Es gilt zu vermeiden, auszukühlen und trotz der dicken Kleidung noch so beweglich zu sein, dass man das Motorrad auch noch fahren kann.
Hier eine Auflistung der Dinge, die ich unterwegs dabeihatte und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.
Bekleidung für Winterreisen (von Kopf bis Fuß)
Kopf
Neben einer Sturmhaube und einem warmen Halstuch aus Merinowolle, ist vor allem ein Heizvisier unverzichtbar. Ohne dieses Teil sollte man auf keinen Fall aufbrechen. Es verhindert, dass die Atemluft im Inneren des Helmes binnen Sekunden gefriert und man folglich nichts mehr sehen kann. In solch einer Situation das Visier einfach zu öffnen ist enorm gefährlich, da es zu folgenschweren Erfrierungen an den Augen kommen kann.
Folgende Ausrüstung hatte ich dabei, um den Kopf zu schützen:
- Helm: Scorpion ADX-1
- Beheiztes Visier: Scorpion Visier
- Sturmhaube Merinowolle: Balaclava 200
- Sturmhaube: Sturmhaube 365
- Halstuch: Schlauchtuch Merino 365
Oberkörper
Am Oberkörper merkt man am schnellsten, ob man warm genug gekleidet ist. Der eisige Wind versucht permanent in die Kleidung zu kriechen. Das altbewährte Zwiebelprinzip habe ich noch nie zuvor als so wirksam erlebt, wie auf dieser Reise. Ich habe folgendes getragen:
- Unterhemd: Woolpower 200 T-Shirt Men
- T-Shirt: Icebreaker Oasis
- Dünner Pullover: Underwear Shirt Merino 365
- Dicker Pullover: Woolpower 600 Jacket
- Heizweste: Deerhunter (mit Powerbank)
- Daunenjacke: The North Face M Summit Down
- Motorradjacke: iXS Thermojacke (Prototyp)
Auf meiner Reise war es mit knapp - 20 Grad als kälteste Temperatur nie so kalt, dass ich alles übereinander hätte tragen müssen. Jeder sollte selbst heraus finden, was für ihn am besten passt. Wichtig ist vor allem auch, dass die Motorradbekleidung, also die äußerste Schicht, weit geschnitten ist, damit sich die Körperwärme besser verteilen kann.
Mit einer Daunenjacke unter der Motorradjacke habe ich besonders gute Erfahrungen gemacht. Auch die beheizte Weste, die über eine Powerbank betrieben wird, kann ich nur “wärmstens” empfehlen.
Hände
Viele kennen das: kalte Finger machen beim Motorradfahren keinen Spaß. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erst recht nicht! Ich habe meine Hände wie folgt warmgehalten:
- Beheizte Handschuhe bei Temp. unter -5 Grad: Tour LT HEAT ST
- Fleece Handschuhe bei Temp. über -5 Grad: Fleecehandschuhe
- Lenkerstulpen: Wunderlich Motorrad Lenkerstulpen
Um die Hände warm zu halten sind neben den entsprechenden Handschuhen Lenkerstulpen und eine Griffheizung unverzichtbar. Die Hände würden im Fahrtwind sonst so schnell auskühlen, dass man selbst mit den wärmsten Handschuhen nicht gegensteuern kann. Mit zusätzlich angeschalteter Griffheizung hatte ich in den Lenkerstulpen bei Temperaturen bis ca. -5 Grad mit dünnen Fleece-Handschuhen noch schön warme Finger.
Unterkörper
- Unterhose: Icebreaker Merino
- Lange Unterhose: iXS Underwear Hose Merino 365
- Dünne Trekkinghose: North Face Convertible
- Lange Daunenunterhose: Tentock Wintesport Hose
- Motorradhose: iXS Thermohose (Prototyp)
Auch hier habe ich, wenn es richtig kalt wurde, gute Erfahrungen mit der langen Daunenhose gemacht. Ansonsten habe ich unter der Motorradhose eine dünne Trekkinghose über der Unterwäsche getragen. Dies wärmt zusätzlich ein wenig, hatte aber den Hintergrund, dass ich mich bei Pausen in Raststätten oder Restaurants (bei denen man die dicke Oberbekleidung ausziehen sollte) nicht in der Unterhose irgendwo hinsetzen musste.
Füße
Kommen wir zu den Füßen. Ich hasse es, wenn diese nass, kalt oder schlimmer noch, beides sind. Doch die Füße sind bei Temperaturen bis - 20 Grad mit der richtigen Ausrüstung relativ leicht warm zu halten. Mit normalen Motorradstiefelen wäre dies in meinen Augen absolut unmöglich. Es führt also kein Weg an speziellen Polarstiefeln vorbei.
- Stiefel: Sorel GLACIER XT
Als ich die Stiefel zum ersten Mal gesehen habe, fragte ich mich, wie ich man mit diesen Teilen Motorrad fahren kann. Es ging aber problemlos, auch ohne die Fußrasten anders einzustellen. Laut Hersteller sind mit diesen Stiefeln Temperaturen bis -72 Grad möglich. Mit zwei Paar Woll-Socken übereinander in den Polarstiefeln hatte ich kein einziges Mal kalte Füße.
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