Übersetzt man „Cinque Terre“, so erhält man den Ausdruck “fünf Ortschaften”. Bezeichnet wird hiermit ein gut zwölf Kilometer langer Küstenstreifen, der vom Klima stark begünstigt ist. An der italienischen Riviera gelegen, erstreckt sich die Region von Punta Mesco und Punta di Montenero und in nordwestlicher Richtung von La Spezia. Die Region ist offiziell als Nationalpark und UNESCO-Welterbe geschützt.
Betrachtet man die Cinque Terre Karte, wird schnell ersichtlich, dass sich die Region in Italien hervorragend auch für ausgedehnte Wanderungen oder Touren mit dem Rad eignet. Neben dem perfekten erholsamen Urlaub am Strand bietet sich der Urlaub Cinque Terre darüber hinaus noch perfekt für aktive Urlauber an. Hierbei ist es egal, ob man die Gegend auf zwei Rädern oder aber zu Fuß beim Wandern erkunden möchte. Italien Cinque Terre verfügt über gut 7.000 Einwohner.
Die Dörfer der Cinque Terre
Wer in Cinque Terre wandern möchte, der wird hier an vielen Stellen Gelegenheit dazu bekommen. Der erste Ort im Nordwesten des Nationalparks ist Monterosso al Mare, der größte Ort der fünf Dörfer mit knapp 1.500 Einwohnern. Eine Besonderheit ist der Fußgängertunnel der durch den Felsen führt, der Monterossas Altstadt von den neueren Dorferweiterungen trennt. Vom Felsen wacht der Torre Aurora, ein Wachtturm aus dem 16.
Vernazza, südöstlich von Monterosso gelegen, ist mit weniger als 1.000 Einwohnern deutlich kleiner. Die Burg an seiner Felsenspitze wird auf das 11. Jahrhundert datiert. Etwas jünger, aber ebenfalls aus dem Mittelalter ist die Kirche Santa Margherita d’Antiochia aus dem 14. Jahrhundert, die dem Kastell auf Landseite gegenüberliegt und zwischen denen sich die Bucht des Ortes öffnet. Der Glockenturm von Santa Margherita ist mit einer Kuppel bedacht ist und erhebt sich auf einem älteren Bauwerk direkt am Wasser.
Ähnlich hübsch und bunt ist auch das Dorf Corniglia, das allerdings nicht am Wasser sondern hundert Meter über dem Meer auf dem Küstenfelsen erbaut ist. So eröffnet es den Rundumblick auf die vier anderen Dörfer, die direkt am Wasser liegen. Anders als bei den vier Partnerorten liegt der Schwerpunkt des höherliegenden Corniglia nicht auf der Fischerei, sondern auf Wein- und Ackerbau.
Genauso wie Corniglia verwaltungstechnisch zu Vernazza gehört, ist Manarola ein Ortsteil von Riomaggiore, mit dem ihn die Via dell’Amore, ein Küstenweg entlang der schroffen Felsen und direkt am Meer, der dank eines Geländers sicher zu begehen ist. Eine “Cinque Terre Karte” braucht es hierfür nicht. Corniglia selbst schlängelt sich zwischen zwei Hangrücken nach oben, malerisch mit den eng gebauten, kaskadenartig aufsteigenden Häusern bis zum Dorfplatz mit der Kirche San Lorenzo, deren gotische Fassade im 14.
Ganz im Südosten der Cinque Terre liegt Riomaggiore und ist damit direkter Nachbar der Großstadt La Spezia, die von hier aus auch rasch mit der Zuglinie zu erreichen ist, die von Genua aus durch die Cinque Terre fährt. Allerdings können die Nachbarorte statt mit dem Zug idyllischer mit dem Schiff angesteuert werden, denn schließlich liegen sie alle direkt am Meer und - mit Ausnahme von Corniglia - auch auf Höhe des Meeresspiegels.
Radfahren in den Cinque Terre: Routen und Tipps
Für alle Zweirad-Freunde wird hier aber auch einiges geboten. Unter anderem bietet sich in diesem Zusammenhang die die Volastra-Rundtour an. Über die Cinque Terre Karte lassen sich alle Besonderheiten direkt einsehen. Der Höhenunterschied liegt in diesem Fall bei 500 Metern, wobei die gesamte Tour gut 24 Kilometer umfasst und in zwei bis drei Stunden bewältigt werden dürfte. Die mittelschwierige Tour hält einige wunderschöne Ausblicke auf die Dörfer Corniglia, Manarola und Riomaggiore für die Rad-Freunde bereit.
Die SP51 Panormastraße führt oberhalb der bekannten Dörfer durch das Cinque Terre und liefert atemberaubende Blicke. Bereits während meiner Fahrradtour entlang der ligurischen Küste 2016 wollte ich eigentlich auf der SP51 Panoramastraße durch das Cinque Terre fahren. Leider war die Straße damals gesperrt. Am Ende meiner Genua-Tour 2021 wollte ich die Fahrt auf der Straße nachholen. Hier gibt es einen kurzen Fahrbericht 😉
Im Gegensatz zu 2016 war ich 2021 mit dem Liegerad unterwegs. Als Startpunkt habe ich Levanto ausgewählt, wo ich mich ein paar Tage, vor der Rückfahrt nach Deutschland, erholt habe. Vor dort geht es auf der SP38 direkt steil bergauf. Die SP51 zweigt am Passo del Termine von der SP38 ab, dieser liegt etwa 500 Meter über Meereshöhe. Diese 500 Höhenmeter sind in knapp 10 km von Levanto aus zu überwinden. Gleichzeitig ist der Punkt fast die höchste Stelle der Tour.
Schon auf der SP38 gibt es nur wenig Verkehr. Auf der SP51 wird das noch weniger. Die ersten 10 Kilometer auf der SP51 gehen dabei zwar insgesamt leicht bergab, immer wieder gibt es aber auch ein paar kurze Anstiege. Das spielt angesichts des Panormas aber kaum eine Rolle. Immer wieder bleibe ich stehen, genieße den Ausblick und/oder zücke die Kamera.
An Höhe Corniglia geht es dann mächtig bergab, von etwa 500 Meter geht es auf etwa 4 km bis zur Abzweigung nach Manarola auf 150 Meter abwärts. Dabei führt die Straße durch ein Tal, ohne direkten Blick auf das Meer, was die Landschaft jedoch nicht minder attraktiv macht. Ab der Abzweigung nach Manarola heißt die SP51 nun SP370, ohne dass sich jedoch wirklich etwas ändert ;). So geht es weiter auf der SP370, wobei die Straße nun wieder sachte ansteigt. Es folgt nun ein kurzer Tunnel, welcher aber gut zu fahren ist. Viel Verkehr gibt es nach wie vor nicht.
Ich entschied mich damals bis Riomaggiore zu fahren und ab dort mit dem Zug wieder zurück Levanto zu fahren. Dabei wartet nochmal eine wilde Abfahrt hinunter nach Riomaggiore. Alternativ bietet es sich auch an der SP370 weiter bis nach La Spezia zu folgen. Hier sind nochmal einige Höhenmeter sowie zwei länger Tunnel zu bewältigen.
Radweg Levanto-Bonassola-Framura
Ein weiteres kleines Highlight in der Region ist zudem der Radweg Levanto-Bonassola-Framura (bekannt als Pista Ciclopedonale Levanto - Framura). Auf diesem war ich während meiner Radtour entlang der ligurischen Küste schonmal kurz unterwegs, es macht aber immer wieder Freude erneut auf dem kurzen Stück zu fahren.
Der Radweg ist etwa sechs Kilometer lang und führt auf einer ehemaligen Bahntrasse. Ein großer Teil führt dabei durch die ehemaligen Bahntunnel, da die Bahntrasse jedoch direkt entlang der Küste durch den Fels geführt ist, gibt es immer wieder atemberaubende Blicke auf das Meer und die Klippen.
Der Tunnelradweg dient nicht nur als Touristenattraktion. Auch die Einwohner nutzen die Strecke mit Fahrrädern und Mofas für die täglichen Besorgungen. Dies überrascht nicht, denn die Länge der kurven- und steigungsreichen Strassenverbindung beträgt mindestens 7km und ist für Radler nur schwer zu bewältigen.
Unterwegs im Tunnel geben einige Nischen und Mauerdurchbrüche den Blick auf das Meer und die Steilküste frei. Es lohnt sich, immer mal wieder einen kurzen Stopp einzulegen.
Hinweis: Durch die große Anzahl an Tunneln ist das GPS-Signal zum Großteil sehr schlecht.
Highlights des Radwegs:
- Schroffer Fels
- Viele Tunnel
- Perfekter Asphalt
- Kleine Buchten zwischen den Tunneln
Weitere Tipps für den Aktivurlaub
Neben Radfahren, Kanufahren, Wandern und Schnorcheln, ist Stand Up Paddling, Segeln und Mountainbike fahren in den Bergen super, um den Urlaub etwas aktiver zu gestalten. Oder wie wäre es mit Klettern als spannende Herausforderung? An der steilen Küste zwischen Porto Venere und den Cinque Terre erwarten Sie jede Menge Routen mit Top-Aussicht. Oh, und Focaccia und Gelato essen nicht vergessen. Ist doch auch ein Sport, oder?
Praktische Informationen
Der Zug zu den Cinque Terre bietet nicht nur eine rasche Erreichbarkeit der kleinen Orte, ohne sich um Parkplätze Sorgen machen zu müssen, die Anfahrt per Bahn bietet im Urlaub Cinque Terre auch ein ganz besonderes Erlebnis: Sie führt weitgehend in Tunneln an der Küste entlang, bei deren Unterbrechungen - beispielsweise an den Bahnhöfen der Orte - man das Ligurische Meer sehen kann.
Trotz der allgegenwärtigen Nähe zur italienischen Riviera eignen sich die Cinque Terre nur bedingt für einen Badeurlaub, worauf Cinque Terre Reiseführer auch hinweisen, denn Sandstrände sind - abgesehen von einer kleinen Ecke in Monterosso - Mangelware.
Mittlerweile ist die Cinque Terre längst kein Geheimtipp mehr. Wenn es euch irgendwie möglich ist, würde ich euch definitiv empfehlen Cinque Terre in der Vor- bzw Nachsaison zu besuchen. Und am besten noch unter der Woche. Es wird dann immer noch voll, aber vielleicht nicht restlos überlaufen sein.
Empfehlungen für die Anreise:
- Mit dem Auto: Achten Sie darauf, dass das Hotel/die Unterkunft Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellt.
- Als Tagestourist: Stellen Sie das Auto am besten bereits in La Spezia oder Levanto ab und steigen Sie auf den Zug um.
Wie schon erwähnt gibt es zwei Möglichkeiten, um sich zwischen den Orten zu bewegen: Die Fähre und den Zug. Und während ich eine Fahrt mit der Fähre durchaus empfehlen kann (die Orte mal vom Wasser aus zu sehen und anzufahren ist wesentlich reizvoller als eine Zugfahrt durch diverse Tunnel), ist die schnellere Variante definitiv der Zug. Am besten kauft man sich in diesem Fall die Cinque Terre Card (bedenkt bitte, dass ihr unter Umständen für den Kauf etwas mehr Zeit einrechnen müsst! Manchmal gibt es lange Schlangen an den Schaltern.) Die gibt es für einen oder zwei Tage und erlaubt einen die Züge unbegrenzt und den ganzen Tag zu nutzen.
Zusammenfassend einige wichtige Punkte:
- Cinque Terre ist voll, laut und wirklich kein Geheimtipp mehr. Aber ein Besuch dort lohnt sich dennoch!
- UNESCO Weltkulturerbe wird man halt nicht umsonst; die Städte sind wirklich sehr schön und haben eine ganz eigene Atmosphäre.
Im Vergleich zu Deutschland und anderen Radnationen verfügt Italien im Verhältnis zu seiner Größe über ein relativ kleines Radnetz mit „nur“ 7.500 Radwegen. Mountainbiker kommen insbesondere in den alpinen Regionen Südtirol, im Aostatal oder im Trentino auf ihre Kosten. Entspannter geht es entlang des Po zu, wo auch Wenigradler gute Bedingungen vorfinden. Kulturenthusiasten sollten sich die hübschen Altstädte der Toskana oder von Umbrien nicht entgehen lassen, wobei diese Orte meist auf Hügeln gelegen und daher nicht ohne Anstrengung zu erreichen sind. Inselradeln bietet sich in Italien auf Sardinien und Sizilien an, die oft weniger überlaufen sind als z.B. die Balearen. Am besten radelt es sich in Italien im Frühling und frühen Herbst.
Übersicht der Cinque Terre Dörfer
| Dorf | Einwohnerzahl (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Monterosso al Mare | 1.500 | Größtes Dorf, Sandstrand |
| Vernazza | 1.000 | Historische Burg, Kirche Santa Margherita |
| Corniglia | Weniger als 1.000 | Höchstgelegenes Dorf, Wein- und Ackerbau |
| Manarola | Teil von Riomaggiore | Via dell’Amore |
| Riomaggiore | Nachbar von La Spezia | Direkter Zugang zum Meer |
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