Clipschloss Motorrad: Vor- und Nachteile

Bei der Wahl des richtigen Kettensatzes für ein Motorrad stellt sich oft die Frage nach der Art des Kettenschlosses. Hierbei stehen verschiedene Optionen zur Auswahl: Clipschloss/Federschloss, Schraubschloss, Nietschloss (voll oder hohl) und die endlose Kette. Jede dieser Varianten hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Clipschloss/Federschloss: Vor- und Nachteile

Clipschlösser sind vor allem von MZ-Motorrädern bekannt und erfreuen sich aufgrund ihrer einfachen Handhabung Beliebtheit. Sie sind wiederverwendbar und lassen sich im Notfall mit einer Zange (idealerweise im Bordwerkzeug vorhanden) schnell und problemlos am Straßenrand wechseln.

Ein Clipschloss steht einem Hohl-Nietschloss von der Festigkeit her in nichts nach, kann also grundsätzlich verwendet werden.

Vorteile:

  • Wiederverwendbar und einfach zu öffnen
  • Schneller Wechsel im Notfall möglich
  • Kein Spezialwerkzeug erforderlich (Zange ausreichend)

Nachteile:

  • Theoretische Gefahr des Lösens durch unsachgemäße Montage, Verkantung, Verhaken oder Ermüdung
  • Verschleiß am Clip möglich
  • Schlechtere Sichtkontrolle bei umgedrehtem Clip

Montage und Sicherheit

Auch das Verschliessen einer DID-Motorradkette mit einem Clipschloss ist nichts für Laien und muß fachgerecht erfolgen, da dort ebenso sehr leicht durch Fehlmontage großer Schaden entstehen kann. Oft muß je nach Kettentyp die Lasche aufgepresst werden, bevor man den Clip einwandfrei montieren kann.

Die beiden Unsicherheitsfaktoren eines Clipschlosses sind folgende:

  1. Dadurch, dass die eine Lasche von Hand auf die Bolzen zu schieben ist, ist das keine Presspassung wie beim Nietschloss.
  2. Denkbar wäre dadurch ein etwas höherer Verschleiß in der Bohrung der Lasche und vor allen Dingen am Bolzen.

Allgemein gilt für Ketten, daß sie so stark sind wie ihr schwächstes Glied. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Empfehlungen

Allerdings ist diese Verschlussart nur bei leistungsschwachen Motorrädern zu empfehlen. Die Gefahr, dass sich der Clip löst, ist zB bei einem hackenden 1-Zylinder (zB mit 34PS) viel größer als bei einem ruhig laufenden 4-Zylinder (zB mit 78 PS) ohne große Lastwechselreaktionen.

Für den Straßen-Betrieb ab einer 520er Teilung und mind. 50 PS Motorleistung aufwärts, also auch in 525er, 530er und 630erTeilung, wird ein DID-Hohl-Nietschloss empfohlen.

Alternativen zum Clipschloss

Nietschloss (Hohl- oder Vollnietschloss):

  • Benötigt Spezialwerkzeug zum Vernieten
  • Einmaliges Vernieten
  • Gilt als sehr sicher bei fachgerechter Anwendung

Endlose Kette:

  • Gilt als stabiler
  • Eingeschränkte Flexibilität bei der Sekundärübersetzung
  • Aufwändigerer Einbau, da Schwinge demontiert werden muss

Weitere Aspekte bei der Kettenwahl

Neben der Art des Kettenschlosses spielen auch die Qualität der Kette und die Erfahrung des Monteurs eine wichtige Rolle. Es ist ratsam, sich vor dem Kauf in einer Fachwerkstatt beraten zu lassen und zu klären, welche Art der Kettenmontage bevorzugt wird. Bei der Montage eines Clipschlosses sind Präzision und Erfahrung gefragt, da ein abgebrochener Clip zusätzliche Kosten verursachen kann.

Zunächst einmal: Eine ab Werk verschlossene Kette ist nicht automatisch sicherer als eine fachgerecht vernietete Kette. Viele Ketten werden sogar direkt am Montageband der Hersteller manuell verschlossen, weil bei den immer häufiger verbauten Superbike Schwingen mit oberer oder unterer Verstärkung die offene Kette wie durch ein Nadelöhr gezogen werden muß.

Fazit

Die Wahl zwischen Clipschloss und Nietschloss hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Motorleistung des Motorrads, die eigenen Schrauberfähigkeiten und die bevorzugte Montageart. Während Clipschlösser eine einfache und schnelle Lösung darstellen, bieten Nietschlösser und Endlosketten ein höheres Maß an Sicherheit und Stabilität. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile jeder Option sorgfältig abzuwägen und gegebenenfalls den Rat eines Fachmanns einzuholen.

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