Wer darf sie fahren, welches Zubehör ist nötig und wie sieht es mit der Sicherheit und der Zulassung aus? Das müssen Sie zu Quads und ATVs wissen.
Definition: Was ist ein Quad?
Ein Quad ist ein vierrädriges Kraftfahrzeug mit Sitzbank für zwei, selten auch drei Personen. Der Name stammt aus dem Englischen und ist eine Verkürzung von "quadruplet", was Vierling bedeutet. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Motorisierungen.
Manche Quads werden auch als ATV bezeichnet. Diese Abkürzung steht für All Terrain Vehicle. Im Gegensatz zu Sport-Quads verfügen diese meist über einen Allradantrieb, sind deshalb geländegängig und besonders als Arbeitsgeräte geeignet.
Eine weitere Bauform sind die sogenannten Side-by-Side-Vehicles (SSV). Hier sitzen Fahrer und Beifahrer wie im Auto nebeneinander (side by side) unter einem Dach.
Welchen Führerschein benötigt man zum Quadfahren?
Eine extra Führerscheinklasse für Quad existiert jedoch nicht - es gibt strenggenommen keinen „Quad-Führerschein“.
Es gibt keine eigenständige Führerscheinklasse für Quads und ATVs in Deutschland. Stattdessen wird ein Führerschein der Klassen AM oder B benötigt.
Quads werden im Verkehrsrecht als „vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge“ bezeichnet. Das heißt: Besitzt du schon einen Führerschein der Klasse AM oder der Klasse B, ist alles gut. Bis 2013 wurde der Führerschein der Klasse AM als „S“ bezeichnet.
Eine Fahrerlaubnis für Krafträder genügt nicht, da diese nur zum Führen von zwei- oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen berechtigt. Da es sich um ein vierrädriges Kraftfahrzeug handelt, ist meist eine Pkw-Fahrerlaubnis der Klasse B bzw. der Klasse 3 (alt) erforderlich.
Für ein Leicht-Kfz bis 45 km/h ist eine Fahrerlaubnis der Klasse AM (früher: Klasse S) ausreichend.
Wenn das Quad bzw. ATV als Zugmaschine zugelassen ist und für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke (LoF) eingesetzt wird, genügt eine Fahrerlaubnis der Klasse L bzw. Klasse 5 (alt).
Ebenfalls als Quad-Führerschein einsetzbar ist der Führerschein der Klasse AM, auch „Rollerführerschein“ genannt. Mit einem AM-Führerschein dürfen laut geltendem Verkehrsrecht Fahrzeuge gesteuert werden, die die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Gleichzeitig darf ihr Hubraum nicht größer als 50 ccm sein.
Diese beiden Variablen sind bauartbedingt; in der Zulassung des Quads findet man die Informationen zum Hubraum und der erreichbaren Höchstgeschwindigkeit und kann somit sicher gehen, dass man die entsprechende Quad-Fahrerlaubnis auch besitzt.
Gerade jüngere Leute wünschen sich oft, das sportliche Vergnügen einer Quad-Fahrt einmal zu erleben. Die gute Nachricht diesbezüglich ist, dass das Mindestalter für den Quad-Führerschein bei 15 Jahren liegt - ab diesem Alter kann man den Rollerführerschein machen.
Welche Quads darf ich mit welcher Fahrerlaubnis fahren?
- Klasse AM: Quads mit maximal 50 ccm Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit.
- Klasse B: Keine Beschränkungen in Sachen Hubraum oder Geschwindigkeit, solange das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschritten wird.
Quad fahren mit 16?
Kleine Quads mit einem maximalen Hubraum von 50 Kubikzentimetern und einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h dürfen in Deutschland sogar schon Jugendliche ab 15 Jahren fahren. Für eine Fahrerlaubnis der Klasse L beträgt das Mindestalter 16 Jahre.
Darf ich mit dem B17-Führerschein auch schnellere Quads fahren?
Das ist möglich, aber dazu muss wie beim PKW eine eingetragene Begleitperson auf dem Quad mitfahren. Wenn Sie alleine fahren wollen, gelten für Sie die Bestimmungen des AM-Führerscheins.
Quad fahren ohne Führerschein?
Ein Quad zu fahren, ohne einen Führerschein zu besitzen, ist nur zulässig, wenn dies auf einem Privatgrundstück geschieht. Dafür ist allerdings die Erlaubnis der Grundstücksbesitzers erforderlich.
Dennoch kannst du dich auch ohne einen Führerschein und ohne das Mindestalter erreicht zu haben, in den Sattel schwingen. Und zwar dann, wenn das Quad ausschließlich auf einem Privatgrundstück bewegt wird. Dieses darf dann jedoch nicht an öffentliche Straßen angebunden sein.
Was kostet ein Quad-Führerschein?
Ein Rollerführerschein kostet etwa zwischen 150 bis 250 Euro. Dagegen kann ein PKW-Führerschein deutlich höhere Kosten verursachen. Diese sind jedoch sowohl von der Auswahl der Fahrschule als auch von der Anzahl der benötigten Fahrstunden abhängig.
Kaum jemand wird nur deswegen einen Führerschein machen, um Quad fahren zu können - dies ist eher ein netter Nebeneffekt für den Fall, dass man bereits einen Führerschein für Roller oder Auto hat. Ansonsten kann man sich auch ohne Quad-Führerschein an Freizeitangeboten beteiligen, bei denen man Quad fahren darf.
Worauf ist beim Quadfahren zu achten?
In der Straßenverkehrsordnung (§ 21a Abs. 2 StVO) steht, dass Fahrer und Beifahrer offener drei- oder mehrrädriger Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h einen geeigneten Schutzhelm tragen müssen - dies gilt also auch für das Fahren mit Quads. Wenn man allerdings die vorgeschriebenen Sicherheitsgurte anlegt, muss man keinen Helm tragen.
ADAC Experten empfehlen, beim Quadfahren auf alle Fälle Schutzkleidung zu tragen. Kleidung aus dem Motocross-Bereich ist dafür besonders gut geeignet. Wichtig sind vor allem gute Motorradstiefel, da im Falle eines Unfalls die Beine und Füße am häufigsten Schäden davontragen, sowie Handschuhe.
Ein Warndreieck muss immer im Quad dabei sein. Seit dem 1.7.2014 besteht auch die Verpflichtung, eine Warnweste mitzuführen, wenn das Quad als Pkw oder als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen ist.
Fahrer von Quads müssen Verbandkästen mitführen, sofern ihre Fahrzeuge nicht als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen sind.
Wie sicher sind Quads?
Quads verfügen über besondere Fahreigenschaften, die gerade für Quad-Neulinge eher gewöhnungsbedürftig und auch nicht mit denen anderer Fahrzeuge wie Fahrräder oder Pkw vergleichbar sind. Daher kommt es besonders bei unerfahrenen Fahrern oft zu schweren Unfällen.
Zum einen haben viele meist einfache Quads - im Gegensatz zu allen anderen mehrspurigen Fahrzeugen - kein Differenzial-/Ausgleichsgetriebe. Dieses treibt zwei Räder so an, dass sie in Kurven unterschiedlich schnell drehen und der Fahrer das Fahrzeug gut lenken kann. Hat ein Fahrzeug kein Differenzial, drehen beim Gasgeben alle Räder gleich schnell und treiben das Fahrzeug im Extremfall aus der Kurve heraus.
Zum anderen verfügen Quads häufig über Ballonreifen, die mit relativ wenig Druck gefahren werden und deswegen nur indirekt auf Lenkmanöver ansprechen. Sie reagieren in Kurven zeitverzögert, dann aber plötzlich und heftig auf den Lenkwinkel. Dadurch lenken viele Fahrer und Fahrerinnen zunächst zu stark ein.
Wegen seines hohen Schwerpunkts und der schmalen Spur kann das Quad dann kippen, wenn der oder die Fahrende das Gewicht nicht ausreichend nach innen verlagert und schnell genug gegenlenkt. Es gilt die Regel: Je schmaler die Spur oder je höher der Schwerpunkt des Fahrzeugs, desto ausgeprägter sind die beschriebenen Fahreigenschaften.
Auf der Straße kann das böse enden, denn hier muss sehr präzise gefahren werden, wofür Quads wegen oben genannter Punkte nur bedingt geeignet sind. Wer dennoch längere Strecken über asphaltierte Straßen fahren will, sollte davor unbedingt ausreichend trainieren, denn Erfahrung ist beim Quadfahren besonders wichtig.
Der ADAC empfiehlt: Mindestens einen Tag lang mit Technik und Fahrverhalten des Quads vertraut machen und in einem abgesperrten Gelände auf lockerem wie auch auf festem Untergrund das Quadfahren üben.
Wo darf man mit dem Quad fahren?
Für Quads gelten dieselben Regeln wie für andere Kraftfahrzeuge auch. Sie müssen also innerorts und außerorts auf der Fahrbahn fahren. Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen dürfen sie, wenn sie eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h haben.
Das Fahren auf Wald- und Feldwegen ist normalerweise - trotz der Geländetauglichkeit von Quads - nicht erlaubt: Oft sind diese nämlich nur für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke freigegeben.
LoF oder Pkw: Welche Zulassung?
Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten:
- als Leicht-Kfz bis 45 km/h
- als vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung
- als vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung
- als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine
Früher war auch eine Zulassung als Pkw möglich. Das scheitert heute an dem wegen der motorradtypischen Bauweise von Quads nicht erreichbaren Geräuschgrenzwert von 74 dB. In Einzelfällen kann aber noch die Zulassungsart "Pkw offen" auftauchen.
Tabelle: Führerscheinklassen für Quads
| Führerscheinklasse | Bedingungen |
|---|---|
| AM | Max. 50 ccm Hubraum, max. 45 km/h Höchstgeschwindigkeit |
| B | Keine Beschränkungen (bis 3,5 t Gesamtgewicht) |
| L/5 (alt) | Bei Zulassung als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine |
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