Dänemark, ein Land zwischen Nord- und Ostsee, ist ein echter Geheimtipp für Motorradreisende. Weite Horizonte, sanfte Küstenstraßen und ein gut ausgebautes Verkehrsnetz machen das Land zu einem idealen Ziel für Biker. Entdecken Sie die Freiheit, die Dänemark Motorradfahrern bietet, insbesondere die Möglichkeit, legal am Strand zu fahren.
Rømø: Die Insel mit dem berühmten Autostrand
Rømø ist eine dänische Nordseeinsel, die nördlich von Sylt liegt und für ihren sagenhaften Autostrand berühmt ist. Hier darf man ganz legal am Strand fahren. Rømø ist für Sylt, was Pippa Middleton für ihre Schwester Kate ist, nämlich insgeheim die schönere Schwester.
Der Strand ist auf gut neun Kilometer Länge zu befahren und mit über zwei Kilometer Breite von den Dünen bis zum Wasser ist er zudem der breiteste Strand in ganz Nordeuropa. Man muss es selbst erlebt haben.
Sowie das Lager fertig ist und alle Koffer, Tankrücksäcke und Gepäckrollen abgebaut sind, starten wir die Einzylinder Enduros und fahren quer über die Insel zum Strand nach Lakolk. An dieser Stelle endet der tiefschwarze, sauber geteerte Asphalt mit den penibel gemalten Markierungen und führt direkt auf den Strand hinaus. Ohne anzuhalten fahren wir ganz legal offroad weiter und plötzlich öffnet sich ein weiter Blick auf kilometerlangen weißen Sand.
Vorsichtig durchqueren wir die ersten Sandwehen und wenden uns nach links in Richtung Sønderby. Hier geht der Strand in eine knallharte Sandpiste über, auf der wir kaum Reifenspuren hinterlassen. Die Piste ist mehrere hundert Meter breit und wir rollen in großen Abständen über den Strand dahin.
Motorradfahren am Strand: Ein besonderes Erlebnis
Acht Jahre ist es her, dass ich zuletzt am Strand gefahren bin und vieles hat sich seitdem verändert: Aus Sven wurde Svenja und aus der starken KTM Adventure eine leichte 250er Enduro. Behutsam gebe ich mehr Gas und plötzlich ist dieses vertraute Gefühl wieder da und alles ist so, wie es immer gewesen ist. Bis zum Anschlag reiße ich das Gas der kleinen Kawasaki auf und lade erst unmittelbar vorm Begrenzer die nächsten Gänge nach, ohne auch nur einen Millimeter Gas wegzunehmen. Mit der leichten Kawasaki KLX250 ist das Fahren im Sand ganz einfach.
Ela hat auf ihrer hochbeinigen MZ Baghira 660 inzwischen regelrecht Blut geleckt. Mit strahlendem Gesicht und leuchtenden Augen macht sie ihre ersten Driftversuche und wird dabei immer mutiger. Als zum ersten Mal das Hinterrad ausbricht und sie die Maschine aus einem leichtem Drift wieder gerade zieht, ist sie vor Freude ganz aus dem Häuschen.
Volker fährt mit der drehmomentstarken Tenere anfangs vorsichtig und schließlich immer mutiger durch den schweren nassen Sand und tastet sich langsam an die Haftgrenzen seiner Enduroreifen heran.
Wichtige Hinweise zum Motorradfahren am Strand
Apropos umhauen: Die meisten Umfaller passieren genau hier auf den ersten Metern im Sand, wo der ständige Seewind immer ein paar Verwehungen bereit hält.
Aus unerfindlichen Gründen lenkt Volker seine XT in Richtung Küste und nach einer Weile ist er trotz seiner neongelben Jacke aus unserem Blickfeld verschwunden. Der eine dunkle Pixel ist tatsächlich Volker auf dem Weg nach England. Trotzdem dauert es verdächtig lange, bis Volker wieder auftaucht und auftauchen ist wohl der richtige Ausdruck, denn die XT hatte sich festgefahren und nur durch engagiertes Schieben und Fluchen haben die beiden wieder festen Grund erreicht.
Das Rømø Motor Festival
Jedes Jahr im August findet das legendäre Rømø Motor Festival am Strand von Lakolk auf der dänischen Nordseeinsel Rømø statt. Hinter der atemberaubenden Kulisse von Dünen, kilometerlangen Sandstränden und tiefblauem Himmel kämpfen viele Autos und Motorräder um den ersten Platz.
Ein kurzer Rückblick
Bei seinen Spaziergängen im Jahre 1917 an einem der Strände an der dänischen Westküste, bekam Svend Simmelkjær die Idee für ein solches Rennen. Aber auf Grund des Krieges und des Mangels an Treibstoff, war an eine Umsetzung nicht zu denken. Aber 1919 wurde der Traum Wirklichkeit Das erste Rennen startete auf der Insel Fanö.
Im Laufe der folgenden Jahre, gewann das Rennen schnell an Popularität. Auf dem Rennen 1923 erreichte Malcom Campbell einen Geschwindigkeitsrekord mit über 240 km/h. Bei seinem Versuch 1924 den Geschwindigkeitsrekord zu überbieten, verlor sein Fahrzeug einen Reifen, der einen Zuschauer erfasste und welcher dadurch tödlich Verletzt wurde. Durch diesen tragischen Unfall wurde die kurze Tradition der jährlichen Strandrennen beendet.
Die Gegenwart
In Erinnerung an die damaligen Rennen auf Fanö, hatten 5 dänische Motorsportler die Idee, die alten Rennen wieder aufleben zu lassen. Wie Fanö verfügt auch die Insel Rømø über breite und lange Sandstrände mit einer harten Oberflächenbeschaffenheit. Um an die damaligen Strandrennen anzuschließen, durften nur Fahrzeuge und Motorräder aus der Zeit vor 1947 teilnehmen. Nach einer technischen Überprüfung waren 40 Oldtimer am Start.
Die Regeln besagen, dass die Piloten der Oldtimer im Stil der damaligen Zeit gekleidet sein müssen. Auch das Publikum wird gebeten ihre Kleidung dem Modestil der 20er, 30er und 40er Jahre anzupassen. Die Rennstrecke für die Beschleunigung beträgt exakt 202 Meter.
Heute sind über 100 Fahrzeuge aus vielen Ländern und zwei Kontinenten am Start. Mehr als 30.000 Besucher lassen sich dieses Spektakel nicht entgehen.
Das Römö Motor Festival hat sich zu einem Strandrennen von Weltrang entwickelt. Der Besuch des Römö Motor Festivals ist kostenlos. Auch für das Parken am Strand wird keine Gebühr verlangt.
Wann findet das Rømø Motor Festival statt?
Das Rømø Motor Festival 2025 findet am 23. August 2025 statt.
Übernachtungsmöglichkeiten für das Rømø Motor Festival 2025
Erleben Sie das Rømø Motor Festival 2025 hautnah - mit einem gemütlichen Ferienhaus auf Rømø, perfekt gelegen für ein unvergessliches Wochenende voller Nostalgie, Motoren und Nordseeflair!
Weitere Tipps für Motorradfahrer in Dänemark
Dänemark ist ein sicheres Reiseland mit gut ausgebauten Straßen und einer hervorragenden Infrastruktur. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte sich vorab mit einigen spezifischen Vorschriften vertraut machen:
- Tempolimits: Innerorts liegt die Grenze meist bei 50 km/h, außerorts bei 80 km/h. Auf Schnellstraßen sind 100 km/h erlaubt, auf Autobahnen maximal 130 km/h.
- Helmpflicht: Es besteht uneingeschränkte Helmpflicht für Fahrer und Mitfahrer.
- Licht an!: Motorräder müssen auch tagsüber mit Abblendlicht fahren. Beleuchtung ist Pflicht in ganz Skandinavien.
- Alkoholgrenze: Die Promillegrenze liegt bei 0,5.
- Naturschutzgebiete & Umweltzonen: In manchen Städten gelten Zufahrtsbeschränkungen.
Bußgelder
Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht einhält und geblitzt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. In der Regel werden Verstöße auf allen Straßen gleich sanktioniert. Einen ersten Überblick über drohende Strafen gibt ein Auszug aus dem dänischen Bußgeldkatalog.
| Bußgeldtatbestand | Bußgeld |
|---|---|
Geschwindigkeitsbegrenzung 50 km/h
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Geschwindigkeitsbegrenzung 80 km/h
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Geschwindigkeitsbegrenzung 110 km/h
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Geschwindigkeitsbegrenzung 130 km/h
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Dänemark bietet Motorradfahrern ein perfektes Gleichgewicht aus Abenteuer und Entspannung. Ob dänische Riviera, Nordseestrand oder die Kreidefelsen von Møn, Dänemark begeistert mit Vielfalt auf vergleichsweise kleinem Raum.
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