Bei der Restaurierung oder dem Umbau eines Motorrads stellt sich oft die Frage, welche Beschichtung für Rahmen, Motor und andere Teile am besten geeignet ist. Lackieren, Pulverbeschichten und Cerakote sind gängige Optionen, jede mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen.
Lackieren vs. Pulverbeschichten
Lackieren ist oft die bevorzugte Wahl für Teile, an denen nachträglich Linien gezogen werden müssen. Außerdem lassen sich Lackierungen leichter ausbessern als Beschichtungen. Allerdings ist es nicht mehr so einfach, jemanden zu finden, der Rahmen strahlt, grundiert und gut lackiert.
Pulverbeschichten hingegen ist eine robuste Alternative, besonders für Rahmen, Felgen und Kleinteile. Es bietet eine gute Optik auf großen Flächen wie Rahmen, ist aber auf Flächen wie Tanks der Lackierung unterlegen. Eine gute Pulverbeschichtung wird nicht unterwandert, aber wenn es doch zu Schäden kommt, kann man diese problemlos mit Lack ausbessern.
Motorlack: Erfahrungen und Alternativen
Für den Motor gibt es hitzebeständige Sprühdosenlacke, aber deren Qualität ist umstritten. Einige Nutzer haben gute Erfahrungen mit VHT Motorlack gemacht, der dem Original sehr nahekommt. Eine weitere Option ist Shizzolack, der zwar teuer ist, aber gut zum Pulverbeschichteten passt. Es gibt auch Erfahrungen mit Ofenlack, der als sehr haltbar beschrieben wird.
Cerakote: Eine Hochtemperatur-Beschichtung
Cerakote ist eine keramische Beschichtung, die sich durch ihre hohe Temperaturbeständigkeit auszeichnet. Im Krümmerbereich entstehen konstant so hohe Temperaturen, dass eine Pulverbeschichtung schnell an ihre Grenzen stößt, daher haben sich mittlerweile auch etliche Customizer für eine Ceramic-Beschichtung entschieden. Cerakote Ceramics ist einzigartig, denn es verbessert eine Reihe von physikalischen Eigenschaften. Sämtliche Cerakote-Produkte sind mit einem flüssigen Harz ausgestattet und während der Härtungsprozess läuft, bildet dieses Harz eine 3D-Keramikmatrix. Weitere Zusätze werden mit dem Harz verbunden, verbessern die Eigenschaften, und bleiben in der Matrix gefangen. Dieses Verfahren schafft eine dauerhafte, hitzebeständige Beschichtung. Sie erzielt eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 1100 Grad!
Cerakote bietet vier verschiedene Hochtemperatur-Produktserien und kann auf Stahl, Titan, Aluminium, sowie auf Carbon- und Kunststoffoberflächen aufgetragen werden. Der keramische Klarlack ist der weltweit härteste Klarlack und wird unter anderem als Schutzlack gegen Graffitis aufgetragen. Die von PBN Coatings GmbH verwendeten Cerakote Ceramic Formulierungen garantieren eine optimale und anhaltende Qualität. Ihre Ceramic-Beschichtungen sind Temperaturstabil von 650°C, bis hin zu 1.100°C bei der Glacier Serie.
Cerakote vs. Pulverbeschichtung: Ein Vergleich
Einige Biker berichteten von verblassenden Pulverbeschichtungen auf Auspuffanlagen aufgrund der hohen Hitze. Cerakote bietet hier eine Lösung, da es speziell für Hochtemperaturanwendungen entwickelt wurde. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Eigenschaft | Pulverbeschichtung | Cerakote |
|---|---|---|
| Temperaturbeständigkeit | Begrenzt | Bis zu 1100°C |
| Anwendungsbereiche | Rahmen, Felgen, Kleinteile | Auspuffanlagen, Motorenteile |
| Optik | Gut auf großen Flächen | Vielfältige Farbtöne verfügbar |
| Haltbarkeit | Robust, aber kann verblassen | Sehr robust und hitzebeständig |
| Ausbesserung | Schwieriger | Gut mit Lack ausbesserbar |
Linieren auf Beschichtungen
Das Linieren auf Pulverbeschichtung ist möglich, erfordert aber spezielle Vorbereitung. Die Pulverbeschichtung muss komplett angeschliffen und mit einem Plastik-Primer behandelt werden. Anschließend muss die Linierung mit einem speziellen 2K Klarlack versiegelt werden. Herkömmliche Grundierungen und 2K Lacke können auf Pulverbeschichtung keine chemische Vernetzung eingehen.
Erfahrungen mit beschichteten Auspuffanlagen
Einige Nutzer haben positive Erfahrungen mit beschichteten Auspuffanlagen gemacht, wobei die Beschichtung auch nach einer Saison noch hält. Allerdings können Wasserflecken auf dem Krümmer auftreten, besonders wenn kaltes Wasser auf heiße Oberflächen trifft. Es ist ratsam, den Beschichter nach geeigneten Maßnahmen zu fragen.
Weitere Aspekte
Bei der Wahl der Beschichtung sollten auch Aspekte wie die Sichtbarkeit des Prüfzeichens und mögliche Probleme mit dem "Dampfkesselprüferlein" berücksichtigt werden. Generell sollte man sich umfassend informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.
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