Canyon E-Mountainbikes und das Torque CF 8 im Test

E-Mountainbikes (E-MTBs) gehören zu den Trendsettern unter den E-Bikes. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die Natur auf zwei Rädern zu erleben. Dank des elektrischen Antriebs lassen sich auch steile Anstiege mühelos bewältigen, was längere und anspruchsvollere Touren ermöglicht.

Egal, ob Anfänger oder erfahrener Biker, das E-MTB bietet ein einzigartiges Fahrerlebnis mit zusätzlichem Komfort und Flexibilität. Aber auch wer nur in der Stadt unterwegs ist, wird die Vorzüge schnell zu schätzen lernen.

Grand Canyon:ON 8 - Der Testsieger im Kurzcheck

IMTEST stellt hier den Testsieger des Hardtail E-Mountainbike Vergleichstest, das Grand Canyon:ON 8 von Canyon, vor.

Imtest Ergebnis: gut 1,9

Produktdetails:

  • Motor: Bosch Performance Line CX, 85 Nm
  • Akku: 750 Wh
  • Gewicht: 24,3 kg / zul. Gesamtgewicht: 130 kg
  • Schaltung: Shimano Kettenschaltung, 12 Gänge
  • Federweg: 120 mm
  • Reifen: 29 Zoll
  • Preis: 2.999 Euro

So testet IMTEST E-Bikes

Alle E-Bikes durchlaufen ein spezielles Testverfahren, um sie vergleichbar zu machen. Auf der einen Seite müssen sie Prüfungen im international akkreditierten Labor von Qima durchlaufen, auf der anderen Seite werden sie ausgiebig auf dem IMTEST-Testparcours gefahren. Im Auftrag von IMTEST führt Qima Prüfungen bezüglich der Reichweite und Motorunterstützung sowie der Bremskraft durch.

Beim Reichweitentest, dem sogenannten R200-Test, erzielte das Canyon zwar nur die drittgrößte Weite von 97,3 Kilometern, trotzdem ist dies insgesamt ein sehr hoher Wert. Auch die Messung der Akkukapazität brachte mit 716 Wattstunden ein gutes Ergebnis hervor. Der ebenso ermittelte Energieverbrauch lag bei 7,4 Wattstunden pro Kilometer, der, wie bei allen anderen Rädern im Test, etwas hoch war.

Ausgestattet mit dem kraftvollen Motor der Bosch Performance Line CX mit 85 Newtonmetern, zeigte das Canyon auch bei der nächsten Prüfung, was in ihm steckt. Bei einer simulierten Bergfahrt, bei der das E-Bike über 20 Minuten eine sechs-prozentige Steigung fahren muss, wurde es von einem hohen Faktor von 3,6 unterstützt. Dabei kam es auf eine durchschnittliche Geschwindigkeit von schnellen 22,7 Stundenkilometern.

Diese Power spürt man durchaus beim Fahren, denn das Canyon schiebt einen fast mühelos jegliche Hügel hoch. Auch der Antritt an sich ist gerade in der höchsten Unterstützungsstufe sehr spritzig.

Das Canyon Grand Canyon:ON 8 verspricht eine Menge Fahrspaß, gerade im Gelände. Da motorisierte Fahrräder nicht nur schneller unterwegs sind als herkömmliche Modelle, sondern auch meist mehr Gewicht auf die Waage bringen, ist es entscheidend, sich auf die Bremsen verlassen zu können.

Im Auftrag von IMTEST testet Qima auf einem speziellen Prüfstand die Bremsen vorne und hinten unter trockenen sowie nassen Bedingungen gemäß der Norm EN 15194. Mit einer Note von 2,4 konnte hier das Grand Canyon:ON 8 vor allen anderen vier Testkandidaten überzeugen.

Einzigartiges Fahrgefühl

Ein Fahrgefühl ist nicht immer leicht zu beschreiben, aber es gibt dennoch Merkmale, die einem direkt ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die 29-Zoll-großen, knapp 62 Millimeter-dicken Reifen bügeln in Kombination mit der Federgabel mit 120 Millimeter Federweg gekonnt jede Unebenheit aus. Da ist es egal, ob man in der Stadt auf Kopfsteinpflaster unterwegs ist oder auf dem nächsten Feldweg.

Die Pneus bieten daher nicht nur eine Menge Komfort, sondern auch Sicherheit, in Kurven ebenso wie bei Steigungen oder auf nasser Fahrbahn. Darüber hinaus verhindert eine Art Schmirgelpapier an der Rückseite der Bremshebel versehentliches Abrutschen der Hand und ein Einschlagstopp ein Verdrehen des Vorderrads im Gelände.

Als Schaltung ist eine Kettenschaltung der Shimano XT-Reihe mit 1×12 Gängen verbaut, die sehr präzise und direkt agiert. Wie üblich bei Bosch-Antrieben, kann der Fahrer zwischen vier Unterstützungsstufen wählen, ebenso ist eine Schiebehilfe vorhanden.

Auf ein Display hat Canyon verzichtet, die Stufen lassen sich am Remote-Panel per farblicher LED-Anzeige ablesen. Wer mehr Informationen benötigt oder die Unterstützungsstufen individuell einstellen möchte, kann dies über die Bosch eBike Flow App machen.

Hochwertige Ausstattung zu attraktivem Preis

Das Canyon E-MTB bietet eine sportliche, aber trotzdem angenehme Sitzhaltung. Sattel und Lenkergriffe sind bequem, darüber hinaus kommt das Grand Canyon:ON 8 mit einer absenkbaren Sattelstütze. Die ist nicht nur für die Gewichtsverlagerung bei Geländefahrten zum Vorteil, sondern auch, wenn man in der Stadt an Ampelkreuzungen öfters mal anhalten muss.

Mit einem Gewicht von 24,3 Kilogramm gehört das Canyon zu den leichteren E-MTBs im Test und ist damit halbwegs gut zu handhaben, zur Lightweight-Klasse zählt es damit jedoch nicht. Als zulässiges Gesamtgewicht gibt der Hersteller 130 Kilogramm an.

Aktuell ist das E-Bike in Onlineshop von Canyon auf 2.999 Euro reduziert, ein sehr attraktiver Preis hinsichtlich der hochwertigen Ausstattung.

Übrigens, auch beim Trekking-E-Bike Test konnte ein Modell von Canyon den Testsieg für sich entscheiden.

Canyon Torque CF 8 2022: Performance statt Bling-Bling

Das neue Canyon Torque CF 8 2022 verkörpert genau diesen Ansatz und setzt mit einem schlichten Look und dem kleinsten Preisschild im Enduro-Vergleichstest auf Understatement. Mit Mullet-Setup und seinen Freeride-Genen zeigt es der Konkurrenz, dass billig nicht zwangsläufig schlechter ist. Das Canyon Torque spricht im Canyon-Portfolio vor allem Gravity-orientierte Fahrer an.

Für das Jahr 2022 wird das Torque neu aufgelegt und ist in drei unterschiedlichen Laufradgrößen (27,5”, Mullet und 29”) verfügbar. Der neue, dezente Look des Bikes erinnert stark an seinen kleinen Bruder, dem Spectral. Mit lediglich 4.299 € ist das Torque CF 8 2022 das mit Abstand günstigste Bike im Test. Jedoch ist es auch nicht das Topmodell der Torque-Plattform, diese Krone setzt sich das CF 9-Modell für 5.299 € auf.

Dennoch besitzt es einen Vollcarbon-Rahmen mit super dimensioniertem Sitz-, Ketten- und Unterrohrschutz sowie ein UDH-Schaltauge. Auch auf ein Flaschenhalter und Tool-Mount am Oberrohr müsst ihr nicht verzichten. Da der Tool-Mount mit nur einer Bohrung nicht auf den branchenüblichen Standard setzt, empfehlen wir euch, den passenden Mount direkt im Canyon Online-Shop mitzubestellen.

Ausstattung des Canyon Torque CF 8 2022

Das 15,8 kg schwere Canyon Torque CF 8 2022 setzt auf Understatement und Performance und spiegelt das mit seiner Ausstattung wider. Die verbaute FOX 38 Performance-Gabel gibt 170 mm Federweg frei und besitzt dieselbe GRIP2-Dämpfungskartusche wie das Factory-Modell. So habt ihr keinerlei Einbußen auf dem Trail. Als einziges Bike im Test setzt das Torque auf einen FOX DHX2-Factory Dämpfer mit Stahlfeder und verwaltet so die 175 mm Federweg am Heck.

Beim Kauf erhaltet ihr bereits 3 Federn und könnt so das Bike auf euer Gewicht abstimmen. Ihr benötigt jedoch ein Spezial-Werkzeug, um die Feder zu tauschen, denn die Dämpferbuchsen müssen dazu ein- und wieder ausgepresst werden.

Für saubere Schaltvorgänge sorgt eine lupenreine XT 12-fach-Schaltgruppe inklusive Kettenführung. Diese schleift jedoch im kleinsten Gang und lässt sich nicht weiter verstellen. Auf ein Bashguard wurde verzichtet. Auch gebremst wird mit Shimano-Komponenten aus der XT-Reihe. Kombiniert mit 200-mm-Bremsscheiben an Front und Heck sorgt das für ordentlich Power.

Für Bodenkontakt sorgen MAXXIS-Reifen: Ein 2,5” ASSEGAI mit weicher MaxxGrip-Gummimischung und EXO+ Karkasse an der Front und ein 2,4” Minion DHR II mit robuster Doubledown-Karkasse und MaxxTerra-Gummimischung am Heck. Schweren oder schnellen Fahrern raten wir zu einer robusteren Karkasse an der Front und zu einem niedrigeren Luftdruck für mehr Grip.

Direct Mount: Die Kettenführung ist direkt am Rahmen montiert und lässt sich deshalb nicht weiter verstellen. Beim verbauten DT Swiss-Laufradsatz mit FR 560-Felgen mussten wir jedoch schon nach einigen Abfahrten die Speichen am Hinterrad nachziehen. Bei allen weiteren Teilen setzt Canyon auf ihre hauseigenen Komponenten.

Die neue G5-Sattelstütze besitzt stolze 200 mm Hub und kann werkzeuglos auf bis zu 175 mm reduziert werden. So kann sie individuell auf eure Beinlänge angepasst werden, bei mehreren Rahmengrößen zum Einsatz kommen und euch immer das Maximum an Stützenhub ermöglichen.

Fahrverhalten und Geometrie

Das Canyon Torque CF 8 2022 macht auf den Trails Spaß und vermittelt viel Sicherheit. Das neue Canyon Torque CF 8 wird es in drei Rahmengrößen von M - XL geben. Es besitzt eine Kettenstrebenlänge von 435 mm, die jedoch nicht mit den Rahmengrößen mitwächst.

Mit einem langen Reach von 490 mm (Größe L) und in Kombination mit der vollständig versenkbaren 200 mm langen Variostütze besitzt das Torque viel Bewegungsfreiheit und generiert ein hohes Sicherheitsempfinden. Durch das mit 445 mm (Größe L) kurze Sitzrohr habt ihr auch eine freie Größenwahl anhand der Länge des Bikes.

Zusätzlich könnt ihr mit einem Flip-Chip in der Sitzstrebe den Lenk- und Sitzwinkel um 0,5° sowie die Tretlagerhöhe anpassen. Im Uphill positioniert das Torque seinen Fahrer mit einer bequemen Sitzposition. Jedoch wippt der Hinterbau leicht mit und gehört nicht zu den effizientesten. Das macht das Canyon zum gemütlichen Kletterer und hebt es auf ein Level mit dem GT Force.

Mit dem Torque könnt ihr fahren, bis die Sonne untergeht. Ausgewogenheit ist keine Stärke des Torques, wenn es abwärts geht. Der Grund dafür liegt in der Geometrie und Hinterbau-Performance: Das Canyon besitzt einen langen Hauptrahmen und ein kurzes Heck, wodurch das Vorderrad in Kurven aktiv belastet werden muss.

Hinzu kommt, dass der verbaute Coil-Dämpfer schnell, viel Federweg freigibt, selbst mit einer harten Feder und wenig SAG. Dadurch steht man tiefer im Federweg als gewollt und vor allem in flachen und offenen Kurven ist die Dysbalance zwischen Gabel und Dämpfer besonders stark. Das nimmt viel Druck am Vorderrad und führt zum Untersteuern und forderndem Handling. Das Cannondale hingegen kann durch aktives Pushen zusätzlich Traktion generieren, da Front und Heck harmonisch Druck ausüben.

Harte Durchschläge hat man mit dem Torque jedoch nicht. Das Torque positioniert seinen Fahrer tief und zentral im Bike und sorgt so für ein hohes Sicherheitsempfinden. Das kommt einem auch in steilen Passagen zugute und wird zusätzlich durch die hohe Bewegungsfreiheit und das kleine Hinterrad unterstützt.

Wird es richtig schnell, liefert es eine ähnlich hohe Laufruhe wie das Pivot Firebird. Das hält den Spaß-Faktor auf dem Torque aufrecht und lässt einen mit einem Grinsen über große, schnelle Sprünge ziehen und steile Trails runtercarven.

Das neue Canyon Torque CF 8 2022 ist schlicht und wir sind große Fans davon, die Performance über den Bling-Bling-Faktor zu setzen. Leider ist sowohl das Fahrwerk als auch die Geometrie unausgewogen. Dadurch wird das Torque auf dem Trail fordernd und verlangt eine gewisse Könnerstufe.

Canyon Mountainbikes für Kinder

„Diese Welt braucht junge Helden …“ Unter diesem Motto präsentiert der Koblenzer Versender Canyon erstmals Mountainbikes für Kinder. Mit dem anspruchsvoll designten HolzLaufrad „Likeabike“ können ganz junge Canyon-Fans bereits jetzt erste Erfahrungen auf zwei Rädern sammeln, die neu entwickelten Kids-MTBs Offspring AL 16 und 20 sowie das Grand Canyon AL 24 erweitern die Palette nun im Rahmen der Berliner Fahrradschau nach oben.

Wie in jeder neuen Plattform steckt auch in den drei Kinder-Mountainbikes der Anspruch auf technologische Führung. Bereits ab 3 Jahren sitzen kleine und größere Canyon-Helden deshalb auf echten Sportgeräten mit hydraulischen Scheibenbremsen, Steckachsen und Mehr-Gang-Antrieben (Offspring AL 16: 2-Gang-„Automatix“, Offspring AL 20 und Grand Canyon AL 24: 1x 9 (CS-PG 920); alle: Sram).

Allen Modellen ist eine per Geometrie hohe Laufruhe und Stabilität gemein, dank niedriger Überstandshöhe und cleveren Schutzelementen wie etwa dem teils gummiummantelten Cockpit sind auch Komfort und Sicherheit der Canyon-Kinder-MTBs herausragend.

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