Decathlon Rennräder im Test: Triban RC520 und Van Rysel RCR-R Pro

In der etablierten Rennradszene wirbelt die Hausmarke des Sportartikelriesen Decathlon seit Kurzem mächtig Staub auf. Mit dem RCR Pro gelang Van Rysel ein fulminanter Start in den Markt hochwertiger und wettkampforientierter Rennräder. Im ersten Test überzeugte das Rad mit hoher Qualität, guter Aerodynamik, geringem Gewicht und toller Ausstattung - kurzum, es leistete sich kaum Schwächen und gehörte mit der TOUR-Note 1,6 aus dem Stand zu den besten Wettkampfrennern.

Van Rysel RCR-R Pro: Günstig, aber gut?

Das RCR-R Pro in unserem Test ist ein günstiger Ableger des Profirades und versteht sich als Allrounder für alle Strecken. Mit dem attraktiven Preisschild - zusammen mit Rose ist es das zweitgünstigste Rad im Testfeld - und Service-Anlaufstellen in fast jeder größeren deutschen Stadt spricht es ein breites Publikum an. Zumal das Rad mit Swiss Side-Laufrädern, erstklassigen Reifen und serienmäßigem Powermeter tadellos ausgestattet scheint. Aber wie steht es um die inneren Werte? Bekommt das Rad vorschnell das Etikett eines Schnäppchens umgehängt?

Schon die Rahmenform verdeutlicht, dass die Aerodynamik für die Entwicklungsabteilung im französischen Lille recht weit oben im Lastenheft gestanden haben muss. Vor allem Sitzrohr und Sattelstütze stünden auch einem typischen Aero-Renner gut, während der vordere Teil eher konservativ designt ist. Das Ergebnis im Windkanalversuch kann sich sehen lassen. Es reicht zwar nicht ganz an die überraschend gute Performance des Top-Modells (207 Watt) heran, was an den einfacheren Laufrädern und am anderen Lenker liegen dürfte. Der ungewöhnlich breite, in einem klassischen Vorbau geklemmte Deda-Lenker bietet dem Fahrtwind mehr Widerstand als die schmale, windschlüpfige Lenkereinheit des Profirades.

Auch der Aero-Reifen von Continental, der am Top-Modell serienmäßig montiert ist, kitzelt noch ein paar Watt gegenüber dem hier verbauten klassischen Grand Prix 5000S heraus. Mit 214 Watt sichert sich das günstige Van Rysel in dieser Runde aber einen Platz im guten Mittelfeld, auf Augenhöhe mit prominenten Namen wie Giant Propel oder Rose X-Lite.

Gewicht und Fahreigenschaften

Auch das Gewicht geht in Ordnung, Schwächen zeigt das Van Rysel aber beim Komfort und bei der Fahrstabilität. Bei unserer Steifigkeitsmessung schneidet das Rahmen-Set, das aus der gleichen Carbonqualität bestehen soll wie die Top-Variante, nur mittelmäßig ab, was sich in schnell gefahrenen Kurven in einem etwas schwammigen Lenkverhalten äußert. Vor allem groß gewachsene Piloten dürften sich ein stabileres Fahrwerk wünschen. Das Profirad lieferte deutlich bessere Werte. Ob Serienstreuung oder gewollter Qualitätsunterschied, können wir nicht beurteilen.

Was im Test auffiel

  • Einfaches Handling: Dank teilintegrierter Leitungen lässt sich der Lenker mit überschaubarem Aufwand verstellen oder tauschen. Aber der Lenker ist mit 44 Zentimetern sehr breit.
  • Praktisches Detail: Serienmäßig ist ein Powermeter, das sich mit einem Magnetkabel aufladen lässt.

Der 44 Zentimeter breite Lenker etwa, der an einem Racer nicht mehr zeitgemäß wirkt und sich auch nicht besonders komfortabel greift. Oder der schmale Fizik-Sattel mit Aussparung, der im vorderen Teil nur mit zwei schmalen Stegen unterstützt, was den Testern auf Dauer unangenehm wurde. Beides ist aber Sache individueller Vorlieben und lässt sich relativ leicht ändern. Ausgeprägte Sitzriesen sollten beachten, dass man auf den Varianten mit geklemmtem Lenker etwas aufrechter sitzt als mit der Lenkereinheit, weil unter dem Vorbau noch die Bremsleitungen in den Rahmen müssen.

Insgesamt bietet das Van Rysel viel Rad fürs Geld, das gilt für alle Varianten: Los geht’s bei 4.199 Euro mit SRAM Rival oder Shimano 105 Di2; die Replica des Profi-Modells kostet identisch ausgestattet knapp 9.000 Euro.

Van Rysel RCR-R Pro: Infos & Test-Note

  • Preis: 5499 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 7,7 Kilo
  • Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL (Testgröße gefettet)
  • TOUR-Note: 2,3

Geometrie

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 486/555/147 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 565/379 Millimeter/1,49
  • Stack+/Reach+/STR+: 616/572 Millimeter/1,08
  • Radstand/Nachlauf: 985/61 Millimeter

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Ultegra (2x12; 52/36, 11-34; PM)| Note: 1,0
  • Bremsen: Shimano Ultegra (160/140 mm) | Note: 1,0
  • Reifen: Continental Grand Prix 5000S TR 28 mm (eff.: 29 mm) | Note: 1,0
  • Laufräder: Swiss Side Hadron² Classic 500
  • Laufradgewichte: 1294/1779 Gramm (v./h.)

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 7.650 Gramm | Note: 2,7
  • Aerodynamik: 214 Watt | Note: 2,3
  • Fahrstabilität: 6,4 N/mm | Note: 3,0
  • Komfort Heck: 187 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Front: 94 N/mm | Note: 2,7
  • Antritt/Tretlagersteifigkeit: 57 N/mm | Note: 1,7

Vor- und Nachteile des Van Rysel RCR-R Pro

  • Plus: gut ausgestattet, attraktiver Preis
  • Minus: Fahrstabilität nicht auf Top-Niveau, relativ hart am Sattel

Triban RC520 im Test

Roadbike hat 5 aktuelle Rennräder unter 1000 Euro getestet, darunter auch das Triban RC520. Das Triban RC520 zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Shimano 105er-Gruppe
  • Bester Komfortwert am Heck
  • Extrem steifer Rahmen
  • Hohes Komplettgewicht

Triban ist eine der Eigenmarken des Sportartikel-Riesen Decathlon. Mit dem RC520 stellen die Franzosen das günstigste Rennrad in diesem Vergleich - was beim Blick auf die Ausstattung doch überrascht: Decathlon spendiert dem RC520 zwar keine komplette 105er-Gruppe, aber mit Schaltwerk, Bremsgriffen und Umwerfer immerhin die wesentlichen Teile. Das schafft keiner der Konkurrenten. Nur bei Kassette (Microshift) und Kurbel (Shimano RS510) setzt der Hersteller den Rotstift an - was sich in der Praxis nicht spürbar auswirkt.

So ist das RC520 das einzige Rennrad im Test mit 11-fach-Schaltung - und entsprechend feiner Gangabstufung. Top! Auch aus dem RB-Labor gibt es Erfreuliches zu berichten. Der Rahmen: herausragend steif mit dem besten Komfortwert am Heck. Weitere Besonderheit: Das RC520 kommt mit mechanisch-hydraulischen Disc-Bremsen, bei der die Hydraulik-Bremskörper per klassischem Bremszug angesteuert werden. Das funktioniert in der Praxis gut, selbst wenn der Druckpunkt nicht ganz so präzise ausfällt wie bei einer komplett hydraulischen Bremse.

Die Reifen kommen von der Decathlon-Eigenmarke Btwin.

Dass auch Decathlon nicht zaubern kann, zeigt ein Blick auf die Waage: Das RC520 kratzt an der 11-Kilo-Marke - und ist deutlich schwerer als die Konkurrenz. Besonders spürbar wird das an den fast 4000 Gramm schweren Laufrädern, gerade beim Beschleunigen.

Was sollte ich bei einem Rennrad beachten?

Bei der Wahl eines Rennrads kommt es vor allem auf das Leistungsniveau und die Erwartungshaltung an. Leistungsniveau: Bist du eher ein Einsteiger oder schon ein erfahrener Radsportler?

  • Für eine eher sportliche Nutzung bzw. für Einsteiger in den Strassen-Radsport Wähle ein Fahrrad mit einer Ergonometrie, die eine angenehme Sitzposition möglich macht.
  • Ein Aluminiumrahmen ist leichter als ein Stahlrahmen bietet somit eine gute Leistung.
  • Durch eine Carbongabel kann das Gewicht des Fahrrads weiter gesenkt werden.

Außerdem hast du die Möglichkeit, für mehr Komfort und eine bessere Lenkbarkeit des Fahrrads einen geraden Lenker zu wählen. Ein Rennrad mit einem geraden Lenker eignet sich durch sein geringes Gewicht, seine Schnelligkeit und seine Agilität auch sehr gut für die Nutzung in der Stadt.

Wenn du ein leistungsorientierter Fahrer bist Du solltest vor allem auf die Leichtigkeit und die Langlebigkeit des Rahmens achten. Das Fahrrad ist leichter als ein Fitness-Straßenrad und der Rahmen ist auf schnelleres Fahren ausgelegt, sowohl im flachen Land als auch im Gebirge.

  • Ein Aluminiumrahmen bietet eine gute Leistung sowie guten Komfort.
  • Bei einem Carbonrahmen ist die Leistung höher und das Gewicht niedriger, ohne dass dabei unbedingt Einbußen beim Komfort bestehen müssen.

Rahmengröße

Wer viele Stunden im Sattel verbringen möchte, braucht ein Rad in der passenden Größe, sonst drohen Knie-, Rücken- oder Nackenschmerzen, die dir die Lust auf lange Rennradtouren vermiesen.

Die folgende Tabelle kann als Orientierung bei der Größenfindung dienen:

Körpergröße Rahmengröße in cm
155 - 165 cm 35 - 38 cm
165 - 170 cm 38 - 41 cm
170 - 175 cm 41 - 43 cm
175 - 180 cm 43 - 46 cm
180 - 185 cm 46 - 48 cm
185 - 190 cm 48 - 53 cm
190 - 195 cm 53 - 56 cm
195 - 200 cm 56 - 58 cm

Wie sollte ich mein Rennrad pflegen?

Die Reinigung deines Fahrrad lässt sich in 5 Schritte aufteilen:

  1. Schritt 1: Laufräder reinigen Schäume mit deinem Spülschwamm das gesamte Laufrad ein. Reinige die Bremsflanke, Felge und den Reifen.
  2. Schritt 2: Rahmen und Lenker reinigen Seife den Rahmen und den Lenker mit dem Schwamm großzügig ein. Am Unterrohr, den Sitzstreben und dem Sitzrohr befindet sich meist besonders viel Schmutz. Spüle den Schwamm regelmäßig im Wasser aus - so verhinderst du, dass dir der Sand den Lack zerkratzt.
  3. Schritt 3: Bremsen reinigen Auch die Bremsen müssen gereinigt werden, da hier der Bremsabrieb landet. Schrubbe die Bremsbeläge mit deinem Schwamm oder spüle Dreck bei Scheibenbremsen mit viel Wasser heraus.
  4. Schritt 4: Kette und Schaltwerk reiningen Reinige Kette und Schaltwerk am besten mit einem Lappen, der mit Kettenfluid besprüht ist. Danach mit Warmwasser und Spülmittel abwaschen.
  5. Schritt 5: Klarspülen Spüle das gesamte Rad mit klarem Wasser ab, bis keine Seifenrückstände mehr zu sehen sind.
  6. Schritt 6: Kette ölen Gib einige Tropfen Kettenöl auf einen sauberen Lappen und öle die Kette etwas.

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