Cube MTB Rucksack Test: Funktionen, Komfort und Schutz

Lange galten klassische Rucksäcke als unverzichtbar für längere Touren. Nachdem der gute alte Rucksack jahrzehntelang automatisch immer mit dabei war, laufen ihm seit einiger Zeit die schicken Hüfttaschen den Rang ab - zumindest bei kurzen Trailrides und Tagestouren. Für Alpencross und Co. führt nach wie vor kein Weg am Rucksack vorbei. Damit Rucksäcke aber auch im Alltag wieder beliebter werden, gibt es jetzt immer mehr Mini-Modelle, die sich zum Teil an den Tragesystemen von Trailrunning-Westen orientieren.

Ein guter Grund für uns herauszufinden, ob die neuen Modelle dem Hipbag-Trend zumindest die Stirn bieten können. Dazu ließen wir uns die aktuellen Modelle der einschlägigen Hersteller schicken: sechs Mini-Rucksäcke mit einem Volumen von bis zu sechs Litern. Mit dabei sind Modelle von Camelbak, Evoc, Cube und Ergon. Diese wollen mit innovativen Tragesystemen und cleveren Detaillösungen punkten. Entscheidend sind dafür Tragekomfort, Gewicht, Organisation und Ausstattung.

Doch welcher Rucksack überzeugt in der Praxis wirklich? Und welcher ist der beste Kompromiss zwischen Leichtigkeit, Komfort und Stauraum? Wir haben es für euch herausgefunden.

Cube Pure 4 im Test

Mit x-förmig zusammenlaufenden Brustgurten trägt sich der Pure 4 von Bike-Marke Cube sehr gut. Leider hakt der Verschluss beim Öffnen etwas. Die beiden Fächer bieten viel Stauraum, das vordere ist allerdings nicht gut zugänglich. Das Material des günstigen Rucksacks ist robust, aber auch etwas störrisch.

Fummelig: Der Verschluss der Brustgurte am Cube-Rucksack ließ sich im Test etwas mühselig bedienen - im Bike-Alltag nervt das.

Cube Edge Trail im Detail

Der Edge Trail von Cube bietet auf kurzen Rad- und Trekkingtouren Platz für Kleidung, Proviant und nützliches Zubehör auf insgesamt 16 Litern. Er wird aus robustem, abriebfestem Material gefertigt und verfügt am Rücken über einen Rückenprotektor, der bei Stürzen mit dem Bike Verletzungen des Rückenmarks verhindern soll. Zum Verstauen aller wichtigen Dinge sind neben dem Hauptfach verschiedene Seiten- und Nebenfächer vorhanden. Diese nehmen unter anderem ein Smartphone und Werkzeug sicher und leicht erreichbar auf. In der vorderen Klappe des Rucksacks ist ein Notfallplan eingenäht. Die Klappe kann bei Bedarf zudem als Halterung für den Fahrradhelm dienen.

Der günstigste Testkandidat, hier in der orange-schwarzen "Actionteam"-Variante, punktet mit hervorragender Schlagabsorption. Mit durchschnittlichen 5,78 kN erzielt er den drittbesten Wert und erfüllt die Level-2-Vorgaben spielend. Das Tragesystem mit seinen zwei vertikal verlaufenden Strukturpolstern ist weich, leicht schwitzig, verhindert Druckstellen jedoch effektiv und lässt sich perfekt anpassen. Die Ausstattung mit vielen gut strukturierten Reißverschlusstaschen erfreut ebenfalls, die meisten sind auch leicht zugänglich.

Der Hauptfach-Zipper wird jedoch von den weit oben liegenden Straps der Helmhalterung blockiert, sodass diese zum Öffnen ausgehängt werden müssen. Zudem ist die Helmhalterung etwas zu locker, um den Kopfschutz sicher in Position zu halten.

Cube Freeride 20+ im Test

Level 1; der riesige Armourgel-Protektor schützt großflächig; die wenigen und nicht optimal erreichbaren Unterteilungen erschweren die Handhabung; das riesige Hauptfach wird zum Schwarzen Loch; die eigentlich guten, breiten Hüftflügel sind zu hoch und im falschen Winkel platziert.

Der große Armourgel-Protektor schützt den Rücken großflächig. Leiden gibt es nur wenig Unterteilungen, die schlecht erreichbar sind.

Allgemeine Eigenschaften von MTB-Rucksäcken

Der perfekte MTB-Rucksack sitzt wie ein Klammeraffe auf deinem Rücken und schützt ihn bei anspruchsvollen Fahrten vor Verletzungen. Allerdings gibt es noch mehr Faktoren, die beim Kauf eines Fahrradrucksacks fürs Mountainbiken entscheidend sind. Wir haben die wichtigsten Eigenschaften, die ein MTB-Rucksack unbedingt haben sollte, einmal zusammengefasst.

  • Feierabendrunde
  • Touren
  • Bikepacking
  • E-Bike-Rucksack
  • Gurte und Extras
  • Passform und Größe
  • Rückenlänge bestimmen

MTB-Rucksack für die Feierabendrunde

Eine Hip-Bag oder ein kleiner Rucksack mit 2 bis 4 Litern Fassungsvermögen sind für eine kleine Feierabendrunde mit überschaubarer Strecke bei gutem Wetter oft genau das richtige. Du hast das Nötigste dabei und kannst dich trotzdem frei bewegen, ohne durch zusätzliche Kilos eingeschränkt zu sein.

Die wichtigsten Sachen, die du auf einer kleinen Tour in der Regel brauchst, sind:

  • Schlüssel und Geldbörse
  • Mobiltelefon
  • Multitool mit zwei Reifenhebern
  • Flickzeug und Reifenpumpe
  • Ersatzschlauch, Tape und Kabelbinder
  • Trinkflasche oder Trinkblase
  • Dämpferpumpe/Schaltauge

Zudem sind 1 bis 2 Liter Wasser an sehr heißen Tagen wichtig. Diese sollten in einer Trinkblase oder in Flaschen mitgeführt werden. Bei einem Rucksack über 6 Liter Fassungsvermögen mit Trinkblasenfach bekommst du dein Wasser ohne Probleme unter.

Touren-MTB-Rucksäcke bis 20 Liter

Bei wechselndem Wetter in der Übergangszeit ist es wichtig, sich jederzeit an die Temperaturen anpassen zu können. Bis zu 30 Prozent der Körperwärme gehen über den Kopf, die Hände und die Füße verloren. Kommt aber zwischenzeitlich mal die Sonne heraus oder du hast dir einfach den steilsten Berg vorgenommen, möchtest du am liebsten alles an Kleidung loswerden. Ein Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 10 bis 16 Litern ist ideal, wenn du gerne zu jeder Jahreszeit unterwegs bist. Diese MTB-Rucksäcke bieten ausreichend Stauraum für Kleidung, Verpflegung und Co. Auch Protektoren finden in solch einem Modell Platz, wobei du diese bei vielen Rucksäcken auch an entsprechende Haltegurte anbringen kannst, damit du die bereits dreckigen Schoner nicht in den Rucksack legen musst.

Neben der bereits genannten Ausstattung sollte deine Packliste für schlechtes Wetter und längere Touren um folgende Utensilien ergänzt werden:

  • Mütze für unter den Helm
  • Handschuhe - wind- oder wasserdicht
  • Trockene Socken
  • Gesichtstuch
  • Regenhose/ Windhose
  • Wasserdichte oder isolierende Überziehschuhe

Race Rucksäcke

Race Rucksäcke sind auf Performance und Geschwindigkeit ausgelegt und verzichten auf überflüssiges Gewicht, Komfort und viele Extrataschen. Je nach Größe können hier mehrere 100 Gramm bei gleichem Packvolumen eingespart werden. Sie sind also der perfekte Begleiter für eine sportliche Tagestour oder ein Mehrtages-Rennen von Minimalisten und Packprofis. Häufig werden die Race Rucksäcke auch mit Light und Super Light gekennzeichnet.

Komfort und Stabilität fallen bei den Race Modellen geringer aus. Rückenteil und Träger sind deutlich weniger gepolstert, somit ist auch das Gewicht, dass getragen werden kann beschränkt. Daher gibt es Race Rucksäcke nur bis zu einer bestimmten Volumengröße.

Um Gewicht zu sparen, werden Schultergurte und Hüftgurt sowie das Rückenteil des Race Rucksacks mit einem Netzmaterial versehen. Dies erhöht zusätzlich die Luftzirkulation und verringert das Schwitzen. Daher eignen sich die Rucksäcke perfekt für schnelle Rennen über eine größere Distanz.

Der richtige Rucksack für Bikepacking-Touren auf dem MTB

Bei Bikepacking- oder Mehrtages-Touren wird die Wahl des geeigneten MTB-Rucksacks komplizierter. Es kommt sehr darauf an, wie minimalistisch oder luxuriös du unterwegs bist. Das Volumen häng somit ein bisschen davon ab, welche Kleidergröße du trägst und wie leicht und komprimierbar deine Klamotten sind, die du mitnehmen möchtest. Mit wachsender Erfahrung reduzierts du deine Packliste im Laufe der Zeit auf die notwendigen Sachen und brauchst ein kleineres Packvolumen.

Als Referenz für die erweiterte Packliste nehmen wir eine Alpenüberquerung, die mehr als drei Tage dauert - ohne Zelt, ohne Schlafsack und ohne Isomatte. Anhand der Packliste kannst du überprüfen, was du noch an extra Volumen brauchst, und kannst anschließend entscheiden, wie groß dein Rucksack für deine Mehrtagestour sein soll.

  • Powerbank und Ladekabel
  • Zwei Paar Socken
  • Zwei Mal Unterwäsche
  • Ein T-Shirt zum wechseln
  • Ein Longsleeve
  • Pullover, Fleece oder Füllfaserjacke (kleines Pack-Maß und leicht)
  • Eine extra Hose zum Fahren, am besten mit Polster
  • Flipflops
  • Zahnbürste, Zahnpasta, Vaseline und Sonnencreme
  • Kleines (Mikrofaser-)Handtuch

Für eine mehrtägige Tour brauchst du nicht mehr als 35 Liter. Das ist auch die magische Grenze, die du nicht überschreiten solltest, da der Rucksack sonst zu schwer, breit und hoch wird und das Gewicht zu weit vom Körper weg ist.

Der Rucksack für den E-Mountainbiker

Wenn du ein E-Mountainbike fährst, möchtest du nicht auf Fahrspaß verzichten und schon gar nicht mit dem Spaß vom Vormittag den Nachmittag auszahlen, wenn du dein E-Bike ohne Unterstützung den nächsten Berg hochdrückst. Ein extra Akku und leichtes Ladegerät bei einer langen Tagesetappe dabei zu haben, ist daher nicht falsch. Der Akku und das Ladegerät sind allerdings verhältnismäßig schwer. Daher empfiehlt es sich, diese im Rucksack möglichst nah am Rücken und gut befestigt zu tragen.

E-MTB-Rucksäcke mit einem Akkufach oder einer Halterung für Akku und Ladegerät sind sehr praktisch. Durch den festen Platz im Rucksack ist die Gewichtsverteilung vom Akku immer gleich und stabil, unabhängig davon, was du in den Rucksack packst oder herausnimmst. Durch die mittige Fixierung im Rucksack ist der Akku auch bei Stürzen vor Schlägen und ungewollten Beschädigungen besser geschützt.

Welche Gurte brauche ich an meinem MTB-Rucksack?

Ein MTB-Rucksack hat eine schmale Form, verjüngt sich nach unten und ist mit ergonomisch geformten Schultergurten ausgestattet, sodass du deine Arme frei bewegen kannst. Diese spezielle Form ermöglicht eine breite Auflagefläche, ohne dass die Gurte an der Brust, dem Hals oder den Oberarmen reiben.

Bei Rucksäcken mit mehr Volumen sind für mehr Stabilität Lasten-Kontroll-Gurte angebracht. Mit diesen kann die Schultergurt-Belastung und der Abstand zwischen Rücken und Rucksack individuell eingestellt werden.

Hiermit regulierst du die Lastenverteilung der Schultergurte, die zusätzlich durch einen oder zwei verstellbare Brustgurte in Position gehalten werden. Der Brustgurt ist in der Höhe verstellbar, so dass er oberhalb vom Brustkorb positioniert werden kann. Dadurch wird ein Verrutschen der Schultergurte verhindert und der Rucksack liegt stabil auf deinem Rücken.

Der letzte wichtige Gurt an einem MTB-Rucksack ist der Hüftgurt. Er stabilisiert den Rucksack bei Drehbewegungen und trägt einen Teil des Gewichts. Dadurch werden die Schultern entlastet und ein zu starker Druck auf die Achselarterie vermieden. Zudem erhöht sich dank des Hüftgurts der Tragekomfort und die Sicherheit. Umso breiter die Hüftflügel des Hüftgurts sind, desto länger kannst du mit einem höheren Gewicht im Rucksack fahren, ohne Schmerzen im Rücken oder an den Schultern zu haben.

Welche Extras sind bei einem Rucksack hilfreich?

Dein Rucksack begleitet dich in vielen verschiedenen Situationen und nicht nur beim Fahren auf dem Trail. Er ist deine Packhilfe, dein Organisator, und beinhaltet sogar einen Plan-B, wenn das Wetter mal nicht mitspielt.

Eine integrierte Regenhülle ist vorteilhaft, stets wetterunabhängig zu sein. Sie hält die Wertsachen und die extra Klamotten trocken und vermeidet zusätzliches Gewicht durch aufgesaugtes Regenwasser. Trockene Klamotten können Gold wert sein, um sich nicht während der Fahrt oder danach zu unterkühlen.

Viele verschiedene Fächer in unterschiedlichen Größen helfen dir, den Rucksack besser zu organisieren. So kommst du mit ein bis zwei Handgriffen an alles, was du brauchst. Außerdem vermeidest du mit einer praktischen Aufteilung, dass du deine Habseligkeiten am Trail liegen lässt und vergisst - denn das will ja wohl keiner.

Wenn du viel im Gelände oder generell gerne schneller auf Trails oder in einem Bike-Park fährst, empfiehlt es sich, ein Rucksack mit integriertem Rückenprotektor zu wählen. Dieser dämpft deinen Körper bei einem unerwarteten Sturz ab und vermeidet schlimmere Verletzungen.

Ein separates Helmfach oder eine Helmhalterung sind praktisch, da du den Helm bei Pausen und beim Schieben nicht in der Hand tragen musst. Dies erleichtert dir auch die Anreise, sofern du mit Bus oder Bahn anreist. Beim Fahren, wenn du den Helm angezogen hast, eignet sich das Fach als Zwischenlager für nasse Klamotten, die Regenjacke oder für das Verstauen deines Einkaufs.

Welche Passform und Größe sollte der Mountainbike Rucksack haben?

Bei der Größenauswahl eines MTB-Rucksacks solltest du unbedingt deine Rückenlänge und Schulterbreite beachten. So kann es von Vorteil sein, wenn du als Frau mit schmalen Schultern, kurzem Rücken, breiter Hüfte und schmaler Taille ein Damenmodell nimmst.

Das gilt umgekehrt auch für dich als Mann: Sofern du sehr breite Schultern und einen langen Rücken hast, solltest du ein besonders langes Modell wählen. Manche Hersteller geben die Größen S bis L an. Die Größe S eignet sich für ein kurzen Rücken, schmalen Schultern und breiteren Hüften. Größe M ist für die Personen, die etwas breitere Schultern und einen mittellangen Rücken haben. Die Größe L ist dann für die Personen mit langem Rücken und breiteren Schultern.

Sofern eine Rückenlänge bei deinen favorisierten MTB-Rucksack-Modellen hinterlegt ist, empfiehlt es sich, die individuelle Rückenlänge zu bestimmen.

Testergebnisse und Empfehlungen

Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse einiger der genannten Rucksäcke:

Rucksack Testergebnis Preis Volumen Besonderheiten
Camelbak Rogue light Sehr gut 89,99 Euro 2 Liter (Trinksystem) Kompakt, viel Stauraum, komfortabel
Cube Pure 4 Gut 69,95 Euro 2 Liter (Trinksystem) Günstig, robust, viel Stauraum
Ergon BP1 Gut 129,95 Euro 1,5 Liter (optional) Rückenprotektor, hoher Tragekomfort
Evoc Hydro Pro 1,5L Sehr gut 120 Euro 1,5 Liter (Trinksystem) Sitzt wie eine zweite Haut, viel Stauraum
Uswe Outlander 4L Sehr gut 119,95 Euro 3 Liter (Trinksystem) Sehr guter Tragekomfort
Zefal Hydro Race 3L Sehr gut 44,95 Euro 1,5 Liter (Trinksystem) Günstig, sehr leicht

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