Continental Rennrad Schlauch Test: Ein umfassender Überblick

Fahrradschläuche aus Thermoplastischem Polyurethan (TPU) sind leicht, klein und rollen gut. Mit ContiTPU hat der Reifenspezialist aus Korbach sein Produktpoftfolio im Fahrrad-Segment erweitert. Nicht verwunderlich also, dass auch Continental in das TPU-Game einsteigt - ContiTPU gibt es für Rennrad- und Offroad-Fahrräder.

ContiTPU im Detail

Die verschiedenen Größen des ContiTPU decken Reifengrößen von 25-622 bis 60-584 bzw. 60-622 ab. Continental verarbeitet mikrometerdickes TPU in sieben Lagen, wodurch es besonders luftdicht und haltbar sein soll. Zudem bleiben die Schläuche ungefärbt. Mitunter könne die Materialqualität durch färbungsbedingte Oberflächenmängel beeinträchtigt werden.

Qualitätskontrolle und Ventildesign

Für die Gewährleistung einer hohen Qualität werde zudem jeder ContiTPU-Schlauch nach der Produktion einer manuellen Qualitätskontrolle unterzogen. Continental hat Vorkehrungen getroffen und den Ventilen an ContiTPU-Schläuchen ein Innengewinde verpasst, so dass Ventilverlängerungen eingeschraubt werden können - oder der Ventilkern ausgetauscht werden kann. Bei Hochprofilfelgen kommen Standard-Ventile schnell an ihre Grenzen.

Zudem ist die Basis vom Ventilschaft leicht konisch geformt. Dies soll den Sitz in der Felge verbessern und unerwünschte Bewegungen und damit verbunde Defekte reduzieren.

Hannah Ferle, Road Product Manager, Continental Tires denkt “dass der TPU-Schlauch für jeden Radfahrer und jede Radfahrerin geeignet ist, egal ob es sich um jemanden handelt, der leistungsorientiert trainiert und den reduzierten Rollwiderstand zu schätzen weiß oder jemanden wie ich, der mehr Snacks für einen langen Tag am Rad in seine Trikottaschen packen möchte.”

Technische Daten des ContiTPU:

  • Gewicht 25/35 - 622: 35 Gramm
  • Gewicht 40/60 - 622: 45 Gramm
  • Gewicht 40/60 - 584: 43 Gramm
  • Reparaturset inkludiert
  • Hergestellt in Deutschland
  • Preis: 29,95 Euro

Wichtige Hinweise zur Verwendung von TPU-Schläuchen

Bei TPU-Schläuchen muss einiges beachtet werden, um ihre Lebensdauer und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten:

  • Felgenbremsen: TPU-Schläuche dürfen nicht mit Felgenbremsen verwendet werden. Starke Hitzeentwicklung kann zu plötzlichem Druckverlust führen.
  • Felgenband: Zum Schutz des TPU-Schlauchs muss passendes Felgenband verwendet werden, sonst kann es zu Beschädigungen des Schlauches kommen.
  • Aufpumpen zur Montage: TPU-Schläuche dürfen in nicht montiertem Zustand mit maximal 0,3 Bar befüllt werden. Höherer Druck kann zu dauerhaften Verformungen führen und den Schlauch unbrauchbar machen. Im Reifen sorgt ebendieser dafür, dass die Verformung genau in Reifenform erfolgt.
  • Ventillochdurchmesser: Stellen Sie sicher, dass das Ventilloch in der Felge den richtigen Durchmesser hat. Wenn das Ventilloch zu groß ist, kann sich das Ventil verdrehen oder abreißen.
  • Einklemmen, Verdrehen und Beschädigen vermeiden: Wie auch bei Butyl-Schläuchen muss auch bei TPU-Schläuchen darauf geachtet werden, dass weder Schlauch noch Ventil eingeklemmt, verdreht oder beschädigt werden.
  • Reifenwechsel: TPU-Schläuche dürfen nicht in einem Reifen wiederverwendet werden, der schmaler ist als der vorherige!

Continental Race 28: Eine zuverlässige Alternative

Der Standard Rennradschlauch von Continental bietet die beste Balance zwischen Rollwiderstand und Pannenschutz und meistert die Anforderungen des Alltags mühelos. Der Race 28 mit Sclaverand-Ventil eignet sich für Fahrräder mit 28“-Reifen.

Produkteigenschaften - Continental Race 28

  • Einsatzbereich: Rennrad
  • Größe: 700 x 20C bis 700 x 25C / 27 x 3/4 bis 27 x 1.00
  • ETRTO: 20-622 bis 25-630
  • Ventil: SV
  • Ventillänge (Variante wählen) 42mm 60mm 80mm
  • Farbe schwarz
  • Gewicht ab ca. 105g

Das ContiTube-Schlauchprogramm macht es dir leicht, den optimalen Schlauch für deine Anforderungen zu finden. Das besonders übersichtliche und anwenderfreundliche Schlauchsystem wurde in Größe, Ausführung, Ventiltyp und -länge perfekt an die jeweiligen Reifendimensionen und Einsatzzwecke angepasst.

Durch unterschiedliche Schlauchtypen kannst du mit geringem Aufwand die Fahreigenschaften Deines Rades beeinflussen: Der in allen Dimensionen erhältliche Standard-Schlauch (in den Kategorien Race, Tour und MTB) bietet den besten Kompromiss für die Anforderungen des Alltags.

Für ein geringeres Gewicht und einen niedrigeren Rollwiderstand eignen sich die Light- und Supersonic-Schläuche. Die verringerten Wandstärken bis auf 0,45 mm erhöhen allerdings auch das Pannenrisiko. Darüber hinaus müssen leichte Schläuche häufiger nachgepumpt werden.

Ein Rundum-Sorglos-Produkt ist dagegen der Hermetic-Plus-Schlauch. Dank verbesserter Rezeptur ist er kompakter und leichter, während ihn der gesteigerte Butylanteil und die höhere Wandstärke gleichzeitig besonders pannensicher machen. Weil er dazu noch extralange die Luft hält, ist er der Favorit vieler Fahrradverleiher.

Besonders stark und voluminös sind auch die speziellen Freeride- und Downhill-Schläuche von Continental. Sie schützen mit extradicker Wandstärke effektiv vor Durchschlägen.

TPU-Schläuche im Test: Ein Vergleich

TPU-Schläuche werden immer beliebter: Bewährtes Schlauch-Set-up und Performance fast auf Tubeless-Niveau sind starke Argumente dafür. Um ihrer wachsenden Beliebtheit Rechnung zu tragen, haben wir neun aktuelle TPU-Schläuche im Labor getestet: sechs neue und drei aus dem letzten Test bekannte Modelle (RB 04/23).

Das Testfeld lässt sich unterteilen: Da sind die etwas robusteren TPU-Schläuche, die als Allrounder für die Verwendung mit Scheiben- sowie mit Felgenbremsen freigegeben sind. Und es gibt Disc-only-Modelle. Die sind leichter, reizen die Möglichkeiten des Materials voll aus und sind so dünn, dass sie ausschließlich mit Scheibenbremsen genutzt werden dürfen. Die beim Bremsen auf der Felge entstehende Hitze könnte sie zum Platzen bringen.

Testergebnisse im Überblick

Zur besseren Einordnung der Ergebnisse haben wir einen klassischen Butylschlauch mitgetestet: den Schwalbe SV 15. Waren beim Test von 2023 noch mit einer Ausnahme alle TPU-Vertreter pannensicherer als der Referenz-Butylschlauch, lässt der diesmal gleich fünf TPU-Vertreter hinter sich - mit einer Ausnahme: die besonders leichten Disc-only-TPU-Schläuche.

Der immer weiter auf die Spitze getriebene Leichtbau am Schlauch stößt selbst mit dem "Wundermaterial" TPU an technische Grenzen. Allein der Testsieger 2023 von Barbieri schafft es, auch mit seinem Disc-only-Modell pannensicherer als die Butylreferenz zu sein. Deshalb lautet die klare Empfehlung: Wer nicht das allerletzte Gramm herauskitzeln möchte und Wert auf bestmöglichen Pannenschutz legt, greift besser zu einem Allround-TPU-Schlauch.

Der sicherheitsrelevante Hinweis, ob ein TPU-Schlauch für Felgenbremsen freigegeben ist oder nicht, gehört unmissverständlich auf die Verpackung und den Schlauch selbst. Taucht der Hinweis nur in der Bedienungsanleitung, versteckt in den FAQs auf der Hersteller-Homepage oder gar als missverständliches Piktogramm auf, kann das ins Auge gehen.

Trotz der fast immer gleichen Endnote "sehr gut" unterscheiden sich die Kandidaten nicht unwesentlich. Mal steht der Pannenschutz im Fokus, mal der Rollwiderstand, mal das Gewicht. Deshalb unbedingt mit Blick auf die eigenen Bedürfnisse auswählen! Oder zu den in allen Disziplinen punktenden Testsiegern greifen.

Gleich vier TPU-Modelle sind nicht mit der beliebten Breite 32 kompatibel, sondern decken nur 30 oder gar 28 Millimeter ab. Positiv zu bewerten ist der Nachhaltigkeitsfaktor: TPU lässt sich stofflich recyceln, manche Hersteller bieten Rückgabeservices an. Zudem werden fast alle Testkandidaten in Europa produziert. Und: Defekte lassen sich reparieren, etliche Anbieter legen Flicken-Sets bei.

TPU-Schläuche sind leichter und schneller als solche aus Butyl - fast auf Tubeless-Niveau. Aber nicht alle überzeugen beim Pannenschutz. Zwei Testsiege sichert sich Barbieri. Schwalbe und Revoloop schaffen es aufs Podium.

Detaillierte Testergebnisse

Im Folgenden eine detaillierte Übersicht der Testergebnisse verschiedener Schlauchmodelle:

Modell Hersteller Preis*/ Gewicht für Reifenbreite** Ventillänge**/kern Hergestellt in Note
Schwalbe SV 15 (Butyl Referenz) Schwalbe 9,90 Euro/ 108 g 18-28 mm 60 mm/ eingeschraubt Vietnam OHNE WERTUNG
Barbieri NXT Road 65 (TPU Allround) Barbieri 17 Euro/ 45 g 23-32 mm 65 mm/ eingeklebt Italien SEHR GUT / 82 Punkte
M-Wave Pur Ride (TPU Allround) M-Wave 16,90 Euro/ 36 g 18-30 mm 65 mm/ eingeklebt China GUT / 66 Punkte
Schwalbe Aerothan 2.0 (TPU Allround) Schwalbe 31,90 Euro/ 52 g 23-32 mm 60 mm/ eingeschraubt Deutschland SEHR GUT / 82 Punkte
Tubolito Tubo-Road (TPU Allround) Tubolito 24,95 Euro/ 41 g 18-32 mm 60 mm/ eingeklebt Österreich SEHR GUT/ 76 Punkte
Barbieri NXT Piuma Road 65 (TPU Disc Only) Barbieri 18,72 Euro/ 30 g 23-32 mm 65 mm/ eingeklebt Italien SEHR GUT/ 86 Punkte
Continental TPU-Schlauch (TPU Disc Only) Continental 30,95 Euro/ 35 g 25-35 mm 60 mm/ eingeklebt Deutschland SEHR GUT / 78 Punkte
Pirelli P Zero Smartube Evo (TPU Disc Only) Pirelli 34,90 Euro/ 36 g 25-28 mm 60 mm/ eingeklebt Österreich SEHR GUT / 74 Punkte
Revoloop Revo.Race (TPU Disc Only) Revoloop 24,95 Euro/ 39 g 23-30 mm 40 mm/ eingeklebt Deutschland SEHR GUT / 80 Punkte
Vittoria Ultra Light Speed (TPU Disc Only) Vittoria 29,95 Euro/ 30 g 25-30 mm 60 mm/ eingeklebt Deutschland SEHR GUT / 78 Punkte

Die Abkürzung TPU steht für thermoplastische Polyurethane. Sie vereinen gummiähnliche Eigenschaften mit der Möglichkeit, wie ein Thermoplast verarbeitet zu werden (zum Beispiel durch Schmelzen und Spritzgießen). TPU ist hochelastisch, dabei gleichzeitig reiß-, zug- und abriebfest, zudem widerstandsfähig gegen Öle, Fette und viele Chemikalien, ist je nach Typ witterungs- und UV-beständig und zudem sehr gut recyclebar.

TPU hat gegenüber dem schwarzen Kautschuk einige Vorteile. Es vereint die Haltbarkeit von Kunststoffen mit der Elastizität von Gummi - was sich im Testlabor von Schwalbe, in dem wir unsere Labormessungen durchführen durften, vor allem im geringen Rollwiderstand niederschlägt. Aber auch das Gewicht spricht klar für TPU-Schläuche. Die leichtesten Exem­pla­re wiegen gerade mal 43 Gramm - ein Hauch von Nichts. Selbst der schwere Aerothan-Schlauch ist noch immer knapp 100 Gramm leichter als ein Standard-Butyl-Schlauch - bei besserem Pannenschutz, wohlgemerkt.

Alternativen zu TPU-Schläuchen

Neben TPU-Schläuchen gibt es auch andere Optionen, die für Rennradfahrer in Frage kommen:

  • Butyl-Schläuche: Günstig, überall verfügbar, aber schwer und bieten mäßigen Pannenschutz.
  • Latex-Schläuche: Bieten guten Pannenschutz und sehr niedrigen Rollwiderstand, verlieren aber schnell Luft und sind kaum noch erhältlich.
  • Tubeless-Systeme: Bieten hohen Komfort, besten Pannenschutz und sehr niedrigen Rollwiderstand, erfordern aber mehr Aufwand bei Montage und Wartung.

Die Wahl des richtigen Reifens

Die Wahl des richtigen Rennradreifens hängt stark von den persönlichen Anforderungen ab. Der Rollwiderstand ist ein zentraler Faktor, der die Effizienz des Reifens beschreibt. Er definiert den Energieverlust, der entsteht, wenn sich der Reifen unter Belastung verformt.

Einflussfaktoren auf den Rollwiderstand sind etwa die Reifenbreite, der Luftdruck, die Gummimischung und das Profil beziehungsweise dessen Tiefe. Breitere Reifen reduzieren den Rollwiderstand auf glatten Oberflächen.

Moderne Rennradreifen bieten hierfür spezielle Schutzschichten aus Materialien wie Kevlar, Vectran, PU, Aramid et cetera. Gewicht und Schutz - beide Faktoren sind, leider, in der Regel konträr. Denn: Höherer Pannenschutz bedeutet oft ein höheres Gewicht.

Im Durchschnitt erhöht ein Reifendruck von 1 bar über dem empfohlenen Druck den Rollwiderstand um 0,5 bis 1 Watt.

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