Der Rahmen eines Motorrads, einschließlich des Rahmens einer Harley-Davidson, hat die Aufgabe, Hinterrad und Vorderrad möglichst verwindungssteif zu verbinden - abgesehen von der "Sollgelenkstelle" Lenkkopf. Dabei muss der Rahmen den Antrieb integrieren und sich trotz aller Verwindungssteifigkeit nachgiebig gegenüber Schwingungen und hohen Belastungen durch den Untergrund zeigen.
Zusätzlich soll er nicht korrosionsanfällig und im Falle eines Falles reparierbar sein. Die Konstruktion muss zudem so gestaltet sein, dass alle anderen Anbauteile (Motor, Getriebe, Öltank etc.) gut erreichbar sind. Soweit ein kurzer Auszug aus dem Lastenheft des Ingenieurs.
Historische Rahmen für Harley-Davidson Motorräder
Die allerersten Harleys (1903) konnten ihre konstruktive Verwandtschaft zum damals auch erst 20 Jahre alten Fahrrad moderner Bauart ("Sicherheitsniederrad", ~1880) nicht verleugnen. Die Räder waren ein wenig stabiler und die Rahmenrohre etwas stärker dimensioniert.
Der Rahmen war zwischen dem Lenkkopf und dem Sattelrohr zweidimensional und hatte nur eine Schleife um den Motor. Bei dieser auf Englisch single loop betitelten Bauart blieb Harley-Davidson bis 1935/1936. Erst der Rahmen für die 61" Knucklehead hatte zwei Unterrohre um den Motor herum und ab dem Folgejahr wurden auch die großen Seitenventiler-Motoren (U-, UL, ULH-Modelle) in diesen Rahmen gesetzt.
Diese Doppelschleifenrahmen sind übrigens normalerweise gemeint, wenn man von Starrrahmen spricht, obwohl auch die vorherigen Rahmen natürlich eine starre Hinterradführung hatten. Die 750er Solo-Modelle hatten bis zu ihrem Auslaufen 1952 nur eine Schleife und am Servi-Car gibt's die Einfachschleife noch bis 1973. Es hat ja funktioniert.
Rahmen kaufen für die Harley
Was ist der Plan? Aufbau eines Choppers oder Bobbers? Ersatz des zerschundenen Originalrahmens? Beides ist möglich mit der Auswahl von W&W Cycles an Replikas der Harley-Davidson Starrrahmen und Schwingenrahmen für Flathead, Knucklehead, Panhead und Shovelhead von 1936-1984.
Außerdem gibt es starre Heckteile für den Umbau von Sportster-Modellen, Halterungen für Tanks und Werkzeugbox, Reparatur- und Ersatzteile.
Rahmen für Harley-Davidson Motorräder - und damit auch von uns angebotene - sind traditionell aus Stahl und Stahlguss. Stahlguss-Komponenten werden verwendet, wo besondere Steifigkeit gefragt ist, also an den Knotenstellen wie z.B. am Lenkkopf.
Die Verbindungen der Knotenstellen übernimmt ein Stahlrohr. Diese Zweiteilung beim Material kommt aus den Zeiten, als Rahmen noch gelötet anstatt geschweißt wurden. Moderne Technik kombiniert mit Liebe zu Formen, die an Zeiten des ungefilterten Motorradfahrens erinnern.
Flach, reduziert und mit breitem Vorderreifen - so kamen die frühen US-Custombikes daher, die in den 40er- und 50er- Jahren in Hinterhöfen entstanden.
Die verschiedenen Lowrider Motorradtypen
Vor dem Hintergrund der vielfältigen Motorradkultur kann es für Außenstehende eine Herausforderung sein, die Unterschiede zwischen Cruiser, Bobber und Chopper zu erkennen. Ein tieferer Einblick in die charakteristischen Merkmale dieser Motorradtypen hilft dabei, ihre einzigartigen Designs, Fahrstile und kulturellen Hintergründe besser zu verstehen.
Cruiser, Bobber und Chopper repräsentieren unterschiedliche Subkategorien, die sich in Design, Fahrstil und kulturellem Erbe unterscheiden. Cruiser zeichnen sich durch entspannte Bauweisen, breite Lenker, oft ein Windschild und komfortable Sitzpositionen aus, während Bobber eine minimalistische Ästhetik mit gestripptem Design und oft reduzierter Ausstattung verkörpern. Chopper hingegen sind durch ihre gestreckte Silhouette, tiefliegende Rahmen und weit ausladenden Vorderräder gekennzeichnet, mit Ursprüngen in der Nachkriegszeit und einem starken Fokus auf Individualität. Jede Kategorie bietet ein einzigartiges Fahrerlebnis und trägt dazu bei, die Vielfalt in der Motorradkultur zu prägen.
Cruiser
Cruiser-Motorräder zeichnen sich durch ihre entspannte Bauweise aus, die sich ideal für gemütliche Fahrten auf langen, geraden Straßen eignet. Gemütliche Fahrerlebnisse und zeitlose Eleganz sind dabei ebenso charakteristisch für Cruiser wie ihre breite Zielgruppe.
Die entspannte tiefe Sitzposition, chromglänzende Elemente, breite Lenker, oft auch ein Windschild und individuelle Lackierungen betonen den unverkennbaren lässigen Stil der Cruiser. Diese Motorräder eignen sich nicht nur für kurze Fahrten in der Stadt, sondern auch für längere Touren auf der Landstraße.
Das Fahrgefühl eines Cruisers ist geprägt von einem sanften Gleiten, was sie besonders für Freizeitfahrten und Ausflüge auf offenen Straßen prädestiniert.
Klassische Modelle wie die Harley-Davidson Fat Boy oder die Yamaha VMAX repräsentieren nicht nur eine zeitlose Eleganz, sondern auch eine Lebensphilosophie des entschleunigten Cruisens. Insbesondere für Fahrer, die nicht nur auf der Straße, sondern auch mit Stil unterwegs sein möchten, sind Cruiser die ideale Wahl.
Dabei zeigen moderne Entwicklungen wie elektrische Cruiser, zum Beispiel die Harley-Davidson LiveWire, dass auch in dieser traditionellen Kategorie innovative Technologien Einzug halten. Die Eignung für kurze Stadt- und längere Landstraßenfahrten wird durch Motorleistungen meist zwischen 60 PS und 100 PS mit optimaler Geschwindigkeit im Bereich von 80 km/h bis 120 km/h unterstrichen.
Chopper
Die Chopper-Kultur zeichnet sich nicht nur durch markante Maschinen aus, sondern stellt ein echtes Statement dar. Ihre Ursprünge reichen bis in die Nachkriegszeit zurück, als Veteranen ihre Motorräder modifizierten, was zur Entstehung der charakteristischen, gestreckten Chopper führte. Die Bewegung erlebte in den 1960er- und 1970er-Jahren einen Boom, angetrieben durch Filme wie Easy Rider!
Die Chopper-Kultur hat eine vielfältige Anziehungskraft. In der Regel sind Männer stärker vertreten, aber es gibt eine wachsende Zahl von Frauen, die sich von der rebellischen Aura und dem einzigartigen Stil der Chopper-Motorräder angezogen fühlen. Auch die Einstellungen der Chopper-Fahrer variieren dabei stark. Einige mögen besonders das harte, unabhängige Image rundum Chopper und Kultur, andere betonen die Freiheit auf der Straße und die Individualität der Maschinen.
Chopper sind weltweit bekannt für ihr markantes Design, das durch einen tiefliegenden Rahmen, weit ausladende Vorderräder und oft kundenspezifische Lackierungen geprägt ist. Der minimalistische Ansatz und die reduzierten Teile verleihen Choppern eine unverwechselbare Silhouette.
Das Fahrgefühl auf einem Chopper ist einzigartig. Die weit ausgestreckten Lenker und die tiefe Sitzposition erzeugen ein entspanntes fahren, ähnlich wie bei den Cruisern, während der charakteristische V2-Motor für das unverwechselbare tiefe Brummen sorgt. Die Sitzhöhe bei Chopper-Motorrädern ist niedrig, was den lässigen Look unterstützt und einen einfachen Stand ermöglicht. Anmerkung: Für Neulinge braucht es etwas Training sich auf die veränderte Beinposition umzustellen.
Bobber
Bobber-Motorräder repräsentieren eine einzigartige Fahrzeugklasse mit klarem Fokus auf Minimalismus und Leistung. Die Wurzeln dieser Maschinen lassen sich bis in die Nachkriegszeit zurückverfolgen, als Veteranen ihre Motorräder durch das konsequente Entfernen nicht essentieller Komponenten modifizierten (siehe auch die Chopper-Entwicklung).
Die grundlegende Idee eines Bobbers besteht darin, unnötigen Ballast zu eliminieren und ein gestripptes Design zu schaffen. Dieses Konzept führt zu einer klaren Silhouette, die von einem tiefliegenden Rahmen, einem einzelnen Sitz und einem leistungsstarken Motor geprägt ist.
In Bezug auf die Zielgruppe sind Bobber-Motorräder besonders für Fahrer attraktiv, die Wert auf Individualität und einen minimalistischen Stil legen. So sind viele Bobber-Besitzer eher „No Club Lone Rider“, aber es gibt auch Motorradclubs, speziell für die Bobber-Szene.
Das Fahrerlebnis auf einem Bobber ist geprägt von der tieferen Sitzposition und dem leistungsstarken Motor, was zu einem einzigartigen Fahrgefühl führt.
Es ist wichtig zu betonen, dass Bobber für Langstreckenfahrten weniger geeignet sind, da ihr Fokus auf kürzeren Fahrten und städtischen Ausflügen liegt. Trotz ihrer begrenzten Vielseitigkeit werden sie für Fahrer, die einen puristischen Ansatz schätzen, zu einzigartigen Kunstwerken der Straße.
Weitere Motorradtypen
- Cafe Racer: Motorräder, an denen alles weggebaut worden war, was zum Fahren nicht unbedingt notwendig ist, um die Motorräder leicht und schnell zu machen.
- Cruiser: Ein Motorrad, das in den Grundzügen einem Chopper ähnelt, aber im Gegensatz zum Chopper zum gemütlichen Fahren (also dem Cruisen) gedacht ist.
- Naked-Bike: Ein Motorrad, das keine Verkleidung hat.
- Scrambler: Straßenmotorräder, die so modifiziert wurden, dass man auch im Gelände vorwärts kommt.
- Sporttourer: Halb- oder vollverkleidete Motorräder mit einem leicht längeren Radstand für ruhigeren Geradesauslauf, höher positionierten Lenkern und Verkleidungen, die besseren Windschutz bieten.
- Streetfighter: Günstig aufgebaute Unfallmotorräder mit einem außergewöhnlichen Aussehen.
- Supersportler: Ein leichtes Motorrad mit einem Alurahmen, Bremsen und Fahrwerk, die der Leistung und Geschwindigkeit standhalten, und einer Vollverkleidung, die schlank ist und dennoch guten Windschutz bietet.
- Tourer: Große und lange Motorräder mit bequemer Sitzposition, erhöhten Lenkern, großen Verkleidungen, die maximalen Windschutz bieten, und hubraumstarken Motoren, die Ihre volle Kraft sehr früh entfalten.
- Enduro: Motorräder, bei denen Rahmen, Fahrwerk, Auspuff und Motor für den Einsatz im Gelände konzipiert wurden.
- Reiseenduro: Größere und längere Motorräder mit einem großen Tank und einem kräftigen 2-Zylinder-Boxermotor, die sich gut für Reisen eignen.
- Moto-Cross: Ein reines Sportgerät ohne Straßenzulassung, das für Rennen auf Rundstrecken ausgelegt ist.
Rahmenarten im Überblick
Es gab im Laufe der Harley-Davidson Geschichte viele Rahmenarten:
- Single Loop Rahmen
- Doppelschleifenrahmen
- Starrrahmen
- Straightleg Rahmen
- Wishbone Rahmen
- Knickrahmen
- Schwingenrahmen
- Dyna Rahmen
- Softail Rahmen
VG Motorcycle Rahmen
VG Motorcycle stellt Rahmen her, die originaler als das Original sein sollen. Für die Rahmen werden Rohre in zölligen Maßen verwendet. In der heutigen Fertigung werden die Techniken gemischt, teilweise wird gelötet, teilweise geschweißt.
Die Maße werden von Originalrahmen abgenommen und in 3D-Computerprogrammen digitalisiert und gespeichert.
Kundenwünsche ändern sich. In den 80er-Jahren gab es mal einen Boom der alten Starrrahmen. Die Leute steigen wieder um auf die alten Starrrahmen. Die wollen sie original. Andere lassen den Rahmen auf Extrawünsche anpassen. In die Oldstyle-Rahmen soll dann ein Evolution-Motor oder breitere Reifen.
Hinweis zur Zulassung
An Stammtischen ist noch immer die Meinung verbreitet, dass allein schon der Rahmen als Basis eines Motorrades maßgeblich für die Erteilung des Datums einer Erstzulassung ist. Doch das stimmt nicht. Ein Fahrzeug muss in der deutlichen Mehrheit seiner Teile aus dem Jahr der Erstzulassung stammen.
Wer einen alten Rahmen nimmt und in dorthinein Bauteile jüngeren Datums einfügt, für den gilt als Datum der ersten Zulassung das Jahr des Zusammenbaus.
Wer einen neuen Rahmen nimmt und ihn in einem nachträglichen Aufbau als originalen Rahmen vortäuscht, begibt sich in die Liga des Straftatbestandes der Urkundenfälschung.
Einzige Ausnahme ist der Ersatzteiltausch. Alte Rahmen sind aus altem Stahl gefertigt, der irgendwann mal brechen kann. Wem dieses Schicksal nachweislich widerfährt, der darf den gebrochenen Rahmen tatsächlich gegen eine Neuanfertigung austauschen.
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