Carbon Gabel MTB: Vor- und Nachteile

Auch wenn eine Federgabel für ein Mountainbike oder Trekkingrad viele Vorteile bietet, ist sie nicht für jeden Einsatzzweck und für jeden Fahrradfahrer geeignet. Sie bietet neben ihren Vorteilen auch Nachteile.

Vorteile von Federgabeln

Eine Federgabel bietet einen deutlich erhöhten Fahrkomfort, vor allem auf schlechten Straßen, Radwegen und auch im Gelände. Kleine Kuhlen, Löcher und Wurzeln werden "weggefedert". Dadurch werden weniger Erschütterungen und Vibrationen auf den Fahrer übertragen.

Nachteile von Federgabeln

Auch wenn Federgabeln weitgehend wartungsfrei sind, müssen diese doch von Zeit zu Zeit besonders bei hoher Beanspruchung, gewartet werden. Durch leichte Wippbewegungen, also minimale Einfederung beim Treten, haben Sie beim Fahren kleine Effizienzverluste; außer Ihre Federgabel verfügt mit einem "Lock Out System" über eine Blockiermöglichkeit der Federung. Manche Federgabeln bieten eine einstellbare Plattformdämpfung zur Verminderung des Wippens.

Carbon vs. Aluminium

Carbon vs. Aluminium ist das mittlerweile am häufigsten verwendete Material am Fahrrad. Dabei ist vor allem die Gewichtsersparnis im Vergleich zu Alu das große Argument bei der Kaufentscheidung und viele der Highend-Ausstattungen sind mit den teureren Carbon-Parts versehen. In den Hintergrund rückt dabei meist die Nachgiebigkeit der Komponenten, die - im Gegensatz zum Gewicht - einen viel größeren Einfluss auf das Fahrverhalten hat.

Die allermeisten neuen Rahmen werden daraus gefertigt und auch viele Komponenten wie Felgen oder Lenker werden aus der Kohlefaser hergestellt. Aber vor allem Carbon, das von modernen Enduro-Bikes nicht mehr wegzudenken ist, ist dafür verantwortlich. Die neue Welle an Enduro-Gabeln mit dickeren 38-mm-Standrohren trägt ihren Teil dazu bei, dass Bikes immer steifer werden.

Wie das in der Theorie funktioniert und welche Vor- und Nachteile Carbon oder Alu-Komponenten in der Herstellung oder dem Recycling haben, haben wir bereits in einem separaten Artikel für euch zusammengefasst. Für diesen Artikel hingegen geht es um die Performance auf dem Trail. Wie wirken sich steifere oder eben weichere Komponenten bei der Kurvenfahrt, dem Springen oder in einem fiesen Wurzelfeld aus? Sind Carbon-Parts immer präziser und ist das auch in jeder Fahrsituation ein Vorteil?

Steifigkeit hat in den verschiedenen Komponenten unterschiedliche Auswirkungen auf die Fahreigenschaften. Somit ist die Kombination der Parts, die man an seinem Bike fährt, entscheidend. Je nachdem, wie man steife und nachgiebige Parts kombiniert, bekommt man in unterschiedlichen Fahrsituationen höhere oder niedrigere Präzision. Auch die Kraftübertragung in Anliegern oder Kompressionen und das Feedback, das vom Boden an den Fahrer weitergeleitet wird, ändert sich. Und nicht zuletzt gibt es große Unterschiede in der Ermüdung, die sich beim Fahren einstellt, je nachdem wie steif die Parts sind.

Es gibt also nicht das eine steife oder das ultimativ nachgiebige Bike. Jede Komponente trägt einen Teil dazu bei und hat eine eigene Auswirkung auf das Fahrgefühl.

Getestete Komponenten

  • DT Swiss XMC 1200-Carbonfelgen
  • DT Swiss EX1700 Alu-Laufräder
  • Zipp 3ZERO MOTO-Laufräder
  • TRUVATIV DESCENDANT Carbon Lenker
  • TRUVATIV DESCENDANT Alu Lenker
  • RockShox ZEB Ultimate Gabel (38 mm Standrohre)
  • RockShox Lyrik Ultimate Gabel (35 mm Standrohre)

Zudem haben wir alle weiteren Komponenten der Bikes wie Reifen, Griffe, Vorbauten, Dämpfer und Antrieb angepasst, um exakt identische Voraussetzungen zu schaffen. Mit gleichbleibendem Fahrwerks-Setup und Reifendrücken haben wir dann auf einer definierten Teststrecke unsere Runden gedreht und Stück für Stück Gabeln, Lenker und Laufräder durchgewechselt.

Laufräder im Vergleich

Die DT Swiss XMC 1200-Carbonfelgen bieten die höchste Präzision der drei Kontrahenten und ein sehr direktes Feedback. Um schnelle Anlieger fliegt man förmlich herum und auch beim Pushen über Wellen kann man mit diesen Laufrädern massig Speed generieren. Das macht sie vor allem auf Flowtrails super spaßig. Auf technischeren Strecken muss man mit dem ungefilterten Feedback jedoch zurechtkommen, denn seitliche Impulse werden direkt an den Fahrer weitergeleitet und fordern, dass man sofort und gekonnt reagiert. Wenn man bereits etwas müde ist, muss man seine Geschwindigkeit also deutlich drosseln, um nicht abgeschmissen zu werden.

Die Alu-Laufräder im Test sind die DT Swiss EX1700. Sie sind in Kurven etwas schwammiger als ihre Kontrahenten und man spürt im Vergleich zu den Carbonfelgen deutlich den Flex, den sie in harten Kompressionen haben. Hier fehlt es etwas an Präzision und bei Anliegern oder Sprüngen geht im Vergleich zu Carbon Kraft verloren. In roughen Passagen ist es dafür mit ihnen einfacher, die Kontrolle zu halten, da nicht jeder Schlag direkt an den Fahrer weitergegeben wird und sich die Laufräder dem Boden anpassen. Dadurch sind sie weniger ermüdend zu fahren und auch nach einem langen Tag kann man noch entspannt durch das Steinfeld bügeln, ohne Sorgen vor unerwarteten Bewegungen des Bikes haben zu müssen.

Die Zipp 3ZERO MOTO-Laufräder bestehen zwar aus Carbon, sie sind jedoch speziell auf Compliance - sprich Nachgiebigkeit - ausgelegt. Auf dem Trail kommen sie dem Fahreindruck eines Alu-Laufrads näher. Sie filtern Schläge ähnlich gut wie die DT Swiss EX 1700 Alu-Laufräder und sind damit auch auf rauen Strecken oder Bremswellen komfortabel. Das hilft an langen Tagen auf dem Bike, weil die Arme weniger stark ermüden. Trotzdem sind sie beinahe so präzise wie die DT Swiss XMC 1200. Statt das Beste aus beiden Welten zu vereinen, sind die Zipp-Laufräder ein gelungenes Mittelding.

Lenker im Vergleich

Auch bei den beiden Lenkern lassen sich ähnliche Unterschiede zwischen Alu und Carbon feststellen wie bei den Laufrädern. Der TRUVATIV DESCENDANT Carbon hat eine spezielle Carbon-Laminierung, die Vibrationen eliminieren soll. Dennoch bietet er wenig Flex und ist spürbar unkomfortabler als das Pendant aus Alu. Die Unterschiede bei der Präzision sind hier aber deutlich geringer als bei den Laufrädern. Somit ist der Carbon-Lenker hauptsächlich für ambitionierte Racer sinnvoll. Die Variante aus Alu bietet deutlich mehr Dämpfung und schont eure Hände auf ausgebombten Tracks.

Gabeln im Vergleich

Die RockShox ZEB Ultimate hat 38 mm dicke Standrohre und somit andere Fahreigenschaften als die dünnere Lyrik. Die Luftkammer ist durch den größeren Durchmesser größer und benötigt somit weniger Druck. Auch die Steifigkeit ist höher, wobei hauptsächlich die Torsionssteifigkeit und Seitensteifigkeit erhöht ist - in Fahrtrichtung ist der Unterschied sehr gering. In gemäßigtem Terrain fühlt man kaum einen Unterschied zwischen den Gabeln. Erst wenn es an harte Lines mit vielen Schlägen und starken Kompressionen geht, spürt man, dass die ZEB mehr Präzision und Kontrolle liefert. Straightline-Fahrer, die gerne die härtesten Linien fahren, profitieren von diesen Eigenschaften. Allerdings verspringt die ZEB bei seitlichen Schlägen eher statt nachzugeben, was mehr und präziseren Input des Fahrers erfordert. Besonders für leichte Fahrer ist sie daher anspruchsvoller zu fahren.

Die dünnere RockShox Lyrik Ultimate hat einen Standrohrdurchmesser von 35 mm. Beide Gabeln haben die neue Charger 3.0-Dämpfungskartusche eingebaut, wodurch die Hauptunterschiede von der erhöhten Steifigkeit kommen. Durch die schlankere Bauweise ist die Lyrik etwas nachgiebiger, was sie einfacher zu fahren macht, besonders für leichte Fahrer. Bei Wurzel- oder Steinfeldern gibt sie seitlichen Schlägen nach und lässt sich dadurch nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Man muss also nicht ganz so aufmerksam fahren, da Unebenheiten auf dem Untergrund nicht so direkt an den Fahrer weitergegeben werden. Aus diesem Grund ist die Lyrik auch nach einem langen Tag auf dem Bike einfach und sicher fahrbar. In starken Kompressionen oder bei schnell aufeinanderfolgenden Schlägen werden jedoch vor allem schwerere Fahrer die Verwindung in der Gabel spüren.

Einfluss der Steifigkeit auf das Fahrverhalten

Viele Eigenschaften, die man für gewöhnlich mit einem leichten Bike verbindet - das eben oft viele Carbon-Komponenten besitzt -, rühren nicht vom Gesamtgewicht des Bikes. Sie hängen stattdessen mit seiner Steifigkeit zusammen. So sind Agilität, Leichtfüßigkeit, Präzision, aber auch Nervosität und Unruhe bei hohen Geschwindigkeiten nur zu geringem Maße dem Gewicht zuzuschreiben. Die Gründe liegen vielmehr in den einzelnen Komponenten und dem dazugehörigen Rahmen. Hier zählt also die richtige Kombination, denn eine zu steife Zusammenstellung macht eben so wenig Sinn wie eine zu weiche. Zudem haben der Einsatzbereich, der Fahrstil und vor allem das Fahrergewicht einen großen Einfluss auf euer Empfinden.

Empfehlungen für verschiedene Fahrertypen

  • Hobbyfahrer: Kombination aus Alu-Laufrädern, Alu-Lenker und Lyrik-Gabel.
  • Flowige Trails/Racer: Carbon-Laufräder, Carbon-Lenker und ZEB-Gabel.
  • Bikepark/Hohe Belastung: Lenker und Laufradsatz aus Alu.
  • Allrounder: Zipp-Laufräder, Lyrik (Fahrer unter 85 kg) oder ZEB (schwerere Fahrer).

Steifer bedeutet nicht automatisch besser! Aber steif ist auch nicht gleich steif. Die Kombination unterschiedlich steifer Komponenten erzeugt komplett verschiedene Fahreigenschaften - so kann man sein Bike auf seine Vorlieben oder seinen Fahrstil zuschneiden. Soll es lieber ein steifes, präzises, aber anspruchsvoll zu fahrendes Bike sein? Oder ist für euch wichtig, dass es leicht zu fahren, komfortabel und nachgiebig ist? Irgendwas dazwischen ist natürlich auch denkbar.

Starre Carbongabel vs. Federgabel

Eins ist klar, eine Starrgabel wiegt deutlich weniger als eine typische Federgabel. Insbesondere dann, wenn sie aus Carbon ist. 100 mm Federweg ist mit 1,4 kg im Vergleich zu einer Carbon-Starrgabel ein Schwergewicht. Die noshox Boost MTB Gabel bringt nur dezente 560 Gramm auf die Waage. Gewicht einsparen kannst, als beim Wechsel von der Federgabel auf eine Carbongabel. Eine Gewichtsreduzierung zwischen 800 - 1800 Gramm ist absolut realistisch.

Du kennst das Problem, spätestens, wenn du im Wiegetritt fährst oder in der Ebene auf dem großen Blatt richtig drückst, macht sich deine Federung bemerkbar. Gabel taucht ein wenig ein oder dein Bike schaukelt sich (etwas) auf. Faktoren. Aber egal wie gut, wie teuer, wie leicht deine Federgabel ist - etwas Eintauchen und Aufschaukeln bleibt im System. Federgabel auch einen Teil der Energie, die eigentlich in Vortrieb also Geschwindigkeit umgesetzt werden sollte. Bei der Starrgabel entfällt dieser Effekt.

Eine vernünftige Federgabel ist nicht nur in der Anschaffung eine teure Sache, sondern auch dauerhaft recht kostspielig. alle 3-4 Jahr der große Gabelservice, natürlich abhängig von Kilometerleistung und Fahrweise, da kommen schon einige Euros zusammen. gepflegt sein will. Eine Starrgabel ist dem gegenüber quasi wartungsfrei bzw. anspruchslos. auch das gelegentliche Fetten des Lagersitzes kannst du auch ohne Schrauber-Abitur selbst machen.

Klare Sache, eine Starrgabel federt nicht. wird, dann ist eine gut getrimmte Federgabel in Sachen Federung und Komfort eindeutig im Vorteil. Ein schwieriges Kriterium, weil der Vergleich meines Erachtens hinkt. fährt sich anders, als eine Federgabel und hat ein anderes Fahrverhalten. Soviel ist klar, aber nicht jede Gabel der einen wie der anderen Gruppe hat das gleiche Fahrverhalten. Gabel-Eigenschaften, die das Fahrverhalten ebenfalls bestimmen. Die Federung ist definitiv ein wichtiges Kriterium, aber nicht das Einzige.

Allgemein das Cockpit-Setup sowie die Rahmengeometrie sind weitere Eigenschaften, die maßgeblichen Einfluss auf das Fahrverhalten haben. Fazit: keine Wertung bzw. Das fällt unter die Rubrik Geschmacksache und darüber soll man ja nicht streiten. Lackierung oder Hightech Carbon-Optik auf der einen (Starrgabel-)Seite. Technisch ausgereift, komplex, metallisch, dynamisch, robust auf der anderen (Federgabel-)Seite.

Jetzt wird es Ernst. Kriterium. Warum? weil Du aus bestimmten Gründen Kompromisse eingehen musst. in einem separaten Blog-Post). Die entscheidende Frage ist also: Was hast Du vor? Wie willst Du fahren, auf welchem Terrain, mit welchem Anspruch usw.? zum Einsatzzweck ausfällt, desto klarer kann eine Entscheidung für eine Starrgabel oder Federgabel ausfallen. Trainingsrunden über Feld- und Waldwege, die eventuell vorhandene Federgabel sowieso fast immer "gelocked"? Schau Dir die Bilder in der Starrgabel-Galerie an. Mit einer starren Carbon-Gabel hebst Du Dich definitiv von der Masse der Bikes ab. Starrgabeln (aus Stahl) begonnen hat, heute bist Du mit einer Carbongabel der Exot im Peloton und Fragen zu deiner Gabel sind keine Seltenheit.

Ein wichtiges Kriterium! Eine einfache Starrgabel aus Stahl kannst du für weit unter 100 € kaufen und selbst mit der teuersten Carbon-Gabel inkl. landest du bei max. 700€. Das ist ungefähr da, wo die Preisspanne für ordentliche Federgabeln anfängt. vernünftige Federgabel. Die ist dann aber schwer und eher Einstiegsniveau. Ganz zu schweigen von den Top-Modellen der bekannten Marken, bei denen Du locker die 2.000 € Grenze überschreitest.

Tapered Gabeln

Manchmal ist es gar nicht so einfach den Durchblick in der Fahrrad- und speziell MTB-Technik zu behalten, immer neue Begriffe tauchen auf. Vielleicht hast auch du jahrelang eine Gabel im Cockpit gehabt und wirst jetzt mit den unterschiedlichsten Begrifflichkeiten konfrontiert, weil du dich für einen Wechsel entschieden hast. Tapered ist englisch und heißt konisch, sich verjüngend oder spitz zulaufend. - wo die Gabel mit dem Gabelkonus in der unteren Lagerschale des Steuersatzes sitzt. In den meisten Fällen verjüngt sich die Gabel von 1 1/2 Zoll bzw. 11,97 cm auf 1 1/8 Zoll bzw. Diese konstruktive Änderung gegenüber den herkömmlichen "geraden" Gabelschäften verteilt die auftretende Belastung im Konusbereich über einen größeren Querschnitt. Schlüsselstelle wird dadurch deutlich entlastet bzw. verträgt größere Belastungen. Der zweite positive Effekt einer Tapered Gabel ist eine höhere Steifigkeit des Rahmens im Lenkkopfbereich.

von 1 1/4" auf 1 1/8" verjüngt. Für den Einbau einer Tapered Gabel brauchst Du normalerweise ein dafür geeignetes Steuerrohr bzw. Dieser "external cup" baut etwa 10-12mm auf und wird in das Steuerrohr gepresst. Angebote im Internet schwanken zwischen 30€- 50€. Wenn dir keine Angaben zu Deinem Rahmen vorliegen, bzw. Die Lager sind standardisiert. Aber wie das so ist mit Standards in der Fahrradbranche, es gibt mehrere Standards. Gefühlt verwendet jeder Rahmenhersteller sein eigenes Konzept. Gabeln mit geradem Schaft werden seltener, aber es gibt sie noch. Die meisten 26" Oldschool-MTBs haben einen straight 1 1/8" Gabelschaft. Auch für größere Laufräder und andere Einbauhöhen gibt es Starrgabeln mit straight 1 1/8" Schaft, die wir auf Anfrage besorgen können. Interesse? Dann am besten per Gabelfinder eine Anfrage absenden.

Wer sich bislang durch sein 1 1/8" Steuerrohr von der "modernen" Welt der Tapered Gabeln ausgegrenzt fühlte, kann erleichtert sein. Deinem Umstieg auf eine starre Carbon Gabel steht nichts mehr im Wege!

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