Die Wahl des richtigen Mountainbike-Reifens entscheidet über Fahrspaß oder Frust auf dem Trail. Je nach Disziplin, Bike oder Vorliebe des Bikers gibt es eine Vielzahl von Mänteln, die auf die Felge montiert werden können. Die Reifen sollten je nach Einsatzbereich einen guten Rollwiderstand oder maximalen Grip liefern, pannensicher oder sehr leicht sein. So stellt zum Beispiel ein Enduro- oder All-Mountain-Biker im alpinen Gelände sicherlich andere Anforderungen an den Reifen als ein Cross Country Racer im Rennen.
Insgesamt haben wir 18 Mountainbike-Mäntel ausgiebig getestet. Preislich lagen alle zwischen rund 20 und 60 Euro.
Aufbau eines MTB-Reifens
Betrachtet man grob den Aufbau eines MTB-Reifens, besteht dieser aus einer Lauffläche mit Profil, den Seitenwänden der sogenannten Karkasse, also dem Gerüst des Mantels, und dem Wulst, der den Mantel in der Felge hält.
Draht- vs. Faltreifen
Generell hat ein Mountainbiker die Wahl zwischen Draht- und Faltreifen. Hier spielt es noch keine Rolle, ob die Felge Tubeless Ready ist oder nicht.
Der Vorteil eines Drahtreifens liegt hauptsächlich im günstigeren Preis. Im Gegensatz dazu sind Drahtreifen schwerer und nicht faltbar, wodurch sie z. B. nicht mit auf eine lange Radreise genommen werden können.
Faltreifen hingegen sind einfach im Rucksack zu transportieren und meist Tubeless-kompatibel. Der größte Vorteil ist jedoch das geringere Gewicht, was gerade bei einer beschleunigten Masse, was ein Rad am Mountainbike nun mal ist, besonders positiv ist und so die Fahreigenschaften verbessert.
Fährt man also nur gelegentlich und gemütlich mit dem Mountainbike, reicht in aller Regel ein Drahtreifen vollkommen aus.
Tubeless-System
Wie der Name schon sagt, wird bei einem Tubeless-System auf den bisher üblichen Schlauch verzichtet. Generell sind alle neueren Mountainbike-Felgen dafür ausgelegt, schlauchlos fahren zu können. Jedoch müssen diese bei Bedarf erst auf Tubeless umgerüstet werden.
Nicht nur, dass das Aufziehen der Reifen schwerer ist, das anschließende Aufpumpen kann einen sogar zur Verzweiflung bringen, sollte kein Kompressor zur Hand sein. Durch die teils großen Spalte zwischen Reifen und Felge entweicht die Luft beim Aufpumpen, mit einer normalen Handpumpe ist es dann mehr oder weniger unmöglich, die Reifen aufzupumpen.
Sind die Reifen aber erst mal montiert, bieten Tubeless-Reifen einige Vorteile, vor allem die erhöhte Pannensicherheit dank der Dichtmilch. Diese muss vor dem Aufpumpen in den Mantel gegossen werden, zum Teil über das Ventil.
Die Dichtmilch verfestigt sich mit der Zeit und muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Nur so kann die Dichtmilch ihrer Aufgabe nachkommen und kleine Beschädigungen im Mantel abdichten. Unter anderem werden so eingefahrene Dornen zuverlässig abgedichtet, die sonst den Schlauch zerstechen würden.
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man mit Tubeless einen niedrigeren Reifendruck fahren kann. Wo bei Schlauchreifen der Schlauch den Mantel gegen die Felgen drücken musste, wodurch ein höherer Druck notwendig war, drückt bei Schlauchlos-Reifen die Luft den Mantel direkt in die Felge.
Damit geht einher, dass Reibungen zwischen Mantel und Schlauch nicht mehr stattfinden, wodurch auch der Rollwiderstand reduziert wird.
Tubeless ist letztlich also für Biker interessant, die viel fahren, den Mehraufwand bei Montage und Wartung nicht scheuen und die Vorteile der gehobenen Pannensicherheit und Traktion nutzen möchten.
Hin und wieder liest man, dass Tubeless eine deutliche Gewichtseinsparung mit sich bringt, da auf einen Schlauch verzichtet werden kann. Zwar spart man das Gewicht des Schlauchs, aber ein stabileres Felgenband, ein etwas schwereres Ventil und nicht zuletzt die notwendige Dichtmilch summieren sich auf.
Gerade im Mountainbike-Bereich muss pro Laufrad teilweise 100 Milliliter und mehr Dichtmilch verwendet werden. Muss nach einer gewissen Zeit die Milch erneuert werden, wird das Laufrad unter Umständen deutlich schwerer als mit Schlauch.
Getestete Reifen im Detail
Continental Cross King
Der Cross King wurde zusammen mit dem Topeak Ergon Racingteam entwickelt. Das grobstolligere Profil des Cross King hielt uns allzeit auf Kurs. Der Reifen punktet durch ordentlich Grip; wie auch beim Race King ist das Fahrverhalten sehr direkt. Beim Ausrollversuch konnte er nicht in den vorderen Rängen mitmischen, erreichte aber einen durchschnittlichen Wert.
Weder Kompressor noch Volumenkammer waren nötig, um den Pneu tubeless auf die Felgen aufzuziehen. Leicht gelang uns das mit nur einer Standardpumpe. Sei es der Durchschlagschutz oder der Durchstichtest in Seitenwand und Lauffläche - der Cross King erzielte durchweg tolle Ergebnisse. Bei letzterem erreichten wir mit ihm den besten Wert im Testfeld.
Continental Kryptotal
Der Continental Kryptotal ist in einer speziellen Vorderrad- und Hinterrad-Version erhältlich, um die besten Eigenschaften zu vereinen. Der Kryptotal-Fr Trail Endurance und der Kryptotal-Re Downhill Soft bieten einen sehr guten Grip bei gleichzeitig guten Rolleigenschaften. Die Reifenkombination macht auf dem Mountainbike einfach nur Spaß und vermittelt ein sicheres Fahrgefühl, sowohl auf schnellen Downhills als auch bei steilen Anstiegen.
Die Verarbeitung der beiden Mäntel ist top. Hier gibt es nichts zu bemängeln. Die Montage der etwas steiferen und 1245,5 Gramm schweren Downhill-Karkasse auf dem Hinterrad ist einfach, der Mantel geht jedoch etwas zäh über die Felge. Hier sind gutes Werkzeug und etwas Fingerkraft hilfreich.
Das Profil des Hinterrades besteht aus sechs Millimeter hohen und in Zweierreihen angebrachten Profilblöcken in der Mitte des Mantels sowie ebenfalls sechs Millimeter hohen Profilblöcken an den Seiten. Die einzelnen Seitenstollen sind zwischen den Mittelprofilblöcken angeordnet. Das Profil des Vorderrades ist etwas anders designt. Während das Seitenprofil identisch zum Hinterrad ist, besteht das Mittelprofil aus sich abwechselnden Zweier- und Dreier-Profilblockreihen.
Auf dem Weg zum Test-Trial lässt sich gut der Rollwiderstand bewerten. Gefühlt rollen die Kryptotal recht leicht ab, obwohl am Hinterrad die weichere und etwas schwerere Version montiert ist. Auf dem Test-Trail, der sowohl im Belag als auch im Profil sehr abwechslungsreich ist, hat uns die Kryptotal-Kombination sehr gut gefallen. Auf einzelnen Streckenabschnitten verbesserten wir sogar unsere Rekorde um mehrere Sekunden. Das deutet schon mal an, dass der Kryptotal gute Leistung sehr gut erbringt. Der Grip ist sehr gut, und sowohl auf losem als auch auf festem Belag kann man sich auf die Reifen verlassen. Auch am Grenzbereich bleibt die Reifenkombination sehr gut beherrschbar.
Bei steilen Gegenanstiegen spielt das Hinterradprofil seine Stärken aus. Die Profilblöcke beißen sich gut in den Untergrund und erst sehr spät beginnt das Hinterrad durchzudrehen. Im Vergleich zu unserem Testsieger bietet der Kryptotal zwar einen etwas besseren Grip, der Schwalbe Hans Dampf rollt jedoch gefühlt etwas leichter ab und ist preislich attraktiver.
Am Ende bekommt man mit dem Continental Kryptotal-Fr Trail Endurance und Continental Kryptotal-Re Downhill Soft eine ausgezeichnete Kombi für den gemischten Einsatz und je nach Bedarf mit der geeigneten Karkasse und Gummimischung. Der Reifen rollt gut ab und bietet guten Grip. In der Summe also ein verlässlicher Begleiter, der sowohl im Uphill als auch im Downhill sehr viel Spaß macht und ein sicheres Fahrgefühl vermittelt.
Continental Argotal
Der Argotal-Reifen eignet sich laut Conti besonders für losen Untergrund wie losen Waldboden oder Staub. Durch sein offenes Profil soll er eine hohe Selbstreinigung besitzen, die verstärkten Seitenstollen sollen ein Extra an Kurvenstabilität und Grip bringen.
Continental Xynotal
Der Xynotal wurde für harten und steinigen Untergrund entwickelt. Durch seine angeschrägten Stollen soll er einen niedrigen Rollwiderstand besitzen und dauerhaften Kontakt mit dem Boden gewährleisten. Außerdem hat er ein hohes Maß an positivem Profil - das soll viel Kontaktfläche auf hartem Untergrund gewährleisten.
Maxxis Aggressor Exo TR Dual
Der Maxxis Aggressor Exo TR Dual ist ein vielseitiger Mountainbike-Reifen mit Charakter. Der Mantel bietet gute Rolleigenschaften und guten Grip auf nahezu jedem Untergrund. Somit ist der Aggressor ein optimaler Allrounder für ausgedehnte All-Mountain-, aber auch für anspruchsvolle Enduro-Touren, der stets viel Spaß macht. Im Profil können sich jedoch kleine Steinchen festsetzen, die dem Biker im schlimmsten Fall um die Ohren geschleudert werden.
Die Verarbeitung des Aggressors ist sehr gut und auch die Montage ist einfach. In der Mitte der Lauffläche besteht das Profil überwiegend aus in Zweierreihen angebrachten Profilblöcken mit einer Profilhöhe von knapp vier Millimetern. Jede fünfte Reihe weist sogar drei Profilblöcke auf. Somit steht das Profil etwas kompakter, was für Grip und für gute Rolleigenschaften sorgen soll.
Auf dem Weg zum Test-Trail wird der Rollwiderstand beurteilt. Insgesamt rollte der Maxxis Aggressor sehr gut ab und gefühlt besitzt der 897 Gramm schwere Mantel einen recht geringen Rollwiderstand. Auf einem mit Kies übersäten Uphill bemerkten wir eine Eigenschaft, die uns nicht ganz so gut gefallen hat. Kleine Steinchen setzen sich in dem eng stehenden Profil leicht fest und werden bei etwas schnellerer Fahrt umhergeschleudert. So kann es passieren, dass dem Biker ein Steinchen ins Gesicht fliegt oder entsprechend den Lack des Bikes beansprucht.
Auf dem recht technischen S2-Test-Trail hat uns der Maxxis Aggressor sehr gut gefallen, und der Mantel hat richtig Spaß gemacht. Das Profil beißt sich in den Untergrund und sorgt für ordentlich Grip. Der Mantel lässt sich sehr gut beherrschen, selbst am Limit. Hier widerspricht sich der Name, den der Hersteller dem Mantel gab. Sowohl auf trockenem als auch auf sehr feuchtem Untergrund bleibt der Mantel stets gutmütig und das Bike ist auch während brenzliger Situationen gut beherrschbar.
Wer einen Top-Allrounder für sein All-Mountain- oder Enduro-Bike für ausgedehnte Touren sucht, der wird mit dem Maxxis Aggressor Exo TR Dual fündig. Der Mantel bietet gute Rolleigenschaften, besitzt einen guten Grip und bleibt auch auf anspruchsvollen Trails gut beherrschbar.
Schwalbe Hans Dampf
Vielseitig und bissig: Der Schwalbe Hans Dampf überzeugt mit starkem Grip und überraschend gutem Rollverhalten. Ideal für All-Mountain- und Enduro-Fans. Der Schwalbe Hans Dampf bietet nahezu alles, was man sich von einem modernen MTB-Reifen für All-Mountain- oder Enduro-Touren wünscht. Auf anspruchsvollen oder feuchten Trails bietet er enormen Grip und vermittelt stets ein sicheres Fahrgefühl. Auch ist der Rollwiderstand erstaunlich gering für einen Mantel, der gerne im groben Gelände bewegt wird. Somit macht der Hans Dampf auch auf langen Touren und auf festen Untergründen Spaß.
Der Schwalbe Hans Dampf hat uns im Vergleich zu den anderen Testkandidaten am besten gefallen. In der uns vorliegenden Super-Trail-Ausführung mit der Addix-Soft-Gummimischung bietet der dampfende Hans den im Vergleich besten Grip auf nahezu allen Untergründen - bei dennoch erstaunlich geringem Rollwiderstand. Verarbeitungstechnisch gibt es, wie bei Schwalbe üblich, nichts zu bemängeln. Unser Testmuster kam mit 2,35 Zoll breiten Reifen, in der Super Trail Ausführung und mit der Addix-Soft-Gummimischung.
Optisch bietet der Hans Dampf in einer bestimmten Reihenfolge abwechselnd zweireihige und dreireihige, rechteckige Profilstollen in der Mitte mit einer Profilhöhe von ungefähr 5 Millimeter. Diese sollen nicht nur für ausreichend Grip, sondern auch für gute Rolleigenschaften sorgen. Das offene Profil soll sich zudem kaum mit Dreck zusetzen. Breitere und mit ca.
Die Montage des MTB-Reifens ist etwas zäher, was jedoch kein Nachteil ist. Aber bietet der Hans Dampf auch das, was Schwalbe verspricht? Gerade auf dem für Mountainbiker bevorzugten Untergrund spielt der Hans Dampf seine Stärken aus. Egal ob weicher Waldboden mit Wurzelteppichen oder gröberer Schotter, das Bike bleibt mit dem Hans Dampf stets gutmütig und kontrollierbar.
Sollte der Wettergott einmal nicht gnädig sein und die Trails deutlich matschiger und weicher werden, muss man mit dem Hans Dampf nicht zu Hause bleiben. Auch hier baut der MTB-Reifen noch gut Grip auf und erst wenn es sehr matschig oder gar schneematschig wird, kommt er an seine Grenzen. Nicht nur auf dem Vorderrad macht er Spaß, auch als Hinterreifen hat er seine Berechtigung. Bei knackig steilen und oder feuchten Gegenanstiegen auf dem Trail muss man sich sehr anstrengen, um das Hinterrad zum Durchdrehen zu bewegen, was zusätzlich Sicherheit und Fahrspaß vermittelt.
Letztlich hat sich der Schwalbe Hans Dampf den Testsieg redlich verdient, da er viel Fahrspaß und Sicherheit vermittelt.
Michelin Wild Access
Der Michelin Wild Access kommt in der Größe 27,5 x 2,25 Zoll und ist ein Schlauch- beziehungsweise Drahtreifen. An der Verarbeitung des MTB-Reifens gibt es nichts zu bemängeln und die Montage ist, wie bei Schlauchreifen üblich, sehr einfach. Die Stärke des Wild Access liegt im Grip auf dem Trail. Hier macht der Reifen richtig Spaß. Egal ob im schweren oder leichten Gelände, der Reifen klebt förmlich am Boden und auch bei feuchten und rutschigen Bedingungen kommt er nicht so schnell an seine Grenzen. Fährt man den Mantel mit noch etwas weniger Druck, so um die 1,8 Bar, baut er sogar noch etwas mehr Grip auf.
Pirelli Scorpion E-MTB
Die Pirelli Scorpion E-MTB Kombi konnte uns auf ganzer Linie überzeugen. Die Reifen vermitteln enorme Sicherheit und wirken überaus stabil.
Continental Gravity Range (ab 2022)
Wennschon, dennschon! Nach dem Motto stellt Continental für 2022 kein Update vor, sondern eine komplett neue Reifen-Generation. Die Gravity-Range enthält 5 völlig neu entwickelte Reifen sowie 3 Karkassen und Gummimischungen. Hier findet ihr alle wichtigen Infos, einen Überblick über die Varianten und einen ersten Fahreindruck.
Die bekanntesten Continental-Modelle Kaiser und Baron waren auch laut Continental nicht mehr konkurrenzfähig und sind teilweise seit mehr als 10 Jahren ohne nennenswerte Änderungen auf dem Markt. Mit der Vorstellung einer gesamten Gravity-Range packt der deutsche Reifenhersteller die Sache nun an, und zwar richtig. Das neue Line-up wurde von Grund auf frisch entwickelt und getestet und ersetzt die bisherigen Gravity-Modelle vollständig.
Da die Entwicklung eines Mountainbike-Reifens im Labor nicht sehr gut simuliert werden kann - anders als z. B. bei Modellen für die Straße -, wurde viel Feedback von professionellen Athleten wie den Atherton-Geschwistern eingeholt. Durch diese Zusammenarbeit entstanden 5 neue Modelle, 3 unterschiedliche Karkassen und 3 Gummimischungen.
Verfügbar sind die Reifen in den beiden gängigsten Laufradgrößen 29” und 27,5”. Der Großteil der Pneus ist in 2,4” Breite erhältlich, wobei gewisse Varianten auch in 2,6” verfügbar sind und das Line-up dadurch stolze 42 Reifen beinhaltet. Durch diese Vielfalt soll es den perfekten Reifen für jeden Einsatzzweck und jedes Bike geben, egal ob euch eine Schlammschlacht, lockerer Waldboden, oder loses Geröll erwartet.
Die Preise starten bei 59,95 € und variieren je nach Gummimischung und Karkasse. Die neuen Continental-Reifen erkennt man an ihrem diamantartigen Muster auf der Seitenwand. Statt vieler Beschriftungen stehen da neben dem Hersteller nur der kryptische Reifenname und drei Symbole zur Beschreibung des Einsatzzwecks, der Karkasse und der Gummimischung. Sie sind nach Bodenbeschaffenheit eingeteilt: Xynotal für harten Untergrund, Kryptotal für gemischte Verhältnisse, Argotal für losen Untergrund und Hydrotal für Matsch.
Continental Karkassen
Continental hat für das neue Reifen-Line-up drei Karkassen entwickelt: Trail, Enduro und DH. Die Markierung auf den Reifen ist mit drei Sechsecken dargestellt. Je weiter diese Sechsecke ausgefüllt sind, desto robuster ist die Karkasse. Aber natürlich steigt dadurch auch das Gewicht. Alle drei Karkassen sind Tubeless-ready und auch für E-Bikes zugelassen.
- DH-Karkasse: Besteht aus 110 TPI-Material: Es ist 6-lagig unter der Lauffläche und 4-lagig an den Seiten. Um den Reifen vor Durchschlägen zu schützen und die Seitenwände zusätzlich zu stabilisieren, sind sie mit Apex-Stabilisierung ausgestattet. Reifen mit DH-Karkasse sind primär für Bikes mit 170 mm bis 200 mm Federweg gedacht.
- Enduro-Karkasse: Besteht ebenfalls aus 110 TPI-Material. Allerdings ist sie mit drei Lagen unter der Lauffläche und zwei Lagen an der Seite nur halb so dick wie die DH-Karkasse. Dafür ist eine zusätzliche Schicht Gewebe eingearbeitet, die vor Schnitten schützen soll. Auch die Enduro-Karkasse verfügt über die Apex-Stabilisierung.
- Trail-Karkasse: Ähnelt in ihrem Aufbau stark der Enduro-Karkasse. Sie ist zwar aus 60 TPI-Material aufgebaut, arbeitet aber genauso mit drei Lagen unter der Lauffläche und zwei Lagen an der Seite. Auch die zusätzliche Gewebeschicht als Schnittschutz findet man hier, jedoch keine Apex-Stabilisierung der Seitenwände.
Continental Gummimischungen
Auch bei den Gummimischungen hat man bei Continental die Wahl zwischen drei Optionen: Endurance, Soft und Supersoft. Die Mischung hängt dabei immer von der Karkasse ab: Reifen mit Trail-Karkasse sind in der Endurance-Mischung erhältlich, Reifen mit Enduro-Karkasse in der Soft-Mischung und Reifen in der DH-Karkasse wahlweise in Soft oder Supersoft.
- Supersoft: Die Supersoft-Mischung soll den meisten Grip mit dem höchsten Rollwiderstand bieten.
- Soft: Die Soft-Mischung wagt die Balance zwischen den beiden Eigenschaften.
- Endurance: Die Endurance-Mischung liefert den geringsten Rollwiderstand, aber auch den wenigsten Grip.
Continental Argotal und Kryptotal Enduro im Test
Das Enduro-Casing kombiniert Continental immerhin mit der mittelweichen „Soft“-Gummimischung. Die Enduro-Reifen sind gleichzeitig aber nicht so schwer, wie Contis Reifen mit dem dicken Downhill-Casing. Zudem gefiel uns das offene Argotal Profil an der Front schon an manchem Testbike, gerade wenn die Böden im deutschen Winter etwas weich wurden. Ist Argotal vorne und Kryptotal hinten also der beste Kompromiss?
Fakten im Überblick: Die Testreifen von Continental
- Continental Argotal Enduro Soft 29 x 2,4 Zoll (getestet) / 27,5 oder 29 Zoll, Breiten 2,4 oder 2,6 Zoll
- Gewicht: 1262 g (EMTB-Messung)
- UVP: 74,95 Euro - Marktpreis: 53,50 Euro
- Continental Kryptotal Rear 27,5 x 2,4 Zoll (getestet) / 26, 27,5 oder 29 Zoll, Breiten 2,4 oder 2,6 Zoll
- Gewicht: 1163 g (EMTB-Messung)
- UVP: 79,95 Euro - Marktpreis: ab 52,95 Euro
Mit 1262 beziehungsweise 1163 g liegen Continental Argotal und Kryptotal in 29x2,4 bzw. 27,5x2,4 Zoll eher noch über dem Gewichtsniveau von Maxxis’ Doulbe-Down-Reifen. Gemessen unter identischen Testbedingungen im Labor, Testreifen einheitlich in 29 x 2,4 Zoll.
Auf dem Trail: So fahren sich Continental Argotal und Kryptotal Enduro
Grund genug, die zwei Reifen für den Winter auf ein Testbike zu montieren. Und der Praxiseindruck? Zunächst zu dem, was uns nicht so gefallen hat: Der Kryptotal am Heck in der Soft-Gummimischung rollt nicht übermäßig effizient. Aus dem Labor wissen wir: So viel Rollwiderstand wie eine Maxxis-MaxxGrip-Mischung hat Contis Soft-Mischung nicht, sie rollt aber nachweislich zäher als die (orangene) Soft-Mischung von Schwalbe oder MaxxTerra von Maxxis. Geschwindigkeitsrekorde auf dem Weg zum Trail bricht man mit der Enduro-Kombi von Continental also nicht.
Im Gelände gibt’s dagegen wenig Kritik. Besondere Stärken der Conti-Reifen: Der Argotal mit offenem Profil verbeißt sich geradezu in weichem Boden und liefert mit seinen aggressiven Außenstollen viel Grip an Off-Camber-Sektionen und in Kurven. Hier ist er gegenüber dem bekannteren Kryptotal Front leicht im Vorteil. Dank der Soft-Gummimischung führen auch querliegende Wurzeln oder glatte Steine mit dem Argotal selten zu Schreckmomenten. So klebrig wie ein Maxxis mit MaxxGrip-Gummi oder auch Contis eigene Reifen mit Supersoft-Mischung und Downhill-Karkasse ist der Argotal Enduro aber nicht.
Der Continental Kryptotal am Heck bietet eine ordentliche Brems-Traktion und bleibt am Limit sehr gutmütig, was ohnehin eine Stärke der neuen Continental-Reifen ist. Trotz des eher geschlossenen Profils setzte sich der Kryptotal Rear auch bei tiefem Schlamm nicht zu früh zu. So soll es sein!
Beide Reifen dämpfen außerdem gut, das passte zum satten Fahrgefühl unseres Testbikes von Santa Cruz und Pannen gab es nicht zu beklagen. Wenig verwunderlich, denn der Pannenschutz von Continentals Enduro-Karkasse liegt oberhalb von Schwalbes Supertrail- und etwa auf dem Niveau von Maxxis DoubleDown Version. Einen Agilitäts-Boost darf man mit den eher schweren Contis aber nicht erwarten.
Stärken und Schwächen
- Stärken: Ausgewogene Performance, Dämpfung, Pannenschutz
- Schwächen: Gewicht und Rollwiderstand für Tourenfahrer schon zu hoch
Auffälligen Verschleiß gibt’s auch am Heck nicht zu vermelden. Für einen echten Langzeit-Test fehlen dem Kryptotal Rear aber noch ein paar Kilometer.
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