Trackday-Veteranen haben einen klaren Plan, was sie auf die Rennstrecke mitnehmen müssen. Aber was brauchst du mit, wenn du vielleicht zum ersten Mal auf die Rennstrecke fährst? Egal wie sportlich du auf der Landstraße unterwegs bist - die Rennstrecke ist eine eigene Welt. Hier kannst du dein Motorrad auf eine neue Art und Weise kennenlernen und dein fahrerisches Können verbessern.
Hinzu kommt die Komponente, dass man in Geschwindigkeitsbereiche kommt, die man auf der öffentlichen Straße (zumindest legal) nie erreichen wird. Der Sinn eines Trackdays liegt nicht nur im Spaß am Fahren sondern auch darin, deine Grenzen und die deines Motorrads in einem sicheren Umfeld auszuloten. Dafür solltest du aber nicht nur mental und körperlich fit sein, auch das Bike sollte in einem bedenkenlosen Zustand sein.
Die Rennstrecke gilt als relativ sicherer Ort - schließlich findest du hier perfekten Asphalt und keinen Gegenverkehr vor. Dennoch lassen sich Stürze nicht zu 100 Prozent ausschließen, weshalb du auf jeden Fall die passende Schutzkleidung tragen solltest. Egal ob du auf Achse oder mit Transporter / Anhänger zur Rennstrecke fährst, gibt es gewisse Dinge, die du immer bei dir haben solltest.
Anreise zur Rennstrecke
Gelegentliche Trackdayfahrer und Neulinge kreuzen selten mit Transporter oder Anhänger auf der Rennstrecke auf. Sie reisen auf Achse an, kleben die Lichter ab, drehen ein paar schnelle Runden und machen sich anschließend wieder auf den Heimweg. Dementsprechend klein muss das Gepäck ausfallen.
Du fährst also mit einem zweispurigen Begleitfahrzeug zur Rennstrecke. Du nimmst das Thema ernst und hast vielleicht sogar eine vollständig aufgebaute Rennmaschine mit im Gepäck. Dein großer Vorteil ist der, dass du mehr mitnehmen kannst und im Falle eines technischen Gebrechens am Bike nicht gestrandet bist. Aber was musst du alles mitnehmen?
Was du im Fahrerlager brauchst
Bei einem Trackday geht es nicht zu 100 Prozent um die Zeit auf der Rennstrecke. Die Zeit, die du im Fahrerlager verbringst ist mit nichts zu vergleichen. Du triffst Gleichgesinnte, siehst die coolsten Rennstreckenumbauten und genießt die Zeit bei schönem Wetter. Demensprechend solltest du dir die Phasen zwischen den Turns so entspannt wie möglich gestalten.
Dazu solltest du aber mit einem Transporter anreisen, damit du alles unterkriegst.
Wichtige Flaggenzeichen auf der Rennstrecke
Es ist sehr wichtig, dass Du Dir diese Signale einprägst, denn sie sind enorm wichtig für Deine Sicherheit und die Sicherheit der anderen Fahrer auf der Strecke. Missachtest Du diese Flaggen kann Dir schnell mal die schwarze Flagge gezeigt werden.
- Schwarze Flagge: Die schwarze Flagge wird immer einem Fahrer gezeigt. Sie steht meist in Verbindung mit einer Startnummer. Sie signalisiert Dir - wenn Du sie gezeigt bekommst, dass Du die Strecke verlassen sollst. Alle anderen können weiter fahren. Nachdem Du runter von der Strecke bist meldest Du Dich an der Streckeneinfahrt oder einem Verantwortlichen. Diese Flagge wird gezeigt wenn an Deinem Motorrad z.B.
- Rote Flagge: Die rote Flagge beendet den Turn. Sie wird an und vor Gefahrenstelle gezeigt (meist ein Sturz). Wenn Du diese Flagge siehst nimmst Du Gas raus, bremst nicht plötzlich, fährst an der Gefahrenstelle vorbei und verlässt zügig die Strecke nach der Runde. Sie wird an und vor einer Gefahrenstelle gezeigt (meist ein Sturz). Wenn Du diese Flagge siehst nimmst Du Gas raus, fährst aufmerksam, bremst nicht plötzlich, fährst an der Gefahrenstelle vorbei und fährst dann Deinen Turn weiter. Der Turn wird nicht abgebrochen.
- Zielflagge: Sie markiert das Ende des Turns. Die Zielflagge wird bei Zieleinlauf / Ende des Turns auf der Ziellinie geschwenkt. Wenn Du sie siehst, fährst Du noch eine Runde und dann raus in die Box/das Fahrerlager. Auf der letzten Runde nimmst Du etwas Gas raus, vermeidest nach Möglichkeit Überholvorgänge .. lässt es also austrudeln.
- Grüne Flagge: Die grüne Flagge wird z.B. nach einer Gefahrenstelle gezeigt wenn die Strecke wieder frei ist.
- Gelbe Flagge: Diese Flagge wird gezeigt wenn sich die Haftungseigenschaften der Strecke verändert haben. Das ist z.B. bei einsetzendem Regen auf der Strecke so. Bitte passe Deine Geschwindigkeit entsprechend an - fahre also vorsichtiger! Sie wird z.B. bei Regen auch nur ein paar Runden lang angezeigt.
Grundsätzlich gilt es die Flaggenzeichen der Streckenposten zu beachten, insbesondere das Überholverbot bei Gelb oder Rot. Wenn der Turn beendet ist (mit der karierten oder der roten Flagge) nicht mehr mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren.
Auf keinen Fall direkt nach der Flagge das Motorrad zusammenbremsen, das könnte den Hintermann in Bedrängnis bringen, die Runde zügig (ca. 80%) fertig fahren und bei der Boxeneinfahrt die Strecke verlassen. Auf keinen Fall auf der Strecke anhalten!
Falls es zu einem Sturz gekommen ist, kümmern sich die Streckenposten und Sanitäter um den Verunfallten, auch wenn es Dein Kumpel ist, bitte nicht anhalten. Wir sind auf der Rennstrecke, hier darf und soll die Sau rausgelassen werden. Andere behindern oder gefährden ist jedoch verboten, bei Verstößen agieren wir wie im Fußball mit gelber und roter Karte.
Verhalten auf der Strecke
Wenn ein anderer Teilnehmer zum Überholen ansetzt ist er im Normalfall schneller unterwegs. So jemanden darf man gerne passieren lassen. Du mußt zwar nicht gleich kleinbei geben, bei einem Training mußt Du aber auch nicht mit Gewalt Deine Position halten. Ranhängen und von Schnelleren lernen ist immer die bessere Alternative.
Schnellere Fahrer zeigen sich schon, Du mußt Dich deswegen nicht umdrehen.
Ansprechpartner vor Ort
Egal wo der Schuh drückt, beim MotoMonster Anhänger (an dem Du Dich auch vor Ort anmeldest) findest Du immer jemand der sich um Dein Problem kümmert. Natürlich kannst Du auch jederzeit alle sonstigen Teammitglieder ansprechen, egal ob Instruktor, Servicemitarbeiter, Zeitnehmer, ect.
Bei allen MotoMonster Events stehen Dir Instruktoren zu Verfügung. Bei uns gibt es Gruppeninstruktoren, in der blauen Gruppe betreuen sie 3-4 Teilnehmer, und Einzelinstruktoren, die sind in allen anderen Gruppen für nur einen Fahrer zuständig. Wer mit der Strecke noch nicht klar kommt oder an seinem Fahrstil feilen will bucht am besten das Einzelinstruktortraining (35€ / Turn). Hier wird der Instruktor mit Dir im Vorfeld absprechen was Dir wichtig ist und wo Deine Schwerpunkte liegen.
Die Buchung eines Einzelinstruktors ist die effektivste Methode um schnell zu lernen. Solltest Du Kritik oder Anregungen haben hilft es allen weiter, wenn Du diese vor Ort äußerst. Nur dann können wir für Abhilfe sorgen. Weder wir noch unsere Teilnehmer sind fehlerfrei. Meist hilft das Ansprechen des Problems um zu reagieren und es zu beseitigen.
Sollte Dir ein anderer Teilnehmer “ein Unrecht getan haben” komm zur Anmeldung. Wir werden uns der Sache annehmen und mit Deinem “Kontrahenten” sprechen.
Regeln im Fahrerlager
Natürlich sind die meisten Teilnehmer da, um ein paar entspannte Tage auf der Rennstrecke mit Freunden zu verbringen. Trotzdem bitten wir Dich um Rücksicht. Für Dein leibliches Wohl ist bestens gesorgt. Im Trainingspreis inbegriffen sind Frühstück, Wasser, Kaffee, Obst und Snacks.
Da wir nicht unendlich Platz haben bitten wir Dich, nicht mehr Raum zu beanspruchen als Du wirklich brauchst. Strom ist in jedem Fahrerlager vorhanden, bitte nur eine Kabeltrommel pro Anschluss. Die Kabeltrommel sollte auch komplett abgerollt werden damit sie nicht überhitzt.
Im gesamten Fahrerlager gilt Schrittgeschwindigkeit.
Vorbereitung des Motorrads
Glasflächen abbauen oder abkleben (Splittergefahr), Spiegel dürfen aber dran bleiben. Licht ausschalten und Bremslicht deaktivieren oder komplett abkleben. Auf der Rennstrecke wirken stärkere Belastungen als auf der Straße. Ein verlorenes Nummernschild bei hohem Tempo gegen den Helm macht keinen Spaß. Also bitte für den Trainingsbetrieb abmontieren.
Auf der Rennstrecke beansprucht Ihr Eure Bremsen sehr viel stärker. Achtet darum darauf, dass Ihr noch genug Belag auf den Bremsen habt. Um es für Euch so sicher wie möglich zu machen, checken wir Euer Motorrad.
Je nachdem auf welcher Rennstrecke wir uns befinden, gelten unterschiedliche Geräuschvorgaben. Die meisten haben fest eingebaute Messstationen die in Vorbeifahrt messen. In Groß Dölln und am Spreewaldring wird zusätzlich noch eine Standgeräuschmessung gemacht. Hier gilt die Drehzahl und die dB Angabe vom Typenschild. Wer die einhält ist zugelassen.
Reifenwahl für die Rennstrecke
Du kannst prinzipiell auch mit Straßenreifen auf einer Rennstrecke fahren. Das gilt insbesondere wenn Du mit Deinem “normalen” Straßenmotorrad zum ersten Mal auf einer Rennstrecke unterwegs bist. Moderne Sportbereifung bietet Dir genügend Grip um den Anforderungen eines Rennstreckeneinsteigers gerecht zu werden.
Ein Problem bei Straßenreifen tritt dann auf, wenn die Asphalttemperaturen/Lufttemperaturen sehr hoch sind und Du mit zunehmender Erfahrung deutlich schneller wirst. Es ist ein Trugschluss, dass man auf der Rennstrecke seine alten Reifen gern noch runter fahren kann. Je weniger Profil Du auf dem Reifen (oder je älter der Gummi ist) hast umso weniger Haftung baut der Reifen auf.
Aber genau das brauchst Du auf der Strecke, wo Du ja mit mehr Schräglage fährst und das Motorrad wesentlich beherzter beschleunigst als auf der Straße. Wenn also noch genügend Profil auf dem Reifen ist musst Du vorerst nicht wechseln. Tourenreifen haben prinzipiell weniger Grip als Sportreifen - sind also weniger geeignet …. Er ist es auch, der Dir den geeigneten Reifen für Dein Motorrad und Dein Leistungsvermögen mit an die Strecke bringt und dort auch montiert.
Fahrwerkseinstellung
Manch einer fängt im Vorfeld zum Training an, an seinem Fahrwerk herum zu schrauben weil er gehört hat, dass auf der Rennstrecke das Fahrwerk härter oder weicher sein soll, besser ansprechen muss .. Wenn Du das tust setzt Du Dich auf ein Motorrad das Du nicht kennst. Du musst Dich also mit einer zusätzlichen Komponente auseinander setzen die Dich den Fokus auf das eigentliche Geschehen verlieren lässt.
Wesentlich besser wäre es, wenn Du mit dem Motorrad an die Strecke kommst, das Du schon kennst. Wenn Du dann während der Fahrt spürst, dass etwas besser/anders sein sollte, kommst Du einfach während des Events zum “Fahrwerksmann”. Ihm kannst Du Deine Vorstellungen erklären und er weiß auch an welchen Rädchen/Schrauben er drehen muss. Ihr könnt dann beide zusammen das Optimum heraus finden und Deinen “Wohlfühlbereich” einstellen. Meist ist das dann auch eine Einstellung die Dir das Fahren auf der Landstraße wesentlich angenehmer macht.
Und Du erhältst die Einstellungen dokumentiert.
Checkliste für die Rennstrecke
Nimm Dir beim Packen für die Rennstrecke am besten mal die Checkliste zur Hand.
Verwandte Beiträge:
- Motorrad Einwintern: Checkliste & Tipps für die sichere Überwinterung
- Checkliste für Radtouren: Vorbereitung & Sicherheit
- Unverzichtbare Fahrrad Verkehrssicherheit Checkliste – So schützen Sie sich auf der Straße!
- Frohes Neues Jahr: Die ultimativen Motorrad Sprüche, die jeden Biker begeistern!
- Unvergessliche geführte Radtouren in Frankreich – Entdecken Sie die schönsten Routen jetzt!
Kommentar schreiben