In der Geschichte der DDR spielten Motorräder eine bedeutende Rolle. In Ermangelung einer ausreichenden PKW-Produktion sorgten Mopeds, Roller und Motorräder für individuelle Mobilität in der DDR, während die motorisierten Zweiräder in der Bundesrepublik ab den 1970er-Jahren mehr und mehr zu Sport- und Freizeitgefährten avancierten. So kann die DDR zurecht als Zweiradland bezeichnet werden, denn die kurzfristige Verfügbarkeit ohne lange Wartezeit und die im Vergleich zum Auto moderaten Preise trugen zur hohen Verbreitung der motorisierten Zweiräder in der DDR bei.
Die Fahrzeuge aus Suhl, Ludwigsfelde und Zschopau decken den gesamten Zeitraum der DDR ab. Viele Maschinen wurden restauriert, haben ihre Erstzulassung jedoch meist im jeweiligen Produktionszeitraum. Wer sich die Fahrzeuge und unsere restliche Sammlung von Alltagsobjekten der DDR gerne einmal selbst anschauen möchte, hat jeden Donnerstag von 12 bis 17 Uhr und jeden 1. und 2. Sonntag eines Monats von 11 bis 16 Uhr die Möglichkeit.
Die Motorradproduktion in der DDR
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das VEB Motorradwerk Zschopau die Motorrad-Produktion der DKW-Werke. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die produktion der DKW-Motorräder vom VEB Motorradwerk Zschopau übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die alten Besitzer der Motorradfabrik in Zscholtau per Volksentscheid enteignet, von nun an produziert das VEB Motorradwerk Zschopau (MZ) die Zweiräder.
Bereits 1920 gingen erste Fahrräder mit Hilfsmotor in der Fabrik in Zschopau in Serie. Bei der DKW arbeiten 1929 6000 Menschen, alle 78 Sekunden fährt hier ein Motorrad vom Band. Stolz präsentierte der Industrieverband Fahrzeugbau der DDR das VEB Motorradwerk Zschopau.
MZ - Ein Symbol der Freiheit und des Fortschritts
Die auch "Emme" genannte MZ war in der DDR ein sehr beliebtes Motorrad. In der chronischen Mangelwirtschaft der DDR war das in der Nähe von Chemnitz produzierte Motorrad MZ, liebevoll "Emme" genannt, der Inbegriff von Freiheit. Wie auch für ihre Altersgenossen im Westen bedeutet ein Motorrad für Ost-Jugendliche ein großes Stück Unabhängigkeit.
DDR-Bürger über ihre MZ: Zuverlässig, sparsam, schnell und hübsch war die MZ - und wer mehr Platz wollte, konnte noch einen Seitenwagen anbauen. Nicht selten, vor allem in den 1960er-Jahren, nahmen die Zweiräder aus Zschopau vordere Plätze im internationalen Motor- und Endurosport ein und galten als gute und zuverlässige Konstruktionen, die sich auch im westlichen Ausland verkauften. So sind die Fahrzeuge etwa in Großbritannien bis heute ausgesprochen beliebt.
Die Motorräder von MZ galten als extrem robust. Das machte vor allem die Geländemaschinen wie die MZ ES 300/G sehr beliebt bei Motocross-Fahrern. Auch die DDR-Bürger wollten die große Freiheit auf der Landstraße kennen lernen.
Beliebte MZ Modelle
- Eine mintgrüne MZ Modell ES 250 aus den fünfziger Jahren.
- Eine MZ ETS 250 aus den sechziger Jahren.
- Eine MZ Trophy von 1968.
- Diese MZ TS 125 verließ das Werk in Zschopau in den Siebzigern. Die Motorrader dieser Zeit wirkten schon deutlich schnittiger als ihre Vorgänger-Modelle.
- Deutlich sportlicher als ihre Vorgängermodelle kam diese MZ ETZ 250 von 1982 daher.
- Das Design war spätestens seit den Achtzigern nicht mehr die Paradedisziplin der Motorräder Marke MZ - wie diese MZ ETZ 150 von 1985 beweist.
- Eines der letzten noch in der DDR gebauten Modelle, eine MZ ETZ 251 von 1988.
Ein Motorrad für Gewinner: Die glücklichen Sieger der "Junge Welt"-Umfrage von 1967, Karin Janz, Roland Matthes und die MZ-Trophy-Mannschaft, wurden am 27.
Vater fährt MZ seit seiner Studentenzeit, damals war es eine TS, im Westen natürlich von Neckermann. Von Abgesang auf MZ kann hier keine Rede sein.
DDR Polizei Motorrad Modelle
In den 1980er Jahren führte die Deutsche Volkspolizei der DDR diese Dienstkräder für den Streifendienst ein. Die Maschinen wurden bis 1990 im VEB Motorradwerk Zschopau (MZ) produziert. Das MZ Motorradwerk war zu dieser Zeit der größte Motorradhersteller in Europa. Die MZ ETZ ist das verbreitetste Modell von MZ. Die Bezeichnung ETZ steht für Einzylinder-Telegabel-Zentralkastenrahmen und bezeichnet somit die wesentlichen, technischen Merkmale dieses Motorrads.
Ausrüstet mit einer Blaulichtanlage, Signalhorn und Funkanlage, waren diese Kräder hauptsächlich für Aufgaben der Verkehrspolizei eingesetzt. Im Kastenaufbau hinter dem Fahrersitz befindet sich das Funkgerät. Diese Maschine war eine der letzten Kräder, die vor der Auflösung der Deutschen Volkspolizei und Gründung der Polizei Sachsen in den Fuhrpark der Volkspolizeidienststelle in Dresden gelangte. Nach wenigen Monaten außer Dienst gestellt, kam dieses Krad als Gastgeschenk zur Polizei Baden-Württemberg. Mit einer Gesamtfahrleistung von nur 471 km übergab sie 2007 Herr Aschermann aus seiner MZ-Sammlung ins 1.
Das Ende und der Kultstatus der MZ
Zwar war die DDR-Zweiradproduktion nach dem Übergang in das vereinigte Deutschland etwas sanfter gefallen als die der Hersteller der vierrädrigen ostdeutschen Fahrzeuge, der überwältigenden Konkurrenz aus Japan oder Italien hatten sie aber langfristig kaum etwas entgegenzusetzen. In der Planwirtschaft noch heißbegehrt, waren sie über Nacht im Niedrigpreissektor der bundesdeutschen Marktwirtschaft gelandet. Schnell war in den Nachwendejahren die große Zeit der motorisierten Zweiräder für den Alltagsgebrauch in den neuen Bundesländern vorbei.
Mit der Schließung des MZ-Werks 2008 und dem endgültigen Produktionsende 2012 endete die industrielle Serienproduktion ostdeutscher motorisierter Zweiräder nach einer gut 70 Jahre dauernden Geschichte. Dies bedeutet aber nicht, dass auch die Geschichte der produzierten Fahrzeuge aus der DDR vorbei ist, ganz im Gegenteil.
Heute genießen die Simsons und MZ aus dem untergegangenen Staat Kultstatus und es hat sich eine lebendige Schrauber-, Bastler und Liebhabercommunity entwickelt. Mit den letzten Entwicklungsstufen der Motoren M451 und M 471, die noch zu DDR-Zeiten in Suhl entwickelt wurde, wird auch heute wieder ein Teil der ostdeutschen Zweiradindustrie in Thüringen hergestellt.
... Heute erleben die kultigen »Ostmopeds« ein echtes Comeback. Warum sie damals so beliebt waren und heute wieder aufblühen, zeigen wir in diesem Blogbeitrag.
Verwandte Beiträge:
- Motorradversteigerungen Polizei: Gebrauchte Motorräder günstig kaufen
- BMW K75 Polizeimotorrad: Geschichte, Technik & Sammlerwert
- Fahrradreifen plattgestochen: Was tun bei vorsätzlicher Sachbeschädigung?
- Motorradfahrer flüchtet vor Polizei: Ursachen & Konsequenzen
- Ducati Monster 750 Auspuff: Tuning, Ersatz & Zubehör
- Rennrad Verleih in Paguera: Die besten Tipps und Erfahrungen für Mallorca-Radsportfans!
Kommentar schreiben