Fahrradträger für E-Bikes: Ein umfassender Testratgeber

Eine Fahrt mit einem Elektrofahrrad hebt den Spaß beim Radeln auf ein ganz neues Level. Ob bei einer Tour durch den Wald oder eine Steigung hinauf auf den nächsten Gipfel - damit gelingen steile Abschnitte mit weniger Kraftaufwand, sodass Fahrer noch besser die atemberaubende Umgebung genießen können. Da überrascht es nicht, dass diese Zweiräder mit elektrischer Unterstützung immer beliebter werden in Deutschland.

Die bequemste Möglichkeit, das E-Bike in die Berge oder an den nächsten Urlaubsort zu bringen, ist das Auto. Im Innenraum des Fahrzeugs fehlt allerdings häufig der benötigte Stauraum. Das gilt besonders, wenn noch Gepäck dazukommt. Wer keine Lust hat, die Räder und andere Elemente abzumontieren, verwendet einen passenden Fahrradträger.

Ein Pedelec bringt aber besondere Herausforderung mit sich. Zum einen ist das E-Bike mit Motor und Akku deutlich schwerer als ein herkömmliches Fahrrad. Bis auf wenige Ausnahmen wie das beliebte Urtopia Carbon 1 (Testbericht) oder das Accolmile E-Road (Testbericht) wiegen die meisten Pedelecs deutlich mehr als 20 Kilogramm. Die elektronischen Komponenten benötigen ferner besonderen Schutz. Die Rahmenbreite ist meistens auch größer. Was das Angebot passender E-Bike-Träger angeht und was dabei zu beachten ist, klärt dieser Ratgeber.

Welche Fahrradträger sind für E-Bikes geeignet?

Der Transport eines E-Bikes mit dem PKW kann eine Herausforderung sein. Der Ratgeber zeigt geeignete Fahrradträger für Dach, Anhängerkupplung oder Heckklappe.

Dachträger

Ein klassischer Dachträger ist einfach zu montieren, bietet allerdings Einschränkungen bei der Zuladung. Die meisten dieser Träger erlauben nur ein Höchstgewicht von 15 bis 20 Kilogramm. Was bei einem normalen Fahrrad ausreicht, ist für ein E-Bike oft zu wenig. Zudem beeinflusst das Fahrrad auf dem Dach das Fahrverhalten bei Seitenwind und erhöht den Kraftstoffverbrauch laut ADAC um bis zu 34 Prozent.

Bei einem Dachträger gibt es allerdings große Einschränkungen beim Transport eines E-Bikes. Hier sollte man strengstens auf die höchstzulässige Dachlast achten, denn ein normales E-Bike wiegt meistens mehr als 20 Kilogramm, was die maximale Traglast der meisten Dachträger überschreitet. Damit kommen Dachträger als Option nur bedingt infrage. Zudem ist es nicht gerade komfortabel, schwere E-Bikes auf den Pkw zu wuchten - weshalb man das nicht allein machen sollte.

Vor der Befestigung des Zweirads sollten Fahrer unbedingt das Gewicht des elektrifizierten Zweirads prüfen - und nach Möglichkeit schwere Komponenten wie den Akku entfernen, da dieser mit 3 bis 5 Kilogramm ziemlich schwer ist. Diesen transportiert man gemeinsam mit lockeren und losen Bauteilen am besten im Kofferraum. Meistens befinden sich die Akkus auf dem Fahrradrahmen.

Allerdings gibt es Modelle mit einem im Rahmen integrierten Akku. Bei City-Bikes befindet sich der Akku häufig unter dem Gepäckträger. Nach der Demontage empfehlen wir, die empfindliche Elektronik des E-Bikes zu schützen. Dies gilt für offenliegende Kontakte am Akkusteckplatz sowie die Steuerungseinheit und den Motor. Idealerweise überklebt man diese oder deckt sie mit einem Regenschutz ab.

Die Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde sollte man nicht überschreiten. Zusätzlich muss der Fahrer bei niedrigen Einfahrten, Tunneln oder Brücken beachten, dass sein Fahrzeug nun höher ist.

Der Vorteil des Dachträgers: Er ist universal einsetzbar und eignet sich für Kompaktwagen, Limousinen oder Kombis. Verfügt der PKW über eine Reling, gestaltet sich die Befestigung auf dem Dach am einfachsten. Zu unterscheiden ist zwischen einer geschlossenen und einer offenen Reling. Die geschlossene Reling führt über das Autodach wie eine Schiene, während die offene Variante nur vorn und hinten befestigt ist.

Eine Reling ist aber keine Voraussetzung zur Befestigung. Bei vielen Automodellen finden sich Fixpunktbefestigungen, die bereits in das Autodach integriert sind. Unter einer Kunststoffabdeckung liegt dann ein eingelassenes Gewinde für Schrauben. Alternativ gibt es bei vielen Fahrzeugen eine T-Nut zur Befestigung. Aber auch ohne spezielle Dachträgerbefestigung ist die Montage möglich.

Fahrradträger für Anhängerkupplung

Geht es um ein Zweirad mit einem höheren Gewicht, bietet eine Fahrradhalterung für die Anhängerkupplung eindeutig Vorteile. Diese erlaubt von Natur aus eine deutlich höhere Zuladung. Positiv ist auch, dass der Mehrverbrauch an Kraftstoff von allen Trägersystemen mit 6,3 Prozent am niedrigsten ist. Gibt es keine Anhängerkupplung, entfällt diese Option.

Wer bereits eine Anhängerkupplung hat, sollte über einen dazu passenden Fahrradträger nachdenken. Beachten sollte man zudem die Bauform. Meistens sind die Rahmen bei elektrifizierten Rädern deutlich dicker - speziell, wenn sich der Akku im Rahmen befindet. Das kann zu Problemen führen, wenn die Halteklammern den Rahmen nicht mehr richtig umschließen können. Es gibt spezielle E-Bike-Fahrradträger, dazu gehört etwa der Thule Velospace XT 2, Eufab Jake, Altera Strada E-Bike oder Altera Strada Vario. Gut für E-Bikes geeignet sind zudem der Fahrradträger Premium II von Eufab, die Modelle Atera Strada Sport M, Strada Evo 2 sowie Bullwing SR3, Bullwing SR7 oder Bullwing SR11. Thule Epos ist nur in der Variante für zwei E-Bikes zu empfehlen bei einer Stützlast von 60 Kilogramm.

Vor dem Kauf und der Montage sollte man die maximale Stützlast der Anhängerkupplung im Auge behalten. Diese gibt an, viel Gewicht von oben auf die Deichsel einwirken darf. Dieser Wert ist unabhängig von der Stützlast des Radträgers zu betrachten. Gängig ist eine Stützlast zwischen 50 und 75 Kilogramm. Bei einer nachgerüsteten Anhängerkupplung sollte ein Aufkleber an der Heckklappe oder dem Heckblech darüber Auskunft geben. Bei neuen Fahrzeugen steht die mögliche Stützlast im Feld 13 der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Die maximale Zuladung des Kupplungs-Fahrradträgers sollte idealerweise bei 60 Kilogramm oder höher liegen, sofern die Stützlast der Anhängerkupplung das zulässt. Hier gilt es immer den niedrigeren Wert zu beachten, auch wenn die Stützlast des Fahrradträgers höher sein sollte als die der Kupplung am PKW. Das Angebot in diesem Bereich ist recht groß.

Die einfache Montage auf der Anhängerkupplung gelingt bei einer vormontierten Variante relativ schnell. Wichtig ist es, die Stromversorgung mit der Anhängerkupplung zu verbinden, damit die Rück- und Bremslichter am Träger funktionieren. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich benötigt der E-Bike-Fahrradträger auf der Anhängerkupplung ein weiteres amtliches Kennzeichen. Die Fahrräder dürfen außerdem nicht mehr als 40 Zentimeter pro Seite über die Schlussleuchte hinausragen. Und das mit Rädern beladene Auto darf eine Breite von 2,55 Meter nicht überschreiten. ADAC und TÜV empfehlen zudem eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde.

Träger für die Anhängerkupplung sind teurer als für Heckklappe oder Dach. Einen weiteren Nachteil gibt es bei Fahrradträgern für die Kupplung: Die Parksensoren geben permanent Warnlaute von sich und müssen abgeschaltet werden. Es gibt aber Kupplungsträgern mit integrierten Abstandswarnern. Denkbar wäre es, eine akustische Einparkhilfe fürs Auto (Ratgeber) für den Träger nachzurüsten.

Heckträger

Eine Alternative ist der Heckträger. Sie sind für Fahrzeuge mit großen Heckklappen geeignet, etwa einen Minivan, Kombi, Kleinbus, Wohnmobil oder SUV - in Ausnahmefällen auch bei einem Kompaktwagen. Allerdings ist hier dann die Sicht nach Hinten eingeschränkt und der Mehrverbrauch von Kraftstoff mit bis zu 44 Prozent am höchsten. Den Fahrradträger befestigt man hierzu an der Hecktür. Die maximale Zuladung liegt auf dem Niveau eines Kupplungsträgers.

Was ist, wenn man keine Anhängerkupplung hat? Dann ist eine Fahrradhalterung für die Hecktür die Alternative, sofern man einen Kombi oder Kompaktwagen mit fünf Türen fährt. Zur Befestigung am Auto montiert der Fahrer den Träger normalerweise am Autodach und an der unteren Seite der Heckklappe. Hier besteht die Gefahr von Lackschäden bei der Montage, deshalb sollte man behutsam vorgehen. Am besten macht man das zu zweit. Nach der Montage kann man der Kofferraum weiterhin öffnen. Die meisten Hersteller empfehlen auch mit Heckträger hier eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde.

Das zulässige Gesamtgewicht für die Zuladung reicht bei den hier vorgestellten Trägern von 50 bis 60 Kilogramm. Diese Halterungen bieten Platz für zwei Fahrräder - hier gilt es wieder auf das maximale Gewicht der beiden Zweiräder zu achten. Neben der zulässigen Tragfähigkeit sollte man vor dem Kauf prüfen, ob der Fahrradträger für das Heck auch zum jeweiligen Auto passt. Einige spezielle Trägerlösungen eignen sich nur für bestimmte Modelle, etwa einen VW T3, T4 oder T6.

Was sollte man bei der Auswahl eines E-Bike-Fahrradträgers für die Anhängerkupplung beachten?

Dieser sollte mindestens 60 Kilogramm tragen und zwei Räder aufnehmen können. Nach Möglichkeit sollte der Träger von Haus aus für E-Bikes optimiert sein, um eine sichere Befestigung zu ermöglichen. Idealerweise kann man den Fahrradträger für die Anhängerkupplung nach hinten klappen, um besser an den Kofferraum zu gelangen. Die meisten der hier vorgestellten Träger bieten diese Möglichkeit.

Welcher Fahrradträger für zwei E-Bikes?

Nahezu alle Kupplungs-Fahrradträger bieten Platz für zwei Fahrräder, manche auch für mehr. Hier ist es wichtig, auf die maximale Traglast zu beachten. 40 Kilogramm mögen bei zwei normalen Mountainbikes noch ausreichen, bei zwei E-Bikes wäre das aber zu wenig. Deshalb empfiehlt sich ein Träger für die Anhängerkupplung mit einer Zuladung von mindestens 60 Kilogramm oder mehr. Dasselbe gilt für den Heckträger.

Empfehlenswert sind hier Fahrradträger, die vom Hersteller zusätzlich für E-Bikes entworfen wurden. Dann ist auch bei einem dickeren Fahrradrahmen genug Platz, um beide Räder aufzusatteln. Wer die Stützlast bewusst überschreitet, geht ein großes Risiko ein und handelt fahrlässig - was zu schweren Unfällen führen kann. Aus gutem Grund gibt es Bußgelder: Wer die Stützlast um 25 Prozent überschreitet, muss mit einer Strafe von 25 Euro rechnen. Ab mehr als 50 Prozent wird ein Bußgeld von 60 Euro fällig.

Was ist der beste Fahrradträger für E-Bikes?

Die beste Lösung für ein E-Bike ist ein Fahrradträger für die Anhängerkupplung, der genügend Stützlast mitbringt, um das hohe Gewicht eines Pedelecs zu stemmen. Wer keine Anhängerkupplung hat, kann als Alternative über einen Träger für die Heckklappe nachdenken - ein entsprechendes Fahrzeug mit drei oder fünf Türen vorausgesetzt. Dachträger eignen sich nur für leichte E-Bikes bis maximal 20 Kilogramm.

Wo benötige ich eine Warntafel?

In Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist keine zusätzliche Warntafel vorgeschrieben, wenn man mit dem Auto ein Fahrrad transportiert. Wer mit den Rädern in den Urlaub fährt, sollte sich deshalb vorab informieren. In folgenden europäischen Ländern besteht eine Pflicht zur Warntafel beim Transport von Gegenständen mit dem Pkw, die über die im Fahrzeugschein eingetragene Länge hinausreichen:

  • Italien: Die Warntafel aus Metall sollte fünf rote und vier weiße Streifen aufweisen und eine Abmessung von 50 × 50 cm haben. Ohne Warntafel drohen Bußgelder ab 80 Euro. Eine Variante für Italien mit fünf Streifen kostet 25 Euro bei Amazon.
  • Spanien: Die Warntafel für Spanien benötigt drei rote und zwei weiße Streifen, misst ebenfalls 50 × 50 cm und sollte aus Aluminium sein. Bußgelder bei Verstößen beginnen bei 200 Euro. Eine Warntafel für Spanien kostet 28 Euro bei Amazon.
  • Portugal: Hier gelten die gleichen Bestimmungen wie in Spanien, deshalb eignet sich die gleiche Warntafel. Bußgelder betragen rund 120 Euro.

Welche E-Bikes sind besonders leicht?

Ist der Dachträger aufgrund der Beschaffenheit des PKW die einzig mögliche Wahl, sollte man beim Kauf eines E-Bikes auf besonders leichte Modelle achten. Idealerweise kommen hier Varianten zum Einsatz, die es erlauben den Akku abzunehmen, um zusätzlich Gewicht zu sparen.

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