Laut ADAC legte der Test auch eine Problematik der Schläfenbereichs-Sicherheit offen. Einige Helme schwächelten bei den Stoßdämpfungseigenschaften und wurden abgewertet. Geprüft wurde das Modell in Größe 54-58 Zentimeter, ebenfalls erhältlich ist die Größe 58-61 Zentimeter. Der getestete Helm wiegt rund 390 Gramm, das ist vergleichsweise viel.
Mit dem Verstellrädchen an der Rückseite wird der Helm an die Kopfgröße angepasst. Über die verstellbaren Kunststoffbänder an den Seiten werden Höhe und Weite geändert. Innen ist ein nicht störendes Insektenschutzgitter angebracht. Der Helm ist im Nacken und an den Schläfen tiefergezogen, umgibt den Kopf also für zusätzlichen Schutz. Lediglich ein Sonnenschutz fehlt.
Auch die Anpassung der Gurtbänder mit Reflektorstreifen gelingt simpel und das Kinnpolster ist bequem. Öffnen und Schließen des Kinnriemens klappt problemlos, selbst mit Handschuhen. Der Helm wirkt äußerst robust mit stabilen Nähten und Verklebungen. Er besteht aus recycelten und biobasierten Materialien.
Ein Plug-In-LED-Licht ist bei diesem Modell gleich dabei. Es wird in einer Aussparung im Hinterkopfbereich eingesetzt. Es hat mehrere Lichtmodi und wird über USB aufgeladen.
Testergebnisse und Empfehlungen
Die Tester untersuchten 14 Helme in der Preisspanne von 15 bis 149 Euro in den Kategorien Unfallschutz, Handhabung, Komfort und Schadstoffe. Unter den Prüflingen waren auch drei Modelle, die sich laut Kennzeichnungen für S-Pedelecs eignen sollen - besonders schnelle E-Bikes, die bis 45 km/h mit elektrischer Motorkraft unterstützen. Nur drei der Helme bieten guten Schutz vor Kopfverletzungen Nur drei Helme bekommen dabei das Gesamturteil »gut«.
Testsieger ist der »Uvex Urban Planet LED« für 130 Euro (Note 2,0), er bietet auch den besten Unfallschutz. Mit Fliegengitter, Reflektoren und aufladbarem Rücklicht, aber als einziger des Siegertrios ohne Schirm sei er mit 386 Gramm allerdings eher schwer.Durch den hohen Komfort, die prima Sicherheit und die gute Ausstattung inklusive LED-Licht ist der Uvex Urban Planet LED die Top-Empfehlung. Er lässt sich mühelos einstellen und selbst das etwas höhere Gewicht stört beim Tragen nicht. Der Fahrradhelm Uvex Urban Planet LED überzeugt die Tester mit seinem Tragekomfort, der integrierten Beleuchtung sowie der Bauform mit Schläfen- und Nackenschutz.
Die beiden anderen Helme mit der Bewertung »gut« teilen sich den zweiten Platz. Zum einen der »Alpina Gent Mips« für 130 Euro (Note 2,2). Er hat einen abnehmbaren Schirm, Fliegengitter, Reflektoren sowie ein Rücklicht mit Batterie.
Ebenso »gut« ist der Limar Torino für 90 Euro (Note 2,2). Er bietet kein Fliegengitter, aber Schirm, Reflektoren und ein Rücklicht zum Aufladen. Den guten Unfallschutz teilt sich der Limar mit dem Alpina. Mit 272 Gramm ist er besonders leicht.
Zehn Helme zwischen 15 und 149 Euro schneiden mit »befriedigend« ab. Darunter auch die drei für S-Pedelecs ausgewiesenen Helme. In beiden Fällen boten sie nur befriedigenden Schutz und zeigten sich damit schlechter als die drei besten Helme. Ein Modell für 120 Euro ist »mangelhaft« (Note 5,5). Unter anderem brach ein Gurtschloss bei der Abziehprüfung.Der mit Abstand billigste Helm im Test ist mit 15 Euro der »Crivit Fahrradhelm mit Rücklicht« vom Discounter Lidl. Er schneidet zwar auch »befriedigend« (Note 2,6) ab, findet aber besondere Erwähnung: als der einzige Helm, der im Test im Dunkeln »gut« erkennbar sei. Er hat ein Rücklicht und Reflektoren: neben der Qualität der Reflektoren mache die Größe der reflektierenden Flächen einen Unterschied, so die Tester.
Weitere empfohlene Modelle
Der Fischer Urban Plus Brooklyn überzeugt mit seinem Preis, für den dennoch gute Qualität und ein hoher Komfort geboten werden. Mit Sonnenschutz, Beleuchtung und Insektengitter ist der Helm tadellos ausgestattet. Der Fischer Urban Plus Brooklyn bietet für seinen geringen Preis eine Menge: Sonnenschutz, Insektenschutz, Licht und einen guten Tragekomfort.
Erhältlich ist der Fahrradhelm in den Größen S/M (52-59 Zentimeter) und L/XL (58-61 cm), mit einem Gewicht von 306 Gramm ist er recht leicht. Die Verarbeitung zeigt keine Schwächen, alles wirkt gut verklebt.
Ein mit Knopfbatterie betriebenes Rücklicht mit mehreren Leuchtmodi ist integriert, das Ein- und Ausschalten erfordert aber ein kraftvolles Drücken. Daneben sind am Helm und an den Gurten Reflektoren angebracht. Vorne gibt es einen Sonnenschutz. Die 19 Lufteinlässe ermöglichen eine gute Belüftung und die vorderen Öffnungen haben ein Insektenschutzgitter. Die hinten länger gezogene Form sichert den Hinterkopf zusätzlich ab und das gut erreichbare Verstellrädchen ermöglicht eine genaue Anpassung der Größe. Der gepolsterte Kinnriemen liegt bequem auf und der Ratschenverschluss lässt sich selbst mit dünnen Handschuhen ohne Probleme öffnen.
Ein praktisches Visier ist die Besonderheit des Uvex Finale Visor. Somit gibt es mehr Sicherheit und ungestörte Sicht beim Fahren. Der Helm überzeugt auch bei Komfort und Ausstattung. Ein LED-Licht ist integriert.
Perfekt für schwierige Wetterbedingungen ist der Uvex Finale Visor mit - wie der Name schon sagt - einem herunterklappbaren Visier. Zudem gibt es einen Insektenschutz und eine eingebaute Beleuchtung. Das Visier kann abgenommen und ersetzt werden. Das Glas erweist sich im Test als gut entspiegelt, somit gibt es bei der Sicht keine Beeinträchtigungen.
Der Abus Pedelec 2.0 bietet eine seltene Besonderheit: Eine Regenhaube ist im Helm integriert und lässt sich blitzschnell ausfalten. Daneben gibt es eine Beleuchtung und einen prima Tagekomfort. Bei schönem Wetter leistet der Abus Pedelec 2.0 mit seinem Sonnenschutz bereits gute Dienste, aber insbesondere bei Regen kann sich der Fahrradhelm flink anpassen.
Unter einer Abdeckung an der Rückseite befindet sich eine Regenhaube, die bei Bedarf über den Helm gezogen und eingehakt wird. Der Regenschutz ist zudem mit Reflektoren bestückt. Ein LED-Licht befindet sich an der Helm-Hinterseite. Es wird abgenommen und per USB geladen.
Der POC Omne Beacon MIPS bietet MIPS-Technik für mehr Sicherheit bei Unfällen. Zudem ist der Helm stylisch, unter anderem mit den vier integrierten LEDs. Der Tragekomfort gefällt, ebenso die Verarbeitung. Der POC Omne Beacon MIPS setzt auf Stil und Design. An der Rückseite sind vier LEDs integriert, welche verschiedene Lichtsignale abgeben können. Sie werden per USB-C geladen. Zusätzlich gibt es Reflektoren an Front und Heck.
Wichtige Kriterien für die Auswahl
Die Kosten für einen Fahrradhelm können sehr stark variieren. Was am Ende zählt, ist die Sicherheit und diese bieten mitunter auch kostengünstigere Helme ab 25 Euro. Jedoch können günstige Modelle Mängel in der Verarbeitung aufweisen, welche die Lebensdauer oder den Tragekomfort beeinträchtigen.
Fester, korrekter Sitz: Ein Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken. Als Faustregel gilt: Beim Vor- und Zurückbewegen des Helmes, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. So wissen Sie, dass der Helm fest genug sitzt. Zudem sollte der Helm so platziert sein, dass er die Schläfen, die Stirn und den Hinterkopf bedeckt. Idealerweise endet er ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen und den Ohren.
Kinnriemen: Achten Sie darauf, dass sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lässt, wenn der Kinnriemen geschlossen ist.
Passform: An fast jedem Helm befindet sich ein Drehrädchen, mit dem sich die Passform an die Kopfgröße anpassen lässt - allerdings nur in einem begrenzten Rahmen. In unserem Test zeigte sich: Helme, die in mehreren Größen angeboten werden, bieten oft die bessere Passform. Messen Sie daher den Kopfumfang oberhalb der Ohren mit einem Maßband, um das passende Modell zu finden.
Altersgruppe: Helme und ihre Größen lassen sich in vier Altersgruppen unterteilen. Kleinkinder bis zu drei Jahren haben in der Regel einen Kopfumfang von 44 bis 53 Zentimetern. Zwei- bis Siebenjährige messen um den Kopf für gewöhnlich 46 bis 57 Zentimetern und Fünf- bis Zwölfjährige 52 bis 60 Zentimeter. Radlern über 12 passen meistens Helme von 52 bis 65 Zentimetern. Diese Werte geben lediglich eine grobe Orientierung.
Kletteinsatz: Dank der Kletteinsätze kann der Helm noch präziser an die individuelle Kopfform und -größe angepasst werden. Dies erhöht nicht nur den Tragekomfort, sondern sorgt auch für einen sicheren und stabilen Sitz, sodass der Helm selbst bei längeren Fahrten oder plötzlichen Bewegungen nicht verrutscht.
Farbe: Sichtbarkeit im Straßenverkehr kann Radfahrern das Leben retten. Deshalb ist es ratsam, zusätzliche Reflektoren zu kaufen oder beim Helmkauf auf eine gut sichtbare Farbe zu achten. Zwar ist die Farbe Geschmackssache, doch dunkle Farben erwärmen sich bei Sonnenschein schneller als helle. Wer mit dem Fahrrad oft und lang bei strahlendem Sonnenschein unterwegs ist, greift deshalb lieber zu einer hellen Farbe.
Probettagen: Ob ein Helm gut sitzt, hängt stark von der individuellen Kopfform ab: Was bei einer Person perfekt passt, kann bei einer anderen drücken. Unsere Tester bestätigten, wie unterschiedlich das Tragegefühl ausfallen kann. Deshalb gilt: Unbedingt vor dem Kauf anprobieren - jeder Kopf ist anders geformt.
MIPS-Technik: Das sogenannte „Multi-Directional Impact Protection System“, abgekürzt MIPS, ist eine spezielle Konstruktion bei Fahrradhelmen. Bei einem Aufprall soll eine reibungsarme und bewegliche Schicht im Inneren des Helms die schädlichen Rotationsbewegungen reduzieren und so den Kopf des Trägers besser schützen. Fahrradhelme mit MIPS bieten also zusätzliche Sicherheit, sind aber in der Regel teurer.
Verschiedene Arten von Fahrradhelmen
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Fahrradhelmen: Softshell-, Hardshell- und Microshell-Helme. Was genau hinter diesen drei Begriffen steckt, erklären wir im Folgenden.
- Softshell-Helme: Softshell-Helme sind besonders leicht, da sie lediglich aus einer Schale aus Hartschaumstoff bestehen. Sie sind eine sehr preisgünstige Variante. Allerdings können diese Helme nur bedingt den Aufprall abfedern. Experten raten oft von Softshell-Helmen ab.
- Hardshell-Helme: Robuster als die Weichschalen-Variante aber auch deutlich schwerer. Hardshell-Helme kommen meist im Downhill-Bereich zum Einsatz. Sie bestehen aus hartem Kunststoff.
- Microshell-Helme: Ein harter Schaumstoffkern überzogen mit Kunststoff macht den Helm effektiv, da Stöße gut abgefedert werden. Deshalb erfreuten sich Microshell-Helme besonderer Beliebtheit und sind weit verbreitet. Sie sind meistens leichter als Hardshell-Helme.
Im Ernstfall kann ein Fahrradhelm Leben retten und schwere Kopfverletzungen verhindern. Das erreicht er dadurch, dass er wie ein Stoßdämpfer wirkt. Die Kombination von Außenschale und Innenpolster absorbiert im Idealfall bis zu zwei Drittel der Energie, die bei einem Sturz auf den Kopf wirkt.
Ein weiterer entscheidender Sicherheitsfaktor ist die Sichtbarkeit im Straßenverkehr: Viele Fahrradhelme sind mit kleinen Lichtern, leuchtenden Farben und reflektierenden Elementen ausgestattet, die dazu beitragen, dass Fahrradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen werden.
Diese Merkmale erhöhen die Sicherheit, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung. Auffällige Farben wie Neonorange oder -gelb verstärken diesen Effekt zusätzlich und sorgen dafür, dass der Fahrer aus größerer Entfernung sichtbar wird. So kann das Risiko von Unfällen deutlich reduziert werden.
Zwar weniger entscheidend für die Sicherheit, aber dennoch wichtig für den praktischen Gebrauch, sind Extras wie ein integrierter Sonnen- oder Insektenschutz. Vorsicht ist bei Lösungsmitteln geboten. Sie sollten nicht mit dem Helm in Berührung kommen.
Ist die Komfortpolsterung herausnehmbar, kann sie häufig mit Feinwaschmittel bis 30 Grad gewaschen werden. Detaillierte Informationen finden Sie in der Regel auf der Verpackung oder in der Bedienungsanleitung des Helms. Wenn es um die Sicherheit beim Fahrradfahren geht, sollten Sie auch die Fahrradbeleuchtung überprüfen.
Tabellarische Übersicht der Testergebnisse
Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse des ADAC Fahrradhelm-Tests zusammen:
| Hersteller/Modell | Mittlerer Preis in Euro | ADAC Urteil | Handhabung & Komfort | Unfallschutz | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 130 | 2,0 | 1,8 | 2,3 | 1,0 |
| Alpina Gent MIPS | 130 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Limar Torino | 90 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Lazer Codax KinetiCore | 65 | 2,6 | 2,6 | 2,7 | 1,0 |
| Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht | 15 | 2,6 | 1,9 | 2,9 | 1,9 |
| Giro Fixture Mips II | 100 | 2,8 | 2,5 | 2,9 | 1,0 |
| Abus HUD-Y | 120 | 3,0 | 2,8 | 3,0 | 1,0 |
| Decathlon / B´Twin City 540 Bowl | 50 | 3,1 | 2,9 | 3,1 | 1,0 |
| Prophete ECO Urban | 50 | 3,1 | 2,4 | 4 | 1,9 |
| Cube Fleet | 55 | 3,2 | 2,6 | 4 | 2,0 |
| Casco E.Motion 2 | 120 | 5,5 | 1,9 | 5,5 | 1,6 |
* Quelle: ADAC
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