Continental Fahrradreifen für E-Bikes: Ein umfassender Test

Continental ist neben Schwalbe einer der führenden deutschen Hersteller von Fahrradreifen. Obwohl der Geschäftsbereich Fahrradreifen nur einen kleinen Teil des riesigen Automobilzulieferers ausmacht, blickt Continental auf eine lange Tradition in diesem Bereich zurück. Legendäre Reifen wie der Kaiser und der BlackChili Compound sind fast jedem Biker ein Begriff.

Technologien und Materialien

Alle Reifen mit BlackChili Compound werden in Deutschland von Hand gefertigt. Continental legt großen Wert auf das Gewicht der Reifen.

Karkassen

* ProTection Apex: Das Modell für richtig ruppige Trails ist in diesem Vergleich die leichteste Karkasse mit diesem Einsatzgebiet.* ProTection: Continentals Reifenkonstruktion für den Allround-Einsatz. Sie besteht aus zwei Lagen Karkassengewebe auf der Seitenwand und einer zusätzlichen Lage unter der Lauffläche. Eine weitere Schnittschutzeinlage umspannt den Reifen von Wulst zu Wulst.* ProTection Apex: Die zweitstärkste Karkasse von Continental, speziell für den härteren Einsatz auf dem Trail konzipiert. Sie besteht aus zwei Lagen Gewebematerial, das sich unter der Lauffläche noch einmal mehr überlappt und eine dritte Gewebeschicht bildet.

Gummimischungen

Bei den Gummimischungen lässt Continental dem Kunden keine allzu große Wahl.* BlackChili Compound: Kommt in den High-End-Reifen zum Einsatz und verfügt je nach Reifen über eine unterschiedliche Zusammensetzung.* PureGrip: Hier stehen ein geringer Rollwiderstand und lange Haltbarkeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Bei feuchten Bedingungen kann der PureGrip daher am Vorderrad nicht ausreichend Grip generieren.Je nach Anforderung an den Reifen unterscheidet sich der BlackChili-Compound in seiner Härte und der Priorisierung nach Grip, Rollwiderstand und Haltbarkeit.

Reifenprofile und Einsatzbereiche

Bei Continental muss man bei den Profilen aufpassen: Je nach Reifenbreite variiert nicht nur das Volumen des Reifens, teilweise kommen ganz andere Stollenanordnungen zum Einsatz. Ein kurzes Beispiel: Der Baron in 2,6” hat ein komplett anderes Profil als der Baron in 2,4”. Reifen mit speziellem Einsatzzweck am Vorder- oder Hinterrad sucht man bei Continental vergebens.

Der Kaiser 2.4 Projekt

Fahrer, die gerne im Park unterwegs sind, treffen mit dem Der Kaiser 2.4 Projekt die richtige Wahl. Die super breiten Seitenstollen sind so gut abgestützt, dass sie das Wort „wegknicken“ schon vor Jahren aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. Darüber hinaus rollt der Pneu dank der angewinkelten Mittelstollen auch auf harten Baggerstrecken richtig schnell auf den nächsten Table zu. Im technisch steilen Terrain können die Kanten der Mittelstollen dennoch genug Bremstraktion generieren.

Der Baron 2.4 Projekt

Der Continental Der Baron 2.4 Projekt ist der Grip-Meister für natürliche Trails. Bei seinem offenen Profil hat Matsch keine Chance, haften zu bleiben! Auf weichen Waldböden fühlt er sich deutlich wohler als auf hartem Untergrund. Wer lange Touren fährt, setzt ihn am besten nur am Vorderrad ein.

Der Baron 2.6 Projekt

Obwohl er sich mit dem Der Baron 2.4 Projekt den Namen teilt, unterscheidet sich sein Profil grundlegend von seinem schlanken Bruder. Conti hat die Profiltiefe beim Der Baron 2.6 drastisch reduziert und einen weiteren zentralen, aber minimalistischen Mittelstollen hinzugefügt. Dadurch kann er auf trockenem, hartem Untergrund viel Traktion generieren und ist für einen so breiten Reifen erstaunlich präzise.

Trail King

Der Trail King ist Continentals Allround-Reifen. Beim harten Trail-Einsatz sehen wir ihn aber höchstens am Hinterrad. Der Trail King baut super rund und lässt sich ähnlich wie der Hans Dampf spielerisch in Kurven legen. Dafür rollt er auf jeglichem Untergrund hervorragend.

Mountain King

Den Mountain King hat Continental vor allem für Tourenfahrer entwickelt, an vielen E-Mountainbikes kann er am Hinterrad aber eine noch schneller rollende Alternative zum Trail King sein. Er mag vor allem trockene, harte Böden und kann dort mit seinem direkten Fahrgefühl und hoher Präzision punkten. Der Mountain King ist ihm in Sachen Selbstreinigung voraus.

Continental Gravity Range: Neue Modellbezeichnungen

Continental Reifen fürs Mountainbike genießen einen guten Ruf, sorgen aber regelmäßig auch für Fragezeichen über den Köpfen. Mit der Einführung der Gravity Range im Jahr 2022 änderte sich die Benennung der Reifen. Während zuvor royale Kreationen wie „Kaiser”, „Baron” oder sämtliche „King”-Reifen die Modellpalette beherrscht haben, ist die neue Namensgebung technischer, klarer strukturiert - aber auch weniger charmant. Mit dem Launch der Reifen Dubnital, Trinital und Magnotal im April 2025 hat Continental auch die einstigen XC/Trail-Könige „entthront” und an die Namensgebung der Gravity-Line angepasst. Die neuen Namen leiten sich übrigens aus der englischen Bezeichnung chemischer Elemente ab, die mit der Endung „TAL” des Firmennamens ContinenTAL kombiniert werden.

Karkassen im Überblick

Continental hat vier unterschiedliche Karkassen für das Mountainbike-Segment entwickelt: Race, Trail, Enduro und Downhill. Je weiter diese sechseckigen Waben flächendeckend ausgefüllt sind, desto robuster ist die Karkasse.* Trail-Karkasse: Eine einlagige Karkassenkonstruktion mit einer Gewebedichte von 60 TPI.* Enduro-Karkasse: Ähnelt in ihrem Aufbau stark der Trail-Karkasse, besteht jedoch aus 110-TPI-Karkassenmaterial und verfügt über eine zusätzliche Apex-Stabilisierung.* DH-Karkasse: Mit 6 Lagen Karkassenmaterial unter der Lauffläche und 4 Lagen an den Seiten ist die Downhill-Karkasse als klassische zweilagige Karkasse aufgebaut und damit doppelt so stark ausgeführt wie die Enduro- und Trail-Karkasse.

Gummimischungen im Detail

Auch die Gummimischung lässt sich an der Reifenflanke per Piktogramm ablesen. Hier kommt ein Symbol einer chemischen Verbindung zum Einsatz. Je mehr der kreisrunden „Moleküle” ausgefüllt sind, desto weicher ist die Gummimischung des Reifens.* Endurance: Soll mit wenig Rollwiderstand und niedrigem Verschleiß überzeugen.* Rapid: Weist den niedrigsten Rollwiderstand aller Conti-Gummimischungen auf und soll dennoch bessere Dämpfungs- und Grip-Eigenschaften als der Endurance Compound liefern.* Grip: Stellt die neue Allround-Mischung bei Continental dar, die den besten Kompromiss aus Rollwiderstand und Grip bieten soll.* Soft: Richtet sich bei Continental klar an Abfahrtsorientierte und soll sowohl griffig als auch nachgiebig sein.* SuperSoft: Die griffigste Wahl des Mischungssortiments bei Continental, die sich für Downhill und harte Enduro-Einsätze eignet.

Modelle/Profile nach Terrain und Condition

Die Modelle/Profile sind bei Continental nach Terrain und Condition voneinander abgegrenzt. Hier gibt es Mixed, Hard Pack, Loose und Mud. In der Gravity Range werden der Allrounder Kryptotal (Mixed) sowie die Spezialisten Argotal (Loose), Xynotal (Hard Pack) und Hydrotal (Mud) angeboten. Für den Trail-Einsatz könnte der neue Magnotal noch interessant sein.* Kryptotal: Die „Allzweckwaffe” für gemischte Bedingungen, speziell für Vorder- oder Hinterrad entwickelt.* Argotal: Der Spezialist für losen Untergrund, der dank offener Profilgestaltung eine besonders gute Selbstreinigung liefern soll.* Hydrotal: Blüht erst dann auf, wenn’s draußen richtig nass wird. Dabei legt das offene Reifenprofil den Fokus auf Selbstreinigung.* Xynotal: Wurde für harten und steinigen Untergrund entwickelt. Durch seine angeschrägten Stollen soll er dauerhaften Kontakt mit dem Boden gewährleisten.

Continental Magnotal im Test

Den neuen Reifen sieht Conti für ein breites Einsatzgebiet von trockenem bis nassem Wetter, von hartem bis losem Untergrund und von Cross Country bis Trail in der härteren, beziehungsweise Allmountain bis Downhill in der weicheren Gummimischung vor.
Einsatzgebiet XC-Trail (Grip Compound) / Allmountain-Downhill (Soft Compound)
Verfügbare Karkassen Trail Casing
Verfügbare Größen 27,5” / 29”
Verfügbare Breiten 2,4” / 2,6”
Verfügbare Farben Schwarz / Tanwall
Gewicht ab 745 g

Fahreigenschaften

Der Magnotal rollt in der härteren der zwei Gummi-Optionen ausgesprochen gut und ist damit am Hinterrad eine gute Wahl für ausschweifende Touren. Continental will das Modell in der Lücke zwischen Downcountry und Trail platzieren und landet mit dieser Produktbeschreibung einen Volltreffer. Die Traktion fällt sowohl auf harten als auch auf weichen Untergründen hoch aus und hilft beim Klettern in technisch anspruchsvollem Gelände. Das trifft auch für die Bremstraktion zu - zumindest am Heck.

Fazit zum Magnotal

Der Continental Magnotal ist ein leichter, schneller Reifen für vortriebsstarke Trailbikes. Am Hinterrad ist sein rollfreudiges und dennoch traktionsstarkes Profil definitiv einen Tipp wert. Vorne dürfte die Eignung kaum über den Downcountry-Bereich hinausreichen.

Allgemeiner Fahrradreifen Test

Fahrradreifen haben kein leichtes Leben: Steine, Dornen und Glasscherben trachten täglich nach ihrer Luft. Schotter sowie Flur- oder Waldwegen gute Leistung bringen. Die schwarzen Rundlinge müssen also viel leisten, wodurch das Lastenheft dementsprechend lang ausfällt. In diesem Test finden Sie ausgesprochene Allroundreifen, die am City-, Trekking-, Fitnessrad, Randonneur und Gravelbike eine mehr oder weniger gute Figur machen. Bei den Marken finden sich Modelle von Continental und Schwalbe, die im deutschsprachigen Markt den Ton angeben.

Pannenschutz

Beim Pannenschutz setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme:* Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen.* Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandhalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.

Rollwiderstand

Beim Abrollen des Reifens entsteht nämlich zwischen den verschiedenen Reifenkomponenten sowie zwischen Reifen und Schlauch ein Walkeffekt, der Energie vernichtet. Ein geringer Rollwiderstand sorgt also für ein zügiges Vorankommen und eine gute Agilität, der Fahrer spart zudem Energie. Continental Fahrradreifen im Vergleich (2025)
Modell Preis pro Stück ETRTO Reifengröße in Zoll Reifen-Typ Gewicht Geeignet für Fahrrad-Art Einsatzzweck Eigenschaften Pannenschutz Wertigkeit Reflektorstreifen
Continental Grand Prix 5000 39,99 € 25-622 mm 28 x 1,1 Zoll Drahtreifen 249 g Rennrad Asphalt glatt besonders pannensicher besonders wertig Nein
Continental Grand Prix 4 43,94 € 32-622 mm 28 x 1,25 Zoll Faltreifen 320 g Rennrad Asphalt und befestigte Radwege gering sehr pannensicher sehr wertig Nein
Continental Grand Prix GT 39,98 € 28-622 mm 28 x 1,1 Zoll Faltreifen 295 g Rennrad, Gravel-Bike Asphalt glatt besonders pannensicher besonders wertig Ja
Continental Contact Speed 26,06 € 42-559 mm 26 x 1,6 Zoll Drahtreifen 500 g Trekking-Bike, City-Bike Asphalt glatt sehr pannensicher besonders wertig Ja
Continental Contact Plus 34,66 € 40-622 mm 28 x 1,5 Zoll Drahtreifen 930 g E-Bike (bis 50 km/h) Asphalt und befestigte Radwege gering sehr pannensicher besonders wertig Ja
Continental Race King 23,37 € 50-622 mm 29 x 2 Zoll Faltreifen 650 g MTB, E-Bike (bis 25 km/h) Gelände grob besonders pannensicher besonders wertig Nein
Continental Mountain King 21,46 € 58-559 mm 26 x 2,3 Zoll Faltreifen 760 g MTB, E-Bike (bis 25 km/h) Gelände grob besonders pannensicher besonders wertig Nein
Continental Ultra Sport 3 Performance 15,83 € 28-622 mm 28 x 1,1 Zoll Faltreifen 300 g Rennrad Asphalt glatt besonders pannensicher besonders wertig Nein

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