Fahrradhelme für Kinder im Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Wenn Kinder mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist ein Helm unerlässlich, um sie bei Stürzen oder Unfällen zu schützen. Allerdings sind nicht alle Helme gleich gut, wie ein gemeinsamer Test von ADAC und Stiftung Warentest mit 18 Helmen zeigt.

Testergebnisse im Überblick

Im Fokus des Tests standen die Kategorien Sicherheit, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffgehalt. Der Unfallschutz machte dabei 50 Prozent der Gesamtbewertung aus, da er im Falle eines Sturzes schwere Kopfverletzungen verhindern oder abmildern kann.

Nur zwei Helme, der Testsieger von Abus und der Helm von Casco, erhielten in dieser Kategorie die Note "gut". Der Lazer Gekko schnitt mit "ausreichend" am schlechtesten ab. Der Testsieger überzeugte in allen Bereichen, während der günstigste Helm im Test, das Modell Crivit vom Discounter Lidl, Spitzenwerte bei Handhabung und in Teilen beim Unfallschutz erreichte.

Hier eine Übersicht über den Btwin Teen 520:

Kriterium Bewertung
Testergebnis gesamt 2,8 (befriedigend)
Handhabung/Komfort 2,6
Unfallschutz 3,1
Hitzebeständigkeit 2,5
Schadstoffe 1,0 (sehr gut)
Preis in Euro 19,99
Gewicht 416 Gramm

Wichtige Kriterien und Empfehlungen

Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Die Erkennbarkeit der Fahrradhelme bei Dunkelheit durch Reflektoren oder Beleuchtungseinrichtungen wie LEDs ist enorm wichtig. Hier gab es bei allen Fabrikaten Verbesserungsbedarf.

Schadstoffbelastung

Beim Modell Linok X Actionteam von Cube wurden sehr hohe Mengen an Weichmachern im Kinnpolster entdeckt, was zu einer Abwertung führte.

Hitzebeständigkeit

Die Hitzebeständigkeit der Helme wurde simuliert, indem sie auf der Heckablage eines Autos im Hochsommer platziert wurden. Hier schlugen sich die meisten Helme gut, mit Ausnahme der Modelle von Nutcase und Prophete.

Kauftipps für Fahrradhelme für Kinder

  • Sichtbarkeit: Der Helm sollte mit einer LED-Beleuchtung und reflektierenden Elementen ausgestattet sein. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht die Sichtbarkeit zusätzlich.
  • Passform: Der Helm sollte vor dem Kauf anprobiert werden, um Passform und Einstellmöglichkeiten zu überprüfen.
  • Austausch nach Sturz: Jeder Helm muss nach einem Sturz ersetzt werden, da dabei nicht sichtbare Schäden entstanden sein können.

Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird.

Testmethoden

Die Auswahl der zu testenden Produkte erfolgte durch die Stiftung Warentest, basierend auf einer Marktanalyse und in Absprache mit Experten und Herstellern. Die Helme wurden in verschiedenen Kategorien getestet, darunter:

  • Stoßprüfung
  • Abstreifsicherheit
  • Festigkeit der Trageeinrichtung
  • Erkennbarkeit im Dunkeln
  • Hitzebeständigkeit
  • Schadstoffgehalt

Weitere Testergebnisse und Empfehlungen

Der ADAC hat auch 14 Modelle für Erwachsene getestet, wobei der Helm „Urban Planet LED“ von Uvex mit der Note 2,0 Testsieger wurde. Der Helm der Lidl-Eigenmarke Crivit präsentierte sich als solide Wahl im Mittelfeld.

Bei den Kinderhelmen wurden folgende Modelle besonders hervorgehoben:

  • Alpina Pico Flash: Ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze, hochwertige Verarbeitung und ein einwandfreies Verstellsystem.
  • Micro Rocket: Klassische Form eines Skateboard-Helms, der am Hinterkopf recht weit runtergeht, mit einem roten Knopf zur Einstellung der Passform und Beleuchtung.
  • Casco Mini 2: Nicht nur im Sommer als Fahrradhelm einsetzbar, sondern auch im Winter beim Skifahren oder Snowboarden.
  • Uvex Finale Junior: Sieht aus wie ein Mountainbike-Helm und erfüllt die gleichen hohen Standards in Bezug auf Sicherheit, Tragekomfort und Verarbeitung.

Die Bedeutung des Helms

Auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt, kann ein Helm das Verletzungsrisiko deutlich senken. Studien zeigen, dass ein Helm das Verletzungsrisiko zwischen 50 und 70 Prozent senken und die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas mindern kann.

Tipps für die Auswahl des richtigen Helms

  1. Messen Sie den Kopfumfang Ihres Kindes etwa eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen.
  2. Achten Sie darauf, dass die Helmschale weder zu weit noch zu eng ist.
  3. Der Helm darf auch mit geöffnetem Verschluss nicht verrutschen.
  4. Stellen Sie sicher, dass das Kinnband gut sitzt, aber nicht drückt.
  5. Der Helm sollte Stirn und Schläfen schützen und waagrecht sitzen.
  6. Weiche Polster sollten überall dort angebracht sein, wo der Kinderkopf die Schale berührt.
  7. Achten Sie auf breite Belüftungsschlitze mit Insektenschutznetz.
  8. Kaufen Sie keine gebrauchten Helme und achten Sie auf das Produktionsdatum.
  9. Achten Sie auf das CE-Kennzeichen, das die Einhaltung der deutschen Sicherheitsnormen garantiert.

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