Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Ein Test von 13 Modellen ab 430 Euro gibt Aufschluss.
Die Testsieger im Überblick
- Testsieger Alu-Laufräder: Veltec ETR Extradrei - Perfekt aufgebaut, niedriges Gewicht, spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
- Testsieger Carbon-Laufräder: Acros Enduro-Carbon-LSR 29" - Superleicht und klasse aufgebaut, auch für Non-Boost erhältlich.
- Kauftipp Alu-Laufräder: Race Face Aeffect R - Grundsolider Laufradaufbau, gute Steifigkeitswerte, ordentliches Tempo.
- Kauftipp Carbon-Laufräder: Newmen Advanced SL A.30 - Superleichte Sätze mit guter Beschleunigung.
Alu-Laufräder im Detail
Im Folgenden werden die getesteten Alu-Laufräder detailliert beschrieben:
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. Sie kamen vorne mit kleinem Höhenschlag (0,48 mm) aus der Box, sind sonst aber sehr solide aufgebaut. Trotz des hohen Gewichts erreichen sie bei der Trägheitsmessung gute Werte, da die recht leichte Alu-Felge die schweren Naben kaschiert.
DT Swiss XM 1700 Spline
Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz, generell liegen die Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau. Grundsätzlich DT-typisch seriös aufgebaut, aber mit etwas zu viel Höhenschlag vorne.
Mavic Crossmax XL S 29
Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. Für ein Alu-Rad relativ leicht, glänzt die wie gehabt sehr gute Mavic-Aufbauqualität. Steifigkeitswerte sowie die Beschleunigung liegen im Mittelfeld des aber generell sehr starken Testfeldes.
Newmen Evolution SL A.30
Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen. Der Aufbau ist gelungen mit minimalem Seiten-, aber quasi null Höhenschlag. Keine besonders hohen, aber unter dem Strich gute bis sehr gute Steifigkeiten.
Race Face Aeffect R
Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo: In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!
Shimano Deore XT WH-M8120
Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XTRad zurück.
Spank 350 Vibrocore
Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. Generell eher schwerer, "nur" gut zu beschleunigender Satz, dessen Hinterrad die schlechtesten Seitensteifigkeiten im Test zeigt. Per se sehr gut aufgebaut, aber mit etwas zu viel Seitenschlag vorne und hinten nach Belastung. Knapp "gut".
Veltec ETR Extradrei
Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik, nur die (weniger wichtige) Torsionssteifigkeit ist nicht top. Preiswert, auch in alten Standards erhältlich!
Carbon-Laufräder im Detail
Auch die Carbon-Laufräder wurden im Detail getestet:
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Toll für Nachrüster: Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. Dafür sind die Crankbrothers rundherum sehr gut aufgebaut, und sie glänzen dank massiver Bauweise mit nahezu perfekten Seitensteifigkeiten. Vorne mit breiterer Maulweite als hinten, dort dafür mit 32 Speichen extra stabil aufgebaut.
DT Swiss XMC 1501 Spline One
Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. Die Steifigkeiten liegen auf sehr gutem Niveau, und wie (fast) alle Carbonis im Test beschleunigen die DTs super. Gibt es auch als XRCVariante für Cross-Country und als EXC (Enduro).
Newmen Advanced SL A.30
Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik. Aufgrund der etwas schlechteren, aber immer noch sehr guten Steifigkeiten "nur" Zweiter.
Race Face Next R31
Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. Dafür überzeugt der Aufbau der breiten Felgen, auch die ermittelten Steifigkeitswerte des teuren Next-R-Satzes sind durch die Bank sehr gut. Lässt sich zudem Carbon-typisch prima beschleunigen.
Alu vs. Carbon: Ein Vergleich
Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse.
Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter.
Bis auf die zugegebenermaßen zähe Beschleunigung führt kein Weg an Alu vorbei. Die Notizen unserer drei Testfahrer sprechen zumindest beim Fahrgefühl bergab eine eindeutige Sprache zugunsten des wesentlich günstigeren, aber auch deutlich schwereren Referenz-Laufradsatzes mit Alu-Felgen. Gutmütig, fehlerverzeihend und gedämpft lauten die Attribute, die das schwerere Alu-Laufrad im Vergleich zur Carbon-Konkurrenz einheimste.
So wurde getestet
Um der Qualität eines Laufrades auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt unser Popometer im Praxistest.
- Blindtest auf dem Trail (20 Prozent): Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs. Die gewonnenen Fahreindrücke zum Fahrkomfort, zur Präzision und zum allgemeinen Handling flossen zu 20 Prozent in die Endnote ein.
- Schlagtest (30 Prozent): Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn. Es wird jeweils das hintere Laufrad getestet, das an der Nabe fixiert wird. Jeder neue Schlag trifft auf eine intakte Stelle auf der Felge. Die Schlagenergie/-höhe wird ausgehend von 3,09 Joule bis zum Defekt gesteigert.
- Laufradträgheit (20 Prozent): Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung. Je weiter das Gewicht von der Nabe entfernt ist, desto größer ist der Einfluss auf das Beschleunigungsverhalten. Auf unserem Prüfstand können wir die tatsächliche Trägheit eines Laufradsatzes exakt bestimmen.
- Gewicht (20 Prozent): Genauso wie die Trägheit eines Laufrades ermitteln wir selbstverständlich auch das Gesamtgewicht der Laufräder. Das Gewicht fließt zu 20 Prozent in die Endnote mit ein.
- Rundlauf (10 Prozent): Bevor die Laufräder gefahren werden, überprüfen wir genau wie gut der Rundlauf im Bezug auf Seiten- und Höhenschläge ausfällt. Das gibt Auskunft über die Fertigungssorgfalt und Qualität der Felge.
Seitensteifigkeit
Die Seitensteifigkeit der Laufräder liefert einen Indiz, wie sie sich beim Fahren verhalten. Die Seitensteifigkeit allein deckt sich aber nicht immer mit den Fahreindrücken.
Tabelle: Testwerte der Laufräder
| Laufrad | Material | Gewicht (Paar) | Max. Systemgewicht | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy | Alu | 2024,5 g | Keine Angabe | 600 Euro |
| DT Swiss XM 1700 Spline | Alu | 1890 g | 120 kg | 719 Euro |
| Mavic Crossmax XL S 29 | Alu | 1891 g | 120 kg | 750 Euro |
| Newmen Evolution SL A.30 | Alu | 1802 g | 125 kg | 680 Euro |
| Race Face Aeffect R | Alu | 1993,5 g | Keine Beschränkung | 600 Euro |
| Shimano Deore XT WH-M8120 | Alu | 2012 g | Keine Angabe | 430 Euro |
| Spank 350 Vibrocore | Alu | 2036 g | Keine Angabe | 699 Euro |
| Veltec ETR Extradrei | Alu | 1792 g | Keine Angabe | 549 Euro |
| Acros Enduro-Carbon-LRS 29" | Carbon | 1550 g | Keine Beschränkung | 1199 Euro |
| Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon | Carbon | 1846 g | Keine Angabe | 1699 Euro |
| DT Swiss XMC 1501 Spline One | Carbon | 1629 g | 120 kg | 1599 Euro |
| Newmen Advanced SL A.30 | Carbon | 1579,5 g | 125 kg | 1450 Euro |
| Race Face Next R31 | Carbon | 1728 g | Keine Beschränkung | 1699 Euro |
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