Fahrradhelme für Grundschulkinder: Sicherheit und Schutz im Straßenverkehr

Der Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule ist für Kinder der Beginn eines neuen Lebensabschnittes.

Ein Fahrradhelm kann oft vor Kopfverletzungen bei einem Fahrradunfall schützen. Dabei ist es wichtig, dass der Fahrradhelm passt und richtig sitzt.

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht auf dem Fahrrad - weder für Erwachsene noch für Kinder. Ein Helm kann aber trotzdem sinnvoll sein, um den Kopf bei einem Sturz vor Verletzungen zu schützen. Dafür muss er aber richtig getragen werden.

Die Bedeutung des Fahrradhelms

Radfahrerinnen und Radfahrer haben keine Knautschzone. Deshalb kommt es darauf an, sich zusätzlich zu schützen. Ein Fahrradhelm hilft, im Falle eines Sturzes eine schwere Kopfverletzung zu vermeiden.

Bei Unfällen von Radfahrern und Radfahrerinnen spielen immer wieder Kopfverletzungen eine Rolle. In vielen Fällen ließen sich diese durch das Tragen eines Helms vermeiden.

Das Tragen eines Fahrradhelms ist in Deutschland keine Pflicht, doch gilt eine grundsätzliche Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) auch an Kinder und Jugendliche, einen Helm aufzusetzen, wenn sie im Straßenverkehr mit dem Fahrrad unterwegs sind. Bei schulischen Veranstaltungen kann nach Erlasslage der Bundesländer Helmpflicht bestehen.

Prof. Jährlich erleiden etwa 23.400 Radfahrer eine Schädelhirnverletzung, Grundschüler sind besonders gefährdet.

Worauf ist beim Kauf eines Fahrradhelms zu achten?

Der Helm muss mit der Nummer der angewandten Prüfnorm zu „Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen“ und dem „CE“-Zeichen gekennzeichnet sein und sollte zusätzlich ein Prüfzeichen, wie das GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit"), aufweisen.

Helle leuchtende/fluoreszierende und reflektierende Elemente auf dem Helm, sowie intergrierte, aktive Beleuchtungs-LED´s, fördern die Sichtbarkeit.

Zudem sollte der Helm möglichst leicht sein und Lüftungsschlitze haben. Die Akzeptanz eines Helms und damit die Wahrscheinlichkeit des Tragens steigen, wenn die jungen Nutzerinnen und Nutzer beim Kauf selbst mitentscheiden können.

Übrigens: Nach einem Sturz ist der Fahrradhelm zu ersetzen, auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind. Worauf beim Kauf eines Fahrradhelms sonst noch zu achten ist, erfahren Sie in der Schrift “Profis fahren mit Helm”.

Um den individuell passenden Fahrradhelm zu finden, sollte das Kind in jedem Fall beim Kauf dabei sein. Fakt ist: Nicht jedes Helmmodell passt zu jeder Kopfform. Außerdem wird ein Fahrradhelm, der dem Kind nicht nur passt, sondern auch optisch gefällt, eher getragen.

So passt der Helm richtig

Nur ein richtig sitzender Fahrradhelm kann sein volles Schutzpotenzial entfalten:

  • Der Helm muss gerade auf dem Kopf sitzen.
  • Die Ohren liegen genau im Dreieck der Riemen, die Seitenverstellung befindet sich knapp unter dem Ohr.
  • Der Helm sollte schon ohne besondere Fixierung gut und fest sitzen.
  • Beim leichten Vornüberbeugen mit geöffneten Kinnriemen sollte er nicht sofort vom Kopf rutschen.

Damit ein Fahrradhelm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln, noch sollte er über die Stirn oder in den Nacken rutschen.

Den Helm richtig aufsetzen: Damit der Helm sicher sitzt, muss er richtig aufgesetzt werden. Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sind dann in etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz. Häufig werden Helme zu weit in den Nacken geschoben - aus modischen Gründen oder weil die Helmkante im Sichtfeld als störend empfunden wird. Dann kann bei einem Sturz der Helm aber in den Nacken rutschen und dort selbst Verletzungen verursachen.

Mit dem Verstellsystem im Nacken wird der Helm fixiert. Dazu darf es aber nicht zu stramm angezogen werden, weil das Kopfschmerzen verursachen kann. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken. Ist dies schon bei der Anprobe der Fall, wird das Kind später mit ihm nicht froh. Der Helm muss am Kopf bleiben, wenn er nur mit dem hinteren Verstellsystem fixiert ist und das Kind seinen Kopf kräftig schüttelt.

Der Kinnriemen sollte so locker sitzen, dass noch ein Finger zwischen Gurt und Kinn passt.

ADFC-Tipp: Unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen. Die korrekte Einstellung der Helmgurte sollte gemäß der Herstellerangabe regelmäßig geprüft werden. Trägt das Kind eine Mütze unter dem Helm, muss der Gurt angepasst werden. Es dürfen nur dünne Mützen verwendet werden. Dicke Wollmützen verhindern, dass der Helm nah genug am Kopf sitzt. Er kann dann leicht verrutschen.

Qualität und Haltbarkeit des Fahrradhelms prüfen

In jedem Helm sollte das Herstellungsdatum vermerkt sein. Kunststoffe altern, daher sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Von Sonderangeboten ohne Herstellerdatum sollte man lieber die Finger lassen. Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen.

Moderne Helme halten große Belastungen aus. Die äußere Kunststoffschale und der Hartschaum werden heute miteinander verschweißt. Es ist nicht immer leicht, Unfallhelme genau zu untersuchen, da sich die Energie unterschiedlich auf den Helm verteilt.

Ein Helm muss passen. Zu empfehlen ist der Kauf im Fahrrad-Fachhandel mit professioneller Beratung, denn nur ein Helm, der optimal sitzt und nicht drückt, wird auch gerne getragen. Der Helm ist der Kopfform des Trägers gut anzupassen. Gute Helme basieren meist auf InMold-Verfahren. Dabei werden Schale und Hartschaum miteinander zu einem hochfesten Helmkörper verschweißt. Die Sicherheit bei mechanischer Einwirkung (etwa beim Sturz auf einen spitzen Gegenstand) liegt deutlich höher als bei nur verklebten Helmen. Billighelme sind nicht unbedingt schlecht, aber oft weniger bequem in der Handhabung. Nehmen Sie Ihr Kind zum Kauf mit, damit es den Helm anprobieren und mit aussuchen kann.

Eltern sind Vorbilder: Tragen sie selbst einen Helm auf dem Rad, werden es auch ihre Kinder freiwillig tun.

Fahrradhelme nur fürs Radfahren nutzen

Fahrradhelme sind immer ein Kompromiss zwischen optimaler Schutzwirkung und Belüftung sowie geringem Gewicht, damit der Tragkomfort möglichst hoch ist. Sie sind so konstruiert, dass sie den Kopf bei fahrradtypischen Stürzen schützen sollen. Fahrradhelme eignen sich deshalb nicht als Kopfschutz beim Reiten, Inlineskaten oder anderen Sportarten.

Bei Stürzen vom Fahrrad ist die Bewegung in erster Linie nach vorne gerichtet. Daher überdecken Fahrradhelme die obere Schädelhälfte und können durch einen gewissen Überstand im Stirnbereich auch das Gesicht teilweise vor Verletzungen schützen. Im Seiten- und Hinterkopfbereich ist kein ausgeprägter Schutz vorhanden, weil an diesen Stellen weniger mit typischen Verletzungen gerechnet wird.

Ohne Fahrradhelm auf den Spielplatz spielen

Im Straßenverkehr können Fahrradhelme Kinderköpfe bei einem Sturz vor Verletzungen schützen. Beim Klettern und Toben auf dem Spielplatz können sie aber gefährlich werden. Beim Spielen und besonders auf Spielplätzen mit Spielgeräten müssen Kinder ihre Fahrradhelme abnehmen.

Klettergerüste sind so konstruiert, dass zwischen den Sprossen immer ein Kinderkopf unbehindert hindurchrutschen kann. Trägt ein Kind aber einen Fahrradhelm, bleibt es unweigerlich in der Konstruktion hängen und kann sich dabei schwer verletzen. Auch die Haltegurte des Helms können an engen Stellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden.

Zudem können spielende Kinder mit Fahrradhelm an engen Einstiegen und Durchlaufbarrieren beispielsweise an Kletter- und Rutschgeräten, mit dem Helm so heftig anstoßen, dass sie sich schwere Genickverletzungen zuziehen.

Die Radfahrausbildung in der Grundschule

Die Radfahrausbildung ist eine feste Größe in der Verkehrserziehung der Grundschule. Gut 95 Prozent aller Viertklässler legen Jahr für Jahr die Radfahrprüfung ab. In den ersten beiden Schuljahren werden die Schüler mit Angeboten zur Förderung von Bewegung und Gleichgewicht schrittweise ans Radfahren herangeführt. Im 3. und 4. Schuljahr findet die eigentliche Radfahrausbildung statt. Sie besteht aus einem theoretischen Teil, den die Schule bestreitet, und einem praktischen, der in der Regel von Polizeibeamten betreut wird, meist in der Jugendverkehrsschule.

Die praktischen Übungen reichen vom Anfahren und Bremsen über Vorbeifahren an Hindernissen und Fahren in unterschiedlichen Verkehrssituationen bis zu den verschiedenen Formen des Abbiegens. In den meisten Bundesländern findet ein Teil des praktischen Trainings im Straßenverkehr statt. Zur Radfahrausbildung gehört auch, dass die Schüler lernen, sich beim Fahren möglichst optimal zu schützen. Der Fahrradhelm bietet Schutz.

Weitere Tipps

Der Fahrradhelm bietet Schutz, wärmt aber keine Ohren. Das Problem: Die meisten warmen Mützen sind zu dick, um sie unter dem Helm zu tragen. Sie lassen die Helme zu hoch und zu weit im Nacken sitzen, wodurch die Stirn ungeschützt bleibt. Bei Regen empfehlen wir Helmüberzüge, die gegen Regen und Wind schützen.

Unter dem Slogan „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ leisten wir seit vielen Jahren einen nicht unerheblichen Beitrag, Menschen im Straßenverkehr besser zu schützen. Die Gefahr, außerhalb geschlossener Ortschaften bei einem Unfall ums Leben zu kommen, ist bei Dunkelheit etwa viermal so groß wie am helllichten Tag. Wir wollen mit unserer Kampagne Fahrradhelm macht Schule dazu beitragen, diesem unterschätzten und oft noch verschmähten Lebensretter zu mehr Akzeptanz zu verhelfen.

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