Viele Menschen, die ihren Führerschein in der DDR erworben haben, fragen sich, ob dieser heute noch gültig ist. In diesem Artikel erhalten Sie eine Übersicht über die Führerscheinklassen der DDR und die aktuellen Regelungen.
Gültigkeit des DDR-Führerscheins
Ein Führerschein aus der DDR hat seine Gültigkeit im Laufe der Jahre nicht eingebüßt. Grundsätzlich ist die Gültigkeit für Ihren DDR-Führerschein in Deutschland, der Europäischen Union (EU) und in den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) gegeben. Dennoch kann es sinnvoll sein, den Führerschein umschreiben zu lassen.
Ihr alter Führerschein kann zu Missverständnissen führen, da die DDR-Führerscheinklassen vielen Polizisten und Ordnungsbeamten im In- und Ausland unbekannt sind. Es besteht aktuell keine Umtauschpflicht für den DDR-Führerschein, aber er muss bis zum 19. Januar 2033 umgetauscht und durch einen EU-Führerschein ersetzt werden. Es ist meist problemlos möglich, den alten DDR-Führerschein als Andenken zu behalten, er wird dann allerdings ungültig gemacht.
Moped Regelungen und Führerscheinklasse AM
Um ein Moped zu fahren, benötigt man in Deutschland mindestens einen Führerschein der Klasse AM (Rollerführerschein). Dieser kann bereits ab 15 Jahren erworben werden. Mit der Ausbildung können Sie schon etwas früher beginnen, in der Regel etwa mit 14,5 Jahren. Bei Minderjährigen muss ein Erziehungsberechtigter zustimmen. Für 15-Jährige mit einem deutschen Moped-Führerschein gilt die Berechtigung nur innerhalb Deutschlands. In den EU- und EWR-Staaten wird der deutsche Moped-Führerschein zwar anerkannt, allerdings erst ab 16 Jahren. Auch auf dem Moped gilt: Der Führerschein ist stets mitzuführen. Können Sie ihn bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Mopeds dürfen mit dem Führerschein der Klasse B gefahren werden.
Kleinkrafträder wie Mopeds sind in Deutschland zulassungsfrei und von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Sie benötigen jedoch eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen (Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung) für den Betrieb auf öffentlichen Straßen. Das Versicherungskennzeichen muss jährlich erneuert werden. Ab dem 1. März 2025 ist es grün. Das Moped-Kennzeichen können Sie schnell und bequem online bestellen. Es wird Ihnen ohne zusätzliche Versandkosten direkt nach Hause geschickt. Bei Minderjährigen müssen die Erziehungsberechtigten das Versicherungskennzeichen beantragen und den Versicherungsvertrag unterschreiben.
Sonderregelungen für DDR-Mopeds (Simson)
Für Mopeds aus der DDR, insbesondere Simson-Modelle, gelten Sonder-Regelungen: Simson-Mopeds, die vor dem 28. Februar 1992 erstmals zugelassen wurden, dürfen weiterhin 60 km/h fahren. Diese Regelung basiert auf dem Einigungsvertrag zwischen der BRD und der DDR. Sie gilt für Kleinkrafträder, die nach DDR-Recht zugelassen waren. Wichtig ist, dass diese Regelung nur für original erhaltene DDR-Mopeds gilt. Neuere Kleinkrafträder und Mopeds, die nach dem 31.
Unterwegs mit einer S51. Die Besitzer einer Simson profitieren von einer Sonderregelung im Einigungsvertrag. Die Simsons seien mit 50 Kubikmetern Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zugelassen, ohne dass sich das auf die Führerscheinklasse auswirke, erklärt Florian Heuzeroth vom ADAC Sachsen. Im Grunde seien alle diese Mopeds oder Kleinkrafträder mit dem AM-Führerschein fahrbar. Kein Wunder also, dass viele Jugendliche lieber eine schnellere Simson fahren, als ein neues Moped.
Vorteile von Simson-Mopeds
- Geschwindigkeit: Eine Simson fährst du legal viel schneller als andere Kleinkrafträder wie Roller oder Scooter.
- Verfügbarkeit: Simson Zweiräder wurden millionenfach hergestellt.
- Ersatzteile, Händler, Experten: Simson-Besitzer können auch heute auf ein riesiges Netz mit Händlern, Onlineshops und Fachwerkstätten zurückgreifen.
- Robust, funktional, zeitlos: Fast jede Wartungsaufgabe lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst durchführen.
- Alltagstauglichkeit: Eine Simson ist nicht nur agil, robust und wartungsfreundlich, sondern auch im Alltag ein treuer und nützlicher Begleiter.
- Niedrige Betriebskosten: Mit einem Verbrauch von 2,5-3 Liter auf 100 km kann man für kurze Strecken auch einmal das Auto stehen lassen.
- Mitglied einer großen Familie: Mit einer Simson unterm Hintern gehörst du automatisch zu einer großen und eingeschworenen Community.
- Wiederverkaufswert: Der Wertverlust ist gering und ein Wiederverkauf jederzeit möglich.
- Image und Exklusivität: Eine Simson zu fahren ist auch cool.
- Tuning-Potential: Möglich ist heutzutage alles.
Umtausch des alten Führerscheins
Alle Führerscheine der Klasse 3 müssen getauscht werden. Die Klasse 3 beinhaltet mehrere neue Klassen. Im Umtauschformular gibt es einiges zu beachten. Der Führerschein-Zwangsumtausch betrifft auch die grauen und rosa Papier-Führerscheine der alten Klasse 3. Bis wann Sie Ihren Führerschein umtauschen müssen, können Sie mithilfe des ADAC Führerschein-Umtauschrechners herausfinden.
Es sind weder ärztliche Untersuchungen erforderlich noch gibt es inhaltliche Befristungen. Nur das Führerscheindokument als solches läuft nach 15 Jahren ab - nicht aber die Fahrerlaubnisklassen selbst. Führerscheininhaber, die noch den alten rosa oder grauen Führerschein besitzen, haben also durch den Umtausch keinerlei Nachteil.
Welche Klassen im Kartenführerschein?
Bei einem Umtausch der Fahrerlaubnisklasse 3 erhalten Sie nicht nur die Pkw-Klassen B und BE, sondern auch die Lkw-Klassen C1 und C1E, sowie AM und L. Die Zweirad-Klasse A1 bekommen außerdem all diejenigen, die ihren Klasse-3-Führerschein vor dem 1.4.1980 erworben haben. Soweit der Klassenzuschnitt von alten und neuen Klassen nicht ganz deckungsgleich ist, helfen sogenannte Schlüsselzahlen in der neuen Scheckkarte, damit nichts verloren geht.
Die folgende Tabelle zeigt die Entsprechungen beim Umtausch alter Führerscheinklassen:
| Klasse alt | Erteilungsdatum | Klasse neu | Schlüsselzahlen |
|---|---|---|---|
| 3 | vor dem 1.4.1980 | A, A1, AM, B, BE, C1, C1E, CE, L, T | CE 79 (C1E>12 000 kg, L≤3), C1 171, L 174, 175, A1 79.05, A 79.03, A 79.04, BE 79.06 |
| 3 | nach dem 31.3.80 und vor dem 1.1.89 | A, A1, AM, B, BE, C1, C1E, CE, L, T | CE 79 (C1E > 12 000 kg, L ≤ 3) ,C1 171, L 174, 175, A1 79.03, A1 79.04, A 79.03, A 79.04, BE 79.06 |
| 3 | nach dem 31.12.1988 | A, A1, AM, B, BE, C1, C1E, CE, L, T | CE 79 (C1E>12 000 kg, L≤3), C1 171, L 174, A1 79.03, A1 79.04, A 79.03, A 79.04, BE 79.06 |
*Die Klasse T erfolgt nur auf Antrag und wird nur in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Personen zugeteilt.
Befristung der Klasse 3
Ein Teil der Klasse 3 unterfällt der Lkw-Fahrberechtigung und entspricht der Klasse CE. Sie ist deshalb befristet auf das 50. Lebensjahr. Im Führerschein steht sie als CE mit der Schlüsselziffer 79. Umfasst sind hiervon Züge bis 17,5 Tonnen (Einachsanhänger) bzw. 18,75 Tonnen (Anhänger mit Tandemachse). Wichtig: Das gilt vollkommen unabhängig davon, ob Sie den Führerschein tauschen oder nicht.
Wer auch diese schweren Gespanne weiterhin fahren möchte, muss bei der Umstellung auf den Scheckkartenführerschein sein Kreuzchen auch bei der Klasse CE 79 setzen und nach dem 50. Geburtstag außerdem eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Die Klasse CE 79 wird dann befristet für fünf Jahre erteilt und unterliegt allen Einschränkungen der Lkw-Klasse.
Die Klassen C1 und C1E berechtigen zum Führen von Kfz bis 7,5 Tonnen und Gespannen von bis zu 12 Tonnen zGM. Obwohl sie heute den Lkw-Klassen zugeordnet sind, sind sie nicht befristet. Es fällt auch keine Untersuchung an. Hier greift der volle Besitzstandschutz.
Verwandte Beiträge:
- Mopedführerschein: Ab wann und wie? Altersgrenze & Ablauf
- Führerschein ab 16 Moped: Kosten, Regeln & Voraussetzungen
- Mopedschein mit 16: Voraussetzungen & Ablauf
- Moped Führerschein: Brauche ich einen Erste-Hilfe-Kurs?
- Fahrrad zum E-Bike Umbauen: Ultimative Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger!
- Fahrrad Steckachse richtig warten und fetten: Ultimative Anleitung für maximale Leistung und Sicherheit
Kommentar schreiben