Decathlon E-Bike Erfahrungen und Tests

Decathlon mischt schon seit einigen Jahren im urbanen E-Bike-Sektor mit. In der allgemeinen Wahrnehmung tritt das Mammutunternehmen als preisaggressiver Wettbewerber in Erscheinung. Doch nun scheint sich bei Decathlon ein Strategiewechsel abzuzeichnen. Neben der Preisführerschaft wird auch die Technologieführerschaft im urbanen E-Bike-Sektor angestrebt.

Rockrider E-ACTV 100: Einsteiger-E-Bike für 999 Euro

Ein E-Bike für nur 999 Euro? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch genau das verspricht Decathlon mit dem neuen Rockrider E-ACTV 100. Das Rockrider E-ACTV 100 ist ein Trekking-E-Bike, das für den Alltag und entspannte Touren auf befestigten Wegen konzipiert ist. Es kombiniert Komfort mit einfacher Technik und richtet sich an Einsteiger oder Gelegenheitsfahrer. Dank seiner Federgabel, Schutzbleche und Beleuchtung eignet es sich sowohl für Fahrten in der Stadt als auch für leichte Ausflüge ins Grüne.

Optisch macht das Rockrider E-ACTV 100 einiges her: Der integrierte Akku und das schlichte Anthrazitgrau verleihen dem Bike einen modernen Look. Eine Federgabel mit 60 mm Federweg, eine 6-Gang-Schaltung und eine einfache LED-Kontrollanzeige statt eines LC-Displays sind an Bord. Positiv: Beleuchtung, Schutzbleche und ein SP-Connect-Halter für das Smartphone sind bereits vormontiert.

Technische Details des Rockrider E-ACTV 100

Angetrieben wird das E-ACTV 100 von einem hauseigenen 250-Watt-Brushless-Motor am Hinterrad, der 45 Nm Drehmoment bietet. Der Akku hat eine Kapazität von 356 Wh, was eher im unteren Bereich für E-Bikes liegt. Laut Hersteller soll das für bis zu 70 km Reichweite auf niedrigster Unterstützungsstufe reichen.

Für wen lohnt sich das Rockrider E-ACTV 100?

  • Gelegenheitsfahrer, die ein E-Bike für den Alltag oder kurze Strecken suchen
  • Sparfüchse, die ein schickes, einfaches E-Bike ohne viel Schnickschnack wollen
  • Einsteiger, die erst einmal ausprobieren möchten, ob ein E-Bike das Richtige für sie ist

Weniger geeignet ist es für:

  • Sportliche Fahrer, die mehr Power und dynamischere Unterstützung wünschen
  • Langstrecken-Pendler, die eine höhere Akkureichweite brauchen
  • Offroad-Liebhaber, die Wert auf eine bessere Federung und Schaltung legen

Mit 23 Kilogramm bringt das Rad außerdem ein ordentliches Gewicht mit - nichts für den fünften Stock ohne Aufzug. Wer ein günstiges Einsteiger-E-Bike sucht, das solide ausgestattet ist, bekommt mit dem Rockrider E ACTV 100 einen fairen Einstieg.

Rockrider E-ACTV 900: Mittelklasse E-Bike im Test

Das Rockrider E-ACTV 900 von Sport-Riese Decathlon mischt für 2700 Euro kräftig den Markt auf. Jahrelang litt der Sport-Discounter Decathlon unter einem Ramsch-Image - gerade bei seinen Rädern. Doch die Franzosen werkeln im Hintergrund tapfer an ihren Produkten, bereits das im letzten Jahr getestete E-MTB aus gleichem Hause war ein echter Geheimtipp für Einsteiger mit kleinem Portemonnaie. Jetzt will Decathlon unter der Mountainbike-Marke Rockrider den Trekking-Sektor angreifen: 2699 Euro kostet der wahlweise als Tiefeinsteiger oder mit klassischem Diamantrahmen erhältliche Tourer mit veritablem Wundermotor.

Der Owuru-Motor im Rockrider E-ACTV 900

Der erste Blick geht direkt in Richtung Motor - doch wer oder was ist denn bitte "Owuru"? Die Firma hinter dem Motor nennt sich E2 Drives, gestartet sind sie 2023 mit dem eben genannten Mittelmotor. Die Firma stammt aus Belgien, der Motor selbst wird laut Hersteller-Webseite gar in der Decathlon-Heimat Frankreich gefertigt. Auch die Eckdaten lesen sich nicht minder beeindruckend: 65 bis maximal 120 Nm soll er leisten können, typische 600 Watt in der Spitze bei gesetzeskonformen 250 Watt Dauerleistung sollen drin sein. Der Owuru hat nämlich ein integriertes, stufenlos schaltendes CVT-Getriebe. Stattliche 265 Prozent Gangbandbreite soll das Wundergetriebe aus dem Pkw-Sektor haben und den E-Biker immer im idealen Unterstützungs-Bereich halten können.

Ausstattung des Rockrider E-ACTV 900

Auch der Akku weiß auf dem Papier zu überzeugen: Die Zellen stammen laut Decathlon von Samsung, insgesamt 694 Wattstunden stehen zur Verfügung - das ist für den Preis sehr ordentlich. Ordentlich gilt auch für die weiteren Anbauteile, obschon sie wie üblich High-End-Piloten wenig umhauen dürften. Eine einfache 100-mm-Forke von SR-Suntour steckt in der Front, die 160-mm-Bremsanlage stammt von Tektro, der Sattel vom Sitzspezialisten Selle Royal, Reifen und Felgen sind laut Logos aus eigener Produktion. Lichtanlage, Spritzschutz, Gepäckträger und ein an Boschs Kiox-300-Display erinnerndes Mäusekino runden die Ausstattung ab.

Fahrverhalten im Alltag

Nach kurzem Boot-Vorgang fährt das Decathlon-E-Bike einfach los, bleibt im Stadtbetrieb dabei ähnlich leise wie ein moderner Bosch-Antrieb. Der Vortrieb ist je nach Modi zwischen lau und kräftig wirklich gut dosierbar gespreizt - top. Größte Überraschung ist jedoch das CVT-Getriebe. Autokenner wissen um die technische Raffinesse der "stufenlosen Schaltung": Sie verändert die Übersetzung kontinuierlich durch zwei kegelförmige Scheiben und einen Riemen, sodass der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich läuft. Der Owuru-Motor schaltet wirklich automatisch und so sanft und unmerklich, dass es eine wahre Freude ist, mal einfach nur treten und lenken zu müssen.

Allerdings ist das Rockrider eher flatterig und braucht Führung im Talschuss. Das kommt dem Tourer im Stadtgeläuf wiederum zupass, hier ist das Radl schön wendig und zirkelt toll durch enge Gassen. Die Gabel ist einmal mehr für das anvisierte Terrain in Ordnung, für Wald- und Wiesen-Touren gibt es aber bessere E-Bikes, zudem ist leider nur die Vorspannung auf das Fahrergewicht einstellbar.

Fazit zum Rockrider E-ACTV 900

Insgesamt gehen die Fahrleistungen für innerstädtischen Einsatz und leichte Touren voll in Ordnung. Loben müssen wir das Getriebe, das quasi unmerklich schaltet und über eine ausreichend breite Gangspreizung verfügt. Der Motor ist kräftig, der Akku für Stadt und Tour prima gewählt. In der Summe seiner Teile ist das Decathlon-Rad schlussendlich aber einmal mehr ein echter Preisbrecher und in unseren Augen nicht nur für Einsteiger eine gute Option.

BTWIN LD 920E Automatic: City-E-Bike mit Automatikgetriebe

High-Tech zum Low-Budget-Preis? Ein neues Decathlon E-Bike für die City macht es möglich. Das neue BTWIN LD 920E Automatic City-E-Bike wird befeuert von einem E2 Drives Owuru-Motor mit stufenlosem Automatikgetriebe und geht für unter 2.500 € über die blaue Decathlon-Ladentheke.

Das BTWIN LD 920E ist ein urbanes City-E-Bike in Form eines Alu-Hardtails, also mit einer Federung an der Front und einem starren Heck, und mit 28”-Bereifung. Abgesehen von solchen Banalitäten besitzt es noch einen neuartigen E-Bike-Motor mit integriertem Automatik-Getriebe, wie wir es zuvor noch nie gesehen haben. Der neu entwickelte Owuru-Motor vom noch kaum bekannten Motorenhersteller E2 Drives sorgt für ein stufenloses „Schalt-Feeling“, das nichts mehr mit einer konventionellen Schaltung zu tun hat. Faktisch schaltet der Motor auch gar nicht, sondern er „variiert“.

Technische Details des BTWIN LD 920E

Mit Strom versorgt wird das E-Bike von einem 702-Wh-Akku, und es bringt im fahrfertigen Zustand knapp 27 kg in Größe M auf die Waage. Der Owuru-Antrieb arbeitet völlig anders als bisher bekannte E-Bike-Motoren. Statt einen Gang einzulegen, wählt man beim Owuru-Motor eine Ziel-Trittfrequenz zwischen 40 und 90 U/min aus. Das deckt eine Bandbreite vom ganz entspannten Cruisen bis hin zum recht flotten und sportlichen Treten ab. Der Getriebemotor übernimmt den Rest und passt die Motor-Power und das interne Übersetzungsverhältnis mit enorm hoher Abtastrate und ohne Leistungsabriss an.

Im Motor laufen menschliche Kraft und Motorkraft über einen Riemen und ein Planetengetriebe zusammen. Ein zweiter Motor, der sogenannte Variator, versetzt das Planetengetriebe von außen in Rotation. Die Kombo aus Motor und Automatik-Getriebe soll alleine schon 4,6 kg auf die Waage bringen.

Konnektivität und Sicherheit

Besonders interessant: Man kann auch aus der Ferne auf das Decathlon E-Bike zugreifen. Dafür wurde es ab Werk mit einem GPS- und Mobilfunk-Modul sowie mit einem integrierten Bewegungssensor ausgestattet. Macht sich jemand an dem Bike zu schaffen, wird man sofort auf dem Smartphone benachrichtigt. Der aktuelle Standort lässt sich abrufen, und man kann einen sogenannten Geo-Fence errichten. Verlässt das Decathlon-Bike die virtuelle Umzäunung, wird ebenfalls ein Alarm getriggert.

Fahrverhalten und Komfort

Auf dem Decathlon E-Bike nimmt man in einer kompakten Sitzposition Platz. Zum kompakten Sitzgefühl trägt auch der 620 mm schmale Lenker bei. Egal ob Ebene, leichtes Gefälle oder sanfte Anstiege, dem Owuru-Motor im Decathlon-Bike gelingt es immer irgendwie, die voreingestellte Trittfrequenz zu treffen. Allerdings gibt der Motor leichte Vibrationen von sich, die man beim Pedalieren bis in die Fußspitzen spüren kann.

Die Geschwindigkeit reguliert man mehr über die Support-Modi (Eco, Standard, Boost) und über den Druck auf das Pedal, statt über die eigene Trittfrequenz. Die 25 km/h-Grenze erreicht man früh. Das verdankt das Decathlon E-Bike neben dem Owuru-Motor auch den Vittoria E-Randonneur Tech-Reifen, die laut Decathlon speziell für dieses E-Bike entwickelt worden sind. Sie sind nur 1,5” breit und haben ein Profil so glatt wie ein Babypopo. Das erzeugt nur einen geringen Rollwiderstand und schont den Akku.

Ausstattung des BTWIN LD 920E

Neben Alu-Schutzblechen, einem Heckgepäckträger mit Kindersitzfreigabe, einer Anhängerfreigabe und einem Fahrradständer verfügt das Decathlon E-Bike noch über ein fest installiertes Rahmenschloss. Das lässt sich um das Plug-in Chain 900-Kettenschloss ergänzen, das es bereits für 30 € bei Decathlon gibt.

Fazit zum BTWIN LD 920E

Mit seiner durchdachten Ausstattung und der smarten Ortungsfunktion richtet sich das BTWIN LD 920E an alle City-Biker und Pendler, die ein E-Bike mit hohem Diebstahlschutz suchen. Das straffe Handling und der geringe Fahrkomfort beschränken das Einsatzgebiet des BTWIN LD 920E allerdings auf den reinen Stadtverkehr.

ADAC Test des Decathlon Elops 900E

Der ADAC hat den Decathlon Elops 900E Tiefeinsteiger Pedelec 2024 getestet und kam zu folgendem Fazit: Harmonisch, aber blendet. Der Antrieb des Elops ist geschwindigkeitsabhängig, aber mit den Unterstützungsstufen bei etwa 13,5, 20,5 und 25 km/h, gut mit der Trittfrequenz bzw. Schaltung abgestimmt. Alles in Allem ein harmonisches und komfortabel zu fahrendes Pedelec. Das Ansprechverhalten der Bremsen sowie die Bedienung der Schaltung sind verbesserungswürdig. Leider ist das fest integrierte Frontlicht nicht einstellbar, so dass speziell der untere Ring des Lichtglases den Gegenverkehr blendet.

Testergebnisse im Überblick

Das ADAC Testurteil für den Decathlon Elops 900E lautet 3,0 (befriedigend). Hier eine Übersicht der Testergebnisse:

  • Fahren: 2,3
  • Antriebssystem und Motor: 3,7
  • Handhabung: 3,2
  • Sicherheit und Haltbarkeit: 3,0
  • Schadstoffe in den Griffen und Sattel: 2,5

Technische Daten des Decathlon Elops 900E

Hier eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten des Decathlon Elops 900E:

Eigenschaft Wert
Preis in Euro 1299
Leergewicht in kg 25,4
Zul. Gesamtgewicht in kg 125
Motor Heckmotor
Anzahl der Gänge/Schaltung 7 Gang Kettenschaltung
Akku-Kapazität 313 Wh
Position des Akkus Gepäckträger
ADAC Reichweite (nach R200) in km 48
Ladezeit (gemessen) in Std. 6:30

Stärken und Schwächen laut ADAC Test

Stärken:

  • Gut ausgewogenes Fahrverhalten
  • Angenehme Sitzposition
  • Bequemer Sattel
  • Anfahren und Abriegeln des Motors sehr harmonisch
  • Gute Anzeigenelemente im Display (z.B. Reichweite in Prozent)
  • Seitenständer hinten, beeinträchtigt nicht das Rückwärtsschieben
  • Autoventile verbaut
  • Vioo Clip vorbereitet an den Griffenden, so dass eine seitliche Beleuchtung angebracht werden kann

Schwächen:

  • Das fest integrierte Frontlicht blendet den Gegenverkehr im PKW
  • Ansprechverhalten der Bremsen sind verbesserungswürdig
  • Lenkeranschlag beeinträchtigt die Handhabung beim Schieben
  • Schaltungsbetätigung erfolgt umgekehrt, d.h.

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