Der Continental Top Contact Winter II Premium ist einer der wenigen Winterreifen für Fahrräder, der ganz ohne Spikes auskommt. Dennoch soll der Pneu optimal für niedrige Temperaturen und vor allem Schnee sowie Eis geeignet sein. Als weitere Features werden ein hoher Pannenschutz und ein geringes Gewicht genannt.
Continental hat seine über hundert Jahre alte Erfahrung im Umgang mit Reifen und der Witterung des Winters vom Auto auf Fahrradreifen übertragen. Die Weiterentwicklung des Top Contact Winter II in der Premium Version wird der Reifen mit einem Vectran Breaker und einem faltbaren Kern ausgestattet. Dadurch wird das Gewicht und der Rollwiderstand erheblich reduziert. Das bewährte Lamellenprofil und die Gummimischung aus dem PKW Bereich sorgen für ausreichend Grip bei Schnee und nasskalten Oberflächen.
Wer sein Fahrrad das ganze Jahr über bewegt wird zwangsweise in die Situation kommen, bei schlechtem Wetter fahren zu müssen. Bei Regen und Nässe ist dieses „Problem“ mit passender Kleidung einfach zu lösen. Doch gesellen sich Kälte, Schnee und Eis hinzu, kommen viele Fahrräder aufgrund der verbauten Standardreifen an die Grenzen. Diese Situation lässt sich auf zwei Wegen umgehen: Entweder bleibt das Fahrrad stehen und wird vorübergehend durch öffentliche Verkehrsmittel beziehungsweise das Auto ersetzt, oder der Nutzer kümmert sich um eine entsprechend wintertaugliche Bereifung.
Continental bietet mit dem Top Contact Winter II Premium als einer der wenigen Hersteller eine Alternative ganz ohne Spikes an, die für Schnee sowie Eis konzipiert wurde und als optimale Lösung für Pendler gilt. Continental bietet als einer der letzten Hersteller Reifen an, die komplett in Deutschland handgefertigt werden. Dazu gehört auch ein ganz spezielles Modell, das sich vor allem an Fahrradpendler und Allwetter-Fahrer richtet: Der Continental Top Contact Winter II Premium basiert laut dem Hersteller auf den gesammelten Erfahrungen aus dem Automobil-Bereich und ist für die kalte Jahreszeit optimiert. Außerdem verfügt der Reifen über eine Zulassung für S-Pedelecs mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde.
Technische Details und Eigenschaften
Um den Einsatz bei winterlichen Verhältnissen zu ermöglichen, passt der Hersteller die Eigenschaften des Reifens entsprechend an: Die spezielle Mischung soll bei Temperaturen zwischen -25 und +7 Grad Celsius optimal funktionieren und damit genau dort ansetzen, wo das Gummi konventioneller Reifen deutlich an Performance verliert. Conti hat den Winter-Pneu als Faltreifen konzipiert. Demnach bringt der Winter Contact II Premium ein moderates Gewicht auf die Waage. Das von uns getestete Modell in 42-622 wiegt knapp 680 Gramm. Darin enthalten ist eine Pannenschutz-Einlage aus Vectran. Bei letzterem handelt es sich laut Continental um eine synthetisch hergestellte Hightech-Faser mit natürlichem Vorbild: Wie Spinnenseide ist Vectran ein flüssigkristallines Polymer (LCP), wird aus dem geschmolzenen Flüssigkeitspolymer Vectra gesponnen und zu einem mehrfasrigen Garn weiterverarbeitet. Das Material soll eine enorme Reißfestigkeit bei geringem Gewicht besitzen.
Weitere technische Details:
- E-Bike Ready bis 50 km/h
- Faltreifen
- Vectran Breaker Pannenschutz
- 3/180 TPI Karkasse
- Reflexstreifen
Gewichte und Größen:
- 26 x 1.9: ca. 610 g, 3-4Bar, Herstellernr. 0100712
- 26 x 2.2: ca. 745 g, 3-4 Bar, Herstellernr. 0100715
- 27,5x2.0: ca. 640 g, 3-4,5Bar, Herstellernr. 0101281
- 700 x 35 C: ca. 470 g, 4-6Bar, Herstellernr. 0100713
- 700 x 42 C: ca. 530 g, 3,5-6Bar, Herstellernr. 0100714
Fahrverhalten und Grip unter winterlichen Bedingungen
Montiert haben wir den Continental Top Contact Winter II Premium auf einer Alufelge von Rodi mit einer Innenweite von 19 Millimetern. Die Installation beider Komponenten verlief einfach und ging schnell von der Hand. Allerdings zeigte sich nach dem Aufpumpen, dass der Reifen in 42-622 recht breit ausfällt. Fahren konnten wir den Continental Top Contact Winter II Premium bei allen Wetterlagen: Von Schnee über Eis bis hin zu bestem, norddeutschen Regenwetter. Direkt auf den ersten Metern zeigt sich, dass der Rollwiderstand des Continental Top Contact Winter II Premium merklich höher ausfällt, als beim Marathon Plus von Schwalbe oder dem am Ghost Square Urban X7 werksetig verbauten Continental Sport Contact II. Trotz stark haftender Gummimischung und wabenförmigem Profil rollt der Reifen aber immer noch recht gut, erzeugt dabei auch nur ein leises Laufgeräusch. In Kurven und beim Bremsen zeigt sich dann die gute Griffigkeit des Gummis. Letzteres sorgt für besten Halt auf dem Untergrund auch bei hohen Geschwindigkeiten. Das gilt gleichermaßen für trockene und nasse Straßenverhältnisse. Wird aus Regen dann Schnee, kann der Continental Top Contact Winter II Premium mit gutem Grip glänzen. Zu keiner Zeit kam das Gefühl von Unsicherheit auf. Der Reifen blieb stets stabil und folgte der vorgegebenen Spur. Die von Conti gewählte Kombination aus der Gummimischung und dem Profil funktioniert bei losem und festen Schneedecken hervorragend.
Auch auf eisglatten Oberflächen und zweistelligen Minusgraden liefert der Continental Top Contact Winter II Premium ein hohes Maß an Sicherheit, durch die gute Haftung. Zu bedenken ist aber auch wie bei PKW-Winterreifen, dass auf Eis keine Wunder vollbracht werden. Ergo ist auch auf dem Fahrrad die Geschwindigkeit entsprechend an die Bodenverhältnisse anzupassen. Doch selbst bei solcher extremen Glätte arbeitet der Conti-Reifen immer noch sehr souverän, rutscht im Grenzbereich zwar, fängt sich aber relativ schnell wieder. Selbst der Bremsweg fällt auf eisigen Böden deutlich geringer als bei konventionellen Standardreifen aus. Während des Tests ist zudem aufgefallen, dass sich schnell viele kleine Steinchen von den gestreuten Gehwegen und Straßen im Profil sammeln.
Fazit
Continental ist es mit dem Top Contact Winter II Premium gelungen, einen Winterreifen für das Fahrrad zu entwickeln, der nicht nur für bessere Fahreigenschaften auf Schnee und Eis sorgt, sondern auch das Sicherheitsgefühl des Fahrers deutlich erhöht. Haftung und Kurvenhalt liegen auf einem sehr guten Niveau. Einzig beim Rollwiderstand muss ein Kompromiss zugunsten des besseren Fahrverhaltens inklusive höherem Sicherheistgefühl eingegangen werden. Allerdings ist dieser Umstand für eingefleischte Allwetter-Fahrrad-Pendler sicherlich zu verschmerzen. Gleiches gilt für den Preis von rund 50 Euro pro Reifen. Insgesamt konnte der Pneu von Conti während der gesamten Testzeit unter winterlichen Bedingungen wirklich überzeugen.
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