Das fliegende Motorrad: Realität oder Zukunftsmusik?

In Science-Fiction-Filmen gehören motorradähnliche Fluggeräte seit Jahrzehnten zum festen Inventar. Doch wie sieht es in der Realität aus? Können wir bald tatsächlich mit fliegenden Motorrädern durch die Lüfte düsen?

Konzeptfahrzeuge und Prototypen

Einige Unternehmen arbeiten bereits an der Entwicklung fliegender Motorräder. Jetpack Aviation forscht schon länger an einem fliegenden Motorrad und präsentierte nun den dritten Prototyp des Modells P2 Speeder. Acht kleine Flugzeugtriebwerke sollen das Motorrad abheben lassen. Angetrieben wird es von einer Art Biokerosin, sogenanntes Sustainable Aviation Fuel.

Jetpack Aviation Recreational Speeder

Ein weiteres Beispiel ist der Jetpack Aviation Recreational Speeder. Klingt eher nach einem Flugobjekt aus Star Wars & Co. Doch genau so ein Bike namens Jetpack Aviation Recreational Speeder soll in naher Zukunft in die Lüfte steigen. Auf der Herstellerseite kann der Speeder seit Anfang 2019 Zeit vorbestellt werden. Wer tatsächlich Interesse am Kauf eines Exemplars hat, muss bei der Vorbestellung auch gleich 10.000 US-Dollar als Voranzahlung überweisen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Bike tatsächlich jemals umgesetzt wird.

Ansonsten nennt der US-Hersteller auch bereits einige Leistungsdaten. Laut Hersteller soll das Gefährt 240 km/h auf das Tacho bringen. Das Gewicht soll laut Jetpack Aviation dabei bei rund 100 Kilogramm liegen, wodurch der Speeder zehn bis maximal 22 Minuten in der Luft bleiben soll. Dabei soll eine Flughöhe von bis zu 4.500 Metern drin sein.

Auch sonst gibt es kleinere Unterschiede zwischen den beiden Versionen: Die Militär-Variante wird mit fünf Turbinen ausgestattet werden; bei der Version für Privatpersonen sind es lediglich vier. Laut Hersteller ist der Speeder auch mit lediglich drei Turbinen flugtauglich. Der Bordcomputer soll das Flugverhalten beim Ausfall einer Turbine stablisieren. Der Betrieb ist für eine Person vorgesehen.

Volonaut Airbike

Das Volonaut Airbike ist ein innovatives, jet-betriebenes persönliches Fluggerät, das den Traum vom Fliegen verwirklichen soll. Laut "Forbes" wurde die Entwicklung von Tomasz Patan über Jahre hinweg geheim gehalten, bevor das Airbike nun vorgestellt wurde.

Als Antrieb dient eine zentrale, lenkbare Mini-Turbine, die das Airbike auf bis zu 200 km/h beschleunigen soll - ganz ohne Propeller oder Rotoren. Das Gefährt selbst soll dank Carbon-Verbundstoffen und 3D-gedruckten Teilen extrem leicht sein, die Rede ist von nur etwa 30 kg.

Für Stabilität in der Luft soll ein elektronisches, proprietäres System mit Flugcomputer sorgen, das automatisches Schweben und eine intuitive Steuerung ermöglicht, ähnlich wie bei Drohnen. Durch den Verzicht auf außenliegende Rotoren soll es zudem sehr kompakt und sicher in engen Umgebungen sein.

La Moto Volante

Unter dem Namen La Moto Volante präsentierte er ein elektrisches Motorrad, mit dem der Fahrer bei Bedarf auch in die Luft steigen kann. Auf der Straße sieht das Motorrad etwas ungewöhnlich aus. Denn es verfügt über vier Reifen, die jeweils vorne und hinten direkt nebeneinander laufen. Das übrige Design wurde hingegen ganz klassisch gehalten.

Will man nun in den Flugmodus wechseln, reicht den Angaben des Entwicklers zufolge ein einfacher Knopfdruck. Anschließend klappen die Räder zur Seite Weg und sorgen so indirekt für den Auftrieb. Wirklich serienreif ist das Modell also noch nicht. Zumindest konnte aber gezeigt werden, dass fliegende Motorräder in naher Zukunft tatsächlich Realität werden könnten.

Malloy Aeronautics Hoverbike

Der australische Designer Chris Malloy war es Leid, mit seinem Motorrad in den Straßen von Sydney stetig im Stau zu stehen. Er wollte einfach über den Stau hinweg fliegen und kam so letztendlich auf die Idee mit dem Hoverbike. Sein erster Entwurf ist mit einem gegenläufigen Doppel-Propellerantrieb ausgestattet und soll eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von ca. 280 km/h bei einer maximalen Flughöhe von 3.000 Metern erreichen.

Vor wenigen Tagen hat nun das Unternehmen Malloy Aeronautics seinen neusten Entwurf vorgestellt und ein Video zum Testflug mit dem neuen Prototypen ins Internet gestellt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger besitzt er vier Rotoren, dessen Konstruktion an einen Quadrokopter erinnert, dessen Rotoren nicht quadratisch sondern entlang einer länglichen Plattform rechteckig angeordnet sind.

Technische Herausforderungen

Ein fliegendes Motorrad mit Mini-Turbine, das ein einzelner Entwickler in kurzer Zeit zur Flugreife bringt? Kleine Gasturbinen für Modellbau oder experimentelle Fluggeräte sind zwar verfügbar, aber sie sind komplexe Präzisionsbauteile. Sie benötigen speziellen Treibstoff, intensive Wartung und sind bekannt für Lärm und Hitzeentwicklung.

Damit ein Fluggerät von rund 30 kg plus Pilot (gesamt sagen wir einmal ca. 110-130 kg) nicht nur abhebt, sondern stabil manövriert werden kann, ist ein erheblicher, präzise regelbarer Schub nötig. Eine einzelne, kompakte Turbine, die das alles effizient und sicher leistet, wäre eine technische Meisterleistung.

Kommerzielle Aspekte und Verfügbarkeit

Lediglich 20 Exemplare können von Privatkäufern erworben werden. Die restlichen Exemplare sind für Rettungsdienste und das Militär eingeplant. Das Airbike kostet pro Bestellung 880.000 US-Dollar (757.000 €) und lässt sich in unter einer Minute betanken. Es ist hauptsächlich für Freizeitflüge gedacht.

Ob in Deutschland jemals ein solches Gefährt durch die Lüfte fliegen wird, darf auch aufgrund der Gesetzeslage zumindest angezweifelt werden. Auch sonst sind die Informationen, die der Hersteller bisher preisgegeben hat, eher unter der Kategorie „vogelwild“ einzuordnen.

Alternative Fortbewegungsmöglichkeiten

Neben fliegenden Motorrädern gibt es auch andere Konzepte für die persönliche Luftmobilität:

  • Privatjets: Bieten Luxus und Flexibilität, mit Kosten von 1.000 bis 10.000 Euro pro Flugstunde.
  • Flugtaxis: Elektrische Flugtaxis (eVTOL) für Kurzstreckenflüge (bis 300 km) werden entwickelt, mit geplantem Einsatz ab 2025 in Städten.
  • Jetpacks: Ermöglichen kurze Flüge (bis 3 Minuten) durch Rückstoßantrieb.
  • Heißluftballons: Bieten ruhige Freizeitflüge in geringer Höhe (unter 2.000 m).
  • Passagierdrohnen: Autonome Drohnen für Privatpersonen befinden sich in der Testphase.

Tabelle: Vergleich fliegender Fortbewegungsmittel

Fortbewegungsmittel Vorteile Nachteile Kosten
Privatjet Luxus, Flexibilität, individuelle Reisepläne Teuer, umweltbelastend 1.000 - 10.000 Euro pro Flugstunde
Flugtaxi (eVTOL) Umweltfreundlich, schnell (bis 250 km/h) Kurzstreckenflüge (bis 300 km), Einsatz ab 2025 geplant Noch nicht bekannt
Jetpack Ermöglicht kurze Flüge Technisch anspruchsvoll, teuer, kurze Flugdauer (bis 3 Minuten) Teuer
Heißluftballon Ruhige Freizeitflüge, umweltfreundlich Wetterabhängig, geringe Höhe (unter 2.000 m) Ab ca. 150 Euro pro Person
Passagierdrohne Autonom, potenziell für Kurzstreckenflüge in Städten Noch in der Testphase, nicht marktreif Noch nicht bekannt

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