Es riecht nach Renaissance im Segment der Supersportler. Wirklich interessant an den Top 5 der Supersportler der Bestenliste von MOTORRAD sind die vielen Richtungen, aus denen die Modelle kommen. Die erwartbare Mischung aus Japan, Deutschland und Italien ist zwar grundsätzlich gegeben, aber mit einer überraschend britischen Note und einigen Aha-Effekten.
Top 5 der Supersportler im Test von MOTORRAD
Die Top 5 der Supersportler im Test von MOTORRAD überraschen: Auf Platz 2 und Platz 5 stehen 2 der unwahrscheinlichsten Modelle. Unwahrscheinlich, da sie weder dem klassischen Bild entsprechen noch auf die spitzesten aller Leistungsspitzen geschliffen wurden. Und offen gesagt zeigt der Platz 3, dass sich entweder seit 2017 wenig tat oder - Spoiler - die alte Gixxer mit das Beste ist, was je vollverkleidet auf eine Rennstrecke ging.
Platz 1: BMW S 1000 RR (2023)
Unangefochten auf Rang 1 steht die BMW S 1000 RR von 2023 mit 726 Punkten. Besonders ihr Motor sammelte viele Punkte und leistet viel: 210 PS und viel nutzbares Drehmoment dank variabler Ventilsteuerung sind ihr Pfund. Und ihr sehr vollständiges Paket an fahraktiven Sicherheitssystemen hilft ebenfalls, um sich an der Spitze deutlich abzusetzen. Wer die aktuelle BMW M 1000 RR vermisst und alte Daten vermutet: Die aktuelle M war schlicht und ergreifend bisher nicht in der 1.000-Punkte-Wertung von MOTORRAD.
Platz 2: Triumph Speed Triple 1200 RR (2022)
Richtig gelesen: Der Retro-Renner von Triumph Speed Triple 1200 RR steht mit 713 Punkten auf Platz 2 der besten Supersportler in MOTORRAD. Wie schon der BMW hilft der Triumph ihre hohe Wertung in der Kategorie Alltag, um sich vom 3. Platz abzusetzen. Wahrscheinlich steht die RR noch länger mit dieser Punktzahl in der Liste, denn sie gilt als Auslaufmodell im Portfolio von Triumph.
Platz 3: Suzuki GSX-R 1000 R (2020)
Weiterhin einer der besten Supersportler, der seit 2019 durch die 1.000-Punkte-Wertung von MOTORRAD ging, ist die Suzuki GSX-R 1000 R. 706 Punkte sammelte sie ein und ihr Motor mit 202 PS war mit 218 Punkten jahrelang auf Platz 1 der Motorwertung. Bis eben der Shift-Cam-BMW-Vierer kam. Interessant: Mit 194 Punkten in der Fahrwerks-Wertung hat die Suzuki immer noch eines der besten konventionellen Fahrwerke auf dem Markt. Das semi-aktive von BMW ist kaum besser.
Platz 4: Ducati Panigale V4 S (2020)
Achtung: Das hier ist noch die "alte" Panigale V4 von 2020. Also noch mit dem Fahrwerk der älteren Generation und vor allem mit der Einarmschwinge, da MOTORRAD die neue Generation bisher nicht in der 1.000-Punkte-Wertung hatte. Diese dürfte mit mehr Leistung, Fahrwerk und Fahrbarkeit die aktuellen 697 Punkte um einige Zähler übertreffen. Insbesondere der Wechsel von Ducati von einer steifen Einarmschwinge auf eine flexiblerer Zweiarmschwinge, gab der Panigale viel Fahrbarkeit. Besonders beim Beschleunigen aus Schräglagen ist die 2-Armschwinge überlegen.
Platz 5: Ducati Panigale V2 S
Noch eine Überraschung: Es müssen nicht 180 PS und mehr sein, um als sehr guter Supersportler in der Bestenliste von MOTORRAD zu stehen. Im Falle der Ducati Panigale V2 S reichen 120 PS für beachtliche 685 Punkte. Und die wiederum reichen, um die große Honda CBR 1000 RR-R Fireblade aus den Top 5 zu drängen. Chapeau!
Die besten Motorräder für den Alltag
MOTORRAD bewertet in der 1000-Punkte-Wertung auch die Alltagstauglichkeit von Motorrädern. Das sind die besten Motorräder für den Alltag. Trotz Fokus auf Motor- und Fahrwerksleistung in Tests und womöglich beim Neukauf eines Motorrads, sind die fühlbaren Eigenschaften erst einmal: Ergonomie, Windschutz, Ausstattung, Zuladung und Reichweite. Deshalb nimmt die Alltagstauglichkeit in der 1000-Punkte-Wertung von MOTORRAD einen hohen Stellenwert ein. Für Statistiker: Abonnenten von MOTORRAD PLUS haben jederzeit Zugriff auf die aktuelle Punktewertung in allen Details.
1000-Punkte-Wertung MOTORRAD: Alltag
Die möglichen 1.000 Punkte in einem Test von MOTORRAD verteilen sich zu je 250 Punkte auf Motor und Fahrwerk. 150 Punkte Maximum erbringt ein pralles Sicherheitspaket und weitere 100 die Kostenstelle für den Kauf und den Betrieb des Krads. Bleiben wichtige 250 Punkte für den Alltag, die sich über folgende Kriterien verteilen:
- Ergonomie Fahrer (40)
- Ergonomie Sozius (20)
- Windschutz (20)
- Sicht (10)
- Licht (20)
- Ausstattung (30)
- Handhabung/Wartung (20)
- Fahrzeuggewicht vollgetankt (10)
- Einstellmöglichkeiten Fahrwerk (10)
- Gepäckunterbringung (10)
- Zuladung (10)
- Reichweite (30)
- Verarbeitung (20)
Einen Supersportler findet man hier nicht. Dafür - keine Überraschung - Reiseenduros, Crossover Bikes und Tourenmaschinen. Spoiler: 250 Punkte erreicht kein Motorrad, nicht einmal annähernd.
Die besten Motorräder im Alltag
- Platz 10 im Alltag: KTM 1290 Super Duke GT mit 190 Punkten
- Platz 9 im Alltag: Ducati Multistrada V4 Pikes Peak mit 191 Punkten
- Platz 8 im Alltag: Yamaha XTZ 1200 Ténéré mit 192 Punkten
- Platz 7 im Alltag: Ducati Multistrada V4 S mit 193 Punkten
- Platz 6 im Alltag: Ducati Multistrada 1260 S Grand Tour mit 195 Punkten
- Platz 5 im Alltag: Triumph Tiger 900 Rally Pro mit 196 Punkten
- Platz 5 im Alltag: Triumph Tiger XRT mit 196 Punkten
- Platz 5 im Alltag: Ducati Multistrada 1260 Enduro mit 196 Punkten
- Platz 4 im Alltag: Ducati Multistrada V4 S Grand Tour mit 197 Punkten
- Platz 4 im Alltag: Triumph Tiger 900 GT Pro mit 197 Punkten
- Platz 4 im Alltag: KTM 1290 Super Adventure S mit 197 Punkten
- Platz 3 im Alltag: BMW R 1250 GS Adventure mit 199 Punkten
- Platz 3 im Alltag: Kawasaki Versys 1000 SE mit 199 Punkten
- Platz 3 im Alltag: Triumph Tiger 1200 GT Pro mit 199 Punkten
- Platz 2 im Alltag: BMW R 1300 GS mit 204 Punkten
- Platz 1 im Alltag: BMW R 1250 GS mit 205 Punkten
Crossover-Bikes: Die Mischung macht's
Die heutigen Crossover-Motorräder sind die Sporttourer von einst, nur eben mit einem Hauch mehr Federweg und einer aufrechteren Sitzposition. Sie verbinden das Beste aus drei Welten: touristische Eigenschaften, sportliche Triebwerke und Alltagstauglichkeit. Mit meist 17-zölligen Gussrädern und kürzeren Federwegen verzichten die Crossover-Boliden auf trügerische Geländeambitionen, die eh nur ganz wenige Eingefleischte in Anspruch nehmen.
Die Super-Heizer
Leistung, Leistung und noch mal Leistung. Je mehr, desto besser. Und Aussehen. Dafür verzichtet der Bolidentreiber auf Komfort, gibt gerne ein paar Euro mehr aus, möchte auf der Rennstrecke, am Motorradtreff und am Stammtisch glänzen.
- BMW M 1000 XR: Das Mega-Gerät mit 201 PS hat alle digitalen und technischen Finessen an Bord.
- Ducati Multistrada V4 RS: Die sportlichste Maschine der Multistrada-Palette bringt nicht nur optisch die MotoGP auf die Straße.
- Bimota Tesi H2 Tera: In Exklusivität unschlagbar. Befeuert vom aufgeladenen Reihenvierer der Ninja H2, gibt Bimota den Achsschenkel-Brüller mit 200 PS an.
Die schnellen Eiligen
Leistung? Natürlich! Aber nicht auf Teufel komm raus. Die Eiligen sind gerne mal unvernünftig, sammeln kräftig Punkte und Strafzettel, verschulden sich aber nicht über Gebühr beim Motorradkauf.
- BMW S 1000 XR: Reicht dicke. Mit Schwester S ist man genau genommen nur minimal langsamer als mit der exquisiten M-Version.
- KTM 890 SMT: Der österreichische Beitrag zum Thema Crossover ist natürlich deutlich sportlicher als vergleichbare Modelle und würde ohne Weiteres in die Supermoto-Reihe passen.
- MV Agusta Turismo Veloce RC SCS: Fein gemacht, sportlich mit viel italienischem Chic und Charme.
Die Normalen
Ja, fahren schon auch schnell, lassen es aber im Großen und Ganzen mit Bedacht angehen. Hier kommt die breite Masse mit vielen Topgeräten voll auf ihre Kosten.
- BMW F 900 XR: Eine gute Stufe unter den 1000er-Boliden rangiert die 900 XR.
- Suzuki GSX-S1000GX: Geblieben ist der selige und beinahe 20 Jahre alte K5-Motor, der hier 152 PS leistet und im Stand mit 97 dB etwas laut tönt.
Die Gemütlichen
Hier steht das Fahrerlebnis an erster Stelle und nicht die letzte Rille. Vernünftige Kradler, die sich nicht ständig messen und beweisen müssen.
- Honda NC750X: Noch immer kein Glanzpunkt an Sportlichkeit und auch keine Augenweide, dafür grundsolide und gut.
- Moto Guzzi V85 Strada: Von Haus aus als Reiseenduro konzipiert, macht die Variante „Strada“ der 850er mit Gussfelgen und Gewichtseinsparung durch Weglassen einen Satz in Richtung Crossover.
Die Puristen
Klassische Linien sind in dieser recht modernen Motorradgattung eher Mangelware. Wer es pur mag, greift zu den Basismodellen, von denen die meisten aber trotzdem alles Nötige an Bord haben.
- Yamaha Tracer 7: Mittlerweile werkelt der famose CP2-Motor in einer Unzahl von Yamaha-Modellen - mit Recht.
- Triumph Tiger Sport 660: Hinter dem Taschen-Tiger verbirgt sich mehr, als man denkt.
- Kawasaki Versys 650: Die kleine Versys bietet alles, was zum sportlichen Touren gebraucht wird.
Die Komfortablen
Ja, es darf etwas mehr sein, aber bitte nicht überfrachtet. Hier ist der gelungene Spagat zwischen Sport und Tour zweitrangig, die goldene Mitte zählt.
- Kawasaki Versys 1100: Die Crossover-Aida bietet ordentlich Platz und Komfort zu einem recht guten Einstandspreis.
Naked Bikes im Vergleichstest 2025
Fünf aktuelle Naked Bikes, erfahrene Testpiloten und drei unterschiedliche Terrains - der große 1000PS Vergleichstest zeigt schonungslos, welches Motorrad 2025 die Nase vorn hat. Die Naked Bike Klasse war schon immer ein Schmelztiegel unterschiedlicher Philosophien. Hier treffen japanische Perfektion auf österreichische Rebellion, hier kämpft bewährte Technik gegen innovative Konzepte. Die Preise? Erstaunlich nah beieinander. Doch Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit.
Die Kandidaten im Überblick
Die Honda CB1000 Hornet SP bringt mit 157 PS die meiste Leistung an den Start, gefolgt von der Suzuki GSX-S1000 mit 152 PS. Die Dreizylinder-Yamaha MT-09 SP muss sich mit 119 PS begnügen, während KTM 990 Duke und Kawasaki Z900 SE mit 123 beziehungsweise 124 PS dazwischen liegen.
Testergebnisse
Die Honda CB1000 Hornet SP sichert sich mit einer Durchschnittsnote von 2,21 den Gesamtsieg. Die Yamaha MT-09 SP landet mit 2,94 auf dem zweiten Platz. Die Suzuki GSX-S1000 erkämpft sich Platz drei (3,03), knapp vor der Kawasaki Z900 SE (3,26). Das Schlusslicht bildet die KTM 990 Duke mit 3,38.
Fazit
Am Ende dieses marathonartigen Tests steht eine Erkenntnis: Es gibt nicht das eine perfekte Naked Bike. Die Honda ist der Überflieger für Puristen, die Yamaha bietet Hightech für Genießer, die Kawasaki ist der Allrounder, die Suzuki die unterschätzte Größe und die KTM polarisiert. Die wahre Entscheidung fällt nicht über den Geldbeutel, sondern über das Herz. Welchen Charakter suchen Sie?
Bewertungstabelle Naked Bikes
| Motorrad | Durchschnittliche Bewertung |
|---|---|
| Honda CB1000 Hornet SP | 2,21 |
| Yamaha MT-09 SP | 2,94 |
| Suzuki GSX-S1000 | 3,03 |
| Kawasaki Z900 SE | 3,26 |
| KTM 990 Duke | 3,38 |
Verwandte Beiträge:
- Polo Motorradbekleidung: Test, Kollektion & Kaufberatung
- Motorrad Kostüm für Erwachsene: Die besten Outfits für Biker
- Angststreifen Motorrad entfernen: Tipps & Tricks
- Rettungsgasse für Motorradfahrer: Die wichtigsten Regeln, die du kennen musst!
- Fahrradträger Test: Top 4 Fahrradträger im Vergleich – Jetzt den Besten für 4 Räder finden!
Kommentar schreiben