Continental Fahrradreifen: Deutsche Herstellung mit Tradition und Innovation

Continental Fahrradreifen blicken auf über 100 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion zurück. Das Unternehmen ist der einzige deutsche Fahrradreifenhersteller mit Produktion in Deutschland. Hier werden Reifen mit einzigartigen Technologien und Materialien von Hand gefertigt, mit derselben Hingabe und Leidenschaft, die auch Sportler in ihren Sport investieren.

Die Herstellung von Continental Fahrradreifen in Deutschland ist ein Alleinstellungsmerkmal. Das Werk des Weltkonzerns im Sauerland bietet dabei manche spannende Einblicke.

Entwicklung und Produktion in Deutschland

Alle Continental Fahrradreifen werden im Technologiezentrum in Korbach entwickelt und dort unter strengsten Prüfkriterien getestet. Gegründet wurde Continental schon 1871 und ist seitdem eine feste Größe in Fragen Reifen. Der erste Fahrradreifen verließ 1929 die Fabrik in Korbach. Die gesamte Entwicklungsarbeit findet noch heute in Korbach statt. Die Erfolge im Profisport bestätigen Continentals überragende Arbeit genauso wie die Testergebnisse in der Fachpresse.

Neue Anforderungen zu erkennen, diese in passende Produkte zu übersetzen und bestehende Technologien weiterzuentwickeln, ist eines der Gütesiegel der Ingenieure von Continental. Beispiele hierfür sind bahnbrechende Technologien wie das unschlagbare BlackChili Compound, die neue ProTectionApex-Technologie für MTB-Reifen und der im Rennradsport ultimative Vectran®-Breaker - alles „Handmade in Germany“.

Die Produktion von Continental Reifen in Korbach wurde deutlich erhöht, was auch gut für die zahlreichen OEM-Kunden von Canyon über Rose bis Stevens oder Scott war.

BlackChili Compound: Das Herzstück der Continental Reifen

Die Laufeigenschaften der Gummimischung eines Reifens werden maßgeblich durch drei wechselwirkende Faktoren bestimmt: Haftreibung (Grip), Rollwiderstand und Laufleistung. Verbessert man einen dieser Faktoren, verschlechtert sich im Gegenzug mindestens ein anderer. Continental hat mit dem BlackChili Compound eine dauerhafte Antwort für die Radsportszene geliefert. Für BlackChili veredelt Continental spezielle synthetische Kautschuke mit bewährtem Naturkautschuk zu besonders leistungsfähigen Laufstreifenmischungen. Diesen Mischungen werden anschließend Rußpartikel zugesetzt, die ihrerseits in Form und Oberflächeneigenschaften optimiert sind.

In Korbach werden alle High-Performance-Reifen mit der Black Chili Mischung hergestellt. Zwar trägt die Mischung stets den Namen Black Chili, doch sie wird immer speziell für den individuellen Einsatzbereich des Reifens angepasst.

Nachhaltigkeit: Der Urban Taraxagum Reifen

Der Fahrradreifen Urban Taraxagum von Continental hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 in der Kategorie „Verantwortungsvolles Design“ gewonnen. Gelistet in der Einordnung „Vorreiter“, überzeugte der erste, in Serie gefertigte Fahrradreifen aus Löwenzahn-Kautschuk die Expertenjury.

Die Serienproduktion eines Reifens aus Löwenzahn-Kautschuk ist ein wichtiger Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie von Continental. So wird der verwendete Kautschuk aus Löwenzahn in Deutschland angebaut, gewonnen und verarbeitet. Die lokale Rohstoffgewinnung vermeidet lange Transportwege, reduziert den CO2-Ausstoß und schont wertvolle Ressourcen.

Der seit 2019 im Handel erhältliche Fahrradreifen Urban Taraxagum vereint als erstes Serienprodukt aus Löwenzahnkautschuk lokale Produktion mit kurzen Transportwegen in der Lieferkette. Produziert wird der Reifen seit nunmehr zwei Jahren im Continental-Reifenwerk im hessischen Korbach.

Das Ziel des langfristig angelegten Projekts Taraxagum von Continental und dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie (IME) ist die Industrialisierung des Anbaus von Löwenzahn-Kautschuk. So soll Taraxagum künftig für eine Vielzahl anderer Produkte, wie etwa Pkw- und Lkw-Reifen, Reifen für den Agrarbereich und technische Gummiwaren verwendet werden.

Die Produktion in Korbach: Handarbeit und Hightech

Die Produktion von Continental Fahrradreifen in Korbach verbindet traditionelle Handarbeit mit modernster Technologie. Angefangen bei der Karkasse, die aus kalandriertem Gewebe besteht, bis hin zur Lauffläche aus der BlackChili Mischung, werden alle Komponenten sorgfältig zusammengesetzt.

Der Zusammenbau des Reifens erfolgt immer nach dem gleichen Schema und erfordert unerwartet viel Handarbeit. Alle Reifenkomponenten werden in festgelegter Reihenfolge auf eine spezielle Expander-Trommel gelegt, diese kann sich drehen und ihren Durchmesser vergrößern. Zuerst wird die Karkasse auf die Trommel aufgelegt, bevor die Reifenkerne oder Wülste und das Apex-Material hinzugefügt werden. Nun wird das an der Seite überstehende Karkassenmaterial über die Reifenwülste in Richtung Mitte geklappt. Zum Schluss werden die Decals und die Lauffläche hinzugelegt. Bei all diesen Schritten wird kein Kleber verwendet, da die Materialien nur aufgrund des Anpressdrucks schon aneinander haften.

Der heikelste Bestandteil ist die Gummimischung aus Kautschuk, Ruß und einigen Hundert Zutaten für die Laufflächen. Sie ist bei jedem Hersteller streng geheim.

Erst im nächsten Schritt, dem Vulkanisieren, werden die einzelnen Schichten miteinander verbunden und der Reifen bekommt sein individuelles Profil. Vulkanisiert wird der Reifen in einer Art Presse. Bei einer Temperatur von ca. 170 °C wird der Reifen unter Druck gebacken, bevor er endgültig bereit für den Trail ist. Die Backtemperaturen, Drücke und Zeiten sind natürlich je nach Reifen unterschiedlich.

Continental hat alle Bereiche der Reifenproduktion in eigener Hand und kann so die Eigenschaften der Reifen bzw. der Gummimischungen präzise auf die Anforderungen der jeweiligen Einsatzgebiete anpassen.

Continental im Wandel der Zeit

Bereits als Aktiengesellschaft gegründet, stellte man zunächst Massivbereifungen für Fahrräder und Kutschen her. 1892 folgte dann der Schritt zu den Pneumatics, den Luftreifen, eine Alleinstellung in Deutschland. In den Zwanzigerjahren übernahm man im Rahmen einer größeren Fusion das Gummiwerk in Korbach, das Louis Peter, ebenfalls ein Reifen-Pionier, 1907 gegründet hatte.

Heute gibt es 595 Konzern-Standorte in 59 Ländern, darunter ein eigenes Reifenwerk in Hefei, China, wo auch Fahrradreifen produziert werden. Außerdem gibt es dort ein Partner-Werk, das in Auftrag von Conti fertigt. In Indien produziert ebenfalls seit einigen Jahren ein Werk Conti-Fahrradreifen im Auftrag.

Durch die Produktion im Inland hatte man im ersten Corona-Lockdown Anfang 2020 einen entscheidenden Vorteil. So war der Lieferketten-Stress der anderen ein Katalysator für die Nachfrage bei Conti. Die Produktion in Korbach wurde deutlich erhöht.

Continental heute und in der Zukunft

Continental versucht, für alle Bereiche, die das Fahrradfahren vorantreibt, eine Produktlösung zu finden. Egal, worum es geht, Continental will nie nur den schnellsten Reifen oder den langlebigsten haben. Seit gut zwei Jahren ist Conti breit in Social-Media-Kanälen unterwegs. Außerdem arbeitet man aktiv mit Influencern zusammen. Im Urbanen und auch im MTB-Sektor will Conti die Marke noch deutlich stärken.

Die zentrale Geschichte dürfte aber auch in Zukunft bleiben, wie die »Backformen« in Korbach mit einem Zischen einen neuen Pneu Made in Germany freigeben.

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