Fahrrad Dashcam Test: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Der Kauf einer Dashcam kann eine wertvolle Investition sein, sei es zur Beweissicherung bei Verkehrsunfällen, zur Dokumentation von Fahrten oder einfach für den persönlichen Gebrauch. Aktuell verwende ich Kameras von Cycliq (Vorne wie Hinten).

Wichtige Eigenschaften einer Dashcam

Beim Kauf einer Dashcam sollte man auf verschiedene Eigenschaften achten:

  • Videoqualität: Eine der wichtigsten Eigenschaften einer Dashcam ist die Videoqualität.
  • Bildrate: 30 fps (Bilder pro Sekunde) sind Standard, 60 fps bieten flüssigere Aufnahmen.
  • Stabilisierung: Achte darauf das die Kamera einen internen Stabilisator hat. Dies ist besonders wichtig, wenn die Kamera sich dort befinden wo es viele Vibrationen oder kleine Bewegungen gibt
  • Blickwinkel: Der Blickwinkel bestimmt, wie viel von der Straße die Kamera erfassen kann.
  • Speicherung: Die meisten Kameras verwenden microSD-Karten zur Speicherung.
  • Loop-Aufnahme: Dies ist u.a. eine rechtliche Anforderung.

Zusätzliche Funktionen

  • GPS: GPS-fähige Dashcams zeichnen Standort und Geschwindigkeit auf, was bei der Rekonstruktion von Unfällen hilfreich sein kann. Persönlich sehe ich den Standort als nicht wichtig an, die Geschwindigkeit kann aber hilfreich sein. Einschätzung: Muss nicht, nettes Feature.

Prophete Fahrrad-Dashcam im Test

Aldi verkauft eine Fahrrad-Dashcam mit 45% Rabatt. Ist die „Prophete Dashcam“ für 89,99€ also ein echtes Schnäppchen und sollte an keinem Fahrradlenker fehlen? Wir wollten das mal ausprobieren und haben sie bestellt.

Rechtliche Aspekte

Vorweg mal ein kurzer Blick auf die Rechtslage in Deutschland: Die Montage einer Dashcam am Fahrrad ist grundsätzlich erlaubt. Beim Filmen selbst ist zu beachten, dass dauerhaftes, anlassloses Aufzeichnen des öffentlichen Raums und anderer Verkehrsteilnehmer nicht gestattet ist und gegen Datenschutzrichtlinien verstößt.

Erlaubt ist meist nur kurzes, anlassbezogenes Aufzeichnen, beispielsweise direkt bei oder nach einem Unfall. Das Veröffentlichen von Aufnahmen, auf denen Personen oder Kennzeichen erkennbar sind, ist ohne Zustimmung sowieso tabu. Dashcam-Aufnahmen sind in Deutschland vor Gericht schon als Beweismittel zugelassen worden, es gibt aber keine Garantie dafür und Gerichte entscheiden hier im Einzelfall - manchmal auch zu ungunsten des Filmenden.

Für die eigene Sicherheit zu filmen, idealerweise nur kurze Clips bei konkreten Ereignissen zu speichern und diese Aufnahmen regelmäßig zu löschen oder zu überschreiben sowie nicht zu teilen, ist der sicherste Weg.

Erster Eindruck - Montage und Zubehör

Die Prophete Dashcam wird mit einer Lenkerhalterung und Zubehör geliefert. Die Anbringung ist schnell erledigt. Weniger überzeugend ist die Stabilität der Halterung: Sie ist etwas wackelig und vermittelt keinen besonders festen Eindruck. Immerhin ist sie flexibel und erlaubt es, die Kamera auch zur Seite zu drehen, falls man auch mal die Landschaft um sich herum während der Fahrt aufnehmen möchte.

Eingeschaltet wird die Kamera über Knöpfe direkt am Gehäuse. Ein kleines Display zeigt eine Vorschau des Bildes. Die Aufnahme startet ebenfalls am Gerät oder über eine mitgelieferte kleine Fernbedienung für den Lenker. Bei der Fernbedienung zeigt der Praxistest schnell ein Ergonomieproblem: Je nach Position von Fahrradklingel und Schaltung ist sie oft schlecht zu erreichen oder im Weg. Zudem ist der Auslöseknopf an der Fernbedienung, wie erwähnt, oft ungünstig platziert.

Ein weiteres Feature ist die integrierte „Hupe“. Diese ist im Test aber wenig praxistauglich: Der Ton ist eher nervig als warnend, zu leise und weniger auffällig als eine herkömmliche Fahrradklingel.

Die App - Mehr Frust als Funktion?

Für weiterführende Einstellungen ist man auf die zugehörige Smartphone-App angewiesen - und hier beginnen die größeren Probleme. Die App ist sehr schlecht übersetzt, nicht alle Einstellungen sind auf Anhieb verständlich. Immerhin hat man einige Optionen, etwa Zeitrafferaufnahmen, verschiedene Fotomodi und leichte Anpassungen an der Bildqualität.

Eine Loop-Funktion, die bei vollem Speicher die ältesten Aufnahmen überschreibt, ist zwar vorhanden. Ärgerlich ist jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, einzelne wichtige Clips gezielt und dauerhaft zu speichern oder zu schützen. Die Kamera nimmt also so lange auf, bis die Karte voll ist, und beginnt dann wieder von vorne - für eine Dashcam, die Unfallmomente sichern soll, ein kritischer Punkt.

Ein weiteres Feature, das fehlt, ist ein Beschleunigungssensor (G-Sensor), der bei einer Erschütterung die aktuelle Aufnahme automatisch schreibgeschützt speichern würde. Ohne die App kann man an der Kamera selbst dann nur zwischen Video- und Fotomodus wechseln oder sich die gespeicherten Aufnahmen ansehen.

Die Bildqualität bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die Prophete Dashcam wirbt mit einer Auflösung von 4K bei 60 Bildern pro Sekunde. Auswählen kann ich in der App aber nur 30fps, dafür aber die Bildstabilisierung nicht deaktivieren. Im Test sind die Aufnahmen trotz der hohen Auflösung etwas „verschwommen“ - zwar werden sie als 4K-Videos gespeichert, aber so aussehen tun sie nicht. Für die Identifizierung von Gesichtern und Nummernschildern bei guten Lichtverhältnissen reicht es aber aus.

Die elektronische Bildstabilisierung (EIS) ist „okay“: Obwohl die Kamera an der wackeligen Halterung sichtbar zittert, sind die Aufnahmen auf normalem Untergrund noch brauchbar; bei sehr unebenen Wegen stößt sie an ihre Grenzen. Die Halterung sitzt auch bei Erschütterungen ausreichend fest.

Was die Kamera komplett überfordert sind schlechte Lichtverhältnisse: In der Dämmerung oder Dunkelheit ist die Kamera quasi unbrauchbar. Selbst wenn das eigene Fahrradlicht an ist, verbessert dies die Bildqualität nicht nennenswert.

Der Ton wird aufgezeichnet und ist qualitativ grundsätzlich in Ordnung. Negativ fällt jedoch auf, dass das Wackeln und Klappern der Halterung deutlich in den Tonaufnahmen zu hören ist. Der Hersteller gibt eine Akkulaufzeit von 4,5 Stunden an. In der Praxis ist von einer kürzeren Laufzeit auszugehen und die Kamera muss regelmäßig geladen werden. Ein Datum- und Zeitstempel kann in den Aufnahmen eingeblendet werden.

Fazit zur Prophete Fahrrad-Dashcam

Die Prophete Fahrrad-Dashcam lässt mich etwas ratlos zurück. Das beginnt damit, dass sie abgesehen von der Einstellbaren Loop-Aufnahme, bei der die Videos in kurzen Clips gespeichert werden, keine Funktion besitzt, die sie als „Dashcam“ von jeder anderen Kamera oder einer Actioncam unterscheiden würde. Ich kann mir auch mein Smartphone an den Lenker klemmen und damit filmen und bekomme die gleichen oder bessere Ergebnisse.

Nachtsicht ist nicht vorhanden und schon bei Dämmerung erkennt die Kamera nichts mehr. Die zwei Zusatztasten für Signalton und Auslöser, die am Lenker befestigt werden, sind in der Praxis keine große Hilfe. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen grundsätzlich in Ordnung, wenn auch nicht auf dem Level einer guten 4K-Kamera.

Was mich aber wirklich staunen lässt, ist, das Aldi hier 90€ verlangt und das noch als Angebotspreis deklariert. Es gibt das exakt gleiche Modell unter anderen Namen auch bei vielen Händlern. Kaufland und Mediamarkt verkaufen das Modell mit integriertem Licht und ansonsten gleichem Datenblatt - für weniger! Und selbst deren Preise halte ich für zu teuer; nach meiner bisherigen Erfahrung mit der Kamera wäre sie mir vielleicht 40 Euro wert, aber sicher keine 80 oder 90.

Habt ihr Fahrrad-Dashcams im Einsatz und könnt Empfehlungen aussprechen? Teilt sie mit uns in den Kommentaren.

Alternativen und Empfehlungen für Auto-Dashcams

Da der Markt für Auto-Dashcams größer ist, hier einige Empfehlungen und Testergebnisse:

Botslab G980H

Zwei Dashcams im Paket, 4K-Auflösung, tolle Videoqualität, clevere Zusatzfunktionen und fairer Preis: Die Botslab G980H ist die optimale Dashcam für die meisten Autofahrer. Der Hersteller vertraut bei der Frontkamera auf Künstliche Intelligenz, um nützliche Zusatzfunktionen bereitzustellen. Zum Lieferumfang gehört eine 64 Gigabyte große MicroSD-Speicherkarte.

Die Botslab-Dashcam wird mit einem Klebepad von 3M an die Frontscheibe angebracht. Die Dashcam lässt sich um mehr als 45 Grad anwinkeln und damit perfekt auf die Straße ausrichten. Den Strom bezieht die Botslab über den Zigarettenanzünder oder einen freien USB-Port. Botslab vertraut auf ein Sechs-Schicht-Objektiv mit F1.5-Blende und WDR-Technologie, die für mehr Kontrast sorgen soll. Der Erfassungswinkel beträgt weite 170 Grad, das Objektiv der hinteren Kamera hat einen Bereich von 150 Grad im Visier.

Mit ADAS (Advanced Driver Assistance Systems) hat Botslab ein Fahrerassistenzsystem integriert, das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz werkelt. Dieses warnt optisch und akustisch, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering ist, man die eigene Spur verlässt, eine Kollision mit einem Fußgänger droht und sich das vorausfahrende Auto in Bewegung setzt.

Für iOS und Android bietet Botslab die gleichnamige kostenlose App an. Im Hellen sind diese sehr farbenfroh, knackig scharf, kontrastreich und detailverliebt. Unebenheiten auf der Straße oder schmutzige Stellen erkennt man sofort, das trifft auch auf Nummernschilder und Verkehrszeichen zu. Im Dunkeln sorgt die Dashcam ebenfalls für ein souveränes und gekonnt ausgeleuchtetes Bild. Artefakte und Bildrauschen sind so gut wie gar nicht zu erkennen.

Nextbase 422GW

Die Nextbase 422GW bietet ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist noch erschwinglich und punktet mit einem großen Funktionsumfang sowie sehr guter Videoqualität. Im Test hielt die Halterung bombenfest, das Klebepad ließ sich mit etwas Kraftaufwand auch wieder rückstandslos ohne fremde Hilfe wie durch die Hitze eines Föhns entfernen.

Mit Energie wird die Nextbase entweder über einen Mini-USB-Anschluss an der Halterung oder oben auf der Dashcam versorgt. Wer die 422GW aufrüsten will, kann bei Nextbase zusätzliche Kameramodule erwerben.

Zeit, Tempo, GPS-Koordinaten sowie ein beliebiges Nummernschild lassen sich im Video einstempeln. Zudem verfügt die Nextbase über eine Zeitrafferfunktion. Sobald das Auto steht und die Zündung ausgeschaltet ist, schaltet die 422GW automatisch in den Parkmodus, in dem sie alles außer dem G-Kraftsensor deaktiviert. Eine Besonderheit dieser Autokamera ist ihr integriertes Notfall-SOS-System.

Mit einem Smartphone gekoppelt steht über die Dashcam auch die Alexa-Sprachsteuerung zur Verfügung. Für Android- und iOS-Geräte steht die Gratis-App »MyNextbase Connect« zur Verfügung. Die Nextbase 422GW nimmt mit sehr schöner Schärfe und natürlichen Farben auf. Bildrauschen ist so gut wie gar kein Thema, auch die Detailfreude ist top. Sogar im Dunkeln liefert die Dashcam ein sehr homogenes Bild mit exzellenter Ausleuchtung.

70mai 4K A810 HDR

Ein tolles Dashcam-Doppelack bietet 70mai mit der 4K A810 HDR an. Das Kameraobjektiv lässt sich drehen und somit optimal auf die Straße ausrichten. Es hat einen Erfassungswinkel von 150 Grad. Verbaut ist ein Sony Starvis 2 Bildsensor mit einer Blende von F1,8. Die Frontkamera filmt mit einer maximalen Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln und 30 Vollbildern pro Sekunde.

Die Ausstattung der Kamera lässt keine Wünsche offen. 70mai hat seine Dashcam mit einem speziellen Algorithmus und Künstlicher Intelligenz (KI) zur Bewegungserkennung ausgestattet, der die Entfernung einer Person in der Nähe berechnet und die Aufzeichnung aktiviert, sobald er eine Person als potenzielle Bedrohung identifiziert. Mit der Videoqualität der 4K A810 HDR sind wir extrem zufrieden.

Tagsüber liefert die 70mai ein enorm klares, scharfes, farbenfrohes und rauschfreies Bild, das nur so vor Details strotzt. Nachts gehört die Dashcam ebenfalls zu den besten ihrer Zunft. Über die kostenlos für Android- und Apple-Smartphones erhältliche App »70mai« kann man das Smatphone per WLAN mit der Dashcam verbinden und steuern.

Vantrue Nexus N4 Pro

Mit drei Kameras und Sprachsteuerung ist die Vantrue Nexus N4 Pro eine exzellent ausgestattete Dashcam, die eine tolle Videoqualität liefert. Vantrue hat das neue Modell punktuell verbessert. Die wichtigsten Optimierungen schon mal auf einen Blick: Das Display ist von 2,45 auf 3,19 Zoll gewachsen. Ein GPS-Logger ist jetzt serienmäßig, zudem gibt es WLAN-Unterstützung und Sprachsteuerung. Geblieben ist das pfiffige Triple-Kamera-Konzept.

Die N4 Pro verfügt über eine Front-, eine Innenraum- und eine Rückkamera. So genießt man eine 360-Grad-Rundumsicht. Der Erfassungsbereich der Fr...

Tabelle: Vergleich von Auto-Dashcams

Modell Auflösung Besondere Funktionen
Botslab G980H 4K Zwei Kameras, GPS, ADAS
Nextbase 422GW 1080p Alexa-Sprachsteuerung, Notfall-SOS-System
70mai 4K A810 HDR 4K KI-Bewegungserkennung
Vantrue Nexus N4 Pro 4K Drei Kameras, Sprachsteuerung, GPS

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