Carbon Riemen Fahrrad: Vorteile und Nachteile

Ein Carbonriemen kann die bessere Alternative zur altbewährten Fahrradkette sein. Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Auch unsere E-Lastenräder bieten wir in verschiedenen Ausstattungsvarianten mit Kette und mit Riemen an.

Vorteile des Riemenantriebs

Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Nie wieder Kettenantrieb reinigen und ölen, kein Geschmiere mehr an den Hosenbeinen! Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette. Sorgenfrei fahren im Winter, weniger Wartung insgesamt: Der Riemen spielt seine Stärken eindeutig an Alltagsfahrrädern aus. Und ganz nebenbei kannst du auch Reinigungstuch und Kettenöl im Rad-Urlaub zu Hause lassen.

Ein wesentliches Argument für den Riemenantrieb ist die Lebensdauer: Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Insbesondere im Winter kommt das System Kettenschaltung an seine Grenzen: Streusalz und Feuchtigkeit setzen dem Material zu.

Grundsätzlich gilt, dass besonders E-Bikes profitieren, da die Last vom Mittelmotor zur Hinterradnabe insgesamt größer ist, was bei Ketten zu höherem Verschleiß führt.

Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten, ist ein Riemenantrieb geeignet. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen.

Nachteile des Riemenantriebs

Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen. Für viele Radfahrerinnen und Radfahrer bietet eine Kettenschaltung die beste Übersetzungsbandbreite, wenn Sie in hügeligen Gegenden oder Städten unterwegs sind. Das ist umso wichtiger bei Lastenrädern, die es bei Anstiegen ungleich schwerer haben. Übrigens: Auch mit potenter Motorunterstützung solltest du immer den passenden Gang einlegen. Damit verlängerst du die Lebensdauer deiner Antriebsteile - egal ob Kette oder Riemen. Um diesen Nachteil auszugleichen, haben wir Ca Go Bikes wie das FS200 Life in der Ausstattung Family-Plus übrigens mit hochwertigen Nabenschaltungen ausgestattet, zum Beispiel von Enviolo. Sie bieten eine ähnliche Übersetzung wie Kettenschaltungen und es gibt sie sogar mit Schaltautomatik.

Zugegeben: Fahrräder und E-Bikes mit Riemen kosten in der Regel etwas mehr als Modelle mit Kettenschaltung. Um die Kosten von Ketten und Riemen miteinander zu vergleichen, solltest du nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Lebensdauer ins Verhältnis setzen. Wenn der Riemen zwar doppelt so teuer wie eine Kette ist, aber dreimal so lange hält, kommst du auf Dauer günstiger weg. Überdies kann dir der Riemen nicht nur einige Euro sparen, sondern auch Zeit, die du oder dein Fahrradmechaniker beim Reinigen und Wechseln der Antriebsteile einer Kettenschaltung verbringst.

Während eine Kette zwar gereinigt werden muss, aber mit geübten Händen schnell gewechselt ist, dauern Ein- und Ausbauen des Riemens etwas länger. Zunächst: Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden. Bei unseren Ca Go Bikes mit Riemenantrieb verwenden wir einen Spanner, der die Montage etwas erleichtert.

Obwohl der breite Riemen etwas weniger dynamisch daherkommt als die feingliedrige Kette, gibt es kein nennenswertes Plus, was den Widerstand beim Fahren angeht.

Kettenschaltung als Alternative

Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden. Ist die Kette also doch besser als der Riemen?

Selbst bei optimaler Pflege kommen Ketten selten auf 10.000 Kilometer Laufleistung, empfohlen wird zumeist sogar, eine Kette nach 2.000 oder 3.000 Kilometer zu wechseln. Mit der Zeit dehnt sich die Kette aus und droht irgendwann, Ritzel zu beschädigen. Infolgedessen kann die Kette dann beim Treten sogar durchrutschen, was im schlimmsten Fall sogar Radler*innen zu Fall bringen kann.

Sportfahrräder - Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes - werden auch in absehbarer Zeit mit Kettenschaltung angetrieben.

Grundsätzlich sind Kettenantriebe immer da im Einsatz, wo wir über Sport sprechen. Mountainbiker, Rennradfahrer oder auch performance orientierte Gravelbiker fahren mit Kette.

Riemenantrieb vs. Kette: Eine Tabelle

RiemenKette
+Längere Lebensdauer+Bekanntes, bewährtes Prinzip
+Wenig Wartungsarbeiten, kaum Reinigung notwendig+Günstig in der Anschaffung
+Verschleißt nicht so stark bei hohen Lasten+Kettenschaltung bietet dynamischeres Fahrverhalten und für steile Anstiege
+Geringe Unterhaltskosten+Schneller, unkomplizierter Service im Schadensfall
-Meist etwas teurer in der Anschaffung-Muss regelmäßig geölt werden
-Weniger sportliches Schaltverhalten-Verschleißt relativ schnell, besonders an E-Bikes
-Radausbau im Pannenfall möglicherweise kompliziert-Macht oft Geräusche beim Fahren

Fazit

Wer schmutzfrei ankommen möchte, geringen Wartungsaufwand und eine hohe Lebensdauer schätzt, ist mit dem Riemenantrieb bestens bedient. Kaum verwunderlich also, dass die Nachfrage nach dem Carbongurt steigt.

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