Crivit Urban E-Bike X und Y im Test: Das E-Bike von Lidl unter der Lupe

E-Bike-Schnäppchen gibt es derzeit allenthalben - auch bei der Supermarkt-Kette Lidl. Egal, ob Aldi, Lidl oder der Baumarkt um die Ecke, E-Bikes finden sich seit geraumer Zeit im Sortiment von vielen Händlern. Im Mai 2023 brachte Lidl E-Bikes der Eigenmarke Crivit auf den Markt. Crivit ist die Eigenmarke von Lidl.

Das Crivit Urban E-Bike X.3 und Y.3

Lidl positioniert sich im urbanen E-Bike-Segment mit seiner Plattform des Crivit Urban E-Bike X.3 und Y.3. Diese unterscheiden sind durch die Rahmenform: klassischer Diamantrahmen (X.3) und Tiefeinsteiger (Y.3). Für einen bequemeren Einstieg, sichereres Fahrgefühl und einen entspannten Look sorgt der tief gezogene Rahmen des Crivit Y.3. Die Crivit E-Bikes sind mit einem Drehmomentsensor ausgestattet. Dieser garantiert ein natürliches Fahrgefühl - unabhängig von einer Schaltung. Je stärker du in die Pedale trittst, desto mehr Unterstützung erhältst du vom Motor.

Beide Rahmenformen sind jeweils mit einem wartungsfreundlichen Gates-Riemenantrieb erhältlich, aber auch mit Shimano-Cues-Kettenschaltung. In der Ausstattung unterscheiden sich die Crivit Y.3 Urban E-Bikes nicht von den X.3-Modellen. Angetrieben werden alle Crivit E-Bikes von einem Mivice-M080-Hinterradnabenmotor. Der verbaute Mivice-Hinterradnabenmotor ist mit bis zu 40 Nm kräftig genug, auch für viel Gepäck oder Steigungen.

Der E-Bike-Motor bietet drei Unterstützungsstufen: ECO, TOUR und RACE. Außerdem bietet die Boost-Funktion kurzzeitig (max. 20 Sekunden) volle Unterstützung in jeder Fahrsituation. Die Unterstützungsstufen wechselst man über Micro-Buttons am Lenker. Das integrierte LED-Display zeigt Unterstützungsstufe und Akkustand gleichzeitig an.

Verfügbar sind für die Tiefeinsteiger-Modelle die Farben: All Black, Berry Blush, Desert Beige. Verfügbar sind die Farben: All Black, Ash Grey oder Olive Green.

Technische Details

  • MotorArt: Hinterradnabenmotor
  • Modell: Mivice „M080“ Rear Hub
  • Spannung: 36 V
  • Leistung: 250 W
  • Drehmoment: 40 Nm

Akku

  • Akku mit LG-Zellen
  • Leistung: 355 Wh
  • Spannung: 36 V
  • Elektrischer Strom: 10 Ah
  • Akku-Position: hinter dem Sattelrohr, herausnehmbar
  • Ladezeit: 3,5 Stunden
  • Max. Geschwindigkeit: ca. 25 km/h

Die beiden Modellvarianten mit Riemenantrieb sind für 1699 Euro aktuell im Angebot auf der Webseite von Lidl - jene mit Kettenschaltung für 1799 Euro. Das Crivit X.3 Gates setzt auf einen Riemenantrieb, der sich durch Langlebigkeit und geringen Wartungsaufwand auszeichnen soll. Die Gangschaltung und nötigen Komponenten schlagen mit etwa einem Kilo Mehrgewicht zu Buche: Das E-Bike wiegt daher rund 24 kg. Das gesamte Rad mit der alltagstauglichen Voll-Ausstattung wiegt 23 Kilo.

Alle hier gezeigten Crivit Urban E-Bikes haben neben Gepäckträger und Schutzblechen auch eine hochwertige Beleuchtung an Bord. Für den Einsatz im Alltag und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen verfügen alle Crivit E-Bike-Modelle über eine StVZO-konforme Beleuchtung. Hochwertige hydraulische Shimano „MT200“-Scheibenbremsen vorne und hinten, mit 160 mm Durchmesser und Schwalbe „Big Ben“-Reifen sorgen für Sicherheit im Straßenverkehr.

Ein integrierter AVS-Gepäckträger, eine Klingel und Schutzbleche runden das Paket bestens ab. Die vormontierte SP Connect SPC+ Handyhalterung und ein Smart-Tracker-Versteck sind weitere smarte Features der E-Bikes X.3 und Y.3.

Der Rahmen ist optimal für eine Körpergröße von 170 - 195 cm (X.3) bzw. 160 - 190 cm (Y.3). Maximale Belastung: Max. Nutzergewicht: 116 kg (inkl. Zuladung). Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg.

Crivit Urban E-Bike Y.2 im Test

Der BikeX-Test klärt's auf. Schauen wir uns zunächst den Alu-Rahmen des Tiefeinsteigers an. Die Schweißnähte sind sauber überschliffen, allenfalls am Tretlager sind sie etwas naturbelassener. Die Kabel führen wie derzeit Mode direkt in den Rahmen und sind sogar ummantelt, was die Optik nochmals cleaner macht. Einzig die Leitung der Vorderradbremse liegt für uns gefährlich nah am Steuerkopf an - hier sollte man selbst mit etwas Rahmenfolie unschönen Scheuerstellen vorbeugen.

Clou am mit 20,8 Kilo erfreulich leichten City-Rad ist das Antriebskonzept: Als Motor fungiert ein Mivice-Nabenmotor mit guten 40 Newtonmeter Drehmoment im Hinterrad. Der mit 360 Wattstunden nach heutigen Maßstäben eher kleine Akku sitzt dabei nicht wie üblich im Unterrohr, sondern in der Sattelstütze. Aus dem Sattelrohr ziehen und aufladen gelingt spielend leicht; der Akku-Anschluss sitzt dabei gut geschützt unter dem Sattel, ein Schloss schützt den Speicher im Rahmen vor Langfingern.

So aufgeräumt das Crivit auch ausschaut, so seltsam mutet das Konzept für Gefilde mit Höhenunterschieden in Deutschland und Umgebung an. Während man in der Ebene prima mit den drei Unterstützungsstufen und Boost auf Knopfdruck haushalten kann, zieht eine Steigung schnell am ohnehin schon kleinen Stromspeicher. Was nicht verbaut ist, kann auch nicht kaputtgehen oder muss aufwendig gewartet werden - zumal der Gates-Carbon-Riemen unserer Erfahrung nach ein waschechter Dauerläufer ist. Gleiches gilt für die Shimano-Bremse.

Das Crivit kommt ohne Display und somit ohne genaue Akku- oder Geschwindigkeitsanzeige aus. Einzig der Einschaltknopf zeigt über Farben und Striche Fahrmodus und Akkustand in Viertelschritten an. Abhilfe könnte die fest in den Vorbau integrierte SP-Connect-Handyhalterung für entsprechende Handyhüllen schaffen. Keine große Kritik gibt's an der weiteren Ausstattung. Der Seitenständer ist solide, die Lichtanlage in Ordnung, die Spritzschützer machen ihren Job ordentlich.

In der Ebene spurtet das Discounter-Rad dank des kräftigen Mivice-Nabenmotors gut nach vorn und braucht sich nicht groß hinter stärkeren Mittelmotoren zu verstecken. Auffällig ist dabei einmal mehr die geringe Geräuschentwicklung eines Nabenmotors im Vergleich zu den Tretlager-Konkurrenten. Größte Problemzone dürfte für Piloten in hügeligen Gegenden die fehlende Gangschaltung sein. Entweder man hat dicke Waden (oder möchte diese haben) - oder man nutzt den Motor als Booster. Das nagt kräftig am Akku.

Reichweiten-Berechnungen

Wer in flacheren Gefilden wohnt, bekommt je nach Fahrstil dramatisch mehr Kilometer aus dem kleinen Akku gekitzelt.

Das Crivit Urban E-Bike X.2 All Black im Test

Das Crivit Urban E-Bike X.2 All Black stellt eine praktische und günstige Lösung für städtische Fahrten dar. Mit einer Ausstattung von renommierten Marken wie Shimano und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis bietet es eine solide Performance. Anstelle einer Gangschaltung sorgt ein Drehmomentsensor für eine feinfühlige Motorunterstützung.

Pro: günstig; relativ kräftiger Motor; Antriebsriemen statt Kette; ordentliche Ausstattung.

Das E-Bike ist sowohl als Damen- als auch als Herrenmodell erhältlich. Das "X" im Modellnamen steht für das Herrenmodell mit Oberrohr, während das "Y" den Tiefeinsteiger für Damen kennzeichnet. Als Urban-E-Bike konzipiert herrscht ein schlichtes Design vor und eignet sich vor allem für den Stadtverkehr. Der Verzicht auf eine Gangschaltung und Federelemente ist typisch für diese Klasse.

Der Akku von LG versteckt sich in der Sattelstütze, das Rad ist also von außen nicht als E-Bike erkennbar. Die Batterie ist herausnehmbar und bietet mit einer Kapazität von 360 Wattstunden angeblich eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, allerdings nur sofern die Bedingungen ideal sind. Die Ladezeit an der handelsüblichen Haushaltssteckdose beträgt laut Hersteller 3,5 Stunden.

Für das E-Bike spricht der Carbonriemen "SideTrack" von Gates, der als wartungsfrei und langlebig gilt. Das Lidl-E-Bike überzeugt mit guter Ausstattung, prima Fahrleistung, schickem Look und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.

ADAC Testurteil (Y.2)

  • Testergebnis gesamt: 2,8
  • Fahren: 2,6
  • Antriebssystem und Motor: 3,6
  • Handhabung: 2,3
  • Sicherheit und Haltbarkeit: 2,6
  • Schadstoffe in den Griffen und Sattel: 1,0

Allgemeine Daten:

  • Preis in Euro: 1599
  • StVZO: ja
  • Leergewicht in kg: 20,9
  • Zul. Gesamtgewicht in kg: 140
  • Position/Hersteller Motor: Heckmotor/ Mivice M080 Hecknabenmotor
  • Anzahl der Gänge/Schaltung: Singlespeed
  • Akku-Kapazität/-Wattstunden: 360
  • Position des Akkus: im Sattelrohr integriert
  • ADAC Reichweite (nach R200) in km: 50
  • Ladezeit (gemessen) in Std.: 4:20

Fazit

Das von Lidl verkaufte Crivit ist im besten Sinne eine echte Wundertüte: Die Verarbeitung passt, der kleine Hecknabenmotor schiebt gut vorwärts, der Akku reicht für den Alltag locker, auch die Anbauteile sind weitestgehend passend. Konzeptbedingt verzichtet Lidl auf eine Gangschaltung - das geht zulasten der Reichweite, wenn es doch häufiger Bergauf geht. Zu kritteln gibt's zudem an den kleinen Bremsscheiben, unter Nickeligkeiten zählen wir das fehlende Display samt Tacho.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0