Die Wahl der richtigen Bremsbeläge ist entscheidend für die Sicherheit und das Fahrerlebnis. Es gibt verschiedene Arten von Bremsbelägen, darunter organische, Sintermetall- und Keramikbeläge. Jede Art hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Arten von Bremsbelägen
Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen zwei Bremsbelags-Arten: Organische Beläge und Sintermetallbeläge. In der Kategorie der organischen Beläge werden alle Produkte zusammengefasst, die nicht gesintert sind. Hier finden sich auch Carbon Keramik- und Carbon Tech-Beläge für Bremsen wieder. Metalle sorgen in beiden Belägen für den benötigten Reibwert. Die nötige Bremsstabilität wird durch leistungsstarke und geeignete Schmierstoffe sichergestellt.
Organische Bremsbeläge
Organische Bremsbeläge bestehen aus nichtmetallischen Materialien wie Kevlar, Glasfaser, Kohlefaser und Harzen. Diese werden unter hohem Druck zu einer festen Einheit geformt.
Vorteile organischer Beläge
- Geräuscharm: Leises Bremsverhalten, ideal für den Alltagsgebrauch.
- Schonend zu Bremsscheiben: Weniger Verschleiß an den Scheiben durch weicheres Material.
- Günstig: Preiswerter als Sinter- oder Keramikbeläge.
- Unproblematisches Bremsverhalten: Auch für Anfänger geeignet.
Nachteile organischer Beläge
- Weniger hitzebeständig: Verliert bei hohen Temperaturen an Bremsleistung.
- Kürzere Lebensdauer: Verschleißt schneller, vor allem bei intensiver Nutzung.
- Weniger geeignet für Nässe: Bremskraft bei Feuchtigkeit eingeschränkt.
- Ein „Einbremsen“ ist unbedingt erforderlich: Die ersten rund 100 km sollte nur verhalten gebremst werden. Nur so ist es möglich, dass sich die Beläge den Bremsscheiben anpassen und vollflächig anliegen. Andernfalls drohen die Beläge zu „verglasen“ und müssen unverzüglich erneut getauscht werden.
Sinter-Bremsbeläge
Sinter-Bremsbeläge bestehen aus Metallpulvern wie Kupfer, Bronze und Eisen, die durch den Sinterprozess verschmolzen werden. Sie bieten die beste Leistung unter extremen Bedingungen, sind aber auch härter zu deinen Bremsscheiben. Die gesinterten Beläge bestehen aus Metallpulver und werden ohne Klebstoffe durch ein sogenanntes Sinterverfahren miteinander verbunden: Unter hohem Druck und hohen Temperaturen werden die Komponenten gepresst. Der Fachmann bezeichnet dies als Sintern. Die verwendeten Metallpulver bestimmen den Reibungskoeffizienten und wirken sich somit direkt auf das Bremsverhalten aus.
Vorteile Sinter-Bremsbeläge
- Hohe Bremsleistung: Besonders bei hohen Temperaturen und extremer Beanspruchung stabil.
- Langlebig: Verschleißt langsamer als organische Bremsbeläge.
- Temperaturbeständig: Bleibt auch bei heißen Bedingungen zuverlässig.
- Hoher Reibwert der Beläge: Weniger Handkraft erforderlich und eine bessere Dosierbarkeit.
- Hohe Bremswirkung, auch bei Nässe.
Nachteile Sinter-Bremsbeläge
- Höherer Verschleiß der Bremsscheiben: Härteres Material nutzt die Scheiben schneller ab.
- Geräuschentwicklung: Kann bei niedrigen Geschwindigkeiten lauter sein.
- Teurer: In der Anschaffung teurer als organische Beläge.
- Beläge aus Sintermetall harmonieren nicht mit jeder Bremsscheibe.
- Teilweise kommt es zu höherem Verschleiß.
- Die höhere Hitzeentwicklung lässt die Bremsflüssigkeit schneller altern.
- Bei längeren Standzeiten können die Beläge aufgrund des hohen Metallanteils Rost ansetzen. Das gilt vor allem für die Winterpause mit nasskalter Witterung.
Keramik-Bremsbeläge
Keramik-Bremsbeläge bestehen aus einer Mischung von Keramikfasern, Metallpartikeln und Füllstoffen, im Grunde eine Mischung aus Organisch und Sinter. Sie sind besonders hitzebeständig und verursachen kaum Bremsstaub.
Vorteile Keramik-Bremsbeläge
- Geräuscharm: Sehr leises Bremsen, selbst bei hohen Geschwindigkeiten.
- Geringer Verschleiß: Sowohl die Beläge als auch die Bremsscheiben halten länger.
- Wenig Bremsstaub: Hinterlässt kaum sichtbaren Schmutz auf Felgen.
Nachteile Keramik-Bremsbeläge
- Höhere Kosten: Deutlich teurer als organische Beläge oder Sinterbeläge.
- Weniger geeignet für extremen Rennsport: Unter extremer Belastung weniger Grip als Sinterbeläge.
Carbon-Bremsbeläge
Bremsbeläge aus Carbon unterscheiden sich in 2 Kategorien: Die einen sind für die schnelle Runde auf der Rennstrecke, mit maximaler Bremsleistung und ohne Fading. Die anderen sind für schwere Motorräder mit großen Bremsanlagen, die sehr lange Bremsphasen an Pässen haben können.
Carbon-Bremsbeläge in beiden Kategorien sind den organischen Belägen im Aufbau ähnlich, allerdings werden die nichtmetallischen Fasern komplett durch Kohlefasern ersetzt, was die Wärmeableitung von der Bremsscheibe weg verbessert.
Vorteile Carbon-Bremsbeläge
- Extrem hitzebeständig: Ideal für den Einsatz unter extremer Belastung, wie auf Rennstrecken oder langen Passfahrten mit schweren Maschinen.
- Lange Lebensdauer bei hohen Temperaturen: Verschleißt weniger bei starker Hitze.
Nachteile Carbon-Bremsbeläge
- Geringere Leistung bei niedrigen Temperaturen je nach Aufbau möglich.
- Teuer: Sehr hohe Anschaffungskosten.
Bremsstaub und Risiken
Bremsstaub ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Bremsbeläge. Organische Bremsbeläge produzieren Bremsstaub, der aus den verwendeten Materialien wie Kohlefaser oder Kevlar besteht. Sinter-Bremsbeläge enthalten Metallpartikel, die bei starkem Abrieb entstehen. Keramik-Bremsbeläge erzeugen weniger sichtbaren Staub, da ihre Mischung aus Keramikfasern und nichtmetallischen Partikeln feiner ist und weniger Schmutz auf den Felgen hinterlässt. Obwohl Carbon-Beläge weniger Bremsstaub produzieren als Sinter-Beläge, ist der entstehende Staub feiner und kann hartnäckiger an Felgen und Bremssätteln haften.
Regelmäßige Prüfung der Bremsbeläge
Betätigst du die Bremse, reiben sich die Bremsscheiben und -beläge aneinander. Damit unterliegen sie einem systembedingten und völlig normalen Verschleiß. Daher beantworten wir die Frage mit einem eindeutigen Ja. Dein persönlicher Fahrstil und die Bremsgewohnheiten beeinflussen ebenso wie die verbauten Beläge und Bremsscheiben den Verschleißgrad. Daher kann eine zuverlässige Frage, wann und wie oft du die Beläge tauschen musst, nicht getroffen werden.
Stellst du beim Bremsen fest, dass die nötige Bremsleistung nicht mehr erbracht wird, besteht unbedingt Handlungsbedarf. Deiner Sicherheit zuliebe solltest du es aber gar nicht so weit kommen lassen.
So kontrollierst du die Beläge richtig
Die regelmäßige Sichtkontrolle der Bremsklötze ist für deine Fahrsicherheit unabdingbar. Jedoch solltest du dich nicht damit begnügen, lediglich von oben auf die Beläge zu schauen. Eine fehlerhafte Position in der Bremszange kann zum Beispiel zu einer schrägen Abnutzung führen. Blickst du nur von einer Seite darauf, ist dies vielleicht nicht zu erkennen. Daher sind eine seitliche Kontrolle und ein genauer Blick von unten essenziell.
Sehr häufig verfügen diese Verschleißteile über eine Nut. Einige Hersteller statten sie auch gleich mit mehreren aus. Sie zeigt dir die Verschleißgrenze an. Spätestens wenn die Nut nicht mehr sichtbar ist, ist ein Wechsel erforderlich. Ein Blick in das Handbuch von deinem Motorrad gibt dir ebenfalls Auskunft über die erforderliche Mindeststärke der Beläge.
Wird der Hebel Weg der Bremsarmatur immer größer bzw. verlagert sich Druckpunkt, stellt dies ebenfalls Indizien für abgefahrene Beläge dar.
Wie wechselt man Bremsbeläge am Motorrad?
Das Wichtigste für den Wechsel der Bremsklötze zuerst: Der Wechsel wird immer paar- und radweise durchgeführt! Niemals unterschiedlich alte Bremsklötze oder solche mit unterschiedlicher Dicke verwenden. Auch verschiedene Hersteller gleichzeitig sollten vermieden werden. In der Regel besteht ein Satz pro Scheibe aus zwei Stück. In wenigen Ausnahmefällen ist pro Bremskolben ein Bremsbelag verbaut. Pro Bremssattel kommen so bis zu sechs Stück zusammen.
Sind auf der Rückseite der alten Modelle gelochte Bleche/Scheiben aus Teflon oder Stahl montiert? Dann musst du sie nach der Reinigung in der gleichen Position an den neuen Klötzen erneut anbringen. Sie nehmen einen Teil der Hitze während der Bremsung auf und halten sie von den Bremsflüssigkeiten und den Bremskolben fern.
Ganz gleich, welches Motorrad du besitzt, im Grund läuft der Wechsel, zum Beispiel der AP Racing Bremsbeläge, ähnlich ab:
- Zuerst nimmst du den Bremssattel ab.
- Anschließend die alten Beläge entfernen.
- Reinige den Bremssattel und kontrolliere dabei alle Komponenten gründlich.
- Baue die neuen Beläge für deine Bremsen ein.
- Zum Schluss bringst du den Bremssattel wieder an.
Immer sicher unterwegs - hochwertige Beläge für die Rennstrecke und die Straße
TecBike bietet dir für jede Verwendung die geeignete Belagsmischung. Racing Mischungen besitzen bei hohen Temperaturen einen sehr hohen Reibungskoeffizienten. Erst wenn sie ihre Betriebstemperaturen von ca. 350 bis 450 °C erreicht haben, funktionieren sie optimal. Beläge für die Rennstrecke sind nicht für die Straße zugelassen und haben daher keine ABE.
Mischungen für den Straßeneinsatz werden so entwickelt, dass sie bereits bei niedrigen bis mittleren Temperaturen, etwa bei 300 °C, am besten funktionieren. Im TecBike Shop erhältst du diese Variante mit ABE in verschiedenen Ausführungen.
Tabelle: Vor- und Nachteile verschiedener Bremsbeläge
| Bremsbelag-Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Organisch | Geräuscharm, schonend zu Bremsscheiben, günstig | Weniger hitzebeständig, kürzere Lebensdauer, weniger geeignet für Nässe |
| Sintermetall | Hohe Bremsleistung, langlebig, temperaturbeständig | Höherer Verschleiß der Bremsscheiben, Geräuschentwicklung, teurer |
| Keramik | Geräuscharm, geringer Verschleiß, wenig Bremsstaub | Höhere Kosten, weniger geeignet für extremen Rennsport |
| Carbon | Extrem hitzebeständig, lange Lebensdauer bei hohen Temperaturen | Geringere Leistung bei niedrigen Temperaturen, teuer |
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